Nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieg sahen sich die Völker Europas vor der Frage, wie in der Zukunft weitere Konflikte zwischen den Staaten zu vermeiden und damit Krieg gegeneinander für alle Zeit ausgeschlossen werden können. In Europa bedeutete dies, dass ein Konsens gefunden werden musste, in dem die kriegswichtigen Produktionsmittel wie Kohle, Stahl und Atomkraft im einerseits zivil nutzen und andererseits auch im gegenseitigen Vertrauen Regelungen finden kann, die den Handel mit diesen Gütern zwischen den europäischen Staaten erlauben. Die Grundsteine für die spätere Europäische Union wurden von sechs Staaten gelegt, die in drei Verträgen dieses gegenseitige Vertrauen festigen wollten.
Bevor ich auf die Sachanalyse eingehe, muss an dieser Stelle festgehalten werden, dass es sich aufgrund der Aktualität des Themas um den zum Zeitpunkt des Praktikums vorhandenen Sachstand bezieht. Mittlerweile sind viele Punkte bereits überholt und etliche Tabus, wie die Diskussion um den Austritt Griechenlands aus der Währungsunion, gebrochen worden. In Frankreich fand mit der Wahl von Francois Hollande im Mai 2012 eine Wende in den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreichs statt, welche die Europapolitik nun vor völlig neue Aufgaben stellen wird. Nachfolgend basiert die Sachanalyse auf dem Stand des Monats März 2012.
Inhaltsverzeichnis
1. SACHANALYSE ZUR UNTERRICHTSREIHE „EUROKRISE ODER STAATSSCHULDENKRISE?“
1.1. Auf dem Weg zur europäischen Wirtschafts- und Währungsunion
1.2. Der Weg zum Euro nach dem Vertrag von Maastricht
1.3. Der Bruch mit dem Stabilitätskriterium
1.4. Die Eurozone seit der Finanzkrise 2008
1.5. Wege aus der Krise
2. BEDINGUNGSANALYSE
3. DIDAKTISCHE PERSPEKTIVE DER UNTERRICHTSREIHE
4. BEGRÜNDUNG DER DIDAKTISCHEN PERSPEKTIVE
5. METHODISCHE ENTSCHEIDUNGEN
6. VERLAUFSPLANUNGEN
7. REFLEXION
7.1. Reflexion der Doppelstunde vom 15.03.2012
7.2. Gesamtreflexion
8. SCHÜLERMATERIAL
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert und reflektiert eine Unterrichtsreihe zum Thema „Eurokrise oder Staatsschuldenkrise?“, die im Rahmen eines Schulpraktikums an der Goethe-Oberschule durchgeführt wurde, mit dem primären Ziel, Lernende zur Analyse komplexer wirtschaftspolitischer Zusammenhänge zu befähigen.
- Historische Entwicklung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion
- Konvergenzkriterien und deren Bedeutung für die Eurozone
- Ursachen und Auswirkungen der Finanzkrise 2008 in den PIIGS-Staaten
- Methodische Gestaltung handlungsorientierten Unterrichts
- Reflexion der Lehrpraxis und didaktischer Entscheidungen
Auszug aus dem Buch
1.2. Der Weg zum Euro nach dem Vertrag von Maastricht
Der Euro ist die Gemeinschaftswährung vieler Staaten der Europäischen Union. Er ist aus den Beschlüssen des Vertrags von Maastricht hervorgegangen, welche neben gemeinsamen außen- und sicherheitspolitischen Aspekten und der Zusammenarbeit in Justiz und Innenpolitik auch die Schaffung eines einheitlichen Wirtschafts- und Währungsraums vorsehen (vgl. Bundesministerium der Finanzen 2009). Der Weg zur gemeinsamen Währung sollte in drei Stufen erfolgen, wobei bereits vor dem Vertrag von Maastricht mit der Stufe 1, der Liberalisierung des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten, begonnen wurde. Stufe 2 sah die Konvergenz der innerstaatlichen Wirtschaften und Währungspolitiken vor, um einerseits Preisstabilität und andererseits die Vermeidung überbordender öffentlicher Defizite zu garantieren (vgl. ebd.). Hierzu mussten folgende Konvergenzkriterien – auch Maastrichtkriterien genannt – durch die Bewerberstaaten erfüllt worden sein, um die Empfehlung für einen Beitritt Währungsunion zu erhalten:
die jährliche Neuverschuldung der öffentlichen Haushalte darf drei Prozent, die Gesamtverschuldung darf 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht überschreiten; die nationale Inflationsrate darf maximal 1,5 Prozentpunkte über derjenigen der drei preisstabilsten EU-Staaten liegen; die jeweilige Währung darf innerhalb von zwei Jahren vor dem EWS-Beitritt gegenüber den anderen Teilnehmerwährungen nicht abgewertet worden sein und die langfristigen Zinsen der betreffenden Landeswährung dürfen innerhalb des Jahres vor dem Beitritt das entsprechende Niveau der drei stabilsten EU-Staaten maximal um zwei Prozent überschritten haben.
Zusammenfassung der Kapitel
SACHANALYSE ZUR UNTERRICHTSREIHE „EUROKRISE ODER STAATSSCHULDENKRISE?“: Bietet einen Überblick über die historische Entwicklung der EU, die Entstehung des Euro und die Ursachen der Staatsschuldenkrise in den PIIGS-Staaten.
BEDINGUNGSANALYSE: Analysiert die schulische Ausgangslage, die soziale Zusammensetzung der Lerngruppe und deren Lernvoraussetzungen im Fach Wirtschaftswissenschaften.
DIDAKTISCHE PERSPEKTIVE DER UNTERRICHTSREIHE: Umreißt die fachlichen Schwerpunkte und Kompetenzziele der drei Unterrichtseinheiten.
BEGRÜNDUNG DER DIDAKTISCHEN PERSPEKTIVE: Erläutert die Einbettung des Themas in den Rahmenlehrplan und die angestrebte Förderung von Analyse- und Urteilskompetenz.
METHODISCHE ENTSCHEIDUNGEN: Beschreibt die Wahl handlungsorientierter Methoden wie Gruppenarbeit und Gallery Walk zur Steigerung der Schülermotivation.
VERLAUFSPLANUNGEN: Dokumentiert die detaillierte Planung der einzelnen Unterrichtsstunden inklusive Phasen, Material und didaktischer Kommentare.
REFLEXION: Beinhaltet die kritische Auswertung der durchgeführten Stunden durch den Praktikanten hinsichtlich Methodik, Zielerreichung und eigener Lehrerrolle.
SCHÜLERMATERIAL: Verweist auf das im Rahmen des Praktikums eingesetzte Unterrichtsmaterial.
Schlüsselwörter
Eurokrise, Staatsschuldenkrise, Währungsunion, Vertrag von Maastricht, Konvergenzkriterien, PIIGS-Staaten, Didaktik, Wirtschaftspolitik, Handlungsorientierung, Unterrichtsplanung, Reflexion, Finanzkrise, Eurozone, Wirtschaftslehre, Schule
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen Praktikumsbericht über eine Unterrichtsreihe zur Eurokrise bzw. Staatsschuldenkrise dar, die an einer Berliner Oberschule durchgeführt wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Geschichte der EU-Währungsunion, die Kriterien zur Währungsstabilität, die Hintergründe der Krise ab 2008 sowie methodische Konzepte für den Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsreihe?
Die Schülerinnen und Schüler sollen die Ursachen der Staatsschuldenkrise kritisch analysieren und die Rolle des Euro bei dieser Krise beurteilen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
In der Arbeit wird primär die Sachanalyse zur Vorbereitung des Unterrichts sowie die reflexive Aufarbeitung der eigenen Lehrerfahrung anhand didaktischer Theorien genutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Sachanalyse, eine didaktische Planung des Unterrichts, methodische Überlegungen und die spätere Reflexion der Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Die wichtigsten Begriffe sind Eurokrise, Staatsschuldenkrise, Währungsunion, Handlungsorientierung, didaktische Reduktion und Unterrichtsreflexion.
Warum wurde das Thema „Eurokrise“ für die 10. Klasse gewählt?
Das Thema war zum Zeitpunkt des Praktikums hochaktuell und im medialen Diskurs präsent, wodurch bei den Schülern ein natürliches Interesse bestand.
Welche Herausforderungen nennt der Verfasser bei der Umsetzung?
Zu den Herausforderungen zählten die Komplexität der Materie, die Notwendigkeit der didaktischen Reduktion sowie der Umgang mit der eigenen Unerfahrenheit in komplexen Unterrichtssituationen.
- Arbeit zitieren
- M.Ed. Björn Piechotta (Autor:in), 2012, Eurokrise oder Staatsschuldenkrise? Praktikumsbericht in Sozialkunde für die erste Sekundarstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206015