Bewässerungsfeldbau und seine Folgen für Mensch und Natur


Seminararbeit, 2012

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I) Abbildungsverzeichnis

II) Einführung in die Thematik

III) Bewässerungslandwirtschaft
1. Anfänge des Bewässerungsfeldbaus
1.1. Definition „Bewässerung“
1.2. Geschichte der Bewässerung
2. Verbreitung von Bewässerungsfeldbau
2.1. Europa
2.2. Nordamerika
2.3. Südamerika
2.4. Asien
2.5. Afrika
2.6. Australien / Ozeanien
3. Bewässerung
3.1. Grundsätzliche Gedanken
3.2. Herkunft des Bewässerungswassers
3.3. Merkmale verschiedener Bodentypen
3.4. Bewässerungsmethoden
4. Probleme & Folgen des Bewässerungsfeldbaus
4.1. Bodenversalzung
4.2. Bodenerosion / Desertifikation
4.3. Flusssysteme
4.4. Grundwasser
5. Lösungsansätze für die Zukunft

IV) Zusammenfassung

V) Literatur- und Quellenverzeichnis

I) Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Legende

Abbildung 2: Bewässerung Europa

Abbildung 3: Bewässerung Nord- & Südamerika

Abbildung 4: Bewässerung Asien

Abbildung 5: Bewässerung Afrika

Abbildung 6: Bewässerung Australien / Ozeanien

Abbildung 7: Versickerungsintensität in Abhängigkeit von der Bodenart

II) Einführung in die Thematik

Eine Autofahrt im Sommer von Nürnberg nach Erlangen durch das Knoblauchsland auf der B4. Der Blick aus dem Fenster in den heimischen Garten im Sommer. Ein Urlaub in südeuro- päischen Ländern nahe Agrarflächen. Wo lassen sich hier Gemeinsamkeiten feststellen? Die- se drei Szenarien haben eine gemeinsame Beobachtung: Bewässerung! Einerseits für ein besseres gedeihen von Agrarprodukten, andererseits für einen schönen grünen Rasen. Aber macht sich der mittelständische Hausbesitzer Gedanken über sein Vorgehen, außer dass er das Ziel verfolgt einen schönen grünen Rasen zu haben um sich von dem vertrockneten braunen Etwas seiner Nachbarn abzuheben? Grundsätzlich ist das auch nicht zwingend not- wendig. Andere Dimensionen nimmt das Thema allerdings bei Kreisbewässerungsanlagen mit über 700 Meter Durchmesser an, mit entsprechendem Wasserverbrauch und Auswir- kungen auf die Umwelt.

Ziel dieser Arbeit ist es daher die Möglichkeiten von Bewässerung darzustellen, die über den heimischen Rasensprenger hinausgehen, allerdings mit einem kritischen Blick auf die damit verbundenen Auswirkungen auf Natur und Mensch, die wie sich zeigen wird, sehr tiefgrei- fend sein können.

III) Bewässerungslandwirtschaft

Im Folgenden wird ein Überblick über den Beginn und die historischen Entwicklungen des Bewässerungsfeldbaus gegeben, die weltweite Verbreitung verdeutlicht, die Bewässerungs- vorgänge selbst genauer erklärt und schließlich Probleme und Lösungsansätze dafür aufge- zeigt.

1. Anfänge des Bewässerungsfeldbaus

1.1. Definition „Bewässerung“

Bewässerung ist eine anthropogene Methode, die das Ziel hat in Gebieten, in welchen es für die Landwirtschaft zu arid ist, Wasser zu nutzen um somit Felder fruchtbar zu machen und den fehlenden Niederschlag dadurch zu ersetzen. Bewässerung lässt sich somit vom Dry Farming abgrenzen, da hierbei keine künstliche Wasserzufuhr zu den Feldern erfolgt (ENCYCLOPÆDIA BRITANNICA, INC. 152007a: 392).

1.2. Geschichte der Bewässerung

Die Bewässerung hat ihren Beginn bereits mehrere tausend Jahre vor Christus kurz nach dem Beginn der Kultivierung von Feldern durch Menschen, als landwirtschaftliche Produkti- onsflächen in ariden Gebieten oft in der Nähe von Flüssen gebaut wurden. Durch regelmäßi- ge Überschwemmungen wurde der Boden mit Wasser getränkt und mit Nährstoffen durch Flussschlamm angereichert. Ein Paradebeispiel hierfür ist der Nil in Ägypten, welcher durch periodische Regenfälle im Quellgebiet die umliegenden Felder in regelmäßigen Abständen überflutet. Somit sorgt er für eine grüne Ader, die durch die Wüste Sahara verläuft (FUKUDA 1976: 10f).

Schon 6.000 v. Chr. begannen die Menschen künstliche Rinnen und Deiche zu errichten, welche das Flusswasser zu ihren Feldern leiten sollte. Diese Methode ist wohl als erste weit verbreitete anthropogene Maßnahme für die Wasserbeschaffung zur Verwendung in der Landwirtschaft zu sehen (FUKUDA 1976: 11).

Erst 5.000 Jahre später entwickelte sich in Afrika eine Bewässerungsmethode mit dem Na- men „Qanat“ (auch „Kanat“) (ACHTNICH 1980: 102). Hierbei wird ein Tunnel in einen Hang gegraben bis man auf eine wasserführende Schicht stößt. Dabei wird das Wasser in einer Rinne am Boden aufgefangen und durch den leicht abschüssigen Tunnel von selbst hinaus- transportiert und in einfachen Kanälen zu den Feldern geleitet. Besonders dabei sind senk- rechte Versorgungstunnel, die Arbeitern leichteren Zugang zu weiter im Berg befindlichen Teilen des Tunnelsystems geben soll für den Ausbau oder Wartungsarbeiten. Diese Art der Wasserbeschaffung ist bis heute vor allem an Oasen ohne Flusszugang noch im Einsatz (ACHTNICH 1980: 97f; ENCYCLOPÆDIA BRITANNICA, INC. 152007b: 831).

600 v. Chr. erkannte man, dass Nutztiere bei der Beschaffung von Grundwasser eine große Arbeitsersparnis darstellen und somit entwickelten sich eine große Anzahl von Techniken, die es Tieren (meist Rindern und Eseln) ermöglichten Wasser zu fördern. Ein Beispiel hierfür ist der Delu. Dabei ist das Nutztier mit einer Schnur mit einem Wasserbehältnis verbunden, welches von dem Tier aus dem Brunnen herausgezogen wird (ACHTNICH 1980: 230f). Andere Beispiele wären das Persische Rad oder die Kettenpumpe (ACHTNICH 1980: 228f, 232f).

Lange Zeit änderte sich an den eingesetzten Techniken nur wenig bis im 18./19. Jahrhundert die Erfindung der Dampfmaschine die Wasserförderung revolutionierte und viel größere Fördermengen möglich machte. Doch der Einsatz der Dampfmaschinen währte nur kurz, da sie im 20. Jahrhundert durch die Erfindung starker Diesel- und Elektromotoren abgelöst wurden, die einfacher zu bedienen sind und komplett automatisiert Wasser pumpen kön- nen. Diese Art der Wasserbereitstellung ist heute wohl eine der verbreitetsten weltweit.

2. Verbreitung von Bewässerungsfeldbau

Weltweit ist ein rasanter Anstieg bewässerter Agrarflächen zu verzeichnen. So wurden im Jahr 2000 ca. 2.788.000 km² Land bewässert (teilweise auch nur periodisch), was die Fläche Argentiniens übertrumpft (SIEBERT S. et al 2006). Nur acht Jahre später stieg die Fläche auf 3.245.566 km² an, was ziemlich genau der Fläche Indiens entspricht. Somit sind 20,6 %, oder 1/5 des weltweiten Ackerlands bewässert (CIA - CENTRAL INTELLIGENCE AGENCY 2011), wofür mehr als 70% des von den Menschen verbrauchten Wassers genutzt wird, was die Dimensi- on noch deutlicher werden lässt (SIEBERT S. et al 2006: 1). Für die Zukunft kann man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sich die bewässerten Gebiete noch weiter vergrößern, da aufgrund von Bevölkerungswachstum und Biokraftstoffen eine immer höhere Nachfrage an Agrargütern besteht und somit auch in eigentlich zu trockenen Gegenden Landwirtschaft betrieben wird, was eine Bewässerung der Felder erfordert.

In diesem Oberpunkt werden die Daten aus einer Quelle der Universität Frankfurt am Main von STEFAN SIEBERT et al. (2007) genommen, welche eine sehr genaue Übersicht über die Verteilung und regionale Intensität des Bewässerungsfeldbaus weltweit gibt. Dabei sind sehr starke Unterschiede zwischen den verschiedenen Kontinenten, aber auch interne Disparitäten, zu beobach- ten. So liegt (Stand 2006) 68% des Bewässerungslandes in Asien, 17% in Amerika, 9% in Europa, 5% in Afrika und nur 1% in Ozeanien (SIEBERT S. et al 2006: 1). Auf die regionalen Unterschiede wird in den folgenden Unter- punkten eingegangen. Die Legende für das Kartenma- terial1 befindet sich in Abbildung 1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Legende

2.1. Europa

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bewässerung Europa

Schwerpunkte des Bewässerungs- feldbaus in Europa lassen sich ganz klar in den südlichen mediterranen Staaten feststellen, die durch das Winterregenklima im Sommer oft nicht ausreichend Wasser für die Landwirtschaft zur Verfügung ha- ben. Auch am Schwarzen Meer sind Intensivbewässerungsgebiete zu erkennen.

2.2. Nordamerika

Bewässerungsfeldbau ist in Nord- und Mittelamerika vor allem in den USA vorzufinden. Dort wird er beinahe überall östlich der Rocky Mountains betrieben mit Konzentrationspunkten am Mississippi und westlich davon im mittleren Westen, aber auch im Central Valley in Kali- fornien und in Florida findet man hohe Konzentrationen, was Abbildung Nr. 3 (nächste Seite) zeigt.

rungsfeldbau statt und die Mittelamerikanischen Staaten befinden teilweise schon im Einflussgebiet der ITC.

2.3. Südamerika

Aufgrund des überwiegend humiden Klimas in dem vor allem tropisch geprägten Kontinent ist eine künstliche Bewässerung vielerorts nicht notwendig. Besonders deutlich wird dies in Zentralbrasilien. Eine höhere Dichte findet sich dagegen an der Westküste Südamerikas ent- lang der Anden, da diese Gebiete vergleichs- weise regenarm sind und durch das Relief der Anden zum einen Niederschläge von Osten durch die Lee-Lage (orographischer Steigungs- regen an der Ostseite) nur sehr gering ausfallen und andererseits Niederschläge von Westen durch den kalten Humboldt Strom schon über dem Meer abregnen. Südlich des 45. Breiten- grads ist Landwirtschaft wegen kühler Tempe- raturen nur noch sehr bedingt möglich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Bewässerung Nord- & Südamerika

2.4. Asien

Asien ist der Kontinent der wohl größten Be- wässerungsfläche, was schon durch die Farbge- bung in Abbildung 4 deutlich wird. So liegen die Hauptbewässerungsgebiete vor allem in Pakis- tan entlang des Stromes Indus, in Indien, Mittel- / Ostchina und Südasien. Diese Ausbreitung ist aber auch regional sehr unterschiedlich, so ist in weiten Teilen Russlands und Chinas praktisch

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Bewässerung Asien

[...]


1 Alle Abbildungen innerhalb des Punktes 2 sind selbst erstellte Screenshots von folgender Quelle: SIEBERT S. et al. (2007): The digital global map of irrigation areas: February, 2007.URL: ftp://ftp.fao.org/agl/aglw/aquastat/GMIAv401hires.pdf (01.12.2011)

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Bewässerungsfeldbau und seine Folgen für Mensch und Natur
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Veranstaltung
Seminar Trockengebiete
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V205763
ISBN (eBook)
9783656328506
Dateigröße
9473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bewässerungsfeldbau, folgen, mensch, natur
Arbeit zitieren
Matthias Siegert-Strobl (Autor), 2012, Bewässerungsfeldbau und seine Folgen für Mensch und Natur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205763

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