René Descartes wurde am 31.03.1596 in Frankreich geboren und starb am 11.02.1650. Im Jahre 1641 verfasste er die „Meditationes de Prima Philosphia“ – die „Meditationen über die Erste Philosophie“. Das Werk ist in der Gelehrtensprache Latein geschrieben und besteht aus sechs einzelnen Meditationen, die alle in Monologform in der ersten Person Singular geschrieben sind.
In der ersten Meditation „Woran man zweifeln kann“ befasst er sich mit dem methodischen Zweifel. Descartes hat erkannt, dass vieles falsch ist, was er in seiner Jugend für wahr gehalten hat und dass alles, was er daraus schloss, anzuzweifeln ist. Deshalb möchte er alles umstürzen, indem er die Grundlagen und Prinzipien anzweifelt, um am Ende etwas Festes zu erlangen, das nicht mehr angezweifelt werden kann.
In der zweiten Meditation „Über die Natur des menschlichen Geistes; daß er leichter erkennbar als der Körper“ möchte er, von allem befreit, was einen Zweifel zulässt, herausfinden, was ER eigentlich ist. Am Ende kommt er zu der Erkenntnis, dass die Existenz seines Geistes und damit seine eigene nicht angezweifelt werden kann, da er denkt.
Wie Descartes in seiner Argumentation von dem Anfang, alles anzuzweifeln, zu dieser festen, unumstößlichen Erkenntnis kommt, wird im Folgenden dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Erste und Zweite Meditation in neun Argumentationsschritten
2.1. Die Sinnestäuschung
2.2. Der Verrückte
2.3. Das Traum-Argument
2.4. Der Maler
2.5. Der täuschende Gott
2.6. Der böse Geist
2.7. Das „Denkende Ding“
2.8. Das Wachs-Argument
2.9. Das Mantel-Argument
3. Gegenwartsbezug – Was wäre wenn?
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht René Descartes' methodischen Zweifel in seinen ersten beiden Meditationen, um den Weg von der systematischen Infragestellung aller sinnlichen Erkenntnisse hin zur unumstößlichen Gewissheit des denkenden Ichs ("cogito ergo sum") nachzuzeichnen.
- Grundlagen des methodischen Zweifels bei René Descartes
- Analyse der Argumentationsschritte zur Dekonstruktion der sinnlichen Wahrnehmung
- Herleitung der Existenz des denkenden Geistes als unbezweifelbarer Fixpunkt
- Unterscheidung zwischen sinnlicher Wahrnehmung und rationaler Erkenntnis durch den Verstand
- Transfer der cartesianischen Skepsis in moderne populärkulturelle Kontexte
Auszug aus dem Buch
2.7. Das „Denkende Ding“
Descartes ist nun an einem Punkt angelangt, an dem er an allem zweifelt. Es gibt nichts mehr Gewisses. Alles, was man mit den Sinnen erfasst, existiert nicht. Ja selbst die Sinne, sowie „Körper, Gestalt, Ausdehnung, Bewegung du Ort“ existieren nicht. Das Einzige, das er mit Gewissheit sagen kann ist, „dass es nichts Gewisses gibt“.
In der zweiten Meditation begibt sich Descartes nun auf die Suche nach etwas Gewissen, nach einem festen Punkt.
Seine Grundlage ist, dass er von einem bösen Geist getäuscht wird. ER wird getäuscht. Da nur etwas getäuscht werden kann, das auch existiert, schließt er daraus, dass er existiert.
„Nachdem ich so alles genug und übergenug erwogen habe, muß ich schließlich feststellen, daß der Satz „Ich bin, Ich existiere“, sooft ich ihn ausspreche oder im Geiste auffasse, notwendig wahr sei.“
Dieser Satz „Ich bin, ich existiere“ (ego sum, ego existo) kann nicht angezweifelt werden. Denn in dem Moment, in dem man sich über die eigene Existenz bewusst ist, kann man sich nicht täuschen. Selbst wenn man denken würde „ich bin nicht, ich existiere nicht“, so existiert man doch, denn nur jemand, der existiert, kann diesen Satz denken. Hier kann man von Evidenz auf Wahrheit schließen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Person René Descartes und sein Werk „Meditationen über die Erste Philosophie“ sowie Erläuterung des Ziels, den Weg vom Zweifel zur festen Erkenntnis darzulegen.
2. Die Erste und Zweite Meditation in neun Argumentationsschritten: Detaillierte schrittweise Analyse der Zweifel, von der Sinnestäuschung über das Traum- und Malerei-Argument bis hin zur Etablierung des denkenden Ichs und der Verstandeserkenntnis.
3. Gegenwartsbezug – Was wäre wenn?: Anwendung der cartesianischen Fragestellungen auf moderne Szenarien aus Film und Fernsehen, wie etwa „The Matrix“ oder die Serie „Buffy – The Vampire Slayer“.
4. Zusammenfassung: Rekapitulation des Erkenntnisprozesses, bei dem durch den radikalen Zweifel an den Sinnen die Unbezweifelbarkeit der Existenz des denkenden Subjekts bewiesen wird.
Schlüsselwörter
René Descartes, Meditationen, methodischer Zweifel, Erkenntnistheorie, Cogito ergo sum, Traum-Argument, böser Geist, denkendes Ding, Verstand, Sinnestäuschung, Philosophie, Existenz, Wahrnehmung, Rationalismus, Bewusstsein
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die philosophischen Überlegungen von René Descartes in seinen ersten beiden Meditationen und seinen Weg zur Erkenntnisgewissheit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen der methodische Zweifel, die Grenzen der sinnlichen Wahrnehmung und die Etablierung des denkenden Geistes als ontologische Basis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit analysiert, wie Descartes durch die systematische Dekonstruktion aller bisherigen Überzeugungen zu der unbezweifelbaren Erkenntnis seiner eigenen Existenz gelangt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse und Interpretation der cartesianischen Argumentationsschritte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in neun spezifische Argumentationsschritte, die von der Infragestellung der Sinne bis zur Definition des „denkenden Dings“ und der Rolle des Verstandes bei der Wahrnehmung führen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind methodischer Zweifel, Cogito ergo sum, Täuschung durch einen bösen Geist und die Abgrenzung von Sinneseindruck und Verstandesurteil.
Wie bezieht die Arbeit Descartes auf aktuelle Medien?
Das Kapitel zum Gegenwartsbezug vergleicht Descartes' Überlegungen mit fiktionalen Welten wie „The Matrix“ oder der Serie „Buffy“, in denen die Realitätswahrnehmung der Protagonisten ebenfalls radikal in Frage gestellt wird.
Warum spielt das Wachs-Argument eine wichtige Rolle?
Es demonstriert, dass Wissen über die physische Welt nicht allein durch die Sinne, sondern durch die Urteilskraft des Verstandes generiert wird.
Was bedeutet es für das Leben, wenn alles eine Täuschung wäre?
Die Arbeit erörtert abschließend, dass auch unter der Annahme einer totalen Täuschung das eigene Denken bestehen bleibt und somit die Basis für ein sinnvolles Handeln im Hier und Jetzt bildet.
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- Sandra Bollenbacher (Author), 2006, René Descartes: 1. und 2. Meditation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205548