In der vorliegenden Arbeit wird sich damit auseinandergesetzt, wie Prüfungen für den Bereich Versorgungstechnik an Berufsschulen adressatengerecht aufgebaut werden sollten. Dies bedeutet, dass die gestellten Aufgaben unmissverständlich, eindeutig und mit dem zuvor aus dem Unterricht erlangten Fachwissen lösbar sind. Eingegangen wird hierbei speziell auf Lernziele und die Lerntaxonomie nach Bloom.
Konzipiert wird eine schriftliche Prüfungsübung, die der Abschlussprüfung im Sanitär- Heizung- Klima Bereich nahe kommen soll und die Schüler durch eine bestimmte Auswahl an Fragen mit unterschiedlichem Anforderungsniveau auf die eigentliche Abschlussprüfung vorbereiten soll.
Dies geschieht nach pädagogischen und psychologischen Aspekten und Kriterien, die zunächst vorgestellt werden und im Anschluss mit konkreten Beispielen umgesetzt werden.
Schülern soll zudem die Möglichkeit gegeben werden, ihre Prüfungsübung auch selbst zu kontrollieren, eigene Fehler zu entdecken und die Lösungswege nachvollziehen zu können ohne Beisein eines Fachkundigen. Die Prüfungsübung soll daher im Antwortenteil nicht nur für Fachkundige eingängig und verständlich sein sondern auch für Schüler; die zuhause üben.
Inhaltsverzeichnis
1. Themenvorstellung
1.1. Themenentwicklung
1.2 Problemvorstellung
1.3 Gegenstand der Prüfungsübung
2. Planen von Prüfungen mit direkten Bezügen zur Prüfungsübung
2.1 Konzipierung der Prüfung
2.1.1 Auswahl der Prüfungsinhalte
2.1.2 Lernziele
2.1.3 Die Auswahl der Prüfungsform
2.1.4 Aufgabenformulierungen und -formen sowie Anordnung
2.1.4.1 Hinweise zur Aufgabenformulierungen nach Sacher
2.1.4.2 Hinweise zur Aufgabenformulierungen nach Dubs
2.1.4.3 Beispiel für Aufgabenformulierung
2.1.4.4 Die Auswahl der Aufgabenform
2.1.5 Bezug zur Prüfungsübung
2.2 Generelle Leistungsbeurteilung
2.2.1 Kriteriumsbezogenes Testen
2.2.2 Gütekriterien für Testtheorien
2.2.2.1 Objektivität
2.2.2.2 Validität,
2.2.2.3 Reliabilität
2.4 Festsetzen des Anforderungsniveaus
2.5 Bestimmen des Aufgaben- und Prüfungsumfangs
2.6 Planung der Prüfungssimulation
2.7 Ausarbeiten einer Musterlösung
2.8 Leistungsmessung und -beurteilung
2.8.1 Bezug zur Prüfungsübung
3. Auswertungen der Vorstudien
3.1 Ablauf des ersten Praxistests
3.1.1 Auswertung des Praxistests
3.2 Evaluierung der Prüfungsübung durch Fachkundige
3.2.1 Auswertung der Evaluierung
3.2.1.1 Formulierung und Verständnis der Aufgabenstellungen
3.2.1.3 Antworten und Bewertungsmuster
3.2.1.4 Abschließende Fragen
Zielsetzung und Themenbereiche
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, eine adressatengerechte schriftliche Prüfungsübung für den Bereich Trinkwasser in der Versorgungstechnik zu entwickeln, die auf den Lernfeldern des Rahmenlehrplans basiert und nach pädagogisch-psychologischen Kriterien konzipiert ist. Die Forschungsfrage untersucht, wie solche Prüfungen so aufgebaut werden können, dass sie unmissverständlich sind, echtes Verständnis statt bloßem Faktenwissen abfragen und den Schülern eine eigenständige Lernkontrolle ermöglichen.
- Konzeption von Prüfungsaufgaben basierend auf der Lernzieltaxonomie nach Bloom.
- Analyse und Anwendung von Gütekriterien für Leistungsbeurteilungen (Objektivität, Validität, Reliabilität).
- Entwicklung und kritische Reflexion von unterschiedlichen Aufgabenformen (offen, halboffen, geschlossen).
- Durchführung und Auswertung einer Pilot-Prüfungssimulation sowie Experten-Evaluierung zur Optimierung der Aufgabenstellungen.
- Erstellung eines transparenten Bewertungsmodells mittels einer Binomialskala.
Auszug aus dem Buch
2.1.4.1 Hinweise zur Aufgabenformulierungen nach Sacher
Insbesondere bestehen viele Probleme bei Prüfungsfragen in der Aufgabenform. Hierbei muss auf eine einwandfreie Formulierung geachtet werden, wobei zuvor die passende Aufgabenform für die gedachte Frage ausgewählt werden muss.
Die Sprache sollte gut verständlich, altersgemäß und nicht alltägliche Begriffe strikt vermieden werden. Fachtermini sind erlaubt, sollten jedoch nicht übermäßig benutzt werden, um einerseits zwar den Schüler an den wissenschaftlichen Sprachgebrauch heranzuführen, andererseits gilt es auch ihn hiermit nicht zu überfordern. Da gerade bei Prüfungen das Sprachgefühl stark eingeschränkt ist, sollte eher ein schlichteres Sprachniveau als im normalen Unterricht gewählt werden. Zusätzlich gegebene Strukturierungshilfen wie Hervorhebungen, Nummerierungen, graphische Darstellungen helfen dem Schüler die Aufgabe leichter zu verstehen und sollten mit genutzt werden. Verschachtelte Fragenstellungen und komplizierte Satzkonstruktionen sind zu Gunsten der Verständlichkeit zu unterlassen.
Die Aufgaben sollten klar nach Information- und Frageteil gegliedert werden. Der Informationsteil sollte alle benötigten Informationen beinhalten, die benötigt werden um die Frage zu beantworten. Setzt man bereits einige benötigte Inhalte voraus, sollten diese im Vorfeld stichprobenmäßig überprüft werden, ob diese auch wirklich vorhanden sind bzw. die Schüler anweisen, sich die benötigten Informationen zu beschaffen.23
Zusammenfassung der Kapitel
1. Themenvorstellung: Dieses Kapitel erläutert die Intention der Arbeit, eine praxisnahe Prüfungsübung für Anlagenmechaniker zu entwickeln, und definiert das Problem der mangelnden Transparenz bei bisherigen Prüfungsstandards.
2. Planen von Prüfungen mit direkten Bezügen zur Prüfungsübung: Hier werden theoretische Grundlagen der Prüfungsplanung, wie Aufgabenformulierungen, Gütekriterien und Leistungsbeurteilungen, auf die spezifische Prüfungsübung zum Thema Trinkwasser angewandt.
3. Auswertungen der Vorstudien: Dieses Kapitel dokumentiert die Durchführung eines Praxistests sowie die Evaluierung durch Fachkundige, um Fehlerquellen in den Aufgabenstellungen zu identifizieren und Optimierungspotenziale aufzudecken.
Schlüsselwörter
Trinkwasser, Versorgungstechnik, Lernzieltaxonomie, Bloom, Leistungsbeurteilung, Prüfungsübung, Objektivität, Validität, Reliabilität, Anlagenmechaniker, Aufgabenform, Fachwissen, Prozessdiagnose, Trinkwasserverordnung, Evaluation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der methodisch fundierten Erstellung einer schriftlichen Prüfungsübung für den Bereich Trinkwasser in der Versorgungstechnik an Berufsschulen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Konzipierung von Prüfungsaufgaben nach der Lernzieltaxonomie von Bloom, die Anwendung pädagogischer Gütekriterien sowie die Evaluation dieser Aufgaben durch Praxistests.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung einer adressatengerechten Prüfungsübung, die Schülern ermöglicht, ihren eigenen Lernstand zu kontrollieren und sich gezielt auf die Abschlussprüfung vorzubereiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit stützt sich auf Literaturanalysen zur Pädagogischen Psychologie und didaktischen Testtheorie, kombiniert mit empirischen Vorstudien in Form einer Prüfungssimulation und Experten-Bewertungsbögen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil vertieft die theoretischen Aspekte der Prüfungsplanung, diskutiert die Eignung verschiedener Aufgabenformen und dokumentiert die iterative Verbesserung der Prüfungsübung anhand von Feedback.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind Trinkwasser, Lernzieltaxonomie, Gütekriterien, Leistungsbeurteilung und Anlagenmechanik.
Welche Rolle spielt das Tabellenbuch im Kontext der Prüfungsübung?
Das Tabellenbuch dient den Schülern als Hilfsmittel während der Prüfungsübung, wobei der korrekte Umgang damit und die Anwendung formelbasierter Berechnungen einen integralen Bestandteil der Prüfung darstellen.
Welche Rolle spielen die "Sprünge in den Einheiten" bei den Berechnungen?
Diese explizite Darstellung der Einheitenumrechnung soll den Schülern helfen nachzuvollziehen, wie man von den gegebenen Werten zu den für die finale Formel benötigten Einheiten gelangt, was das Verständnis fördert.
- Arbeit zitieren
- Merle Willhöft (Autor:in), 2010, Erstellung einer Prüfungsübung nach Lernzieltaxonomie und Lernzielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205758