Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Prozesskostenrechnung als Gemeinkostenkalkulation
und deren Stellung im Rahmen der Unternehmensplanung. Dabei
soll neben der praktischen Durchführung und den Anwendungsmöglichkeiten auch
die Entwicklung des Einsatzgebietes der Prozesskostenrechung untersucht werden.
Der strukturelle Aufbau orientiert sich an der ursprünglichen Literatur insbesondere
von Horváth, Mayer und Coenenberg und wurde um die Sekundärliteratur ergänzt.
An die Darstellung des strukturellen Aufbaus einer Prozesskostenrechnung knüpft
sich die kritische Betrachtung in der Literatur. Dabei sollen ausgehend von den
nahezu unbestrittenen Vorteilen auch Schwächen aufgezeigt werden. Aufgrund der
kontroversen und breit gefächerten Diskussion in der Literatur, beschränkt sich die
weitere kritische Würdigung auf den Vergleich mit der Grenzplankostenrechung und
dem Activity-based Costing. Die Diskussionen um die Stellung der Prozesskostenrechnung
und deren Wandelung von den Anfängen bis zur heutigen Zeit sind
ebenfalls Bestandteil dieser Arbeit. Die Einsatzgebiete in der heutigen
Unternehmenspraxis sollen durch die Darstellung von Studien und einsetzbaren
Computerprogrammen gezeigt werden. Es wird versucht insbesondere die Meinung
und Einschätzung von den Verfechtern der ersten Stunde im Vergleich zum heutigen
Erkenntnisstand und dadurch die Anpassungsfähigkeit und oftmals vielseitige
Nutzung von neuen Ansätzen zu zeigen. Nicht unbeachtet bleiben soll dabei jedoch
die ursprüngliche Aufgabe als Kalkulationsverfahren und deren ökonomische
Anwendung im heutigen Unternehmensbereich.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Gründe für die Entwicklung der Prozesskostenrechnung
3 Ziele und Aufgaben der Prozesskostenrechnung
4 Aufbau der Prozesskostenrechnung
4.1 Auswahl geeigneter Unternehmensbereiche
4.2 Tätigkeitsanalyse
4.3 Prozessverdichtung
4.4 Bestimmung der Kostentreiber
4.5 Festlegung der Planprozessmengen und Planprozesskosten
5 Einsatzgebiete der Prozesskostenrechnung
5.1 Verrechnung der Gemeinkosten
5.2 Kostenoptimierung, Planung und Kontrolle
6 Kritische Würdigung in der Literatur
6.1 Vorteile und Schwächen
6.2 Vergleich zu Grenzplankostenrechnung und Activity-based Costing
6.3 Einordnung in das System der Kostenrechnung
7 Anwendung in der Wirtschaft
7.1 Integration im Prozessmanagement
7.2 Verbreitung im Unternehmensbereich
8 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Prozesskostenrechnung als Instrument der Gemeinkostenkalkulation und deren Rolle in der modernen Unternehmensplanung. Ziel ist es, neben der methodischen Durchführung die Entwicklung, kritische Würdigung sowie praktische Anwendungsmöglichkeiten in der Wirtschaft fundiert darzulegen.
- Methodischer Aufbau und Einführung der Prozesskostenrechnung
- Kritische Diskussion im Vergleich zu Grenzplankostenrechnung und Activity-based Costing
- Integration der Prozesskostenrechnung in das moderne Prozessmanagement
- Analyse der Verbreitung in der deutschen Unternehmenspraxis
- Untersuchung von Kostenoptimierungs- und Kontrollpotenzialen
Auszug aus dem Buch
4.1 Auswahl geeigneter Unternehmensbereiche
Die Einführung der Prozesskostenrechnung sollte unter Beachtung von Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit erfolgen. Sie eignet sich daher für Unternehmensbereiche, die durch repetitive, das heißt relativ gleichartige und sich wiederholende, Tätigkeiten, gekennzeichnet sind und nur einen geringen Entscheidungsspielraum aufweisen. Weiterhin empfiehlt sich eine Konzentration auf betriebliche Kostenschwerpunkte und auf betriebliche Ressourcen, die von verschiedenen Produkttypen beansprucht werden. Ressourcen, welche im bisher angewendeten Kostensystem am wenigsten verursachungsgerecht verrechnet werden, sind Tätigkeitsfelder der Prozesskostenrechnung.
Zur Implementierung bieten sich Projektteams an, die häufig durch externe Berater ergänzt werden. Vor der Tätigkeitsanalyse werden sogenannte Hauptprozess-hypothesen gebildet, die die Basis für die folgenden Aktivitäten bilden. In der Praxis hat sich die Beschränkung auf sieben bis zehn Hauptprozesse bewährt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Arbeit führt in die Thematik der Prozesskostenrechnung als Gemeinkostenkalkulationssystem ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2 Gründe für die Entwicklung der Prozesskostenrechnung: Das Kapitel beleuchtet die historischen Ursprünge und die Notwendigkeit der Prozesskostenrechnung aufgrund veränderter Kostenstrukturen in Unternehmen.
3 Ziele und Aufgaben der Prozesskostenrechnung: Hier werden die prozessorientierte Kostenverrechnung sowie der Nutzen hinsichtlich Transparenz und Optimierungsmöglichkeiten definiert.
4 Aufbau der Prozesskostenrechnung: Dieser Abschnitt beschreibt den operativen Prozess von der Auswahl geeigneter Bereiche bis hin zur Bestimmung der Kostentreiber und Prozesskostensätze.
5 Einsatzgebiete der Prozesskostenrechnung: Die Anwendungsmöglichkeiten zur Gemeinkostenverrechnung sowie zur Kostenoptimierung und Kontrolle werden detailliert betrachtet.
6 Kritische Würdigung in der Literatur: Dieses Kapitel vergleicht die Prozesskostenrechnung mit anderen Systemen wie der Grenzplankostenrechnung und diskutiert deren Vor- und Nachteile.
7 Anwendung in der Wirtschaft: Hier werden die Integration in das Prozessmanagement sowie empirische Studien zur Verbreitung in Unternehmen untersucht.
8 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die zukünftige Bedeutung der Prozesskostenrechnung als Instrument des Kostenmanagements.
Schlüsselwörter
Prozesskostenrechnung, Gemeinkosten, Activity-based Costing, Kostenmanagement, Prozessmanagement, Tätigkeitsanalyse, Kostentreiber, Grenzplankostenrechnung, Prozessverdichtung, Kostenkalkulation, Unternehmensplanung, Wertschöpfung, Prozesshierarchie, Effizienzsteigerung, Kostenstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Prozesskostenrechnung als Methode zur Gemeinkostenkalkulation und untersucht ihre Rolle und Entwicklung in der modernen Unternehmensführung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen den Aufbau der Prozesskostenrechnung, ihre kritische Einordnung gegenüber traditionellen Systemen und ihre praktische Bedeutung innerhalb der Wirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Hauptziel ist eine fundierte Darstellung der methodischen Durchführung, der Stärken und Schwächen sowie der tatsächlichen Anwendung in der heutigen Unternehmenspraxis.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse einschlägiger Fachpublikationen sowie der Auswertung empirischer Studien zur Verbreitung und Akzeptanz des Instruments in deutschen Großunternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den Aufbau der Methode, Einsatzgebiete wie Kalkulation und Prozessoptimierung sowie eine kritische Literaturwürdigung und den Vergleich mit dem Activity-based Costing.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Prozesskostenrechnung, Gemeinkostenmanagement, Tätigkeitsanalyse, Kostentreiber, Prozessmanagement und Kostenoptimierung.
Inwieweit eignet sich die Prozesskostenrechnung für Dienstleistungsbetriebe?
Laut den Untersuchungen in der Arbeit erweist sich die Prozesskostenrechnung in Dienstleistungsbetrieben als besonders geeignet, da sich hier Prozess und Kostenträger oft identisch decken.
Welche Rolle spielen "leistungsmengeninduzierte" und "leistungsmengenneutrale" Kosten?
Diese Unterscheidung ist zentral für den Aufbau der Prozesskostenrechnung, da sie bestimmt, wie die Teilprozesse erfasst und später auf die Hauptprozesse verdichtet oder verrechnet werden.
- Citation du texte
- Daniela Matthäi (Auteur), 2001, Darstellung und kritische Würdigung der Prozesskostenrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20599