Die Maya reformierten den Archaischen Kalender Mesoamerikas, welcher als Langzeitzählung eine linear fortlaufende Tagezählung hatte, und entwickelten hieraus den Klassischen Kalender mit einer zyklischen Langzeitzählung, der sogenannten Langen Zählung. Ihr Antrieb hierfür waren ihre besondere Art Zahlen zu bilden und Zeit als zyklischem Prozess zu sehen.
Im Nordwesten Yukatans wurde bald danach eine weitere Reform begonnen, welche die Struktur und die Notation des Datums revolutionär umgestaltete und den ersten Sonnenkalender mit Schalttage-Korrekturen bis einschließlich der 3. Ordnung entstehen ließ. Dieser Yukatekische Kalender wurde im Jahre 896 endgültig eingeführt, 686 Jahre bevor Papst Gregor XIII. seine Reform durchführte.
Die Vorhersage des Weltuntergangs basiert auf zwei Annahmen, die aus dem Klassischen Kalender abgeleitet sind: a) dass die Lange Zählung mit dem Großen Zyklus 13.0.0.0 endet - was nicht belegt ist - und b) dass sich die Datierungen mit Hilfe der G-M-T-Korrelation in den Abendländischen Kalender umrechnen lassen.
Mit Hilfe der Struktur des Yukatekischen Kalenders und der jüngsten und letzten Datumsangabe in diesem Kalender als Knotenpunkt aus dem Jahre 1536 wird nachgewiesen, dass J. Eric S. Thompsons Basis für die Korrelation nicht korrekt ist.
Ausgehend vom Knotenpunkt ist der Große Zyklus schon im Jahre 1934 zu Ende gegangen.
Inhaltsverzeichnis
Teil 1: Die Reformen der Maya Kalender
Das Zahlensystem der Maya
Der Archaische Kalender
Die erste Kalenderreform: Der Klassische Maya-Kalender
Die zweite Kalenderreform: Der Yukatekische Kalender
Teil 2: Die Umrechnung von Datierungen in den Maya Kalendern zu Datierungen im Gregorianischen
Die Goodman-Martinez-Thompson-(G-M-T)-Korrelation
Vorüberlegungen zu einer neuen Korrelation
Eine neue Korrelation basierend auf dem Todestag des Ah Pula als Knotenpunkt
Das Ende des gelebten Kalenders
Teil 3: Resumé
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Kalenderreformen der Maya, um die mathematischen Strukturen und die zyklische Zeitauffassung aufzuzeigen. Ziel ist es, die gängigen Annahmen zur Weltuntergangsprognose für das Jahr 2012 kritisch zu hinterfragen und durch eine neue, auf dem Todestag des Ah Pula basierende Korrelation zu ersetzen.
- Analyse der verschiedenen Kalendersysteme der Maya (Archaisch, Klassisch, Yukatekisch).
- Kritische Untersuchung der Goodman-Martinez-Thompson-(G-M-T)-Korrelation.
- Herleitung einer neuen Korrelationsmethode mittels historischer Knotenpunkte.
- Dokumentation der Kalenderstruktur durch Zuordnungstabellen und archäologische Belege.
Auszug aus dem Buch
Die erste Kalenderreform: Der Klassische Maya-Kalender
Die erste Kalenderreform der Maya führte zum Klassischen Kalender, indem die Tagezählung des Archaischen Kalenders gebündelt und damit durch eine Zählung mit Maßordnung (K. Menninger 1979:52) ersetzt wurde.
In der Tagezählung waren fortlaufend abgeschlossene Tage mit unterschwellig gebildeten Kardinalzahlen gezählt worden. Mit den oberschwellig gebildeten Ordinalzahlen der Maya hingegen ließen sich nur die betreffenden, die laufenden Tage zählen. Somit wurde der Tag z. B. 969 zu 968 abgeschlossenen Tagen in der Tagezählung und – hier im Dezimalsystem - zum Tag 9 im 4. Zwanziger(-Bündel) im 3. Vierhunderter(-Bündel) oder zum 969. Tag in der Zählweise der Maya (A. A. Brandes - unveröffentlicht: Kapitel 2).
Die Bündelung bewirkte, dass die Zahlen in der Maßordnung auf die zwanzig Grundzahlen zurückgeführt wurden und sich so als abgeschlossene Mengen, also als Kardinalzahlen einsetzen ließen.
Die Maßordnung für die Langzeitzählung lehnte sich an die Aufteilung des Sonnenjahr-Kalenders an und setzte sich deshalb aus 20 k'in (Tage) und um die 20er Bündelung beizubehalten aus 18 winal (Monate à 20 Tagen) zusammen. Damit wurde eine neue Einheit, das tun (Kurzjahr von 360 Tagen), eingeführt. Die weiterführende, höhere Maßordnung bestand aus 20er und (20 mal 20er gleich) 400er Bündeln von Kurzjahren, d. h. von k'atun bzw. von bak'tun. Diese sogenannte Lange Zählung war die erste zyklische Langzeitzählung.
Zusammenfassung der Kapitel
Teil 1: Die Reformen der Maya Kalender: Dieses Kapitel erläutert das Vigesimalsystem der Maya und die schrittweise Entwicklung vom Archaischen zum Klassischen und schließlich zum Yukatekischen Kalender unter Einbeziehung von Schalttage-Korrekturen.
Teil 2: Die Umrechnung von Datierungen in den Maya Kalendern zu Datierungen im Gregorianischen: Hier wird die G-M-T-Korrelation kritisch bewertet und eine neue, präzisere Korrelationsmethode vorgestellt, die historische Daten als Ankerpunkte nutzt.
Teil 3: Resumé: Das Resumé fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und widerlegt die Prognose eines Weltuntergangs für das Jahr 2012 auf Basis der neu abgeleiteten Kalenderstrukturen.
Schlüsselwörter
Maya, Kalenderreform, Lange Zählung, G-M-T-Korrelation, Weltschöpfungstag, Ah Pula, Yukatekischer Kalender, Kalenderrunde, Ajaw-Periode, Schalttage, Chronologie, Mesoamerika, Chilam Balam, Zeitmessung, Astronomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die mathematischen und strukturellen Reformen des Maya-Kalenders und deren Auswirkungen auf die Umrechnung von Datierungen in den gregorianischen Kalender.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Kalendersysteme (Archaisch, Klassisch, Yukatekisch), der Korrelation von Maya-Daten mit europäischen Kalendern sowie der historischen Einordnung von Datierungsereignissen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die kritische Hinterfragung der G-M-T-Korrelation und der daraus abgeleiteten Weltuntergangs-Prognose für das Jahr 2012, welche durch eine neue, historisch fundierte Korrelation ersetzt werden soll.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Der Autor nutzt eine epigraphische und mathematische Analyse von Kalenderstrukturen sowie den Vergleich historischer Aufzeichnungen (Chilam Balam-Bücher, koloniale Quellen) zur Verifizierung von Zeitpunkten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Kalenderreformen (Teil 1) und die systematische Herleitung einer neuen Korrelationsmethode, die auf dem Todestag des Ah Pula basiert (Teil 2).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kalenderrunde, Ajaw-Periode, Lange Zählung, Schalttage-Korrekturen und die G-M-T-Korrelation.
Warum wird der Weltuntergang zum 21. Dezember 2012 als unbegründet angesehen?
Der Autor zeigt auf, dass diese Prognose auf einer inkorrekten Verknüpfung der Kalendersysteme durch die G-M-T-Korrelation basiert und bei korrekter Interpretation der Maya-Strukturen das Datum bedeutungslos ist.
Welche Bedeutung hat der Todestag des Ah Pula für die Forschung?
Das Datum dient als gesicherter historischer Knotenpunkt, um die Diskrepanzen früherer Kalenderkorrelationen aufzulösen und eine neue, präzise Umrechnung zu etablieren.
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- Armin Brandes (Author), 2012, Die Kalenderreformen der Maya und die Korrelationen zur Umrechnung der Datierungen in den Gregorianischen Kalender, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206319