Der fotografische Prozess: Von der einfachen Bildzeichnung zum fertigen Foto auf Fotopapier


Facharbeit (Schule), 2012
22 Seiten, Note: 13 Punkte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Gliederungspunkt

1. MindMap
1.1. Einleitung
1.1.2. Themenstellung
1.1.3. Ziele der Arbeit
1.1.4. Voraussetzungen der Wissenschaft
1.1.4.1. Camera obscura
1.1.4.2. Laterna magica
1.1.4.3. Camera lucida
1.1.4.4. Physionotrace

2. Entwicklungsschritte des fotografischen Prozesses (1727-1841)
2.1. Entdeckung der Lichtempfindlichkeit der Silbersalze durch J. H. Schulze (1727)
2.1.1. Kreideversuch nach J. H. Schulze
2.2. Direktkopie eines Kupferstichs auf einer Asphalt-Glasplatte
2.2.1. Aufnahmen von körperlichen Gegenständen durch Nicéphore Niépce
2.3. Entwicklung der Daguerreotypie durch Louis Jacques Mandé Daguerre (1831-1839)
2.3.1. Entdeckung der Lichtempfindlichkeit von Silberjodid (1831)
2.3.2. Entwicklung eines Bildes auf einer Jodsilberplatte mit Quecksilberdampf (1837)
2.3.2.1. Fixierung der Jodsilberplatte mit Kochsalzlösung
2.3.2.2. Fixierung der Jodsilberplatte mit Natriumthiosulfat
2.3.3. Vorstellung der Daguerreotypie bei der Akademie der Wissenschaften in Paris
2.4. Die Entwicklung der „Talbotypie“ durch William Henry Fox Talbot (1841)
2.4.1. Entwicklung eines in der Kamera belichteten Jodsilberpapiers mit Gallussäure
2.4.2. Entwicklung des Positiv-Negativ Verfahrens zur Massenvervielfältigung eines Fotos

3. Kritische Betrachtung der Quellenangaben zur Bedeutung der Daguerreotypie

4. Anhang
4.1. Glossar
4.2. Chronologie der Fotografie
4.3. Quellenverzeichnis
4.3.1. Materialien aus Printquellen
4.3.2. Materialien aus dem Internet
4.4. Bildverzeichnis

1 MindMap

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.1. Einleitung

Nachdem die Menschheit über viele Jahrhunderte hinweg keine wirklichkeitsgetreue Abbildung ihrer Umwelt herstellen konnte, drängte es nach einem neuen Darstellungsmittel, der Fotografie. Um 1800 widmeten sich in verschiedenen Ländern Europas, insbesondere in Deutschland, Frankreich und England Wissenschaftler diesem Problem.

Es war Johann Heinrich Schulze, der 1727 in Deutschland (Halle an der Saale) die Lichtempfindlichkeit von Salzkristallen entdeckte. Einem Franzosen, Nicéphore Niépce, gelang es die direkte Kopie eines Kupferstichs auf einer mit Asphalt beschichteten Glasplatte zu erstellen. Sein Forscherkollege, Louis Jacques Mandé Daguerre gelang 1839 der Durchbruch mit der nach ihm benannten „Daguerreotypie“, einem Verfahren zur Erstellung von Bildern auf einer mit Silber beschichteten Kupferplatte als Unikat. Ein Engländer war es, der schließlich das Positiv-Negativ Verfahren in Leben rief.

Ich interessiere mich sehr für Fotografie und habe mich intensiv mit digitaler Fototechnik und digitalen Bildbearbeitungsprogrammen beschäftigt. Da aber viele berühmte Fotos mit analogen Kameras aufgenommen wurden, stellte ich mir die Frage nach den Anfängen der Fotografie. Bei der Bearbeitung des Themas erstaunte mich vor allem, welche Zeit und Mühe die Erstellung eines einzelnen Fotos damals beanspruchte und wie lange man heute für diesen Vorgang benötigt. Was 1830 mehrere Stunden an Belichtungs- und Entwicklungszeit dauerte, geschieht heute bei Digitalkameras in Bruchteilen einer Sekunde mit einem einfachen Auslösen.

1.1.2. Themenstellung

Der fotografische Prozess stellt eine Sammelbezeichnung von chemischen Reaktionen dar, bei denen durch Belichtung auf einem Trägermaterial - der fotografischen Schicht - ein latentes Bild entsteht, das durch eine nachfolgende Entwicklung in ein für das menschliche Auge sichtbares Bild umgewandelt werden kann.

1.1.3. Ziele der Arbeit

Mein Ziel ist es, mit wissenschaftlichen Methoden die Hintergründe des fotografischen Prozesses zu analysieren und strukturiert zusammenzufassen. Hierbei wird mein Schwerpunkt die Darstellung der chronologisch aufeinander folgenden chemischen Erfindungen der wichtigsten Forscher dieser Zeit. Das Thema ist eingegrenzt auf den Zeitraum von der Entdeckung der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen (1727) bis hin zur Entwicklung des Positiv-Negativ Verfahrens als Grundlage der später folgenden Massenvervielfältigung von Fotografien (1841).

1.1.4. Voraussetzungen der Wissenschaft

Um 1800 drängt die Zeit danach, mit einem selbsttätig funktionierenden Mittel die Wirklichkeit abzubilden. Mehrere Wissenschaftler arbeiteten unabhängig voneinander an diesem Problem.

Dass intensive Sonnenstrahlung das Aussehen von Gegenständen verändern kann, war schon lange beobachtet worden. Auch hatten Wissenschaftler bereits im 16. Jh. festgestellt, dass sich Silbernitrate an der Sonne schwärzen, vgl. Baatz, Willfried: Geschichte der Fotografie, Seite 15.

Bevor die Fotografie ihren Siegeszug begann, traten eine Reihe optische Geräte neben die Camera obscura, die ebenfalls die Natur nachahmen wollten und unter 1.1.4.1.-1.1.4.4. dargestellt werden.

1.1.4.1. Camera obscura

Schon Aristoteles kannte das Prinzip der Lochkamera. Bei einer Lochkamera (Camera obscura) fällt Tageslicht durch ein Loch in einen lichtdicht verschlossenen Kasten. Das im Inneren entstehende realitätsgetreue Abbild erscheint seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend auf der gegenüberliegenden Wand (vgl. Abb. 1).

Anfangs war die Camera obscura wirklich eine begehbare, verdunkelte Kammer mit einem Loch in der Außenwand. Sie diente Künstlern als Zeichenhilfe. Im Laufe des 17. Jh.s. konstruierte man kleine, kastenförmige, mit Linsen versehene Apparate, in denen ein Umkehrspiegel angebracht war. In die Camera obscura war in der Regel eine mattierte Glasplatte integriert, die als Zeichenfläche diente. Gezeichnet wurde auf transparent gemachtem Papier. Das durch die Linse eingefangene Bild wir über den Umkehrspiegel auf die Zeichenfläche projiziert und dort abgenommen, vgl. Baatz, Willfried: Geschichte der Fotografie, Seite 12 & 17.

1.1.4.2. Laterna magica

Vor dem Aufkommen der Fotografie wurden Laterna-Magica Bilder gezeichnet oder schabloniert. Hierbei wirft eine Lichtquelle, zum Beispiel Kerze oder Petroleumlampe, ihr Licht durch die Öffnung eines Kastens und einen dort davor geschobenen bemalten Glasstreifen. Diese Bilder werden mittels Linsen auf die Wand projiziert, vgl. Baatz, Willfried: Geschichte der Fotografie, Seite 17.

1.1.4.3. Camera lucida

Dieses Verfahren diente dazu, Gegenstände möglichst genau und naturgetreu zu zeichnen. Bei der Benutzung schaut man auf ein Prisma, währenddessen wird mit der Hand das verkleinerte Bild nachgezeichnet, vgl. Abb. 3.

1.1.4.4. Physionotrace

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auch die Physionotrace war eine Zeichenhilfe, mit der Silhouetten nachgezeichnet und verkleinert auf Metallplatten aufgetragen werden können. In Abb. 4 erkennt man ein typisches Graviergerät, in Abb. 5 eine typische, zur damaligen Zeit sehr beliebte Physionotrace (Portraitzeichnung).

2. Entwicklungsschritte des fotografischen Prozesses (1727-1841)

In den folgenden Abschnitten 2.1.-2.4. werden die Entwicklungsschritte der Fotografie, die sich in Deutschland, Frankreich und England vollzogen, näher erläutert:

2.1. Entdeckung der Lichtempfindlichkeit der Silbersalze durch J. H. Schulze (1727)

Im Alter von rund 40 Jahren entdeckte der Wissenschaftler und Arzt Johann Heinrich Schulze 1727 die Lichtempfindlichkeit der Silbersalze. Zuvor hatte man geglaubt, dass nicht die Lichtempfindlichkeit, sondern die Temperatur dafür sorgt, dass die Silbersalze sich verfärben. Der in Halle lebende Wissenschaftler machte ein Experiment.

2.1.1. Kreideversuch nach J. H. Schulze

Ein Reagenzglas wird zur Hälfte mit Calciumcarbonat gefüllt und durch Zugabe von wenig Wasser zu einer dickflüssigen Kalk-Wasser Aufschlämmung verrührt. Anschließend wird die Aufschlämmung mi

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

t ca. 3ml Silbernitratlösung versetzt und mit Kraftaufwand geschüttelt. Nachdem man weitere 3ml Natriumchloridlösung hinzugegeben hat, wird erneut geschüttelt. Das Reagenzglas wird mit einer Schablone aus Aluminiumfolie umwickelt und stark belichtet.

Ergebnis:

Nach 5min färbt sich die belichtete Stelle dunkel. Aus der Silbernitrat- und der Natriumchloridlösung entsteht Silberchlorid, das sich aufgrund der Aufschlämmung nicht absetzt, sondern weiterhin gleichmäßig in der Flüssigkeit verteilt bleibt. Durch Lichteinwirkung entsteht Silber, vgl. http://www.chemieunterricht.de/dc2/foto/foto-v010.htm.

Es resultiert folgende Reaktionsgleichung:

Der Kreideversuch weist somit die Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen nach. Schon zuvor hatte Johann Heinrich Schulze nachgewiesen, dass sich Silbernitrat bei Sonneneinstrahlung verdunkelt. Er erhitzte Silbernitrat in einem Ofen, dabei stellte er fest, dass sich die Silbernitrate nicht verdunkelten. So konnte er ausschließen, dass die Temperatur Auslöser für die Verdunkelung sein konnte, vgl. http://www.chemie.de/lexikon/johann_Heinrich_Schulze.html.

[...]

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Details

Titel
Der fotografische Prozess: Von der einfachen Bildzeichnung zum fertigen Foto auf Fotopapier
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2012
Seiten
22
Katalognummer
V206093
ISBN (eBook)
9783656330011
ISBN (Buch)
9783656330813
Dateigröße
19718 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fotografie, fotografischer Prozess, Johannes, Glinka, Chemie, Photo, Foto, Photografie, Daguerreotypie, Niépce, Camera Obscura, Camera Lucida
Arbeit zitieren
Johannes Glinka (Autor), 2012, Der fotografische Prozess: Von der einfachen Bildzeichnung zum fertigen Foto auf Fotopapier, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206093

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