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Geschlechtertypische Sozialisation

Title: Geschlechtertypische Sozialisation

Seminar Paper , 2003 , 11 Pages , Grade: gut

Autor:in: Stephan Hintze (Author)

Sport - Sport Sociology
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1. geschlechtsspezifische Sozialisation

1.1 Vorbemerkungen

Die Individuelle Entwicklung von Kindern wird in einem sehr hohen Maße durch die Zugehörigkeit zu einer Geschlechterkategorie bestimmt. Diese individuelle Entwicklung erfolgt nicht nur aufgrund von biologischen Unterschieden, sondern auch in sehr stark durch die sozialen Zuschreibungsmuster wie Rollenerwartungen und Stereotypen. Das bildet auch die Grundlage der sich dafür, das sich Sportkarrieren von Frauen und Männern unterscheiden. Welches Ausmaß die Beeinflussung dieser Rollenmuster und Stereotypen einnimmt, soll in dieser Arbeit gekennzeichnet werden.

2. Unterschiede in der Sport- und Bewegungssozialisation

Da es verschiedene Unterschiede in der Sport- und Bewegungssozialisation von Jungen und Mädchen gibt, sollen nun drei davon näher beleuchtet werden.

2.1 Bewegungsentwicklung

Niemand kann bestreiten, dass die Bewegungsentwicklung schon aus Sicht der Biologie geschlechtertypisch differenziert verläuft. Jedoch ist das nicht der alleinige Grund für unterschiedliche Sportkarrieren bei Frauen und Männern. Nach Alfermann bedeutet das, dass " … Stereotype und normative Erwartungen an männliche und weibliche Personen gerichtet werden, die über die biologischen Geschlechterunterschiede hinaus gehen" (1995, S.3). Das heißt allerdings nicht, dass es eine beabsichtigte geschlechtertypische Erziehung der Kinder durch die Eltern stattfindet. Der Normalfall geht man von einer unbeabsichtigten Geschlechtertypisierung aus. Baur (1989) schreibt dazu, dass ein geschlechtstypisches Körpermanagement durch die Eltern-Kind-Interaktion angeregt und bekräftigt wird. Geschlechtstypische Verhaltensweisen werden eher behindert.

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Inhaltsverzeichnis

1. geschlechterspezifische Sozialisation

1.1 Vorbemerkung

2. Unterschiede in der Sport- und Bewegungssozialisation

2.1 Bewegungsentwicklung

2.2 Bedeutung von Schönheit und Körper

2.3 Gruppenbildung und soziale Interaktion

3. Ursachen und Hintergründe der geschlechtertypischen Sozialisation

3.1 Ursachen und Beispiele

3.2 Geschlechtsspezifische Benachteiligung von Mädchen im Schulsport

4. Auswirkungen der geschlechterspezifischen Sozialisation auf die Sportarten

5. Konsequenzen für die Förderung des Mädchensports

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von geschlechtsspezifischen Sozialisationsprozessen auf die sportliche Entwicklung und die Sportkarrieren von Kindern und Jugendlichen. Dabei wird analysiert, wie Rollenerwartungen, Stereotypen und soziale Interaktionsmuster dazu führen, dass Mädchen und Jungen unterschiedliche Zugänge zum Sport finden und welche Auswirkungen dies auf ihre Teilhabe und ihre sportlichen Präferenzen hat.

  • Soziale Konstruktion geschlechtsspezifischer Rollenbilder
  • Einflussfaktoren der Sozialisation im Elternhaus und Schulsport
  • Differenzierung der Bewegungsentwicklung und Körperwahrnehmung
  • Geschlechtsspezifische Präferenzen in der Wahl von Sportarten
  • Strategien zur Förderung des Mädchensports und Abbau von Benachteiligungen

Auszug aus dem Buch

2.3 Gruppenbildung und soziale Interaktion

Ein allgemein bekannter Fakt ist, dass Kinder bis zur Pubertät versuchen, gleichgeschlechtliche Gruppen zu bilden und erst danach die gegengeschlechtliche Anziehung an Einfluss gewinnt. Allerdings kann diese Neigung zur Bildung von geschlechtshomogenen Gruppen durch die Autorität eines Erwachsenen (z.B. durch den Sportlehrer) durchbrochen werden. Die Anwesenheit einer gleichaltrigen gegengeschlechlichen Person wird unter solchen Umständen akzeptiert. Es stellt sich also die Frage, warum bilden Kinder geschlechtshomogene Gruppen?

Zum einen liegt es an den unterschiedlichen Spielformen. „Jungen neigen schon von klein auf mehr als Mädchen zum Spielen mit körperlichen Auseinandersetzungen. Dieses Kabbeln und miteinander Kämpfen ist bei Jungen und im Spiel von Jungen wesentlich verbreiteter als bei Mädchen. Zudem ist das grobmotorische Spiel ausgeprägter. Mädchen spielen auf engerem Raum und mit größerer Betonung auf motorischer Geschicklichkeit statt auf Kraft und Schnelligkeit“ (Alfermann, 1995, S.9). in beiden Gruppen gibt es Rangordnungen. Allerdings sind diese bei Mädchen nicht so offensichtlich wie bei Jungen. In Jungengruppen resultiert diese Rangordnung aus körperlichen Auseinandersetzungen und wettkämpfen. Um Gruppenmitglieder zu beeindrucken nutzen Jungen direkte Formen wie Kommandos und Einschüchterungen. In Mädchengruppen hingegen werden andere Beeinflussungsstrategien bevorzugt. Diese sind weniger befehlsorientiert und bestehen eher aus Bitten und Vorschlägen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. geschlechterspezifische Sozialisation: Dieses Kapitel führt in die Problematik ein und verdeutlicht, dass die Entwicklung von Kindern maßgeblich durch soziale Zuschreibungsmuster geprägt ist.

2. Unterschiede in der Sport- und Bewegungssozialisation: Es werden die biologischen und sozialen Unterschiede in der Bewegungsentwicklung, die Körperwahrnehmung sowie die Dynamiken bei der Gruppenbildung analysiert.

3. Ursachen und Hintergründe der geschlechtertypischen Sozialisation: Hier werden die Ursachen im sozialen Umfeld beleuchtet und die Benachteiligung von Mädchen im schulischen Sportunterricht thematisiert.

4. Auswirkungen der geschlechterspezifischen Sozialisation auf die Sportarten: Dieses Kapitel zeigt statistisch auf, wie geschlechtsspezifische Sozialisation die Mitgliederzahlen in bestimmten Sportarten wie Kontaktsportarten versus ästhetischen Sportarten beeinflusst.

5. Konsequenzen für die Förderung des Mädchensports: Abschließend werden Strategien zur besseren Förderung von Mädchen im Sport sowie die Perspektive einer zunehmenden Durchmischung der Geschlechter in bisher männlich dominierten Bereichen diskutiert.

Schlüsselwörter

Geschlechtsspezifische Sozialisation, Sportsozialisation, Rollenbilder, Stereotypen, Bewegungsentwicklung, Mädchensport, Körperwahrnehmung, soziale Interaktion, Sportunterricht, geschlechtshomogene Gruppen, Sportverbände, Kontaktsport, Ästhetik, Sportförderung, Gleichberechtigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen und erzieherischen Einflüssen, die dazu führen, dass Jungen und Mädchen unterschiedliche Verhaltensweisen und Präferenzen im sportlichen Kontext entwickeln.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die frühkindliche Sozialisation, den Schulsport, die Körperwahrnehmung sowie die Vereinsstrukturen im Sport.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Einfluss von Rollenmustern und Stereotypen auf die sportliche Laufbahn von Frauen und Männern aufzuzeigen und Ansätze zur Förderung der sportlichen Gleichberechtigung zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung sportsoziologischer Literatur und der Auswertung von Statistiken zur Mitgliederverteilung in verschiedenen Sportarten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Unterschiede in der Bewegungsentwicklung, die Bedeutung von Attraktivität und Schönheit im Sport sowie die geschlechtsspezifische Benachteiligung im schulischen Sportkontext.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind geschlechtsspezifische Sozialisation, Rollenbilder, soziale Interaktion, Sportförderung und Geschlechterstereotypen.

Welchen Einfluss haben Eltern und Lehrer auf die sportliche Entwicklung?

Laut der Arbeit beeinflussen Eltern und Lehrer durch unbewusste Erziehungsmuster, wie Kinder ihren Körper wahrnehmen und welche Sportarten sie als für sich geeignet erachten.

Warum ziehen Frauen eher ästhetische Sportarten vor?

Die Untersuchung legt nahe, dass soziale Erwartungen an ein attraktives Äußeres und der Wunsch nach körperlicher Schlankheit bei Frauen dazu führen, dass Sportarten wie Turnen oder Tanz häufiger gewählt werden als körperbetonte Kontaktsportarten.

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Details

Title
Geschlechtertypische Sozialisation
College
University of Potsdam  (Sportwissenschaft)
Course
Seminar Sportsoziologie: Sportengagment von Heranwachsenden
Grade
gut
Author
Stephan Hintze (Author)
Publication Year
2003
Pages
11
Catalog Number
V20631
ISBN (eBook)
9783638244596
ISBN (Book)
9783640491599
Language
German
Tags
Geschlechtertypische Sozialisation Seminar Sportsoziologie Sportengagment Heranwachsenden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Hintze (Author), 2003, Geschlechtertypische Sozialisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20631
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