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Innovationsfeld Tempelhof: Möglichkeitsräume von Planungsinstrumenten

Titel: Innovationsfeld Tempelhof: Möglichkeitsräume von Planungsinstrumenten

Diplomarbeit , 2012 , 111 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Christoph Rechenberg (Autor:in)

Soziologie - Wirtschaft und Industrie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Diplomarbeit befasst sich mit dem stadtplanerischem Handeln im Kontext des Tempelhofer Feldes.

Einleitend werden die Themenfelder Stadtentwicklung und Stadtplanung als auch der Zusammenhang von Innovation und Stadtentwicklung erläutert. Daran anschließend wird gezeigt, mithilfe welcher Prozesselemente Innovationen in der räumlichen Planung gefördert werden können. Das dritte Kapitel widmet sich dem Forschungsvorgehen, das die Grundlage für diese Arbeit bildet. Im vierten Kapitel wird zum Hauptteil dieser Diplomarbeit, der Fallstudie zum Tempelhofer Feld, übergeleitet. Nach einem historischen Abriss zur Entstehung des Flughafens wird das Feld stadträumlich verortet. Nachfolgend wird auf die am Planungs- und Entwicklungsprozess beteiligten Akteure und deren Interessen eingegangen. Das anschließende Kapitel fünf zeichnet den Planungsverlauf seit der Wiedervereinigung nach und es werden ausgewählte Planungsinstrumente nach ihrem Vermögen untersucht, Innovationen zu fördern. So wird evaluiert, welche Planungsinstrumente den verbal geäußerten Innovationsansprüchen - das Flugahfengebäude wird als "Bühne des Neuen" eine Plattform für innovative Produkte und zukunftsweisende Ideen, die Pioniernutzungen sollen Impulse für eine innovative Stadtentiwcklung geben und ein innovatives Parkbild wird mit möglichst geringen Mitteln forciert - gerecht werden. Aber auch Probleme der genutzten Instrumente bezogen auf die Ansprüche einer innovativen Nachnutzung sollen nicht unreflektiert bleiben. Abschließend werden im sechsten Kapitel die gemachten Aussagen zusammengefasst und ein Fazit gezogen.

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Stadtentwicklung und Innovation: eine konzeptionelle Verknüpfung

2.1 Stadtentwicklung und -planung: eine Einführung

2.2 Innovation heute

2.2.1 Definition und Konzepte

2.2.2 Der Innovationsprozess

2.3 Innovation und gesellschaftliche Entwicklung

2.4 Über den Zusammenhang von Innovation und Stadtentwicklung

2.5 Das Analysegerüst: die Prinzipien innovationsorientierter Planung

2.5.1 Planung durch Verzicht auf (klassische) Planung

2.5.2 Charisma oder: die Organisation von Außeralltäglichkeit

2.5.3 Die Organisation lernförderlicher Netzwerke

2.5.4 Zwischenfazit I: Innovation und Stadtentwicklung

3. Forschungsvorgehen

3.1 Forschungsdesign

3.2 Fallauswahl

3.3 Datenbasis

3.4 Auswertungsverfahren

3.5 Eine Reflexion des Datenmaterials und des methodischen Vorgehens

4. Das Tempelhofer Feld

4.1 Vom Acker zum Flugfeld: die Geschichte eines Feldes

4.1.1 Die Mutter aller Flughäfen

4.1.2 Tempelhof: die Nabelschnur Westberlins in den Jahren 1948/49

4.1.3 Wechselvolle Nachkriegsjahre

4.2 Stadträumliche Verortung und soziostrukturelle Beschreibung der angrenzenden Quartiere

4.3 Das Spannungsfeld der Interessen

4.3.1 Positionen im Kontext der Schließung des Tempelhofer Flughafens

4.3.2 Positionen im Kontext einer möglichen Folgenutzung des Flughafens

4.3.3 Zwischenfazit II: Tempelhof als Konfliktfeld?

5. Die Planung um Tempelhof – Verlauf und Detailprüfung

5.1 Ein chronologischer Abriss über 23 Jahre Planung

5.1.1 Von den ersten Ideen zum Masterplan – der Zeitraum 1989 bis 1999

5.1.2 Die Schließung naht? Wir brauchen Konzepte – der Zeitraum 2006 bis 2010

5.1.3 Es geht schleppend voran – der Zeitraum 2010 bis 2012

5.1.4 Von der Planungsfülle zum Detail: ein Plädoyer für die Fokussierung

5.2 Planungsinstrumente auf dem Prüfstand

5.2.1 Erste Ideennetzwerke für das Tempelhofer Feld

5.2.2 Bürgerbeteiligung: Viele Menschen = viele innovative Ideen?

5.2.3 Das Team Ideenwerkstatt Tempelhof: ein buntes Kollektiv erarbeitet unkonventionelle Konzepte

5.2.4 Die Tempelhof Projekt GmbH – fragwürdige Maßnahmen zur Innovationsförderung

5.2.5 Raumpionierprojekte als kleine Innovationslabore auf dem Tempelhofer Feld

5.2.6 IBA – Der ,Ausnahmezustand auf Zeit’ als Innovationsmotor

5.2.7 Das Columbia-Quartier: Streit um die Adresse für innovatives Wohnen

5.2.8 Das alte Flughafengebäude wird Bühne des Neuen

5.2.9 Die Parklandschaft: hohe Ansprüche trotz geringer Mittel

5.2.10 Zwischenfazit III: mäßige Innovationspotenziale trotz vieler Planungsinstrumente

6. Fazit: Tempelhof bleibt Konfliktfeld

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert, ob und inwieweit Planungsinstrumente bei der Entwicklung des Tempelhofer Feldes tatsächliche Innovationen begünstigen oder ob es sich lediglich um semantische Innovationsansprüche handelt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Planungsinstrumente Möglichkeitsräume eröffnen, um den deklarierten Innovationszielen gerecht zu werden.

  • Prinzipien innovationsorientierter Planung in städtischen Räumen.
  • Die Fallstudie des Tempelhofer Feldes als politisches und soziales Konfliktfeld.
  • Analyse informeller und formaler Planungsinstrumente auf ihre Innovationskraft.
  • Rolle von Akteurskonstellationen und Partizipationsverfahren bei Innovationsprozessen.

Auszug aus dem Buch

2.5.1 Planung durch Verzicht auf (klassische) Planung

Klassische Stadtplanung setzt darauf, gedanklich einen baulichen Endzustand zu entwerfen und die dazu nötigen Handlungsschritte zu antizipieren. Dabei werden Kosten und Mühen in einer vorherigen, umfassenden Informationsanalyse rational abgewogen. Da Innovationen aber meist einen eher unplanbaren und zufälligen Charakter haben, scheinen Innovationserzeugung und formelle Stadtplanung zwei konträre Partner zu sein. Die dahinterstehende Logik wirkt plausibel: „Ist die Planung als Planung erfolgreich, dann liegt der Verdacht nahe, dass letztlich nichts wirklich neues entstanden ist“, denn Innovationen können kaum vorher schon bekannt sein. Daher empfiehlt Ibert drei Elemente – vage Ziele, oberflächliche Informationen und Revidierbarkeit – für eine ergebnisoffene Planung, um das Auftreten von Innovationen nicht bereits im Keim zu ersticken. Alle drei Elemente werden im Folgenden vorgestellt.

Vage Ziele: Da bei innovationsorientierter Planung die Ziele sowie die Lösungswege zu Beginn weitgehend im Verborgenen liegen, gilt es beides im Laufe des Prozesses schrittweise zu eruieren und gegebenenfalls zu revidieren. Dabei werden Mittel und Ziele stets aufeinander angepasst. Somit stellt innovationsorientierte Planung immer auch einen Lernprozess für alle Beteiligten dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenfelder Stadtentwicklung und Innovation ein und begründet die Relevanz der Untersuchung am Fallbeispiel Tempelhofer Feld.

2. Stadtentwicklung und Innovation: eine konzeptionelle Verknüpfung: Hier werden theoretische Grundlagen zu Innovationen in der Stadtplanung erläutert und das Analysegerüst der „Prinzipien innovationsorientierter Planung“ vorgestellt.

3. Forschungsvorgehen: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, insbesondere das Design der Fallstudie sowie die Datenerhebung und Auswertung auf Basis der Grounded Theory.

4. Das Tempelhofer Feld: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss des Standorts, verortet das Feld stadträumlich und identifiziert die wesentlichen Akteure sowie deren Interessenkonflikte.

5. Die Planung um Tempelhof – Verlauf und Detailprüfung: Dies ist die Kernanalyse der Arbeit, in der der chronologische Planungsverlauf seit 1989 detailliert geprüft und die Wirksamkeit der eingesetzten Planungsinstrumente kritisch untersucht wird.

6. Fazit: Tempelhof bleibt Konfliktfeld: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Innovationsfähigkeit der Planungen, wobei das Feld primär als Diskurs- und Konfliktraum charakterisiert wird.

Schlüsselwörter

Stadtplanung, Stadtentwicklung, Innovation, Tempelhofer Feld, Planungsinstrumente, Bürgerbeteiligung, Fallstudie, Partizipation, Innovationsorientierte Planung, Raumpioniere, Konfliktfeld, Governance, Stadtraum, Transformation, Projektentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Innovationsansprüchen in der Stadtplanung und der praktischen Umsetzung am Beispiel des Tempelhofer Feldes in Berlin.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert auf das Spannungsfeld zwischen städtebaulicher Planung, Innovationsmanagement und den unterschiedlichen Interessen von Bürgern, Politik und Investoren.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob die am Tempelhofer Feld eingesetzten Planungsinstrumente tatsächliche Möglichkeitsräume für Innovationen schaffen oder ob es bei bloßen Semantiken bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es wird eine qualitative Einzelfallstudie durchgeführt, die sich in ihrem Auswertungsverfahren an die Grounded Theory und die Qualitative Inhaltsanalyse anlehnt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten historischen und prozessualen Aufarbeitung der Planung am Tempelhofer Feld und der Prüfung informeller sowie formaler Instrumente.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich primär über die Schlagworte Innovationsorientierte Planung, Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligung und Konfliktmanagement definieren.

Inwieweit spielt das "institutionelle Charisma" eine Rolle?

Der Autor nutzt dieses Konzept, um zu erklären, wie bestimmte Sonderorganisationen wie die Tempelhof Projekt GmbH versuchen, durch ihren Status Innovationsprozesse außerhalb starrer Verwaltungsabläufe zu legitimieren.

Warum wird das Tempelhofer Feld als Konfliktfeld statt als Innovationsfeld bezeichnet?

Aufgrund der massiven Machtungleichgewichte und der blockierenden Interessenkonstellationen zwischen Senat, Bezirken und Initiativen wird das Innovationspotenzial der Planungen in der Praxis häufig neutralisiert.

Welche Rolle spielt die Bürgerbeteiligung für die Innovationsfähigkeit?

Der Autor stellt fest, dass Beteiligungsverfahren zwar den Ideenaustausch fördern, jedoch durch Konsenszwänge und bürokratische Kategorisierungen oft unkonventionelle, innovative Ansätze eher ausbremsen.

Ende der Leseprobe aus 111 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Innovationsfeld Tempelhof: Möglichkeitsräume von Planungsinstrumenten
Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
1,7
Autor
Christoph Rechenberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
111
Katalognummer
V205554
ISBN (eBook)
9783656322801
ISBN (Buch)
9783656324232
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Innovationsorientierte Planung Stadtplanung Flughafen Tempelhof Architektursoziologie Innovation Planung Stadtentwicklung Ibert Oliver Tempelhofer Feld kommunikative Planung Planungsinstrumente Berlin Best Practice Bodenschatz Harald Christmann historische Entwicklung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Rechenberg (Autor:in), 2012, Innovationsfeld Tempelhof: Möglichkeitsräume von Planungsinstrumenten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205554
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