Ungleichheit und Gesundheit. Gesundheit und Migration


Hausarbeit, 2012

23 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Begriffsklärung Migration
2.1 Datenlage und Problematik in der Bundesrepublik Deutschland

3. Gesundheit und Migration
3.1 Soziale Charakteristika von Migranten in Deutschland
a ) Alters- und Geschlechterstruktur
b) Bildung
c) Erwerbsleben und Wohnsituation

4. Gesundheit und Migration -Ausgewählte Ergebnisse-
4.1 Allgemeine Morbidität/Mortalität und Healthy-Migrant-Effect
4.2 Herz-Kreislauferkrankungen und deren Risikofaktoren
4.3 Infektionskrankheiten
4.3.1 Tuberkulose
4.3.2 HIV/AIDS
4.4 Arbeitsunfälle/Berufskrankheiten und Krankenstand
4.5 Kindergesundheit

5. Zusammenfassung/Fazit/Eigene Meinung

6. Quellenverzeichnis

1.Einleitung

Die Thematik dieser Hausarbeit befasst sich mit der Auseinandersetzung von Ge- sundheit und Migration. Sind Migranten häufiger krank? Haben Migranten andere (höhere?) Risikofaktoren als Nicht-Migranten? Diese zentralen Fragestellungen wer- den sich im Laufe der Hausarbeit herauskristallisieren. Der erste Teil dient zunächst der Begriffsklärung Migration. Bereits hier ergaben sich die ersten Probleme im Rahmen der Ausarbeitung. Wer zählt per Definition als Migrant? Und noch viel wich- tiger: Wie lassen sich Migranten überhaupt im Rahmen einer Datenerhebung erfas- sen? Hier wird auf die aktuelle Datenlage über Migranten in Deutschland eingegan- gen. Welche Nationen stellen einen Hauptteil der Migranten dar? Es ergeben sich wichtige Unterschiede bezüglich der Datengenerierung. Problematisch für die Daten- gewinnung sind hier vor allem die Einbürgerung und das Erlangen der deutschen Staatsangehörigkeit von Migranten. Dazu später jedoch mehr. Im Anschluss werden die sozialen Charakteristika der in Deutschland lebenden Migranten skizziert. Nur so lässt sich später ein Zusammenhang zwischen eventuell bestehenden Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten herstellen. Innerhalb der sozialen Charakteristika werden im Rahmen dieser Hausarbeit die Faktoren Altersstruktur, Bildung und Erwerbsle- ben/Wohnsituation unterschieden. Im zweiten Teil dieser Ausarbeitung werden dann en Detail die gesundheitlichen Unterschiede von Migranten und deutschen Staats- bürgern beschrieben. Welche Krankheiten treten bei Migranten besonders oft auf? Haben Migranten für bestimmte Erkrankungen höhere Risikofaktoren? Hier wird auch speziell auf die gesundheitlichen Unterschiede von Kindern eingegangen. Bei Er- krankungen im Erwachsenenalter stehen vor allem Infektionserkrankungen, Berufs- krankheiten und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystem im Fokus. Hier werden zu- nächst die anhand von Studien bewiesenen Unterschiede erläutert um sich dann mit den Ursachen auseinanderzusetzen. Basierend auf verschiedenen Studien werden gezielt gesundheitliche Unterschiede untersucht und analysiert. Abschließend wer- den die Ergebnisse nochmals zusammengefasst und anhand dieser die zentralen Fragestellungen beantwortet. Im Rahmen dieser Hausarbeit soll aufgezeigt werden, welche Unterschiede zwischen der Gesundheit der deutschen Bevölkerung und der von Migranten bestehen und auf welche (Risiko)Faktoren diese zurückzuführen sind.

2. Begriffsklärung Migration

Zum Einstieg in die Thematik muss sich mit der Begrifflichkeit Migration auseinandergesetzt werden. Zahlreiche (auch unterschiedliche) Definitionen erschweren die Operationalisierung der Datenlage von Migranten. Zunächst eine Definition des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge :

„ Von Migration spricht man, wenn eine Person ihren Lebensmittelpunkt r ä umlich verlegt. Von internationaler Migration spricht man dann, wenn dies über Staatsgrenzen hinweg geschieht" (Migrationsbericht 2009, S.14)

Bereits hier ergibt sich eine erste Problematik die sich spätestens in der Datenerhebung zu Migranten zeigt: Es fehlt eine klare, international einheitliche Definition von Migration. So kommt es beispielsweise zu einer geringen Erhebungsdichte bei Migrationsdaten. (Borschers, 2008, S.23)

Beschränken wir uns nun auf die Bundesrepublik Deutschland, bedarf es zunächst einer Betrachtung der in Deutschland lebenden Migranten und wie diese erfasst werden (können).

2.1 Datenlage und Problematik in der Bundesrepublik Deutschland

Die Eingrenzung der Zielgruppe „Migranten“ erfolgt in den meisten amtlichen Da- tensätzen anhand des Merkmals „Staatsangehörigkeit“. Diese Erhebung kann bzw. führt jedoch größtenteils zu nicht zufriedenstellenden Ergebnissen, da hier folgende Aspekte nicht berücksichtigt werden:

- Dier Erfassung von Aussiedlern bzw. Spätaussiedlern ist meist nicht möglich , da diese die häufig die deutsche Staatsangehörigkeit haben und somit nicht als Migranten erfasst werden
- Die Einbürgerungen von in Deutschland lebenden Ausländern und die dadurch erworbene deutsche Staatsangehörigkeit erfassen somit die Gruppe deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund nicht.
- Eine andere als eine deutsche Staatsangehörigkeit wider rum bedeutet nicht, das man migriert ist. Beispielsweise sind nicht eingebürgerte Kinder von Mig- ranten, die eine andere Staatsangehörigkeit haben somit eigentlich nicht mig- riert.

(Razum, 2009, S.1)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Menschen mit Migrationshintergrund (Quelle: Berens et al, 2004, S.8 , Statistisches Bundesamt)

Zur besseren Differenzierung soll oberes Schaubild dienen. Die ersten beiden Grup- pen gelten als Ausländer, während die beiden letzten Gruppen als Deutsche mit Mig- rationshintergrund zu definieren sind. Der Begriff „Deutsche mit Migrationshinter- grund“ hat sich in den letzten Jahren als Sammelbezeichnung für die Gruppe der Zuwanderer und deren Nachkommen entwickelt. Über „irreguläre“ (ohne Aufent- haltsrecht in Deutschland lebende) Migranten gibt es keine Datenlage. Schätzungen belaufen sich auf 840.000. Das entspricht ca. 1% der Gesamtbevölkerung. (Berens et al, 2005, S.5)

Nach der nun vorgenommenen Differenzierung ergibt sich für die Bundesrepublik Deutschland folgende Datenlage:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Datenlage Migranten in der BRD (Eigenes Werk/ Vgl. Berens et al, 2008, S.5/ Statistisches Bundesamt 2006)

Bevor nun die (vermuteten) gesundheitlichen Unterschiede zwischen Migranten und der deutschen Bevölkerung aufgezeigt werden, sollen noch kurz die häufigsten Herkunftsländer der Migranten bzw. Ausländer aufgezeigt werden:

In der Gruppe der Ausländer dominieren die mit der türkischen Staatsangehörigkeit mit ca. 25,8 %. An 2. und 3. Stelle finden sich Italiener (7,9%) und Serben (7,1%)

In der Gruppe der Migranten stehen an 1.Stelle die Polen mit 23,1%, gefolgt von Deutschen (15,6%) und Türken (4,6%)

(Berens et al, 2008, S.5ff)

Da nun die Problematik der Datenerhebung sowie die Definition von Migration und auch die erforderliche Differenzierung und Abgrenzung der Begrifflichkeiten bekannt ist und die aktuelle Datenlage der Migranten aufgezeigt wurde, widmet sich der Hauptteil der Hausarbeit nun den gesundheitlichen Veränderungen bzw. der Analyse verschiedener Studien sowie der Einflussfaktoren und die möglichen Gründe der gesundheitlichen Unterschiede. Die zentralen Fragestellungen dabei sind: Haben Migranten für bestimmte Erkrankungen höhere Risikofaktoren? Gibt es ein anderes Krankheitsspektrum bei Migranten? Sind Migranten häufiger krank?

3. Gesundheit und Migration

Bevor nun eine Auswahl verschiedener Untersuchungsergebnisse zur Thematik Gesundheit und Migration aufgezeigt und analysiert werden, müssen die sozialen Charakteristika der in Deutschland lebenden Migrantengruppen näher betrachtet werden. Nur so sind nachher Zusammenhänge zu den Studienergebnissen zu erkennen und somit besser nachzuvollziehen.

3.1 Soziale Charakteristika von Migranten in Deutschland

Um später Rückschlüsse auf eventuelle Ursachen ziehen zu können, müssen 3 wichtige Faktoren der sozialen Charakteristika der in Deutschland lebenden Migranten beachtet werden:

a) Alters- und Geschlechterstruktur
b) Bildung
c) Erwerbsleben und Wohnsituation

a ) Alters- und Geschlechterstruktur

Bevölkerungen mit Migrationshintergrund haben oft eine andere Alters- und Geschlechterstruktur als die Bevölkerung der Herkunftsländer der Zuwanderung (Razum et al, 2008b, S.16)

Während in der Anfangsphase der Arbeitsmigration überwiegend Männer von 20-30 Jahren angeworben wurden, sorgte der Anwerbestopp 1973 und der Verstärkung des Familiennachzuges dafür, dass zunehmend Kinder, Frauen und ältere Angehöri- ge nach Deutschland kamen. (Razum, 2008b, S.16) Auch heute unterscheidet sich die Alters- und Geschlechterstruktur der Migranten von der der deutschen Bevölke- rung:

- In der ausländischen Bevölkerungsgruppe sind Kinder und Jugendliche anteilsmäßig stärker vertreten als in der deutschen Bevölkerung
- Auch die Altersgruppe der 20-49 Jährigen ist anteilsmäßig bei der ausländischen Bevölkerung höher
- Um dies mit Zahlen zu verdeutlichen: Währen insgesamt ein Ausländeranteil von 8,9 % für das Jahr 2003 angegeben wurde, lag der Anteil in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen über 10 % und in der Gruppe der 25 - 29 Jähri- gen bei 17,6 %
- Diese Situation wird sich in den kommen Jahrzehnten jedoch verändern, wenn die jetzt 40-60 Jährigen Ausländer ins Rentenalter kommen und in Deutsch- land bleiben

(Razum et al, 2008b, S.16)

Beim Thema Alters- und Geschlechterstruktur muss auch auf den sogenannten Healthy-Migrant-Effect eingegangen werden. Diesem Effekt widme ich aufgrund seiner Wichtigkeit jedoch einen gesonderten Teil. Dieser ist zu einem bedingt durch die oben erwähnte Alters- und Geschlechterstruktur der in Deutschland lebenden Migranten, zum anderen werden diesem Effekt auch noch andere Einflussgrößen zugeschrieben, die in einem anderen Teil nochmals erläutern werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Ungleichheit und Gesundheit. Gesundheit und Migration
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
Veranstaltung
Gesundheitswissenschaften
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
23
Katalognummer
V206005
ISBN (eBook)
9783656839255
ISBN (Buch)
9783656839262
Dateigröße
781 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ungleichheit, gesundheit, migration
Arbeit zitieren
Tobias Zender (Autor), 2012, Ungleichheit und Gesundheit. Gesundheit und Migration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206005

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