Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der NPD von 1996 bis 2009. Das Jahr 1996 spielt in der jüngeren Geschichte der NPD eine besondere Rolle, da es als Ausgangspunkt der Erfolge der NPD in den letzen Jahren gesehen wird.
Die am Anfang der 1990er Jahre am Boden liegende, durch Misserfolge und Personalprobleme gezeichnete Partei, schaffte es, einen Wandel zu vollziehen und neue Erfolge für sich zu verbuchen.
Mit der Wahl von Udo Voigt zum Bundesvorsitzenden der NPD im Jahre 1996 und der Implementierung einer neuen Parteistrategie im selben Jahr wuchsen auch die Mitgliederzahlen der kriselnden Partei wieder und sie errang stärkeren Einfluss in weiten Teilen (Ost-) Deutschlands.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Personalwechsel
3. Strategiewechsel
4. Mitglieder
5. Wähler
6. Aktuelle Probleme
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die strategische und personelle Entwicklung der NPD im Zeitraum von 1996 bis 2009. Dabei wird untersucht, wie die Partei durch eine konsequente Neuausrichtung und die Implementierung eines Vier-Säulen-Konzepts ihre Mitgliederzahlen steigern und Wahlerfolge erzielen konnte, während gleichzeitig eine inhaltliche Radikalisierung stattfand.
- Die personelle Neuausrichtung unter dem Bundesvorsitzenden Udo Voigt ab 1996.
- Die Analyse des Vier-Säulen-Konzepts als zentrales Strategieinstrument.
- Die soziologische Untersuchung der Wählerklientel der NPD.
- Der Einfluss von Radikalisierung und Mitgliederzuwachs aus dem rechtsextremen Spektrum.
- Die aktuelle Krisensituation der Partei durch Finanzskandale und interne Machtkämpfe.
Auszug aus dem Buch
3. Strategiewechsel
Einer der ersten Schritte, die Voigt als neuer Bundesvorsitzender der NPD 1996 einleitete, war, der Partei eine neue Strategie zu geben. Voigt stellte ein Drei-Säulen-Konzept vor, bestehend aus der „Schlacht um die Köpfe“, der „Schlacht um die Straße“ und der „Schlacht um die Parlamente“.
Im Jahr 2004 wurde das Drei-Säulen-Konzept durch eine weitere „Säule“ ergänzt, der „Schlacht um den organisierten Willen“. Diese vier Säulen stellen die Strategie der NPD seit Mitte der 1990er Jahre dar. Deren Ziel ist es, die NPD zu professionalisieren. Sie soll ein langfristiges Aufbaukonzept schaffen und allein kurzfristige Wahlerfolge, wie die der DVU und der Republikaner in der Vergangenheit, verhindern.
Die erste Säule stellt die „Schlacht um die Köpfe“ dar. Hier setzte Voigt eine stärkere Schulung der Mitglieder und vor allem der Funktionäre durch, um auch argumentativ gegen Konkurrenten der anderen Parteien vorgehen zu können. Hierzu zählt auch die Wortergreifungsstrategie der NPD, mit der sie ihre politischen Gegner dazu bringen will, sich mit ihnen beschäftigen zu müssen. In diesem Sinne „störten NPD-Aktivisten im August 2005 eine Veranstaltung [des damaligen] Bundeskanzler Schröders“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den zeitlichen Rahmen der Untersuchung und definiert das Ziel, die Entwicklung der NPD von der kriselnden Partei zur einflussreicheren Kraft durch strategische Neuausrichtungen zu beleuchten.
2. Personalwechsel: Dieses Kapitel beschreibt den Aufstieg von Udo Voigt zum Bundesvorsitzenden im Jahr 1996 und erläutert, wie dessen Hintergrund und taktisches Geschick die Partei maßgeblich prägten.
3. Strategiewechsel: Der Abschnitt detailliert das Vier-Säulen-Konzept der NPD, das zur Professionalisierung der Partei und zur Gewinnung von Wählerstimmen durch Dauerwahlkampf und Themenbesetzung entwickelt wurde.
4. Mitglieder: Hier wird der Anstieg der Mitgliederzahlen seit 1996 analysiert, insbesondere unter dem Aspekt der Integration ehemaliger rechtsextremer Gruppierungen und der resultierenden Radikalisierung.
5. Wähler: Dieses Kapitel befasst sich mit der soziologischen Struktur der Wählerschaft, die vor allem in den Mittel- und Unterschichten sowie bei jungen männlichen Wählern im Osten Deutschlands verankert ist.
6. Aktuelle Probleme: Das Kapitel thematisiert die finanziellen Skandale, den Verlust wichtiger Funktionäre wie Jürgen Rieger sowie interne Machtkämpfe, die die Stabilität der Partei gefährden.
7. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die NPD trotz ihres Aufstiegs durch Udo Voigt an einem kritischen Scheidepunkt steht, an dem interne Konflikte über ihre zukünftige politische Relevanz entscheiden.
Schlüsselwörter
NPD, Udo Voigt, Rechtsextremismus, Vier-Säulen-Konzept, Strategiewechsel, Parteientwicklung, Wählerstruktur, Deutschlandpakt, Radikalisierung, Finanzskandale, Wahlkampfkostenrückerstattung, politische Strategie, Parteienlandschaft, Ostdeutschland, Rechtspopulismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die politische Entwicklung der NPD im Zeitraum von 1996 bis 2009 und beleuchtet die Faktoren, die zum zeitweiligen Aufstieg der Partei führten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen der personelle Wandel an der Parteispitze, die strategische Ausrichtung durch das Vier-Säulen-Konzept sowie die Zusammensetzung der Wählerschaft und interne Krisen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Udo Voigt durch eine neue Strategie und die Öffnung nach rechts außen das Profil der NPD wandelte und welche Konsequenzen dies für die Partei hatte.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der Parteigeschichte auf Basis von Fachliteratur, Strategiepapieren der Partei sowie medialer Berichterstattung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Strategiekonzepte der NPD, die Entwicklung der Mitgliederzahlen und die soziologischen Hintergründe der Wählerschichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind NPD, Vier-Säulen-Konzept, Udo Voigt, Rechtsextremismus, Radikalisierung und politischer Strategiewechsel.
Welche Bedeutung hatte das Vier-Säulen-Konzept für die NPD?
Es diente als fundamentales Instrument, um die Partei zu professionalisieren, langfristige Strukturen aufzubauen und über Themenbesetzung Wahlerfolge in verschiedenen Parlamenten zu erzielen.
Welche Auswirkungen hatte der Tod von Jürgen Rieger auf die NPD?
Der Tod Riegers im Oktober 2009 wiegt schwer, da er nicht nur als wichtiger Geldgeber fungierte, sondern auch als zentrales Bindeglied zwischen verschiedenen ideologischen Strömungen innerhalb der Partei diente.
Warum spielt Ostdeutschland eine zentrale Rolle in der Strategie der NPD?
Laut Udo Voigt bestand dort ein höheres Wählerpotential, da die Partei dort durch soziales Engagement und die Besetzung von Themen die Rolle als Nachfolgerin früherer Kräfte beanspruchen konnte.
- Quote paper
- BA Benjamin Peter (Author), 2010, Die Entwicklung der NPD von 1996 bis 2009, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205958