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Todesnäheerlebnisse

Title: Todesnäheerlebnisse

Scientific Essay , 2002 , 28 Pages

Autor:in: Holger Karsten Schmid (Author)

Psychology - Psychology of Religion
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Summary Excerpt Details

Diese Rezension ist das Ergebnis einer wissenschaftskritischen Analyse der dem obigen Buch entnommenen Hypothesen und Metahypothesen (a posteriori sowie a priori). Sie deckt ,,blinde Flecken" der Forscher bei der Betrachtung und Deutung der Todesnähephänomene ebenso auf wie die Widersprüche in den Aussagen einzelner Autoren und deren verzweifelten Versuchen ,,wissenschaftlich" zu bleiben in ihren Grundpositionen. Diese Rezension ist als Anregung zu vertiefenderem Diskurs gedacht, zeigt aber auch messerscharf die Grenzen menschlicher Erkenntnis auf. Dabei verweist sie indirekt auf ein transrationales Verstehen, das in Gestalt des ,,Für-wahr-glaubens" besteht und eindeutig christozentrisch ausgerichtet ist (Hebr. 11,1). Denn alle Erkenntnisse über Zustände und Ereignisse, die jenseits von Raum und Zeit liegen, lassen nur eine bedingte Wirklichkeitsdeutung zu bzw. lassen sich überhaupt nicht sprachlich vermitteln, da Sprache selbst zeitgebunden ist. Was für uns begreifbar ist, liegt im Bereich menschlicher Erfahrung, die innerhalb des Raum-Zeit-Kontinuums in einer Erlebniswelt stattfindet, die ein zeitliches Nacheinander aufweist. Diese Erfahrung ist jenseits der Todesgrenze jedoch ausgeklammert. ,,Auch scheinbar feststehende Säulen der Erkenntnis, wie Raum und Zeit, müssen statt als Gegebenheit der objektiven Welt als unvermeidliches Begriffsgerüst unserer Vernunft betrachtet werden (von Glasersfeld 1991, S.23). Dies bringt eine radikale Verschiebung des Wissensbegriffs mit sich."

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Todesnäheerlebnisse: mit den Sinnen im Übersinnlichen 1

Einleitung 1

I. Vom weltanschaulichen Idealismus zum anthropologischen Dualismus: postplatonische Deutungswege der NDE-Phänomenologie 4

II. Von der Wirklichkeitsattribution zum realexplikativem Theorem 8

III. Von rationalen Kurz- und Fehlschlüssen: vom Circulus vitiosus logizistischer Deduktion oder wenn sich die Schlange in den Schwanz beißt 15

IV. Schlussgedanken: Athanasia als Folge gottgewirkter Auferstehung nach der Parusie 17

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende wissenschaftskritische Rezension analysiert die im Buch von Knoblauch und Soeffner vertretenen Hypothesen und Metahypothesen über Todesnähephänomene (NDE). Ziel ist es, blinde Flecken und logische Widersprüche in den wissenschaftlichen Erklärungsversuchen aufzudecken und die Grenzen menschlicher Erkenntnis bei der Deutung transrationaler Erfahrungen aufzuzeigen.

  • Wissenschaftskritische Analyse von NDE-Erklärungsmodellen
  • Untersuchung der philosophischen und weltanschaulichen Prämissen der Thanatologie
  • Gegenüberstellung von psychologischen Deutungen und biblisch-christlichen Positionen
  • Diskussion des erkenntnistheoretischen Leib-Seele-Problems
  • Kritik an der Verwischung von Ursache und Wirkung bei empirischen Studien

Auszug aus dem Buch

I. Vom weltanschaulichen Idealismus zum anthropologischen Dualismus: postplatonische Deutungswege der NDE-Phänomenologie

HYPOTHESE Nr.1: Nicht die NDE ansich, sondern die in ihr verifizierbaren paranormalen Leistungen, die von den Betroffenen einem Realitätstest unterzogen werden (124; 206), verweisen auf einen materieübergreifenden (transzendierenden) Akt und schließen damit medizinisch-psychiatrisch, neurophysiologische und psychologische Ätiologien aus.

METAHYPOTHESE zu Hy.-1: Eine dem Ich-Bewußtsein meist unbewusste Entität des Menschen ist unter den psychophysiologischen Bedingungen einer todesähnlichen Verfassung zu nichtreproduzierbaren paranormalen Leistungen fähig, die dem Ich-Bewußtsein als paranormale Erfahrung zugänglich werden (80-81). „(...) paranormale Fähigkeiten überschreiten (...) die Grenzen der vergänglichen Materie – und damit die des Todes“ (81). Folglich gibt es einen „unsterblichen Anteil der menschlichen Psyche“, und die Überlebenshypothese wird nicht verworfen (31). Äquivalent ist die Metahypothese NDE Betroffener, dass OOBEs ein Beweis dafür darstellen, dass der Geist des Menschen „auch außerhalb des Körpers funktionieren und deswegen auch den Tod überleben kann“ (104). KELLY et.al. glauben, dass paranormale Leistungen „als Beleg für die Vermutung gesehen werden dürfen, dass das Bewusstsein unabhängig vom physischen Körper funktioniert und somit auch den Tod des Körpers überstehen kann“ (123).

Zusammenfassung der Kapitel

Todesnäheerlebnisse: mit den Sinnen im Übersinnlichen: Einführung in die Thematik der Todesnäheerfahrungen als wissenschaftskritisches Untersuchungsfeld.

Einleitung: Definition der Zielsetzung der Rezension, die darin besteht, Hypothesen und blinde Flecken der im Buch behandelten Autoren kritisch zu hinterfragen.

I. Vom weltanschaulichen Idealismus zum anthropologischen Dualismus: postplatonische Deutungswege der NDE-Phänomenologie: Analyse der Hypothesen zu paranormalen Leistungen während einer Todesnäheerfahrung und der daraus abgeleiteten Überlebenshypothese.

II. Von der Wirklichkeitsattribution zum realexplikativem Theorem: Kritische Untersuchung der Verwendung des Begriffs "Archetyp" sowie der Versuche, Jenseitserfahrungen durch psychologische Konstrukte wissenschaftlich zu erklären.

III. Von rationalen Kurz- und Fehlschlüssen: vom Circulus vitiosus logizistischer Deduktion oder wenn sich die Schlange in den Schwanz beißt: Auseinandersetzung mit der logischen Zirkularität von Hypothesen, die versuchen, das Überleben der Seele durch Außerkörperlichkeitserfahrungen zu beweisen.

IV. Schlussgedanken: Athanasia als Folge gottgewirkter Auferstehung nach der Parusie: Darstellung der christlichen Perspektive, die das Todesnähephänomen als rein visionäre Simulation deutet und den christlichen Glauben als alleinige Quelle für wahre Aussagen über das Jenseits betont.

Schlüsselwörter

Todesnäheerfahrung, NDE, Außerkörperlichkeitserfahrung, OOBE, Thanatologie, Konstruktivismus, Leib-Seele-Problem, Paranormale Leistungen, Metahypothesen, Wissenschaftskritik, Jenseits, Christozentrik, Seelenhypothese, Athanasia, Erkenntnistheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine wissenschaftskritische Rezension des Sammelbandes "Todesnähe", in der die verschiedenen Hypothesen zur Deutung von Nahtodeserfahrungen auf ihre logische Konsistenz und ihren wissenschaftlichen Anspruch geprüft werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die philosophischen Grundlagen der Thanatologie, die Problematik der "wissenschaftlichen" Erforschung paranormaler Phänomene sowie die Abgrenzung zwischen religiösen Glaubenssätzen und naturwissenschaftlichen Erklärungsmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die von den Autoren des besprochenen Buches genutzten Erklärungsmodelle oft spekulativ sind und die erkenntnistheoretischen Grenzen der Wissenschaft missachten, um eigene weltanschauliche Positionen zu stützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Methoden der Erkenntnistheorie und des Radikalen Konstruktivismus, um die Aussagen des Buches auf ihre logische Stringenz und den Grad ihrer "Theoriebeladenheit" hin zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Dekonstruktion der präsentierten Hypothesen (Hypothese 1 bis 4), wobei insbesondere die Widersprüche zwischen empirischer Beobachtung und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen über ein Leben nach dem Tod herausgearbeitet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Nahtodeserfahrung (NDE), Außerkörperlichkeitserfahrung (OOBE), Wissenschaftskritik, Erkenntnistheorie, Konstruktivismus sowie die Auseinandersetzung mit dem Leib-Seele-Problem.

Wie bewertet der Autor den Begriff "Archetyp" im Kontext von Todesnäheerfahrungen?

Der Autor kritisiert die Verwendung des Begriffs durch die Thanatologen als unscharf und rein spekulativ, da er lediglich dazu diene, den Anschein wissenschaftlicher Objektivität für subjektive, visionäre Inhalte zu wahren.

Warum lehnt der Autor die "Überlebenshypothese" aus christlicher Perspektive ab?

Aus christlicher Sicht, wie sie hier vertreten wird, ist der Tod kein Übergang, der durch die Seele selbst vollzogen wird, sondern die NDE wird als Simulation interpretiert; wahre Unsterblichkeit ist nach dieser Auffassung nur durch Christus und die göttliche Auferstehung zu erlangen.

Excerpt out of 28 pages  - scroll top

Details

Title
Todesnäheerlebnisse
College
Friedensau Adventist University
Author
Holger Karsten Schmid (Author)
Publication Year
2002
Pages
28
Catalog Number
V2060
ISBN (eBook)
9783638112666
ISBN (Book)
9783656753834
Language
German
Tags
Todesnäheerlebnisse Sozialpsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Holger Karsten Schmid (Author), 2002, Todesnäheerlebnisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2060
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