Fassbinders „Welt am Draht“ und das Ende der Realität


Hausarbeit, 2011

32 Seiten, Note: 1,0


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Inhalt

1. Einleitung

2. Die vorgestellte Welt

3. „lch sehe etwas, was du nicht siehst!"
3.1 Die Welt wie sie mir gefallt
3.2 Einsteins Einfall
3.3 In eineranderen Welt
3.4 Das Ende der Realitat
3.4.1 Der Schein der Sonne
3.4.2 Der simulierte Zuschauer
3.5 Zuschauer, seht die Signale!

4. „lch bin nicht Stiller!"

5. Exkurs: Geist aus der Flasche

6. Schluss

7. Anhang
7.1 Bibliographie
7.2 Abbildungen

In ihrem ernsten Winkel lenken die Spieler die gemachlichen Figuren.

Das Brett halt sie bis fruh in seinem strengen Bannkreis, in dem zwei Farben sich befehden.

Magische Zwange gleiBen in den Formen derZuge: homerischerTurm, behender Springer, gewappnete Dame, versetzter Konig, schrager Laufer und Angriffsbauern.

Wenn einst die Spieler gegangen sein werden, wenn die Zeit sie vernichtet hat, dann wird der Ritus sicher nicht geendet haben.

Im Orient entbrannte dieser Krieg, dessen Schauplatz heute die ganze Welt ist.

Wie das andre ist dieses Spiel unendlich.

II

Schwachlicher Konig, schrager Laufer, grimme Dame, gerader Turm und schlauer Bauer suchen und liefern auf dem Schwarz und WeiB des Weges ihre waffenreiche Schlacht.

Sie wissen nicht, daB ihr Geschick beherrscht ist durch die angewiesene Hand des Spielers, sie wissen nicht, daB diamantene Strenge ihr Werk und ihre Willensfreiheit beugt.

Auch der Spieler ist ein Gefangener

(der Satz stammt von Omar) des andren Bretts

aus schwarzen Nachten und aus weiBen Tagen.

Gott ruckt den Spieler, dieser die Figur.

Welcher Gott jenseits Gottes eroffnet

das Spiel aus Staub, Zeit, Traum und Agonien?

Jorge Luis Borges, Schach 1

1. Einleitung

Mit dem Einsetzen des Denkens trat der Homo Sapiens seinen Siegeszug an. Er machte sich die Welt untertan, bemerkte jedoch schnell seine eigenen Grenzen. Mit der geistigen Erleuchtung wurde man sich nicht nur der Dunkelheit des eigenen Todes gewahr, sondern der generellen Fragwurdigkeit des eigenen Seins. Die scheinbare Konstante ,Realitat' erwies sich als fragile Konstruktion der eigenen Wahrnehmung, die sich nicht nur immer wieder neu im Laufe der Menschheitsgeschichte veranderte, sondern auch innerhalb eines jeden selbst Veranderungen unterworfen ist. Wie kann man sich des eigenen Ichs sicher sein, wenn das eigene Bewusstsein ein immaterielles, nicht greifbares Nichts ist?[1]

Fur Fred Stiller, dem Helden in Rainer Werner Fassbinders Science-Fiction-Film Welt am Draht (1973), stellt sich jene Frage anfangs nicht. Fur ihn ergibt seine Welt eine stimmige Einheit. Doch dieses Konstrukt zerbricht schlieftlich und damit auch Stiller. Er erkennt den Schein des Seins und wird zum „Welten Wanderer"[2].

Begleitet wird er hierbei vom Zuschauer, der - zumindest aus heutiger Sicht - zu einer bedrohlichen Interpretation gezwungen wird: Bin ich, der sich tagtaglich in einer digitalen Welt bewegt, die den Umfang unseres kleinen Planeten langst uberschritten hat, vielleicht auch nur eine ,Identitatseinheit'? Wer simuliert meine Wirklichkeit? Und wie viele Welten uber mir gibt es noch? Diese existenziellen Fragen gilt es anhand der Entwicklung der Figur Stiller im Folgenden zu beantworten, wenngleich eine Losung des Dilemmas wohl unmoglich ist.

2. Die vorgestellte Welt

Das Dilemma beginnt im Kopf. Hier konstruiert ein undurchschaubarer Apparat, das Gehirn, unablassig Bilder der Wirklichkeit. Darf man diesem Vermittler der Welttrauen? Ein Beispiel lasstan seinerVerlasslichkeitzweifeln:

Ein einfacher Handwerker, der „jede Nacht [...] volle zwolf Stunden hindurch [traumt], dass er Konig sei", konne vermutlich ebenso gut ein Konig sein, der jede Nacht davon traumt, ein Handwerker zu sein.[3] Die Entscheidung, in welcher Illusion man sich verliert, durfte im genannten Fall nicht schwerfallen. Zweifel bleiben immer; und dass seit Anbeginn der abendlandischen Philosophie. Am anschaulichsten demonstriert dies wohl Sokrates' Hohlengleichnis aus Platons Der Stoat (4. Jh. v. Chr.):

Zeit ihres Lebens ist eine Gruppe von Menschen in einer unterirdischen Hohle gefangen. Man fesselte sie an Beinen und Halsen, so dass sie gezwungen sind fortwahrend geradeaus zu starren. Erhoht hinter ihnen befindet sich eine Wand sowie ein Feuer, das die Hohle erhellt. Zwischen Mauer und Feuer durchqueren stetig andere Menschen, die dabei die verschiedensten Erzeugnisse menschlicher Arbeit tragen, die Hohle. Durch das Feuer erscheinen den gefesselten Menschen die Schatten der Gegenstande auf der Hohlenwand vor ihnen. Da sie es nicht anders kennen, begreifen sie die Schatten als reale Dinge und glauben an deren Wirklichkeit. Eines Tages wird einer der Gefangenen befreit und gelangt uber eine Offnung oberhalb der Hohle ans Tageslicht. Das grelle Sonnenlicht schmerzt ihn in den Augen und er kehrt zuruck in die Hohle, in seine Wirklichkeit. Gewaltsam zieht man ihn jedoch wieder nach oben. Langsam gewohnen sich seine Augen schlieBlich an die neue Realitat und er gibt seine bisherige Illusion, die der lebendigen Schatten, auf.[4]

Sokrates' Ausfuhrungen machen deutlich, dass die Welt, die durch unsere Sinne geschaffen wird, nicht immer der tatsachlichen entsprechen muss. Es wird lediglich ein Schein von Realitat produziert. Der Mensch kennt „keine Sonne [...] und keine Erde; sondern immer nur ein Auge, das eine Sonne sieht, eine Hand, die eine Erde fuhlt"[5]. „Die Welt ist meine Vorstellung."[6] Fur Schopenhauer ist „ein Objekt an sich, unabhangig vom Subjekt: etwas vollig Undenkbares"[7]. Jeder Mensch lebt demnach in einer anderen Version der Realitat; jeder lebt in seiner Hohle. Trotz dieser vermeintlichen Illusion war sich das Individuum selbst bisher jedoch immer seiner eigenen Existenz sicher: „Ego sum, ego existo"[8]. Dieses ,Ich' durfte jedoch gar nicht existieren, meint der Physiker Ernst Mach: „das Subjekt, wissenschaftlich betrachtet, [ist] eine Fiktion"[9]. Es speist sich aus zweifelhaften Vorstellungen, sinnlich gewonnen aus der Umwelt, deren Schattenspiele im Verdacht stehen, blobe Illusion zu sein. Wenn nun die Welt, die ich wahrnehme, nicht real ist, wie kann ich es dann sein?

Viele Philosophen (u. a. Heidegger) betrachten eine solche Diskussion als Pseudoproblem.[10] Nur weil ein Subjekt die Welt sinnlich aus seiner Perspektive wahrnimmt und auf das Wahrgenommene mit Hilfe von Sprache referiert, folgt nicht, dass eine Wirklichkeit unabhangig von uns nicht existiere.[11] Die Wirklichkeit entfallt demnach als Angriffspunkt. Sie existiert. Dennoch bleibt die Frage, ob wir mit jener Wirklichkeit uberhaupt jemals in Kontakt treten oder bereits seit Anbeginn unseres Daseins gefesselt in einer Hohle kauern, offen. Eine derart umfassende Tauschung der Sinne samtlicher Menschen schien vor Jahrzehnten noch undenkbar. Doch mit dem Anbrechen des Computerzeitalters wird die Gefahr akut, nur ein „Gehirn[...] im Tank"[12] bzw. noch weniger, eine blobe Ansammlung von Schaltkreisen, zu sein.

3. „lch sehe etwas, was du nicht siehst!"

3.1 Die Welt wie sie mir gefallt

Wie manipulierbar die menschliche Wahrnehmung durch die Computertechnik werden konnte, erkannte der amerikanische Journalist und Science-Fiction-Autor Daniel F. Galouye (1920-76) bereits sehr fruh. Nachdem der Mensch im Laufe der Sakularisierung der vorangegangenen Jahrhunderte bereits zu einem unbedeutenden Nichts degradiert wurde[13], musste er durch den von ihm selbst beforderten technischen Fortschritt nun auch noch um die eigene, nackte Existenz furchten. Galouye skizziert in seinem Roman Simuiacron-3 (1964) diesen Ernstfall. Die Menschen sind Teil einer von Computern generierten Simulation, die ihnen real erscheint. Fassbinder adaptierte zusammen mit Fritz Muller-Scherz das Buch fur das deutsche Fernsehen. Premiere feierte der Zweiteiler im Oktober 1973 in der ARD.

Die vermeintliche Bedrohung scheint innerhalb der erzahlten Welt gebandigt zu sein. Den Technokraten des IKZ (Institut fur Kybernetik und Zukunftsforschung) ist es gelungen, eine selbststandige[14], allerdings nur simulierte Welt (genannt ,Simulacron-1') zu erschaffen. Einer der verantwortlichen Programmierer ist der 36-jahrige Fred Stiller. Der scheinbar allmachtige Computerspezialist befindet sich auf dem Hohepunkt seiner Karriere. Simulacron-1 steht kurz vor der Fertigstellung und konnte damit endlich den erhofften Nutzen fur die Gesellschaft erbringen. Paradox erscheint hierbei, dass eben jene unglaubliche technische Errungenschaft als Voraussetzung notig ist fur jene Fragen und Zweifel, die der Film im Laufe der Handlung aufwirft. Ohne die vorhergehende Produktion der simulierten Wirklichkeit von Simulacron-1 ware dies nicht moglich gewesen. Doch zunachst erscheint Stiller als auch dem Zuschauer die dargestellte Realitat[15] glaubhaft. Beide vertrauen auf die innere Logik dieser Welt. Sie lasst sich schematisch folgendermaben darstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Einsteins Einfall

Fur den Programmierer Stiller ist - wie gesehen - seine Welt die so genannte „actual world"[16]. Sie existiert fur ihn, da er sie sehen, horen, riechen, schmecken und fuhlen kann. Innerhalb seiner Welt arbeitet Simulacron-1, welches ein Teil von Stillers Welt, und somit nach David Lewis keine mogliche Welt, ist. Ware es eine, durfte sie keine „trans-world spatiotemporal relations"[17] zur realen Welt aufweisen. Da jedoch das IKZ Einfluss auf die Welt Einsteins hat und deren Mitarbeiter sich sogar als Identitatseinheiten in die Simulation ubertragen lassen konnen, stehen beide Welten in Beziehung zueinander. Die Kontakteinheit Einstein ist der einzige simulierte Mensch, der uber diese Erkenntnis verfugt.[18] Gleichzeitig stellt die reale Welt aus Sicht der ubrigen Bewohner von Simulacron-1 allerdings eine tatsachlich mogliche Welt dar. Ein Zugang von ihrer Seite aus auf die reale Welt ist unmoglich, da sie von der Welt uber ihnen gar keine Vorstellung besitzen. Sie verstehen ihre Welt als die wirkliche, was sich als falsch erweist.

Uber dieses fatale Wissen verfugt Einstein und kann die eigene Nichtigkeit kaum ertragen. Schlieblich gelingt ihm der Aufstieg aus der Hohle, um es mit Platon zu sagen. Er uberwindet die erste Stufe, indem er sein Ich in den Korper von Fritz Walfang ubertragt und die Scheinwelt verlasst. Dabei ist Einsteins Name kein Zufall. Schlieblich gelang dem realen Physiker Albert Einstein mit seiner Relativitatstheorie ebenfalls etwas Unglaubliches: Er zerstorte die als absolut geltenden Groben von Raum und Zeit. Auch der fiktive Einstein uberwindet diese Grenzen spielend. Als „grenzuberschreitende Figur"[19] ist er - nach Lotmans ,Raumsemantik' - der erste Held der Handlung. Sein Ubertritt hat einen „ereignishaften Charakter"[20], da er Stillers Skepsis an der eigenen Wirklichkeit auslost. Einstein uberwindet damit nicht nur einen raumlich konkretisierten Ort, sondern auch einen semantischen Raum.[21] Er erschuttert durch seine Bewegung die festen Begriffe von Sein und Schein und ist eigentliche Ursache der dramatischen Handlung von Welt am Draht. Zwar kann Einstein von Stiller uberwaltigt und zuruck in die Simulation gebracht werden, aber es gelang ihm, Stiller die entscheidende Botschaft zu ubermitteln:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[22]

Stiller ist verzweifelt; er kann seiner eigenen Wahrnehmung nun nicht mehr vertrauen und fleht Einstein an, ihn von dieser schmerzenden Erkenntnis zu befreien. Dieser weigert sich und wird schlieftlich zuruck in die ,Hohle' geworfen. Demnach verliert Einstein seinen Heldenstatus wieder, da er zuruck muss in seine Welt. Stiller hingegen verbleibt vorerst auf Stufe zwei der Erkenntnis. Zwar glaubt er zunachst weiterhin an die Realitat der ,Schatten'[23], doch sukzessive wird ihm die Illusion bewusst, da sich die Merkwurdigkeiten haufen, so dass sich Stillers Welt verandert zu einem Konstrukt, das man grafisch wie folgt wiedergeben konnte:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Interessant ist hierbei die Hierarchie der Welten. Einstein bezeichnet Stiller bei dessen vorangegangenen Besuch in Simulacron-1 als jemanden „von oben". Diese Verteilung deckt sich zum einen mit Sokrates' Hohlengleichnis, in dem der Gefangene aus der Hohle hinauf zur „Sonne der Wahrheit"[24] emporsteigt in den „Bereich des wahren Seins"[25], andererseits ist jene vertikale Ordnung in nahezu allen Bereichen der abendlandischen Kultur zu finden. Ob in der Religion (Holle- Erde-Himmel), Gesellschaft (Unter-, Mittel- und Oberschicht bzw.

[...]


[1] „Die [alten] Inder und [...] Griechen billigten dem Individuum keinewahre Realitatzu." (Giorgio Colli: Nach Nietzsche. FfM: Europaische Verlagsanstalt 1980 (= Europaische Bibliothek 4), S. 108) So unterschied man im antiken Griechenland zwischen ,zoe' (dem Leben allgemein, das alle Lebewesen auszeichnet) sowie ,bios' (Art und Weise des Lebens, z.B. das politische Leben). (Vgl. Giorgio Agamben: Homo sacer. Die souverane Macht und das nackte Leben. FfM: Suhrkamp 2002 (= Erbschaft unsererZeit. Vortrage uber den Wissensstand der Epoche 16), S. 11,18, 77).

[2] Hans J. Wulff: Welten Wanderer Welten. Mogliche Welten im Kino. www.derwulff.de/files/2- 130.pdf (10.3.2011).

[3] Vgl. Friedrich Nietzsche: Ueber Wahrheit und Luge im aussermoralischen Sinne. In: Friedrich Nietzsche. Samtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Banden. Hrsg. von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. Bd. 1: Die Geburt der Tragodie. UnzeitgemaBe Betrachtungen I-IV. Nachgelassene Schriften 1870-1873. 2. Aufl. Munchen: dtv 1988, S. 887.

[4] Vgl. Platon: DerStaat. Stuttgart: Kroner 1973 (= Kroners Taschenausgabe 111), S. 226-229.

[5] Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. 3. Aufl. Munchen: dtv 2005, S. 31.

[6] Ebd.

[7] Ebd., S. 44.

[8] Rene Descartes: Meditationes de prima philosophia. Lateinisch - Deutsch. Hamburg: Meiner 2008 (= Philosophische Bibliothek 597), S. 48.

[9] Rudolf Altrichter: Zuruck zur Seinsfrage. Uber den Humanismus der Virtualitat. Munchen: Fink 2003, S. 87.

[10] Vgl. ArnoAnzenbacher: Einfuhrung in die Philosophie. 4. Aufl. Freiburg: Herder 2002, S. 122f.

[11] „Die Tatsache, da6 im Atlantik Salzwasser ist, existierte schon lange, bevor irgend jemand diese Ansammlung von Wasser als den Atlantik identifizierte oder die Flussigkeit darin als Wasserodereinen derdarin befindlichen chemischen Bestandteile als Salz." (John R. Searle: Geist, Sprache und Gesellschaft. Philosophie in derwirklichen Welt. FfM: Suhrkamp 2004 (= Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1670), S. 33) Es ist darauf zu achten, Wirklichkeit nicht mit Wahrheit zu verwechseln. Naturlich glaubten die Menschen im Mittelalter an das ptolemaische Weltbild, welches die Erde ins Zentrum des Universums setzte, um das sich alles andere drehte. Diese Wahrheit erwies sich als Illusion, die jedoch nicht auf einer Falschheit der Wirklichkeit beruhte, sondern auf einem Irrtum verursacht durch die menschliche Wahrnehmung, der durch spatere Erkenntnis korrigiert wurde.

[12] Hilary Putnam: Vernunft, Wahrheit und Geschichte. FfM: Suhrkamp 1990 (= Suhrkamp- Taschenbuch Wissenschaft 853), S.21.

[13] Vgl. Altrichter 2003: 88.

[14] Da die Simulation vom IKZ konstruiert wurde, hat man selbstverstandlich von Seiten der realen Welt Zugriff auf die Simulation. Daruber hinaus gibt es eine so genannte ,Kontakteinheit' namens Einstein, die sich der Falschheit dersimulierten Welt bewusst ist.

[15] Naturlich entspricht der Realitatsbegriff des Zuschauers nicht dem der erzahlten Welt, dennoch taucht der Zuschauer/Leser in diese „Eigenwirklichkeit" des Films ein und lasst sich auf die Illusion, die ihm geboten wird, ein. „Der Akt des Fingierens schafft ,die Irrealisierung von Realem und Realwerden von Imaginarem'." ( OliverJahraus: Literaturtheorie. Theoretische und methodische Grundlagen der Literaturwissenschaft. Tubingen: Francke2004 (= UTB 2587),S. 121f.) Dabei bildet die erzahlte Welt nicht nur eine neue einzelne Welt ab, sondern „an entire modal system, or universe, centered around its own actual world". (Marie-Laure Ryan: Narrative as Virtual Reality. Immersion and Interactivity in Literature and Electronic Media. Baltimore: The Johns Hopkins University Press 2001, S. 103)

[16] David Lewis: On the Plurality of Worlds. Oxford: Blackwell 2001, S. 5.

[17] Ebd., S. 70.

[18] Unterstichen wird seine besondere Rolle auch durch die ihm zugeteilte Nummer: er ist die Identitatseinheit 0001.

[19] Jurij M. Lotman, zitiert nach Jahraus 2004: 286.

[20] Ebd.

[21] Vgl. ebd., S. 287.

[22] Samtliche Zitate ohne Nachweis einer Quelle stammen aus dem Film We/tam Draht. (Rainer Werner Fassbinder: Welt am Draht. Leipzig: Kinowelt 2010 [1973] (= Arthaus).)

[23] Vgl. Platon 1973: 227.

[24] Anzenbacher2002: 45.

[25] Ebd., S. 47.

32 von 32 Seiten

Details

Titel
Fassbinders „Welt am Draht“ und das Ende der Realität
Hochschule
Universität Erfurt  (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Fiktion und Mögliche Welten
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
32
Katalognummer
V206139
ISBN (Buch)
9783656331155
Dateigröße
15115 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
KOMMENTAR der DOZENTIN: Die Arbeit ist überzeugend und souverän geschrieben. Die Thesen sind schlüssig und die Einbindung von philosophischen und gesellschaftlichen Kontexten ist sehr gelungen.
Schlagworte
Rainer Werner Fassbinder, Welt am Draht, Virtuelle Realität, Computersimulation, Identität, Max Frisch, Stiller, Matrix, Platon, Höhlengleichnis, Daniel F. Galouye, Simulacron-3, Deutscher Film, Science Fiction, Jurij M. Lotman, Raumtheorie, Mögliche Welten, Wahnsinn, Rezeptionsästhetik, Spiegel, Künstliche Intelligenz
Arbeit zitieren
Karsten Tischer (Autor), 2011, Fassbinders „Welt am Draht“ und das Ende der Realität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206139

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