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Blutiger Sand: Stierkampf – Ein tödliches Ritual

Title: Blutiger Sand: Stierkampf – Ein tödliches Ritual

Textbook , 2012 , 326 Pages

Autor:in: Dr. jur. Kurt Frings (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Bei dem Versuch einer kritischen Betrachtung stellt sich für die Erforschung des Phänomens Stierkampf gleich zu Anfang ein Bündel von Fragen.
Woher kommt der Stierkampf?
Wo wird er veranstaltet?
Ist er, wie seine Befürworter behaupten, Tradition, und damit ein Kulturgut oder sogar eine Kunst?
Wer besucht solche Veranstaltungen und aus welchen Gründen?
Steht die Unterhaltung im Vordergrund oder identifiziert sich der Zuschauer mit dem Sieg des Matadors (Stiertöter) über die böse Bestie?
Sind es vorwiegend Touristen, die aus Neugier dieses Spektakel wenigstens einmal erlebt haben wollen, oder sind die aficionados in der Überzahl, die die Begegnung des Matadors mit dem ihm kraftmäßig so weit überlegenen Tier bewundern möchten?
Was sagt eigentlich die breite Bevölkerung der veranstaltenden Länder zu Stierkämpfen?
Wer verdient an diesen Kämpfen? Der Züchter, die Veranstalter, die Medien (Fernsehen, Journalisten, Tageszeitungen)?
Sind damit die finanziellen Erfolge der Hintergrund für diese Veranstaltungen?
Auch die Einstellung der Politiker im Vereinigten Europa gegenüber dem Tierschutz gilt es zu beleuchten und zugleich eine entsprechende Gesetzeslage zu prüfen.
Schließlich müßte vor allem die Haltung der Kirche in einem so katholisch geprägten Land wie Spanien entscheidenden Einfluß auf die Gewissensbildung der Gläubigen vor dem Besuch solcher Darbietungen haben.
Hauptakteure bei Stierkämpfen sind neben den aktiv beteiligten Personen (Matadore, banderilleros [siehe Glossar], picadores [Lanzenreiter] und ihre Helfer) die Stiere selbst, und unverzichtbar sind auch die Pferde. Wie sind hier die Chancen und Risiken verteilt?
Die Auswahl der aufgeworfenen Fragen mag Hinweis auf die Vielschichtigkeit und zahlreichen Facetten der Stierkampfproblematik sein, die zahllose Schriftsteller, Dichter, bildende Künstler wie Maler und Bildhauer, Tierfreunde und Tierschützer, aber auch Theologen, Politiker und Geschäftsleute bewegt hat, sich positiv oder negativ zu diesem Thema zu äußern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

Einführung in das Thema

I. Stierkampf mit Konsequenzen

Reise nach Mallorca

Die plaza de toros in Palma

Der Einmarsch (paseo) der Toreros

Mit Degen und puntilla – der erste Stier

Sprung über die barrera – der zweite Stier

Die tienta – Tapferkeitstest der zweijährigen Kälber

Der Tod des Siegers – der dritte Stier

Ein Ohr für den Matador – der vierte Stier

Die Pferde im Stierkampf und ihre Reiter (picadores)

Der Schrei eines Pferdes – der fünfte Stier

Das schnelle Ende – der sechste Stier

Mit Eleganz in den Tod – der rejoneo

Das Ende einer Freundschaft

Die Zeit nach Mallorca

II. 65 ganzseitige Originalaufnahmen in Farbe Erläuterungen der Bilder

III. Vom mythischen Stier zur „Fiesta Nacional“

Die Geschichte des Stierkampfes

Der moderne Stierkampf und seine Matadore

Stierkampf und Tradition

Begriff des Stierkampfes

Wesen des Stierkampfes und seine aficionados

Toreros, Manager und Züchter

Sind die Spanier Tierquäller?

Schon Kinder schwenken ein rotes Tuch

Argumente und Gegenargumente

Die katholische Kirche und der Stierkampf

IV. Politik und Tierschutzrecht in Spanien, Frankreich und der Europäischen Union

Tierquälerei – ein Verbot mit Ausnahmen

Stierkampf in Spanien – ein nationales Kulturgut?

Zwei feindliche Brüder – Katalonien und Madrid

Katalonien ächtet den Stierkampf

Madrid bleibt eine Hochburg

Ein frischer Wind im Baskenland

Der Stierlauf in Pamplona (Navarra)

Bilbao

Donostia/San Sebastián

Kulturschande statt Kulturgut in Frankreich

V. Politik und Tierschutz in der Europäischen Union

Die Politik

Subventionen retten den Stierkampf

Auch die Bundesrepublik Deutschland hilft mit

Blutzoll der politischen Organisation EU

VI. Stierkampf soll Weltkulturerbe werden

VII. Stierkampf in Mexiko Nicaragua Ecuador Kolumbien und der Dominikanischen Republik

Mexiko

Nicaragua

Ecuador

Kolumbien

Dominikanische Republik

VIII. Der Stierkampf und seine Zukunft

Zielsetzung & Themen

Das Ziel des Werkes ist eine kritische, wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Stierkampf als kulturelles und politisches Phänomen in Europa und Lateinamerika, wobei insbesondere die tierethischen Aspekte und die Verknüpfung mit Tradition und Politik untersucht werden.

  • Die historische Entwicklung des Stierkampfs und dessen mythologische Wurzeln.
  • Die Analyse der Grausamkeit des Stierkampfs und der Behandlung der Tiere (Stiere und Pferde).
  • Die kritische Beleuchtung der Rolle der katholischen Kirche und der politischen Institutionen.
  • Die ökonomische Betrachtung der Stierkampfindustrie und ihrer Subventionierung durch die EU.

Auszug aus dem Buch

Die plaza de toros in Palma

Wir wollten natürlich möglichst frühzeitig die plaza de toros erreichen, um unseren nicht ganz billigen Sperrsitz im unteren Bereich auf der Schattenseite sichern und im Bedarfsfall auch verteidigen zu können. Nach meiner Erinnerung waren die einzelnen Kategorien der preisabhängigen Platzgruppen zwar genau bestimmt und überwacht, aber nicht numeriert. Die Qualitäten sind in allen Stierkampfarenen gleichermaßen aufgeteilt und entsprechend benannt.

Die Sonne stand noch hoch, als wir gegen 16.00 Uhr die plaza de toros erreichten. Das steinerne Theater war im Stil eines römischen Amphitheaters erbaut. Durch den Haupteingang gelangten wir in einen hohen Rundgang innerhalb des dicken Gemäuers, von dem aus Treppen die Zuschauer je nach gewählter Eintrittskarte aufwärts durch die Ausgänge zu den entsprechenden Abschnitten und Plätzen führten. Das Stadionrund war zu dieser Zeit noch reichlich leer. Deshalb nutzte ich die Gelegenheit, um von dem uns zugewiesenen Platz weg noch einmal hochzusteigen und von möglichst hoch oben einen Gesamteindruck der Anlage zu bekommen. Die Platzanweiser kamen mir dabei nach Prüfung meines Tickets freundlich entgegen.

Der große Kessel mit den ausladenden Zuschauerrängen wirkte von oben wie ein runder Krater, der sich nach unten zunehmend zu einem Trichter verjüngt. Dort gab er den meist 50 m im Durchmesser großen und mit gelbem Sand bedeckten eigentlichen ruedo (Arena, Kampfplatz) frei. Nur in Ronda, eines der ersten großen Stadien in Spanien (Baujahr 1785), erreicht die Arena einen Durchmesser von 65 m. Er ist stets von einer rot-braun gestrichenen, 1,60 m hohen barrera (hölzerne Trennwand) umgeben. Diese besteht aus dicken Balken, die in Betonpfeiler eingelassen sind. Außen und innen läuft eine weiß gestrichene, 45 cm hohe Stufe an der barrera entlang. Dieser Sockel bildet für den Torero eine Art Sprungbrett, um sich im Bedarfsfall auf der Flucht vor dem Stier mit eleganter Flanke über die barrera in Sicherheit bringen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Stierkampf mit Konsequenzen: Ein detaillierter Erlebnisbericht über einen Stierkampf auf Mallorca, der als Ausgangspunkt für die kritische Auseinandersetzung mit der Brutalität des Rituals dient.

II. 65 ganzseitige Originalaufnahmen in Farbe Erläuterungen der Bilder: Eine fotografische Dokumentation mit erläuternden Kommentaren zu den Abläufen in der Arena.

III. Vom mythischen Stier zur „Fiesta Nacional“: Untersuchung der historischen Wurzeln des Stierkults, der religiösen Aspekte und der Entwicklung zum heutigen Stierkampf.

IV. Politik und Tierschutzrecht in Spanien, Frankreich und der Europäischen Union: Analyse der politischen Bemühungen um Tierschutz sowie der staatlichen Haltung zu Verboten und Kulturerbe-Status.

V. Politik und Tierschutz in der Europäischen Union: Darstellung der Rolle der EU bei der Subventionierung der Stierkampfbranche und der kritischen Auseinandersetzung mit diesen Zahlungen.

VI. Stierkampf soll Weltkulturerbe werden: Beschreibung der Lobbyarbeit zur Erlangung des Weltkulturerbe-Status bei der UNESCO und der Gegenwehr.

VII. Stierkampf in Mexiko Nicaragua Ecuador Kolumbien und der Dominikanischen Republik: Überblick über die Situation und Tierschutzentwicklungen in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern.

VIII. Der Stierkampf und seine Zukunft: Prognose zur gesellschaftlichen Entwicklung und die Notwendigkeit des aktiven Widerstands gegen das Gemetzel.

Schlüsselwörter

Stierkampf, Tierquälerei, Corrida, Tierschutz, Tradition, Kulturgut, Matador, Europa, Spanien, Frankreich, Lobbyismus, Subventionen, Ethik, UNESCO, Taurologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit ist eine kritische, persönliche Auseinandersetzung mit dem Stierkampf, die dessen blutige Realität und die damit verbundenen moralischen Fragen thematisiert.

Welche zentralen Themenfelder deckt das Buch ab?

Das Buch deckt die historische Herleitung, die politische und wirtschaftliche Dimension (Subventionen), ethische Fragen zum Tierschutz sowie die Rolle der Religion ab.

Was ist das primäre Ziel des Autors?

Der Autor möchte den Leser über die Realität hinter dem Stierkampf aufklären und zum Nachdenken anregen, um langfristig zur Beendigung dieses seiner Meinung nach grausamen Rituals beizutragen.

Welche wissenschaftliche Perspektive wird eingenommen?

Das Buch ist eine Kombination aus persönlichem Erlebnisbericht und einer fundierten Analyse, die sich auf historische Fakten, Statistiken und tierethische Argumente stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Praxis des Stierkampfes, die Rolle der Akteure (Matadore, Züchter), die politischen Rahmenbedingungen in Europa sowie die Situation in lateinamerikanischen Ländern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Stierkampf, Tierschutz, Ethik, Tradition, Kulturkritik, politische Analyse und europäische Tierschutzgesetzgebung.

Wie bewertet der Autor die Rolle der katholischen Kirche?

Der Autor ist tief enttäuscht von der passiven oder gar unterstützenden Haltung der Kirche, da diese im Widerspruch zu christlichen Werten des Tierschutzes stehe.

Warum sieht der Autor den Stierkampf nicht als Kunst an?

Er lehnt den Kunstbegriff ab, da ein Ritual, das auf der gezielten Folterung und Tötung eines Lebewesens basiert, seiner Definition nach moralisch nicht legitimiert werden kann.

Excerpt out of 326 pages  - scroll top

Details

Title
Blutiger Sand: Stierkampf – Ein tödliches Ritual
Author
Dr. jur. Kurt Frings (Author)
Publication Year
2012
Pages
326
Catalog Number
V206076
ISBN (eBook)
9783656330073
ISBN (Book)
9783656329923
Language
German
Tags
blutiger sand stierkampf ritual
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. jur. Kurt Frings (Author), 2012, Blutiger Sand: Stierkampf – Ein tödliches Ritual, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206076
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