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Die Nation als Lösung globaler Ungerechtigkeit?

Titel: Die Nation als Lösung globaler Ungerechtigkeit?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 18 Seiten , Note: 2,5

Autor:in: Sebastian Ostendorf (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Globalisierung dauert in ihrer heutigen Form nun schon seit der Erholung Europas in
der Nachkriegszeit an. Signifikant ist für sie, dass sie speziell den Nationen Nordamerikas,
Europas und Südostasien einen Lebensstandard beschert hat, den diese Regionen bis
weit in das 20.Jahrhundert, trotz einer damaligen ebenfalls vorherrschenden
Globalisierungsphase, nicht kannten. Dieser Zustand schlägt sich in Zahlen derart nieder,
dass die wohlhabenden Staaten 15% der Weltbevölkerung ausmachen, aber gleichzeitig
79% des Welteinkommens haben. Die restlichen 85% der Weltbevölkerung befinden sich
damit zwangsläufig in Armut, dabei leben sogar 950 Millionen Menschen unter der
extremen Armutsgrenze. Es gibt offensichtlich ein massives Problem innerhalb der
Verteilungsgerechtigkeit auf globaler Ebene. Sei es nun, dass dieser für einen Großteil der
Weltbevölkerung verheerenden Missstand, erst dadurch in den Mittelpunkt politischer und
ethischer Diskussionen rückte, da die wohlhabenden Länder mittlerweile Überschüsse
erwirtschaften mit denen sie mühelos die globale Ökonomie zu Gunsten der armen Länder
umgestalten könnten, ohne ihre eigene zu belasten. Oder ob wir nicht durch
fortschreitende Technologisierung der Kommunikationswege über Regionen in Kenntnis
gesetzt werden, deren Schicksal durch globale Entwicklungen derart negativ beeinflusst
wird, dass wir realisieren, wie weit überhaupt Armut verbreitet ist. Jedenfalls wird der
Anspruch diesen Zustand zu ändern immer größer

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Millers Verteidigung des Begriffs „Nation“

1. Die Grenzen des Universalismus

2. Das Wesen einer Nation

3. Die Rationalisierung der Nation

III. Pogges kritischer Kontextualismus

IV. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Spannungsfelder zwischen nationaler Identität als ethische Organisationsstruktur und den Anforderungen globaler Verteilungsgerechtigkeit. Dabei wird die philosophische Debatte zwischen dem Kontextualismus von David Miller und dem kritischen Universalismus von Thomas Pogge analysiert, um zu hinterfragen, ob die Nation als moralisch legitime Einheit in einer globalisierten Welt bestehen kann.

  • Die philosophische Verteidigung nationaler Loyalität durch David Miller.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem ethischen Universalismus.
  • Die Rolle der Nation als künstlich konstruierte Gemeinschaft und ihr Mythos.
  • Die Auswirkungen der Weltwirtschaftsordnung auf globale Armut und Ungerechtigkeit.
  • Die Notwendigkeit einer Korrektur nationaler Ansätze durch globale Gerechtigkeitsperspektiven.

Auszug aus dem Buch

2. Das Wesen einer Nation

Ein schwerwiegendes Faktum der Nation ist, dass sie zunächst nicht weiter ist als eine konstruierte oder erdachte Gesellschaft. Derjenige der sich an nationale Zuordnungen gebunden fühlt, und glaubt er sei durch Bindungen, die aus der Gemeinschaft herrühren, an seinen Mitmenschen innerhalb der Nation verpflichtet, hat sich in Wahrheit rein fiktiven Bindung verschrieben. Damit kann die nationale Treue nicht rationalen Reflektionen standhalten. Diese Reflexionen würden die Nation sie in ihrer Qualität als erdachtes Konstrukt entlarven und als Gemeinschaft in Frage stellen: Das würde sie aber gleichsam als möglichen Grund zu einer gewissen Treue zerstören.

Es ist also klar, dass die Nation an sich keine gewachsene Gemeinschaft ist. Unter der Annahme eine Gemeinschaft sei eine Gruppe von sich gegenseitig verpflichtetenden Individuen aufgrund von persönlichen Bekanntschaften und gegenseitiger Hilfe, dann ist dies nicht genug um diesen Zustand als Nation qualifizieren zu können. Normalerweise wird von einer Gemeinschaft in den Fällen gesprochen, wenn sie eine Kultur teilt und deren Mitglieder gegenüber sich Verpflichtungen auferlegen, sogar wenn diese Gruppe räumlich weit zerstreut ist. In diesem Sinne sollten ethnische Gruppierungen ehr als sich konstituierende Gemeinschaften betrachtet werden.

Dennoch wird dadurch nur die Reichweite des Problems verschärft. Für die Charakteristik der Nation reicht es nicht, dass sich Identitäten aus ehr spontane und ehr zufällige Prozesse der ethnische Selbstdefinition herausformen, sondern es ist eine Machtfrage. Die Erwartungen, die an einen Staat gestellt werden, sind nicht anderes als sich die Loyalität seiner Untertanen zu versichern. Nationalität ist damit ein mehr oder minder künstlich erzeugter Gegenstand. Allzu oft kommt es daher zu der Erscheinung, dass Nationen aus älteren vorher bestehenden Ethnien geformt werden. Dabei kann es zu zwei unterschiedlichen Fällen kommen. Der erste tritt dann auf, wenn eine Nation auf einer einzigen dominanten Ethnie beruht, die in der Lage ist andere Minderheiten ihre Kultur aufzuzwingen und sie an die territorialen Grenzen der gerade entstehenden Nation zu binden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Ungleichheit und führt in die gegensätzlichen philosophischen Ansätze von David Miller und Thomas Pogge ein.

II. Millers Verteidigung des Begriffs „Nation“: In diesem Kapitel wird dargelegt, wie Miller nationale Loyalität kontextualistisch begründet und vom Vorwurf der Irrationalität zu befreien sucht.

1. Die Grenzen des Universalismus: Dieser Abschnitt analysiert die Kritik Millers am Universalismus und die moralische Signifikanz sozialer Abgrenzungen.

2. Das Wesen einer Nation: Hier wird die Nation als künstliches Konstrukt und die Bedeutung des Mythos für die nationale Identität untersucht.

3. Die Rationalisierung der Nation: Dieses Kapitel erörtert Strategien zur Verteidigung der Nation und deren Vereinbarkeit mit Bedürfnissen innerhalb einer Gesellschaft.

III. Pogges kritischer Kontextualismus: Pogges Perspektive auf die Weltwirtschaftsordnung und die Notwendigkeit, Armut als globales Problem jenseits nationaler Grenzen zu betrachten, stehen hier im Fokus.

IV. Resümee: Die Schlussbetrachtung würdigt die kontextualistischen Ansätze, konstatiert jedoch ihr Versagen bei der Lösung globaler, struktureller Ungerechtigkeiten.

Schlüsselwörter

Globale Gerechtigkeit, David Miller, Thomas Pogge, Nationalität, Kontextualismus, Universalismus, Weltwirtschaftsordnung, Nationale Loyalität, Verteilungsgerechtigkeit, Ethik, Politische Philosophie, Armut, Soziale Bindungen, Staatsautonomie, Konstruktivismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Spannungsverhältnis zwischen dem philosophischen Konzept der Nation als ethische Gemeinschaft und der Realität globaler Ungerechtigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind nationale Identität, ethischer Universalismus, die Philosophie des Kontextualismus und die moralische Verantwortung wohlhabender Nationen gegenüber der globalen Armut.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, ob die Nation eine geeignete und ethisch vertretbare Organisationsstruktur ist, um globale Ungerechtigkeit zu adressieren oder ob sie diesen Prozess eher behindert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine diskursive, philosophische Analyse, die die Theorien von David Miller und Thomas Pogge gegenüberstellt und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird Millers Verteidigung der nationalen Identität im Kontext des Partikularismus erläutert und anschließend durch Pogges Analyse der globalen Wirtschaftsstrukturen kritisch ergänzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Globale Gerechtigkeit, Kontextualismus, Universalismus und nationale Loyalität beschreiben den Kerninhalt treffend.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "nationalen Mythos"?

Der Autor versteht den nationalen Mythos als notwendig für die Identitätsstiftung, warnt jedoch davor, dass dieser auf einer historisch konstruierten Fiktion basiert, die bei rationaler Reflexion anfällig ist.

Inwiefern korrigiert Thomas Pogge die Sichtweise von David Miller?

Pogge korrigiert Miller dahingehend, dass er aufzeigt, dass die Nation in einer globalisierten Welt nicht mehr autark agieren kann, da nationale Schicksale eng mit den globalen Wirtschaftsordnungen verknüpft sind.

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Details

Titel
Die Nation als Lösung globaler Ungerechtigkeit?
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Philosophisches Seminar)
Note
2,5
Autor
Sebastian Ostendorf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V205711
ISBN (eBook)
9783656326298
ISBN (Buch)
9783656327141
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Praktische Philosophie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Ostendorf (Autor:in), 2010, Die Nation als Lösung globaler Ungerechtigkeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205711
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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