Laut autismus Deutschland e.V. leben in Europa, der USA und Kanada pro 1000 Menschen 6 -7 Menschen mit einer autistischen Störung. Rechnet man dieses Ergebnis für Deutschland auf 82 Millionen hoch, leben in Deutschland ca. 492.000 Menschen mit einer autistischen Störung. Davon haben ca. 140.000 Menschen frühkindlichen Autismus .
Die Frage die sich stellt ist, wie kann man diese Menschen fördern, damit sie einen Platz in unserer Gesellschaft finden können und nach ihren Möglichkeiten partizipieren können.
Grundlage hierfür ist eine optimale Förderung des jeweiligen Menschen zu gewährleisten. Dies geschieht bei Menschen mit einer autistischen Störung relativ früh, da es sich bei einer autistischen Störung um eine Entwicklungsstörung handelt, also etwas was bereits im Laufe der Entwicklung eintritt oder bereits von Geburt an, aber nicht erst im Erwachsenenalter.
Die rechtliche Grundlage ist sowohl der Artikel 1 des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ als auch das Sozialgesetzbuch IV (Behindertenhilfe) Paragraph 1:
„Behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen erhalten Leistungen nach diesem Buch und den für die Rehabilitationsträger geltenden Leistungsgesetzen, um ihre Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegenzuwirken“ .
Dabei sind Menschen behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist .
Konkret wird die Förderung in Form von Frühförderung umgesetzt, die meist im häuslichen Rahmen der Familie oder im Kindergarten stattfindet. Möglicherweise hat die Familie dann noch Anrecht auf zusätzliche Betreuungsleistung oder gar Verhindertenpflege .
Im ersten Teil der Ausarbeitung wird die Frühförderung definiert und ihre Anwendungsbereiche und Möglichkeit erläutert. Im anschließenden Teil wird ein spezifisches Störungsbild genauer darstellt und im abschließenden Teil erörtert, wie die Frühförderung beim Störungsbild des „frühkindlichen Autismus“ greifen kann.
Inhalt
1. Einleitung
2. Frühförderung
2.1 Was ist Frühförderung ?
2.2 Anwendungsbereiche
2.3 Möglichkeiten der Frühförderung
3. Autismus-Spektrums-Störung
3.1 Überblick über die Autismus –Spektrums-Störung
3.1.1 Definition
3.1.2 historischer Entwicklungsabriss
3.1.3 Aktueller Stand der Forschung
3.2 Vertiefung frühkindlicher Autismus
4. Kompensation des frühkindlichen Autismus durch Frühförderung
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht, inwiefern die Frühförderung als unterstützende Maßnahme bei der Kompensation von frühkindlichem Autismus wirken kann, um die Teilhabe betroffener Kinder am gesellschaftlichen Leben zu verbessern.
- Definition und Anwendungsbereiche der Frühförderung
- Klinische und historische Betrachtung der Autismus-Spektrums-Störung
- Entwicklungspsychologische Grundlagen frühkindlichen Autismus
- Methodische Ansätze der heilpädagogischen Frühförderung
- Förderung sozialer und kommunikativer Kompetenzen
Auszug aus dem Buch
3.1.2 historischer Entwicklungsabriss
Leo Kanner hat 1943 bereits elf behinderte Patienten beobachtet und beschrieben und nannte diese „Störung“ frühkindlichen Autismus, als besonders Merkmal beschrieb er, dass völlig „In-sich-zurückgezogen-sein“19. Kanner hat folgende Kriterien für diese Autismus -Diagnose aufgeteilt: Verzögerungen in der Entwicklung von Sprache, nicht kommunikativer Gebrauch der gesprochenen Sprache, Verzögerte Echolalie, Vertauschen von Pronomen, Stereotypisches Spielen, Behaaren auf Unverändertlichkeit, Gutes Gedächtnis und Normales Erscheinungsbild20. Nach einiger Zeit revidierte er seine Kriterien und reduzierte sie auf zwei: Behaaren auf Unveränderlichkeit und extreme soziale Isolation21 .
Hans Asperger hat parallel zu Kanner mit einer Gruppe Jugendlicher gearbeitet. Diese Gruppe Jugendlicher hat er aufgrund ihrer abnormalen Persönlichkeit als autistischer Psychopathen bezeichnet22. Beachtenswert war das die Jungen scheinbar über durchschnittliche Intelligenz verfügten und in der Lagen waren zu kommunizieren. Da Asperger auf Deutsch schrieb, fanden seine Erkenntnisse lange keine Resonanz, erst als Lorna Wing die Begrifflichkeit des Asperger Syndrom in einem ihrer Aufsätze 1981 verwendet, begann sich die Begrifflichkeiten zu etablieren23.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Prävalenz von Autismus in Deutschland und definiert den rechtlichen sowie gesellschaftlichen Rahmen für eine notwendige Frühförderung.
2. Frühförderung: Dieses Kapitel erläutert das Konzept, die Anwendungsgebiete und die pädagogischen Möglichkeiten der Frühförderung zur Unterstützung des Familiensystems.
3. Autismus-Spektrums-Störung: Es wird ein wissenschaftlicher Überblick über das Störungsbild gegeben, inklusive Definitionen, historischer Entwicklung und aktueller Forschungsergebnisse.
4. Kompensation des frühkindlichen Autismus durch Frühförderung: Hier werden gezielte Interventionsmöglichkeiten und die Bedeutung der heilpädagogischen Arbeitsbeziehung zur Förderung sozialer und kommunikativer Fähigkeiten dargelegt.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Frühförderung entscheidend zur Kompetenzentwicklung beitragen kann, wobei der Erfolg von individuellen Faktoren und Rahmenbedingungen abhängt.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Frühförderung, Frühkindlicher Autismus, Autismus-Spektrums-Störung, Heilpädagogik, Sozialpädagogik, Entwicklungsstörung, Soziale Kompetenz, Kommunikation, Inklusion, Förderschwerpunkte, Elternarbeit, Theory of Mind, Pädagogische Frühdiagnostik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Frühförderung als unterstützendes Instrument, um Kindern mit frühkindlichem Autismus bei der Kompensation ihrer Entwicklungsbeeinträchtigungen zu helfen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition der Frühförderung, das klinische Bild der Autismus-Spektrums-Störung sowie die praktische Umsetzung von Fördermaßnahmen im Kontext von Familie und pädagogischen Einrichtungen.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine frühzeitige und gezielte Förderung die Entwicklung von sozialen und kommunikativen Kompetenzen bei autistischen Kindern positiv beeinflusst und eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gefördert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und dem aktuellen Forschungsstand zur Frühförderung und Autismus-Spektrums-Störung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Autismus-Spektrums, eine vertiefende Betrachtung des frühkindlichen Autismus sowie eine detaillierte Erörterung von Methoden zur Kompensation durch Frühförderer.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Frühförderung, frühkindlicher Autismus, soziale Isolation, Entwicklungsverzögerung und heilpädagogische Arbeitsbeziehung.
Warum ist die Einbindung der Eltern in die Frühförderung laut der Autorin so essentiell?
Die Eltern sind das wichtigste Bezugssystem des Kindes. Eine erfolgreiche Frühförderung muss die Familie einbeziehen, um eine Kontinuität der Förderung über die wöchentlichen Therapiestunden hinaus im Alltag zu gewährleisten.
Welche Rolle spielt das "Theory of Mind"-Konzept in der Arbeit?
Das Nichtvorhandensein der "Theory of Mind" wird als zentrales Element der Autismus-Spektrums-Störung beschrieben, da es das Verständnis für die Bewusstseinszustände anderer Menschen maßgeblich einschränkt.
Wie bewertet die Autorin die schulische Integration von Kindern mit frühkindlichem Autismus?
Die Autorin stellt fest, dass die meisten betroffenen Kinder Sonderschulen besuchen, verweist jedoch darauf, dass durch gezielte Förderung auch Erfolge bei der Integration in Regelschulen erzielt werden können.
- Arbeit zitieren
- Anja Schüler (Autor:in), 2012, Frühförderung als Chance der Autismus Kompensation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205740