Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz der Musiktherapie in der Bahandlung von Kindern und Jugendlichen. Dabei stützt sich die Arbeit auf berichte und ERfahrungen von verschiedenen Musiktherapeuten.
Inhaltsverzeichnis
1. Musik, eine geeignete Therapie
2. Definitionen der Musiktherapie
3. Die Bedeutung der Musik für die Entwicklung
4. Die Entwicklung der Musiktherapie
5. Forschung in der Musiktherapie
6. Die Formen der Musiktherapie
7. Der Verlauf der Therapie
8. Der Therapieraum
9. Die Instrumente und ihre Bedeutung in der Musiktherapie
10. Die Einsatzbereiche der Musiktherapie
10.1 Der Einsatz der Musiktherapie bei Kindern und Jugendlichen mit physischen Krankheiten
10.2 Der Einsatz der Musiktherapie bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Krankheiten
10.2.1 Lernbehinderungen
10.2.2 Autismus
10.2.3 Aggressionen
10.2.4 Essstörungen
10.2.5 Schizophrenie
10.2.6 Zwänge
10.2.7 Mutismus
10.2.8 Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen auf Grund sexuellen Missbrauchs
11. Musiktherapie als geeigneter Ansatz der Behandlung physischer und psychischer Krankheiten
12. Die Zukunft der Musiktherapie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Wirksamkeit und Anwendungsmöglichkeiten der Musiktherapie in der Behandlung physisch und psychisch kranker Kinder und Jugendlicher. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, bei welchen spezifischen Krankheitsbildern Musiktherapie als erfolgreicher Ansatz dient und wie der therapeutische Prozess in diesen Fällen gestaltet ist.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Musiktherapie
- Methodische Vorgehensweisen und instrumentelle Bedeutung
- Einsatzbereiche bei psychischen Störungen (u.a. Autismus, Schizophrenie, Mutismus)
- Therapeutischer Verlauf und Rahmenbedingungen
- Anforderungen an Forschung und Qualitätssicherung
Auszug aus dem Buch
10.2.2 Autismus
Juliette Alvin (1897-1982), eine Pionieren auf dem Gebiet der Kindermusiktherapie, hat bei ihrer Arbeit mit autistischen Kindern drei verschiedene Stadien für die Entwicklung von Beziehungen beschrieben.
Im ersten Stadium orientiert sich das Kind allein an Gegenständen, im zweiten Stadium baut es eine Beziehung zu sich und zum Therapeuten auf und im dritten Stadium gelingt es ihm schließlich Beziehungen zu anderen Personen aus seiner Umgebung aufzubauen. In Bezug auf diese Stadien hat Alvin Techniken für die musiktherapeutische Behandlung beschrieben.
Im ersten Stadium setzt sie aktive Techniken ein, um die Wahrnehmung des Kindes zu fördern. Auf eine rezeptive Vorgehensweise greift sie nur zurück, um dem Kind die Musik und die Instrumente näher zu bringen. Das Kind soll hierbei Vergnügen am Musizieren haben. Auch im zweiten Stadium werden aktive Techniken eingesetzt, damit das Kind die Möglichkeit hat seine Emotionen auf das Instrument zu übertragen und Vertrauen zum Therapeuten zu entwickeln. Rezeptiv wird gearbeitet, um das Kind zu sensibilisieren. Das dritte Stadium erlaubt einen Übergang zur Gruppen- bzw. Familientherapie. Durch das Wiederholen der zuvor erlebten Aktivitäten soll auf ähnliche Weise wie mit der Therapeutin ein Kontakt zu den anderen Gruppenmitgliedern aufgebaut werden. Dazu dienen Improvisationen, Hören und Singen von Liedern (vgl. Plahl & Koch-Temming 2008a, S.40-41).
Bruhn empfiehlt für die Behandlung autistischer Patienten Einzeltherapie, in einer Gruppentherapie würde sich der Patient vermutlich zurückziehen, was aber nicht bedeutet, dass die Gruppentherapie nicht ein Ziel der Einzeltherapie sein kann. Vorsichtiges Vorgehen ist dennoch angebracht, da die neue Situation vom Patienten als bedrohlich und angsteinflößend wahrgenommen werden kann (vgl. Bruhn 2000, S.103).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Musik, eine geeignete Therapie: Einleitung in die persönliche Motivation und die Bedeutung von Musik als Ausdrucksmittel für Kinder.
2. Definitionen der Musiktherapie: Vorstellung grundlegender Definitionen durch die DGMT und die WFMT zur Orientierung.
3. Die Bedeutung der Musik für die Entwicklung: Analyse der Rolle von Musik für die menschliche Entwicklung und ihre präventive Wirkung.
4. Die Entwicklung der Musiktherapie: Historischer Rückblick auf die Ursprünge der therapeutischen Anwendung von Musik.
5. Forschung in der Musiktherapie: Erörterung des Forschungsstandes, der Methoden und der Wirksamkeit musiktherapeutischer Ansätze.
6. Die Formen der Musiktherapie: Unterscheidung zwischen rezeptiven und aktiven Formen der Musiktherapie.
7. Der Verlauf der Therapie: Darstellung des typischen Ablaufs einer Therapie von der Kontaktaufnahme bis zur Bearbeitung und dem Abschluss.
8. Der Therapieraum: Erläuterung der Bedeutung der räumlichen Gestaltung für den therapeutischen Prozess.
9. Die Instrumente und ihre Bedeutung in der Musiktherapie: Untersuchung der Auswahl und Wirkung spezifischer Musikinstrumente.
10. Die Einsatzbereiche der Musiktherapie: Detaillierte Darstellung verschiedener Indikationen bei physisch und psychisch kranken Kindern und Jugendlichen.
11. Musiktherapie als geeigneter Ansatz der Behandlung physischer und psychischer Krankheiten: Bewertung der Eignung der Musiktherapie für diverse Krankheitsbilder.
12. Die Zukunft der Musiktherapie: Reflexion über Professionalisierung und notwendige Anerkennung der Disziplin.
Schlüsselwörter
Musiktherapie, Psychotherapie, Heilpädagogik, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Autismus, Mutismus, Schizophrenie, Instrumente, Improvisation, Nonverbale Kommunikation, therapeutische Beziehung, Entwicklungsstörungen, Wirksamkeitsforschung, Essstörungen, Trauma.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Musiktherapie als Behandlungsform bei Kindern und Jugendlichen mit physischen und psychischen Erkrankungen eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte und Methoden der Musiktherapie, die therapeutische Arbeit mit verschiedenen Krankheitsbildern sowie die Bedeutung des therapeutischen Rahmens.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es zu analysieren, bei welchen Erkrankungen Musiktherapie erfolgreich wirkt und wie der therapeutische Prozess bei verschiedenen Störungsbildern strukturiert ist.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um ein Theorieprojekt, das auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Therapieberichten verschiedener Experten basiert.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in allgemeine musiktherapeutische Grundlagen (Formen, Raum, Instrumente) sowie in spezifische Einsatzbereiche bei psychischen Krankheiten wie Autismus, Aggressionen oder Essstörungen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Zu den prägenden Begriffen gehören Musiktherapie, Entwicklungsstörungen, nonverbale Kommunikation, therapeutische Beziehung und verschiedene psychische Störungsbilder.
Wie unterscheidet sich die therapeutische Herangehensweise bei autistischen Kindern?
Die Arbeit beschreibt, dass bei autistischen Patienten meist Einzeltherapie angewendet wird, wobei der Therapeut durch musikalisches Nachahmen eine Kontaktbrücke baut, ohne das Kind zu überfordern.
Welche Rolle spielt die Musiktherapie bei sexuellem Missbrauch?
Musik dient hier als Ventil, um verdrängte Gefühle auszudrücken, wobei der behutsame Aufbau von Vertrauen und die Wahl der Instrumente eine zentrale Rolle für den Schutz des Patienten spielen.
- Arbeit zitieren
- Katharina Hamm (Autor:in), 2009, Möglichkeiten der Musiktherapie bei der Behandlung physisch und psychisch kranker Kinder und Jugendlicher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206088