Kleopatra VII. - Der Untergang des ägyptischen Reiches


Hausarbeit, 2012
17 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Kleopatra - Kindheit und Jugend
1.1. Der Kampf um den Thron

2. Das Bündnis mit Rom
2.1. Gaius Iulius Caesar
2.2. Marcus Antonius

3. Der Untergang des ägyptischen Reiches

4. Literaturverzeichnis

5. Anhang

6. Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Das Ziel, das ich mit dieser Arbeit zu erreichen suche, ist es, dem Leser einen Einblick in das Leben Kleopatras VII. zu ermöglichen - von ihrer Thronbesteigung bis hin zu ihrem Tod, in die Hintergründe ihres öffentlichen Auftretens so wie ein Blick in ihr Privatleben.

Beginnen werde ich zunächst also mit der Kindheit und Jugend Kleopatras. Danach folgt ein zusammengefasster, aber dennoch detaillierter Blick auf den Kampf um den Thron. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt wird der Kampfgeist der Kleopatra sichtbar, weswegen dieser Teil ihres Lebens nicht außen vor gelassen werden sollte.

Nach dem Blick auf Kleopatra und die Thronbesteigung steht dann das Bündnis mit Rom im Mittelpunkt. Die Beziehung zu Caesar und später dann zu Antonius spielt eine wichtige Rolle im weiteren Verlauf der Geschichte des ägyptischen Reiches. Hier soll der Leser einen Einblick in die Hintergründe und Ziele des Bündnisses bekommen. Welche Vorteile ergaben sich für beide Parteien? Welche Auswirkungen hatte die Beziehung im Hinblick auf politische Feinde? Welche Feinde standen Kleopatra gegenüber? Diese Fragen versuche ich möglichst detailliert zu beantworten.

Der Tod von Marcus Antonius führt direkt zum nächsten und damit letzten Teil der Arbeit: Der Untergang des ägyptischen Reiches. Hier sollen Folgen der Niederlage und Octavians weitere Pläne aufgezeigt werden. Um das Thema abzuschließen, gehe ich dann auf Kleopatras Selbstmord und die Folgen, die sich daraus ergaben, ein.

Um eine möglichst wissenschaftlich fundierte Arbeit zu verfassen, habe ich die mir vorliegenden Informationen mehrfach überprüft. Als Materialgrundlagen lagen mir diverse Bücher, Lexika und Zeitschriften sowie einige Internetseiten vor.

Die Wahl des Themas fiel mir sehr leicht, da Kleopatra VII. eine äußerst interessante Frau zu sein scheint, die auch in der heutigen Zeit in Medien und Literatur immer wieder als Hauptfigur auftritt. Die „Kleopatra-Darstellungen“ der heutigen Zeit veranlassten mich also etwas genauer hinzuschauen, um herauszufinden, was für eine Frau sie wirklich war.

1. Kleopatra - Kindheit und Jugend

Kleopatra VII.1 wurde gegen Ende des Jahres 69 v. Chr. als Tochter des Ptolemaios XII.2 in Alexandria geboren. Auf Grund der Vorliebe des Vaters für das Flötenspiel, bekam dieser vom Volk den Beinamen Auletes, der Flötenspieler. Die Mutter Kleopatras ist unbekannt, allerdings gibt es Theorien, dass es sich bei ihr um Kleopatra VI. handelte3, die sowohl Schwester als auch Gemahlin von Ptolemaios XII. war. Überdies weiß man nicht viel bis gar nichts über Kleopatras Kindheit und Jugend, da die römische „damnatio memoriae“ 4 in dieser Hinsicht äußerst gründlich war. Fest steht, dass sie in einem hellenistisch-ägyptischen Umfeld herangewachsen ist, was zur Folge hatte, dass sie einerseits perfekt Griechisch sprach, wie die ganze ptolemäische Linie, andererseits - als einzige ptolemäische Herrscherin - auch fließend Ägyptisch. Sie hatte zwei Schwestern, Berenike und Arsinoë, und zwei Brüder, Ptolemaios XIII. und Ptolemaios XIV.5 Keiner von ihnen starb eines natürlichen Todes.

Schon während ihrer Jugend wurde deutlich, dass in Rom nicht nur Verbündete saßen, denn Ägypten war ein reiches Land, das einzunehmen sich lohnte. So versuchte 65 v. Chr. Crassus Ägypten als Provinz in das römische Reich einzugliedern, scheiterte jedoch, da der Senat ablehnte. Im Jahr 58 v. Chr. kam es zu inneren Unruhen in Alexandria, die daher rührten, dass Ptolemaios XII. seinem Bruder Ptolemaios von Zypern nicht zur Hilfe kam, als die Römer Zypern zur Provinz ihres Imperiums machten.6 Kleopatras Vater blieb nichts anderes übrig, als nach Rom zu fliehen und sich dort hilfesuchend an Caesar zu wenden. Zu diesem Zeitpunkt muss Kleopatra elf Jahre alt gewesen sein. Es heißt, dass sie ihren Vater nach Rom begleitet hatte, während Kleopatra VI. und ihre Schwester Berenike in Alexandria herrschten. Durch Bestechungen konnte Ptolemaios Caesar und Gabinius7 für sich gewinnen und 55 v. Chr. gelang es schließlich, Alexandria zurückzuerobern. In Gabinius Gefolge war auch der siebenundzwanzigjährige Antonius, der Ptolemaios beschwichtigte und dafür sorgte, dass die Rache an den Alexandrinern nicht zu schlimm ausfiel. Von den Morden an einigen reichen Alexandrinern und seiner eigenen Tochter Berenike konnte er ihn jedoch nicht abbringen. Nach dem Mord an Berenike erklärte Ptolemaios XII. seine Tochter Kleopatra VII. nun zur Mitregentin. Zu diesem Zeitpunkt begegnete Antonius zum ersten Mal der damals vierzehnjährigen Kleopatra.

„Schon damals, so schreibt Appian 8 [ … ], sei Antonius von der Schönheit der Kleopatra beeindruckt gewesen.“ 9

1.1. Der Kampf um den Thron

Nach dem Tod Ptolemaios' XII. Anfang 51 v. Chr. wurde die Herrschaft gemäß seines hinterlassenen Testaments10 zwischen seiner ältesten Tochter, Kleopatra VII. und seinem ältesten Sohn, Ptolemaios XIII. aufgeteilt. Die Inthronisation der Königskinder setzte der römische General Gabinius durch, der schon 55 v. Chr. Ptolemaios XII. bei der Rückeroberung Alexandrias unterstützt hatte. Um die Tradition zu wahren, wurde die achtzehnjährige Kleopatra mit ihrem zehnjährigen Bruder vermählt, sie waren nun das offiziell anerkannte Herrscherpaar über Ägypten. Als Königin gab Kleopatra sich den Beinamen „Philopator“ - die Vater- Liebende - „um sich der au ß enpolitischen Linie ihres Vaters anzuschlie ß en und sich von den Zielsetzungen ihrer Schwester Berenike abzugrenzen“ 11.

Die Dynastie der Ptolemäer schien am Ende zu sein, als die Geschwister auf den Thron kamen, doch Kleopatra gelang es, die Selbstständigkeit Ägyptens gegenüber der römischen Generäle zu bewahren. Unmittelbar nach der gemeinsamen Thronbesteigung gab es allerdings die ersten Auseinandersetzungen zwischen den Königskindern. In einigen wichtigen Inschriften12 wurde nur der Name Kleopatras erwähnt, nicht jedoch der ihres Bruders. Daraus ist zu schließen, dass sie Ptolemaios XIII. bereits aus dem offiziellen Herrschaftsbereich verdrängt hatte.

Im dritten Regierungsjahr ging die Alleinherrschaft Kleopatras zu Ende, da es Ptolemaios' Ratgebern13 gelang, diesem „seinen vorgesehenen Anteil an der Regierung zu verschaffen“ 14. Die kurze Zeitspanne der gemeinsamen Herrschaft ging jedoch schnell wieder vorbei, da Kleopatra im Hochsommer 49 von der Herrschaft ausgeschlossen wurde. Zu diesem Zeitpunkt zog sie sich aus Alexandria nach Oberägypten zurück. Im Winter des gleichen Jahres erkannte der von Pompeius15 versammelte Senat Ptolemaios XIII. als König über Ägypten an - Kleopatra wurde endgültig aus dem Land vertrieben. Diese Art der Thronstreitigkeiten war typisch für die Ptolemäer.16

„Nun versuchte Kleopatra, mit Waffengewalt von Syrien her ihre R ü ckkehr zu erzwingen.“ 17

Zur gleichen Zeit kam Pompeius nach Alexandria - er war auf der Flucht vor Caesar. In dem Glauben, dass Ptolemaios auf seiner Seite stehen würde, bat er ihn um Hilfe. Dieser ließ ihn allerdings ermorden18, in der Hoffnung, Caesar für sich zu gewinnen. Als Caesar im Oktober 48 schließlich nach Alexandria kam, kam er nicht, um Ptolemaios zu danken, sondern um den Streit um den Thron zu beenden. Er forderte die Geschwister auf, ihre Truppen zu entlassen und zu ihm zu kommen. Da sich Kleopatra in der schwächeren Position befand, gehorchte sie sofort. Für Ptolemaios handelte Potheinos. Er schickte den Herrscher zwar nach Alexandria, entließ seine Armee aber nicht. Es gelang ihm sogar, einen Aufstand anzuzetteln, der sich gegen Caesar richtete. Die Lage eskalierte, als Achillas den Befehl erhielt, mit seinem Heer zur Hauptstadt zu kommen. „Der Alexandrinische Krieg [ … ] hatte begonnen“ 19 und für Kleopatra, die Caesar mittlerweile für sich gewonnen hatte, sah es nicht gut aus.

[...]


1 Abb. 1.

2 Auch „Ptolemäus“.

3 „[...] careful study of the ancient inscriptional evidence proves beyond a shadow of a doubt that

Cleopatra VII was born to […] Cleopatra […].“ (Bianchi, in: OEAE, 1, 273); „Ob Kleopatra VII. […] also Kleopatra VI. zur Mutter [hatte] […] wird wohl eines der vielen Geheimnisse der Rätselhaften bleiben.“ (Traub, in: DSG, 2/2012, 29).

4 CLAUSS, Kleopatra, 15; „die Tilgung des Andenkens“.

5 Vgl. GEHRKE / SCHNEIDER, Geschichte der Antike, 458-459.

6 Vgl. TRAUB, in: DSG, 2/2012, 31.

7 Syrischer Statthalter und römischer General.

8 „[...] Antony […] met Cleopatra […] and succumbed to her charms at first sight.“ (vgl. http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Appian/Civil_Wars/5*.html).

9 CLAUSS, Kleopatra, 21.

10 Es gab zwei Exemplare des Testaments, von denen sich eines in Alexandria selbst befand und das andere bei Pompeius in Rom, da es an Rom war, die Königskinder zu unterstützen und vor allem zu schützen. (vgl. M. Clauss, Kleopatra, München 2010).

11 CLAUSS, Kleopatra, 22.

12 Stele eines Isis-Heiligtums (Abb. 2) (vgl. Clauss, Kleopatra, 23-24).

13 Potheinos (allgemeine Verwaltung, Finanzen), Theodotos (Erzieher, Rhetoriklehrer), Achillas (Oberbefehlshaber der Truppen).

14 CLAUSS, Kleopatra, 25.

15 Pompeius verhalf schon Ptolemaios XII. zur Herrschaft, sodass er auf Unterstützung von Ptolemaios XIII. hoffte, wenn er ihm auch welche entgegenbrachte.

16 „Her older brother, whom she was scheduled to marry, tried to kill her instead (this was typical Ptolemaic behavior).“ (W. Christensen, Empire of Ancient Egypt, 68-69).

17 MEIER, Caesar, 540.

18 „Le grand Pompée est vilainement tué par les ministres du jeune Ptolémée XIII.“ (P. Vernus - J. Yoyotte, Dictionnaire des Pharaons, 51).

19 CLAUSS, Kleopatra, 29.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Kleopatra VII. - Der Untergang des ägyptischen Reiches
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V205744
ISBN (eBook)
9783656325505
ISBN (Buch)
9783656328872
Dateigröße
819 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kleopatra, untergang, reiches
Arbeit zitieren
Hannah Friebe (Autor), 2012, Kleopatra VII. - Der Untergang des ägyptischen Reiches, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205744

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