Der Teufel: Eine Untersuchung der Darstellung des Teufels


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
23 Seiten

Leseprobe

Gliederung

1.0 Einleitung
1.1 Aufbau und Ziel der Untersuchung

2.0 Hauptteil
2.1 Satan, Teufel oder Lucifer? Die Frage nach dem Namen
2.2 Satan im Alten Testament
2.3 Satan im Neuen Testament
2.4 Satan in der Kunst
2.5 Satan in der Comic-Bibel

3.0 Fazit
3.1 Der Teufel als Symbol des Bösen?

4.0 Anhang
4.1 Bildverzeichnis
4.1.1 Fra Angelico: Das Jüngste Gericht (Detail)
4.1.2 Taddeo di Bartolo: Die Hölle
4.1.3 Anonym: Die Empfängnis Merlins
4.1.4 Anonym: Der Zustand der Sünde
4.1.5 Anonym: Die Hölle und die sieben Todsünden
4.1.6 Can Stock Photo: Illustration „Vektor“
4.1.7 Siku: Die Bibel
4.2 Literaturverzeichnis
4.3 Internetquellen

1.0 Einleitung

1.1 Aufbau und Ziel der Untersuchung

Der Teufel - Symbol des Bösen oder doch das Böse selbst? Diese Diskussion umtreibt die Theologie, eigentlich sogar die gesamte Menschheit, seit Jahrhunderten. Doch wer oder was ist dieser Teufel eigentlich? Und vor allem, wie stellen sich die Menschen dieses personifizierte Böse vor.

Darum soll es in der vorliegenden Arbeit gehen. Weniger um die Rolle des Teufels als Symbol des Bösen als vielmehr um seine Darstellung. Aufgrund dieser Darstellung soll abschließend ein kurzes Fazit gezogen werden, die Diskussion um die Entstehung des Teufels und seine Rolle im Zusammenhang mit der Allmacht Gottes soll hierbei außen vor gelassen werden, da diese den Rahmen der Arbeit sprengen würde.

Um aber auf die Darstellung des Teufels hinzuleiten, wird zunächst einmal der Name des Teufels erläutert. Im weiteren Verlauf wird seine Rolle sowohl im Alten Testament sowie im Neuen Testament analysiert. Weiterhin seine künstlerische Darstellung, speziell im Mittelalter, in der Renaissance sowie im 19. Jahrhundert, aber auch die aktuelle Darstellung, unter anderem am Beispiel einer Comic-Bibel wird untersucht. Abschließend sollen die Ergebnisse in einem kurzen Fazit zusammengefasst werden.

1.0 Hauptteil

2.1 Satan, Teufel oder Lucifer? Die Frage nach dem Namen

Der Teufel hat verschiedene Namen, die an den verschiedensten Stellen genutzt werden. So ist im Alten Testament oft vom Satan die Rede, während im Neuen Testament der Bibel eher der Teufel auftritt.

Dabei ist der Begriff Satan in der ursprünglichen Bedeutung kein Name für die Figur des Teufels. Das Wort Satan, welches einen hebräischen Ursprung hat, bedeutet so viel wie Widersacher. Es existierte vor dem Wort Teufel und ist in allen Sprachen, die das Wort Teufel kennen bekannt.

Satan ist eher als Titel zu verstehen und deshalb nicht gleichzusetzen mit der Figur des Teufels.

Die Figur mit dem Titel Satan tritt teilweise menschlich, aber auch himmlisch auf und ist in der Bibel vor allem im Buch Hiob, generell aber eher nur im Alten Testament zu finden.

Im Neuen Testament, besonders bei Lukas und Matthäus tritt dagegen eine Teufel genannte Figur auf. Das Wort Teufel hat einen griechischen Ursprung und bedeutet Ankläger oder Verleumder. Durch eine fehlerhafte Übersetzung vom Hebräischen ins Griechische wurden die Namen Teufel und Satan unter dem griechischen Namen Διάβολος (diabolos) zusammengefasst. Diabolos bedeutet Teufel. Dadurch wird deutlich, warum Satan oft als Synonym für das Wort Teufel genutzt wird.[1]

Im Neuen Testament nutzen ursprünglich nur die Evangelisten Matthäus und Lukas den Begriff Satan, Markus dagegen spricht vom Teufel. Später wurden die Namen gleichgesetzt, wodurch Satan zum Namen des Teufels wurde.[2]

Ein weiteres Synonym für den Teufel ist der Begriff Dämon. Dies meint einen zwischen Göttern und Menschen stehenden Geist. Es gibt sowohl gute als auch böse Dämonen.[3]

Ein viel genutzter Name ist aber auch Lucifer. Das Wort Lucifer bedeutet Lichtbringer, was in diesem Zusammenhang nicht unbedingt zur Person des Teufels passt. Es ist auch kein offizieller Name sondern wurde aus Jesaja 14,12 hergeleitet:

Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle Völker niederschlugst! (Jes 14,12)[4]

Hier wurde eine Beziehung zum Teufel hergestellt[5] und, um die Existenz des Teufels als ursprünglich von Gott geschaffenen Engel zu belegen, wurde Lucifer zum Namen des Teufels.[6]

2.2 Satan im Alten Testament

Im Alten Testament der Bibel tritt Satan nur selten auf. Er wird hier als Satan bezeichnet, da Satan ein altes hebräisches Wort ist, welches Widersacher bedeutet.[7] Und als dieser Widersacher tritt er auf.

Im Buch Hiob tritt der Satan aber zunächst in einer anderen Rolle auf. Er bewegt sich unter den Gottessöhnen, dem Gefolge Gottes und spricht mit Gott. Gott duldet Satan und geht auf seine Herausforderung, Hiob zu prüfen, ein.[8]

In diesem Fall steht Satan im Dienst Gottes und tritt gegen die Menschen gerichtet auf.[9] Er erscheint hier nicht als Widersacher des göttlichen Willens und auch nicht als Versucher zum Bösen. Stattdessen veranlasst er den Versuch, Hiobs Gottesfurcht zu testen.

Satan fungiert auch als Instrument Gottes, da er es ist, der Hiob die zu erduldenden Übel auferlegt. Gott nutzt ihn also dazu aus, Schlechtes über Hiob zu bringen, er nutzt ihn als eine Art Werkzeug.[10]

Des Weiteren wird hier der wohl größte Unterschied zwischen Gott und Satan deutlich. Während Satan nur an das Schlechte des Menschen glaubt und diesen auch durchweg versucht schlecht darzustellen, glaubt Gott an das Gute im Menschen.[11]

Der Prophet Sacharja bestätigt das Bild von Satan, welches im Buch Hiob gebildet wird. Auch hier tritt Satan an der Seite Gottes auf.[12] Ebenfalls erscheint er als Feind der Menschen[13] und genauer als Widersacher des Volkes Israel.[14] Satan ist hier ein Ankläger, sein Anliegen ist die Herbeiführung von Strafe und Unglück.[15]

Als weiteres Motiv Satans, neben der Darstellung des schlechten Menschen, wird im Buch der Weisheit Salomos der Neid genannt.[16]:

Aber durch des Teufels Neids ist der Tod in die Welt (Weistheit 2,24)[17]

Weiterhin erklärt Roskoff, dass Satan auch Einfluss auf die Sünden der Menschen hat.[18]

2.3 Satan im Neuen Testament

Im Neuen Testament tritt der Teufel sehr oft auf. Vor allem bei den Synoptikern, also den drei Evangelisten Lukas, Matthäus und Markus, findet Satan häufig Erwähnung. Und auch Paulus beschreibt ihn mehrmals. Im Neuen Testament trägt er auch verschiedene Namen, zum Beispiel Satan, Teufel und auch Belzebub.

Die Vorstellung des Teufels war zu der Zeit, in der das Neue Testament verfasst wurde, sehr geläufig.[19]

Satan erscheint im Neuen Testament oft als Feind. Dies wird in folgenden Ausschnitten deutlich:

Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. (Lk 22,31)[20]

Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht fest im Glaube und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. (1. Petrus 5,8)[21]

In diesen beiden Zitaten wird deutlich, dass der Teufel oft als derjenige dargestellt wird, der die Frommen versucht und bedroht. Auch ist er der Ankläger der Menschen. Diese Rolle nimmt er bereits im Alten Testament ein, und auch im Buch der Offenbarung wird ihm diese Aufgabe zugeschrieben.[22] Der Teufel tritt weiterhin als Feind Christi und Feind Gottes auf. So schreibt Johannes über den Teufel, dass er der „Vater der Lüge“[23] sei. Des Weiteren wird er als Widersacher und Verderber der Christusgläubigen dargestellt und steht in einem Zusammenhang mit dem Tod. Ihm wird im Brief an die Hebräer die Macht über den Tod zugeschrieben.[24] Roskoff geht sogar soweit, ihn in seinem Werk Geschichte des Teufels als Urheber der Sünde und des Todes zu bezeichnen.[25]

Der Synoptiker Matthäus beschreibt darüberhinaus ein Reich des Teufels, welches dem Reich Gottes gegenübersteht.[26]

Satan entspricht im Neuen Testament an vielen Stellen dem Satan des Alten Testament, er ist der Gegner und Verleumder schlechthin.[27] Der Evangelist Lukas schreibt zwar, dass die Jünger und Apostel Macht über den Satan haben,[28] betont aber gleichzeitig die körperlichen Leiden, die der Teufel verursacht[29] und die Verfolgung der Anhänger des Evangeliums.[30]

[...]


[1] Vgl.: Link, Luther: Der Teufel. Eine Maske ohne Gesicht. München: Wilhelm Fink Verlag 1997. S. 23.

[2] Vgl.: Link, Luther: Der Teufel. Eine Maske ohne Gesicht. S. 25

[3] Vgl.: Link, Luther: Der Teufel. Eine Maske ohne Gesicht. S. 24.

[4] In: Jesaja 14,12.

[5] Vgl.: Link, Luther: Der Teufel. Eine Maske ohne Gesicht. S. 27.

[6] Vgl.: Link, Luther: Der Teufel. Eine Maske ohne Gesicht. S. 29.

[7] Vgl.: Link, Luther: Der Teufel. Eine Maske ohne Gesicht. S.23.

[8] Vgl.: Hiob 6,1-12.

[9] Vgl.: Di Nola, Alfonso: Der Teufel. Wesen, Wirkung, Geschichte. München: Eugen Diederichs Verlag 1990. S.181.

[10] Vgl.: Roskoff, Gustav: Geschichte des Teufels. Köln: Parkland Verlag 2003. S. 171.

[11] Vgl.: Jüngst, Gerhard: Engel in der Bibel – Teufel in der Bibel. Was steht geschrieben? Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2008. S. 59.

[12] Vgl.: Sacharja 3,1.

[13] Vgl: Di Nola, Alfonso: Der Teufel. Wesen, Wirkung, Geschichte. S.181.

[14] Vgl.: Roskoff, Gustav: Geschichte des Teufels. S.172.

[15] Vgl.: Ebd.

[16] Vgl.: Ebd. S.173.

[17] In: Die Weisheit Salomos 2, 24.

[18] Vgl.: Roskoff, Gustav: Geschichte des Teufels. S.173.

[19] Vgl.: Ebd. S. 181.

[20] In: Lukas, 22,31.

[21] In: 1. Petrus 5,8.

[22] Vgl: Die Offenbarung des Johannes 12,10.

[23] Vgl.: Johannes 8, 44.

[24] Vgl.: Der Brief an die Hebräer 2,14.

[25] Vgl.: Roskoff, Gustav: Geschichte des Teufels. S.183.

[26] Vgl.: Matthäus 12,26.

[27] Vgl: Di Nola, Alfonso: Der Teufel. Wesen, Wirkung, Geschichte. S.199.

[28] Vgl.: Lukas 10,19.

[29] Vgl.: Lukas 13,16.

[30] Vgl.: Lukas 22,31.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Der Teufel: Eine Untersuchung der Darstellung des Teufels
Hochschule
Universität Paderborn
Autor
Jahr
2012
Seiten
23
Katalognummer
V206107
ISBN (eBook)
9783656330400
ISBN (Buch)
9783656330516
Dateigröße
3814 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Teufel, Satan, Systematische Theologie, Luzifer
Arbeit zitieren
Maike Weinberg (Autor), 2012, Der Teufel: Eine Untersuchung der Darstellung des Teufels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206107

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