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Indirekte Pflege als Herausforderung des Managements der stationären Altenhilfe

Title: Indirekte Pflege als Herausforderung des Managements der stationären Altenhilfe

Bachelor Thesis , 2011 , 95 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Manuel Sedlak (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Viele Mitarbeiter der stationären Altenhilfe beschweren sich zunehmend über den stetig wachsenden Zeitdruck ihrer Arbeit und darüber, dass kaum mehr Zeit für die einzelnen Bewohner vorhanden ist und somit die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt. Die Dokumentation und Pflegeplanung werden als große zeitliche Belastung innerhalb des Arbeitsalltags gesehen, wodurch dies von den Mitarbeitern meist als Pflichtaufgabe, nicht aber als nützliches Instrument pflegerischen Handelns wahrgenommen wird.

In dieser Bachelorarbeit wird das Thema „indirekte Pflege“ behandelt, ein Begriff, der neben der Dokumentation und Pflegeplanung auch andere, bewohnerferne Tätigkeiten erfasst, denn auch Tätigkeiten wie die Vorbereitung der medizinischen Versorgung bindet zeitliche Ressourcen, die anschließend nicht in die direkte Betreuung und Förderung der Bewohner investiert werden können.

Der Autor beschreibt in dieser Arbeit die Inhalte und Gegenstände der „indirekten Pflege“ und zeigt auf der Grundlage einer eigenen Evaluation, sowie anderen Ergebnissen aus der Pflegeforschung den entstehenden zeitlichen Aufwand dieser Tätigkeiten auf. Des Weiteren werden die anteiligen Kosten, die durch „indirekte Pflege“ in den Einrichtungen der stationären Altenhilfe anfallen, anhand der zu bezahlenden Personalkosten berechnet.

Zum Schluss der Bachelorarbeit werden die verschiedenen Forschungsergebnisse
interpretiert und daraus mögliche Handlungsanweisungen für das Management der
stationären Altenhilfe formuliert. Mit deren Hilfe ist es möglich, den zeitlichen Aufwand für indirekte Pflegemaßnahmen zu reduzieren und dadurch den Mitarbeitern Zeit zu ersparen, die anschließend auf andere Bereiche des pflegerischen Arbeitens verteilt werden kann. Dies steigert nicht nur das Wohlbefinden der Bewohner, sondern zugleich die Mitarbeiterzufriedenheit und ist somit eine große Herausforderung, aber auch Chance für das Management der stationären Altenhilfe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Zielsetzung der Arbeit

1.2. Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen der „indirekten Pflege“

2.1. Definition des Begriffes „indirekte Pflege“

2.2. Gegenstand der „indirekten Pflege“

2.2.1. Dokumentation

2.2.1.1. Gesetzliche Grundlagen der Dokumentation

2.2.1.2. Inhalt der Dokumentation

2.2.1.2.1. 1. Phase: Sammeln von Informationen

2.2.1.2.2. 2. Phase: Erkennen von Problemen und Ressourcen des Bewohners

2.2.1.2.3. 3. Phase: Festlegen der Pflegeziele

2.2.1.2.4. 4. Phase: Planen der Pflegemaßnahmen

2.2.1.2.5. 5. Phase: Durchführen der Pflege

2.2.1.2.6. 6. Phase: Beurteilen der Wirkung der Pflege auf den Bewohner

2.2.1.3. Rechtliche Bedeutung der Dokumentation

2.2.2. Gruppenübergabe und Teamsitzungen

2.2.3. Administrative Tätigkeiten

2.2.4. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten

2.2.5. Medikamentenversorgung und medizinische Betreuung

2.2.6. Weitere indirekte Pflegemaßnahmen

3. Bisherige Evaluationen zur „indirekten Pflege“

3.1. Untersuchung mit dem PLAISIR-Verfahren

3.2. Untersuchung von Wingenfeld und Schnabel

3.3. Zusammenfassung weiterer Untersuchungen

3.4. Fazit aus den bisherigen Untersuchungen

4. Untersuchung zum Thema „indirekte Pflege“ im Seniorenzentrum Martha-Maria Nürnberg

4.1. Vorstellung des Seniorenzentrum Martha-Maria

4.1.1. Kurzbeschreibung des Seniorenzentrum Martha-Maria

4.1.2. Statistiken zur Arbeitssituation im Seniorenzentrum Martha-Maria

4.2. Ziele der Evaluation

4.3. Gegenstand der Evaluation und dessen Operationalisierung

4.4. Entwicklung der Datenerhebung

4.5. Auswertung der Ergebnisse

4.5.1. Allgemeine Daten der Evaluation

4.5.2. Zeitlicher Aufwand der „indirekten Pflege“

4.5.3. Wirtschaftlicher Aufwand der „indirekten Pflege“

4.6. Qualität der Evaluation

4.7. Fazit der Evaluation

5. Mögliche Handlungsanweisung für das Management der stationären Altenhilfe zur Verringerung der Intensität der „indirekten Pflege“

5.1. Qualität der Dokumentation und Pflegeplanung verbessern

5.1.1. Häufige Fehler bei der Dokumentation und Pflegeplanung

5.1.2. Handlungsanweisungen für das Management zur Dokumentation und Pflegeplanung

5.1.3. Einführung eines EDV gesteuerten Dokumentationssystems

5.2. Gruppenübergaben und Teamsitzungen optimieren

5.3. Vorbereitung der Medikamente outscourcen

5.4. Personaleinsatz sinnvoll planen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den zeitlichen und wirtschaftlichen Aufwand der sogenannten „indirekten Pflege“ in stationären Altenhilfeeinrichtungen, um daraus Handlungsoptionen für ein effektiveres Management abzuleiten und die Arbeitsbelastung der Pflegekräfte zu reduzieren.

  • Definition und Abgrenzung des Begriffs „indirekte Pflege“
  • Evaluation des zeitlichen Aufwands für bewohnerferne Tätigkeiten wie Dokumentation und Organisation
  • Kostenanalyse der indirekten Pflegemaßnahmen anhand von Personalkosten
  • Optimierungsmöglichkeiten für Dokumentationsprozesse und Medikamentenversorgung
  • Strategien zur Entlastung der Mitarbeiter durch effizientere Arbeitsorganisation

Auszug aus dem Buch

2.1. Definition des Begriffes „indirekte Pflege“

Der Begriff der „indirekten Pflege“ wurde bislang durch die Pflegeforschung noch nicht eindeutig und klar definiert, wodurch bisherige Forschungen in diesem Bereich sehr unterschiedliche Auslegungen zu Grunde liegen. Daher ist es sinnvoll, die beiden Begriffe als solche erst einmal einzeln zu betrachten und sie zu definieren.

Das Fremdwörterlexikon von Wahrig definiert den Begriff „indirekt“ mit den Worten auf Umwegen bzw. mittelbar und abhängig und erklärt dies unter anderem mit dem weiterführenden Begriff der indirekten Wahl, bei der ein Vertreter, beispielsweise bei der amerikanischen Präsidentschaftswahl, nicht sofort gewählt werden kann, sondern mit Hilfe eines Mittelsmannes, der vorher gewählt wurde, bestimmt wird (vgl. Wahrig, 2007, Seite 420). Einem englischsprachigen Zitate-Lexikon zufolge bedeutet es auch, dass etwas das indirekt getan wird, nicht das Ziel hat, eine bestimmte Absicht oder Ergebnis auf den einfachsten Weg zu erreichen sondern über Umwege und als Folge aus diesem Handeln.

Der Begriff „Pflege“ wurde vom „International Council of Nurses“ genau beschrieben und diese Definition wurde vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe in die deutsche Sprache übersetzt. Demnach umfasst die Pflege „die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsangehörigen, von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften, sowie von Gruppen und sozialen Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen (Settings). Pflege schließt die Förderung der Gesundheit, Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen ein.“ (vgl. DBfK, 2010).

Durch diese beiden Wortdefinitionen ergibt sich folgende, gemeinsame Definition für den Begriff der „indirekten Pflege“:

Die „indirekte Pflege“ ist die mittelbare, nicht auf dem einfachsten Wege erzielte Versorgung von bedürftigen Menschen aller Altersgruppen. Durch diese mittelbaren Maßnahmen wird über Umwege die Gesundheit des Menschen gefördert, die Krankheit verhütet und kranke, behinderte und sterbende Menschen versorgt und betreut.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der zunehmenden Arbeitsbelastung und Frustration in der stationären Altenpflege durch administrative Tätigkeiten und Pflegedokumentation.

2. Theoretische Grundlagen der „indirekte Pflege“: Herleitung einer Arbeitsdefinition sowie detaillierte Beschreibung der Teilbereiche wie Dokumentation, Übergaben und hauswirtschaftliche Arbeiten.

3. Bisherige Evaluationen zur „indirekte Pflege“: Analyse existierender Forschungsstudien wie dem PLAISIR-Verfahren, die signifikante Unterschiede in der Zeitmessung je nach Definition aufzeigen.

4. Untersuchung zum Thema „indirekte Pflege“ im Seniorenzentrum Martha-Maria Nürnberg: Eigene quantitative Erhebung zur Ermittlung des spezifischen zeitlichen und finanziellen Aufwands in einer konkreten Einrichtung.

5. Mögliche Handlungsanweisung für das Management der stationären Altenhilfe zur Verringerung der Intensität der „indirekte Pflege“: Ableitung konkreter Optimierungsschritte, unter anderem durch Dokumentationsverbesserung, EDV-Einsatz und Auslagerung von Medikamentenprozessen.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Plädoyer für ein besseres Verständnis des Nutzens der indirekten Pflege zur Steigerung der Betreuungsqualität.

Schlüsselwörter

Stationäre Altenhilfe, Indirekte Pflege, Pflegedokumentation, Zeitmanagement, Arbeitsbelastung, Pflegeprozess, Qualitätsmanagement, Personalkosten, Evaluation, Medikamentenversorgung, Mitarbeiterzufriedenheit, Management, Arbeitsorganisation, Effizienz, Pflegequalität

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Anliegen dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie hoch der zeitliche und wirtschaftliche Aufwand der sogenannten „indirekten Pflege“ ist und welche Maßnahmen das Management ergreifen kann, um diese Prozesse zu optimieren und das Personal zu entlasten.

Welche Tätigkeiten umfasst die „indirekte Pflege“?

Dazu zählen alle bewohnerfernen Aufgaben wie die Pflegedokumentation, Dienstübergaben, Teamsitzungen, administrative Tätigkeiten, Medikamentenvorbereitung und hauswirtschaftliche Aufgaben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den tatsächlichen Zeitanteil der indirekten Tätigkeiten an der täglichen Arbeitszeit zu bestimmen und daraus Handlungsanweisungen für eine effizientere Gestaltung des Pflegealltags abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Thesis angewandt?

Der Autor führt eine eigene empirische Evaluation mittels standardisierter Fragebögen in einer stationären Einrichtung durch, um minutengenaue Zeitaufwandsdaten zu erheben und diese mit Personalkosten zu korrelieren.

Was steht im Zentrum des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Definition der indirekten Pflege, einen Vergleich mit bestehenden Forschungsstudien sowie die detaillierte Darstellung der eigenen Erhebung im Seniorenzentrum Martha-Maria.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit geprägt?

Die zentralen Begriffe sind unter anderem stationäre Altenhilfe, Pflegedokumentation, Zeitmessung, Personaleinsatz und Management-Optimierung.

Welche Rolle spielt die Pflegedokumentation bei der Arbeitsbelastung?

Sie stellt einen der größten zeitlichen Faktoren dar. Die Arbeit identifiziert hierbei Fehlerquellen, wie etwa Überdokumentation ohne direkten Nutzen, und schlägt Verbesserungen durch strukturiertere Handlungsanleitungen vor.

Können durch Optimierung der indirekten Pflege Kosten eingespart werden?

Nach Ansicht des Autors führen Optimierungen zwar nicht direkt zur Senkung der Personalkosten, da gesetzliche Personalvorgaben bestehen, ermöglichen jedoch die Verlagerung gewonnener Zeit in die direkte Bewohnerbetreuung.

Ist die Einführung einer EDV-Dokumentation in jedem Fall sinnvoll?

Der Autor weist darauf hin, dass EDV-Systeme zwar Zeit sparen können, aber hohe Investitionskosten und Risiken bei Systemausfällen bergen, weshalb eine sorgfältige Abwägung erforderlich ist.

Excerpt out of 95 pages  - scroll top

Details

Title
Indirekte Pflege als Herausforderung des Managements der stationären Altenhilfe
College
Protestant University of Applied Sciences Nuremberg
Course
Sozialwirtschaft
Grade
1,3
Author
Manuel Sedlak (Author)
Publication Year
2011
Pages
95
Catalog Number
V206243
ISBN (eBook)
9783656333647
ISBN (Book)
9783656334231
Language
German
Tags
indirekte Pflege Altenhilfe Sozialwirtschaft Pflegemanagement
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Sedlak (Author), 2011, Indirekte Pflege als Herausforderung des Managements der stationären Altenhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206243
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