Demografische Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Wohnungsnachfrage und regionale Wohnungsmärkte in Ostdeutschland


Projektarbeit, 2011

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Demografischer Wandel – begriffliche Annäherung und Entwicklungen

Konsequenzen demografischer Veränderungen für regionale Wohnungsmärkte

Resümee

Quellen
1.1 Literatur
1.2 Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bevölkerungsentwicklung, Altersstruktur, Geburtenziffer und fernere Lebenserwartung 1960, 2005 und 2050

Abbildung 2: Lebendgeborene und Gestorbene je 1000 der Bevölkerung, 1841-2050 und Altersaufbau der Bevölkerung 1864-2050 (Anteile der Altersjahre in %)

Abbildung 4: Veränderung der Wohnungsnachfrage 2003-2015

Abbildung 5: Zahl junger Haushalte sinkt dramatisch

Abbildung 6: Privathaushalte nach Haushaltsgröße

Einleitung

Die Bevölkerung Deutschlands hat sich seit dem Jahr 1974 deutlich verändert. Die Zahl der Lebendgeborenden sinkt und somit zukünftig auch die Zahl der Erwerbsfähigen. Durch steigende Lebenserwartungen wird die deutsche Bevölkerung älter und in diesem Segment quantitativ zunehmen. Für die Wohnungswirtschaft wird diese Zielgruppe an Bedeutung gewinnen.

Durch sinkende Kinderanzahlen pro Frau wird die deutsche Bevölkerung auch einen Einbruch der Einwohnerzahl verzeichnen müssen. Diese Prognosen sind am deutlichsten in Ostdeutschland zu beobachten, da dort nicht nur eine Abwanderung der Jugend stattfinden wird, die in die Großstädte des Landes ziehen, um ihre Chancen auf eine Ausbildung zu verbessern, sondern auch von Binnenwanderung erwerbsfähiger Personen ausgegangen wird, aufgrund besserer Berufschancen in vielen Ballungsgebieten oder Großstädten. (vgl. 2)

Daher sollte in Zukunft die vermehrte Schaffung von altersgerechtem Wohnraum zu den Hauptaufgaben der Wohnungsunternehmen gehören. Mindeststandard sollte dabei Barrierefreiheit (vgl. 3), aber auch technisches Know-How sein (z. B. „Smart Home“)[1]. Das bedeutet eine vereinfachte Bewegungsfreiheit innerhalb der Wohnung, unterstützt durch leicht und schnell einstellbare Elektrogeräte sowie das Vorhandensein eines problemlosen Internet- und Telefonanschlusses. Weitere Investitionen sollten für Neu- und Umbau von Wohnungen mit geringerer Zimmeranzahl getätigt werden, da die Anzahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte in Zukunft stark ansteigen wird (vgl. 3).

In Anbetracht der Tatsache, dass die Bevölkerung immer älter wird, sollten neue Wohnsiedlungen in der Nähe von ambulanten Pflegedienste errichtet werden und die Wohnungsunternehmen eng mit diesen zusammenarbeiten, um die Wohnsituation auch im Alter bedarfsgerecht gestalten zu können.

Unter Punkt zwei wird vor allem auf den Begriff Demografie im Allgemeinen und die zu erwartenden Prognosen für die Bevölkerung bis zur Mitte dieses Jahrhunderts eingegangen. Überleitend und abschließend wird in Punkt drei zusammenfassend dargelegt, wie sich der Wohnungsmarkt aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland, insbesondere Ostdeutschland, verändern wird.

Demografischer Wandel – begriffliche Annäherung und Entwicklungen

Der Begriff Demografie stammt aus dem Griechischen, wobei démos das Volk und grafé die Schrift oder Beschreibung bedeutet. Synonym ist es auch unter der Bezeichnung Bevölkerungswissenschaft bzw. –lehre bekannt und beschreibt die wissenschaftliche und sozialpolitische Disziplin, die sich mit der Entwicklung und der Struktur der Bevölkerung eines Landes befasst.2

Dabei werden Ursachen und Folgen von Bevölkerungsbewegungen, der Zustand und die Veränderung untersucht, die bestimmten Einflussfaktoren, wie Geburtenzahl (Fertilität), Sterberate (Mortalität), Aus- und Einwanderung (Migration), Alter und Altersverteilung, Wohnort, Einkommen und Verdienst, Vermögen, Bildung, Religion und Familienstand unterliegen.[2]

Die Ermittlung der Systematik wird vor allem mit Statistiken, eigenen Instrumenten, Methoden und Theorien erfasst und analysiert. Die mathematisch quantitativen Verfahren werden auch als formale Demografie bezeichnet.[3]

In der nachfolgenden Abbildung 1 wird die Bevölkerungsentwicklung vom Jahr 1960 bis zum Jahr 2050 grafisch dargestellt.

Abbildung 1: Bevölkerungsentwicklung, Altersstruktur, Geburtenziffer und fernere Lebenserwartung 1960, 2005 und 2050

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt (2008, siehe Internetverzeichnis)

In der Grafik wird verdeutlicht, dass die Fertilität innerhalb der letzten 50 Jahre und bis zum Jahr 2050 abnehmen wird und somit die erwerbsfähige Bevölkerung (20-60 Jahre) sowie die gesamte Bevölkerungszahl schrumpfen werden. Derzeit bringt jede Frau durchschnittlich 1,33 lebendgeborene Kinder zur Welt, die die Grenze von rund zwei Kindern pro Frau deutlich unterschreitet, die nötig wäre, um Überalterung und Abnahme der Bevölkerung zu vermeiden.[4] Liegt die Zahl der unter 20-Jährigen im Jahr 1960 noch etwa bei 22 Millionen wird sie im Jahr 2050 auf ca. 11,5 Millionen sinken. Grund hierfür stellt u. a. die Abnahme der Geburtenrate in Deutschland dar (ca. 60 %). Am Ende des Jahres 2005 betrug der Anteil der unter 20-Jährigen im Bezug auf die Gesamtbevölkerung etwa 20% und im Jahre 2050 entspricht der Anteil nur noch etwa 15%. Dies führt z. B. dazu, dass die Zahl der Erwerbsfähigen von etwa 61% im Jahr 2005 auf ungefähr 50% im Jahre 2050 absinken wird.

Der Überschuss an über 60-Jährigen ist durch die natürliche Alterung und den Anstieg der Lebenserwartung, im Durchschnitt von rund 77 Jahren auf rund 86 Jahre, zu erklären. Es wird angenommen, dass diesbezüglich Unterschiede zwischen Männern und Frauen bestehen, die z. B. auf das geringere Gesundheitsbewusstsein bzw. risikoreichere Berufe der Männer zurückzuführen sind.[5] Dabei steigt die Lebenserwartung von 1960-2050 bei den Männern um rund 8 Jahre auf 83,7 Jahre und bei den Frauen um rund 10 Jahre auf 88,2 Jahre. Die allgemein steigende Lebenserwartung wird bspw. durch den verbesserten Ausbau des Gesundheitssystems begünstigt.[6]

Die Zahl der Personen im rentenfähigen Alter entspricht 2050 etwa der Anzahl der erwerbsfähigen Bevölkerung, was zu Problemen im vorherrschenden Rentensystem führen kann. Bei der Altersgruppe der ab 60-Jährigen gibt es einen Anstieg von 19% auf mehr als 30%, bei gleichzeitiger Abnahme der erwerbsfähigen Bevölkerungsgruppe.

Die Abnahme der deutschen Gesamtbevölkerung wird zudem nicht durch die globale Wanderungsbilanz[7] ausgeglichen.

Es wird angenommen, dass die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2050 auf 74 bis knapp 69 Millionen abnehmen wird.[8]

Veränderungen in der Struktur der Bevölkerung, gemessen an bestimmten Ereignissen in der Geschichte der Deutschen, wird in Abbildung 2 und Abbildung 3 veranschaulicht.

Abbildung 2: Lebendgeborene und Gestorbene je 1000 der Bevölkerung, 1841-2050 und Altersaufbau der Bevölkerung 1864-2050 (Anteile der Altersjahre in %)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung 2004, S. 11

Hier wird eine deutliche Verlagerung von einer eher jungen zu einer alten Bevölkerung dargestellt. Am deutlichsten ist ein Umbruch in der beschriebenen Transformationsphase zu erkennen. Zwischen 1913 und 1920 ist ein enormer Rückgang der Geburten zu verzeichnen und gleichzeitig eine hohe Sterberate, was durch den ersten Weltkrieg zu erklären ist. Der Bevölkerungsrückgang in den 1940er Jahren kann auf den zweiten Weltkrieg zurückgeführt werden. Dies wirkt sich auch in den darauf folgenden Jahren aus, was die Alterspyramide aus dem Jahre 1971 sehr gut verdeutlicht. Dort ist zu erkennen, dass es vor allem einen Überschuss an älteren Frauen gab und zwischen den 40-50-jährigen Männern eine größere Differenz zu erkennen ist, was auf gefallene Männer und Gefangenschaft im Ausland zurückzuführen ist. Im Gegensatz zum Jahr 1939 ist jedoch 1965 eine Zunahme von Kindern erkennbar ersichtlich. Die ab 1965 in Deutschland eingeführten Ovaluationshemmer[9] führen seitdem zu einem schleichenden Geburtenrückgang, der sich ab 1973 so stark auswirkt, dass eine höhere Sterberate einer sinkenden Geburtenrate gegenübersteht. Es wird angenommen, dass die Differenz zwischen Mortalität und Fertilität stetig bis zum Jahre 2050 ansteigt.[10]

[...]


[1] Vgl. Fellbaum, K./ Hampicke, M., 2007, S. 93 ff.

[2] Vgl. Knauth, P./ Elmerich, K./ Karl, D., 2009, S. 18-27.

[3] Vgl. u. a. Pirner, M., 2010, S. 13; Mueller, U./ Nauck, B./ Diekmann, A., 2000, S. 871; Hill, P. B./ Kopp, J., 2006, S. 261.

[4] Vgl. Plattner, D., 2008, S. 33.

[5] Vgl. Deutsche Aktuarvereinigung e.V. (DAV), 2008, S. 1 f.

[6] Vgl. Niehaus, F., 2006.

[7] Der für einen Zeitraum erfolgende statistische Vergleich der Zu- oder Abnahme der Bevölkerung durch Wanderung.

[8] Vgl. Statistisches Bundesamt, 2006b, S. 33 f.

[9] Verhütungsmittel z. B. Antibabypille.

[10] Vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2008, S. 16.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Demografische Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Wohnungsnachfrage und regionale Wohnungsmärkte in Ostdeutschland
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
2,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V205687
ISBN (eBook)
9783656323693
ISBN (Buch)
9783656324867
Dateigröße
1387 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demografie, Demographie, Immobilienwirtschaft, Wohnungsunternehmen, Wohnungsmarkt
Arbeit zitieren
Vico Pilatzki (Autor:in), 2011, Demografische Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Wohnungsnachfrage und regionale Wohnungsmärkte in Ostdeutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205687

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