Die Klasse beschäftigt sich seit fünf Doppelstunden mit der Einheit Balladen. Der Einstieg erfolgte über die induktiv angelegte Erschließung der wesentlichen formalen Charakteristika der Textsorte Ballade am Beispiel Theodor Fontanes John Maynard. Die Ballade Der Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Goethe diente einer ersten produktionsorientierten Erschließung, indem die Gefühle des Zauberlehrlings mittels eines szenisch-empathischen Zugangs erarbeitet und ein weiterer Fortgang der Ballade im szenischen Spiel realisiert wurde. In einer vergleichenden Bearbeitung erschlossen die SuS die Ballade Belsazar von Heinrich Heine, indem sie diese mit der Bibelstelle des Alten Testaments verglichen und Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausstellten, um daran anschließend Interpretationsansätze über die Beweggründe Heines bezüglich der vorgenommenen Änderungen aufzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Stundenrelevante Anmerkungen zur Lerngruppe
2. Bemerkungen zum Unterrichtszusammenhang
3. Sachanalyse
4. Didaktische Überlegungen
4.1. Relevanzanalyse
4.2. Konzeption des Lern- und Erkenntnisprozesses
5. Lehrziele
6. Methodische Überlegungen
7. Hausaufgabe
8. Tabellarischer Stundenverlaufsplan
9. Anhang
9.1. antizipiertes Tafelbild
9.2. Kommentierter Sitzplan
9.3. Literaturverzeichnis
9.4. Materialien
Zielsetzung & Themen
Ziel der Unterrichtsstunde ist es, dass die Schülerinnen und Schüler ein empathisches Verständnis für die innere Konfliktsituation des Ritters Delorges in Friedrich von Schillers Ballade "Der Handschuh" entwickeln und auf dieser Grundlage das Verhalten der Figuren sowie die Aussageabsicht des Werkes kritisch bewerten.
- Analyse der Konfliktsituation von Ritter Delorges
- Szenische Erschließung der Gedankenwelt durch Perspektivübernahme
- Erarbeitung der Aussageabsicht der Ballade
- Kritische Reflexion über Liebes- und Freundschaftsbeweise
- Handlungsorientierte Erschließung durch ein Stimmenkarussell
Auszug aus dem Buch
3.) Sachanalyse
Der Begriff Ballade wird von dem italienischen Verb ballata (tanzen) abgeleitet. Seit dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts hat sich der Balladen-Begriff für kurze erzählende Gedichte im weitesten Sinne durchgesetzt.
Die Ballade Der Handschuh von Friedrich von Schiller ist als Ideenballade und damit als eine Sonderform der neuzeitlichen deutschen Kunstballade zu kategorisieren. Die Ideenballade fokussiert einen Protagonisten, der sich in einem Konflikt befindet, der bekannte elementare Grundsituationen des menschlichen Zusammenlebens betrifft. „Die Idee triumphiert über das irrational Schicksalhafte, der aktiv handelnde Held über den passiv leidenden; das Ideal siegt im Widerstreit von ewiger und irdischer Gerechtigkeit über die Realität.“ Das Heldentum zeichnet sich hierbei durch die Notwendigkeit der Überwindung von Schwierigkeiten, zur Verwirklichung einer sittlichen Idee aus. Entstanden ist die Ballade Der Handschuh am 18. und 19. Juni 1797. Inhaltlich gliedert sie sich in zwei Bereiche: In den Strophen 1-4 wird die situative Einbettung der Handlung detailliert beschrieben. Das zu erwartende Kampfspiel der Raubtiere findet allerdings nicht statt.
Zusammenfassung der Kapitel
Stundenrelevante Anmerkungen zur Lerngruppe: Dieses Kapitel enthält Informationen zur spezifischen Zusammensetzung und zu den Lernvoraussetzungen der Lerngruppe 7.
Bemerkungen zum Unterrichtszusammenhang: Hier wird die Einbettung der Stunde in die laufende Unterrichtseinheit "Balladen" beschrieben, einschließlich des Rückblicks auf bisherige Leseerfahrungen.
Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert den literaturwissenschaftlichen Hintergrund zur Ballade "Der Handschuh", insbesondere die Einordnung als Ideenballade und die historischen Entstehungsbedingungen.
Didaktische Überlegungen: Hier werden die fachliche und die Schülerrelevanz des Themas dargelegt sowie das methodische Konzept des Lernprozesses erläutert.
Lehrziele: Dieses Kapitel definiert die übergeordneten Lernziele und Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler in der Stunde erwerben sollen.
Methodische Überlegungen: Hier wird die Entscheidung für bestimmte methodische Formate wie das Stimmenkarussell und die Artikulationsphasen der Stunde begründet.
Hausaufgabe: Dieses Kapitel beschreibt die Aufgabenstellung zur Vor- und Nachbereitung der Stunde sowie die geplante Internetrecherche zum geänderten Schluss der Ballade.
Tabellarischer Stundenverlaufsplan: Hier findet sich die detaillierte zeitliche und methodische Planung der Unterrichtsstunde in tabellarischer Form.
Anhang: Dieser Teil enthält ergänzende Materialien wie das antizipierte Tafelbild, das Literaturverzeichnis und die kopierfertigen Arbeitsblätter.
Schlüsselwörter
Ballade, Der Handschuh, Friedrich von Schiller, Ideenballade, Ritterszene, Kunigunde, Delorges, Literaturunterricht, Szenische Erschließung, Perspektivübernahme, Liebesbeweis, Unterrichtsentwurf, Deutschunterricht, Sekundarstufe I, Konfliktsituation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Entwurf für einen besonderen Unterrichtsbesuch im Fach Deutsch für die siebte Klasse, in dem die Ballade "Der Handschuh" behandelt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtseinheit?
Die zentralen Themen sind die Gattung der Ballade, die Auseinandersetzung mit höfischen Ehrenkodizes sowie die kritische Reflexion von Liebesbeweisen.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler ein empathisches Verständnis für die Beweggründe des Ritters Delorges erlangen und daraus eine kritische Bewertung seines Verhaltens ableiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Stunde verwendet?
Es kommen handlungs- und produktionsorientierte Verfahren zum Einsatz, insbesondere die szenische Erschließung mittels eines Stimmenkarussells.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Sachanalyse, didaktische Begründungen, die methodische Konzeption des Lernprozesses und einen detaillierten Verlaufsplan.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Ballade, Perspektivübernahme, Schillers "Der Handschuh", szenisches Lernen und ethische Urteilsbildung.
Warum wird eine "szenisch-empathische Auseinandersetzung" gewählt?
Dieser Zugang ermöglicht es den Schülern, sich aktiv in die Innenperspektive der literarischen Figur hineinzuversetzen, anstatt den Text nur kognitiv-analytisch zu bearbeiten.
Wie gehen die Schüler mit dem geänderten Schluss der Ballade um?
Der veränderte Schluss ist Gegenstand der Hausaufgabe, bei der die Schüler eigenständig recherchieren und die Beweggründe Schillers für die nachträgliche Änderung untersuchen.
Welche Rolle spielt der historische Kontext für die Unterrichtsgestaltung?
Der historische Kontext ist notwendig, um zu verstehen, warum Ritter Delorges in einer mittelalterlichen Vorstellungswelt zunächst keine andere Wahl hat, als den Handschuh zu holen.
- Arbeit zitieren
- Nina Hollstein (Autor:in), 2009, Der Handschuh - Eine Ballade von Friedrich Schiller, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206126