„Kirche zur Zeit des Nationalsozialismus“ – dieses Thema beinhaltet bis heute eine umstrittene Problematik: Welche Rolle spielte die christliche Kirche tatsächlich im Kampf gegen die nationalsozialistische Schreckensherrschaft und war ihr Widerstand aktiv und wirkungsvoll genug?
Diese Fragestellung hat auch mich in ihren Bann gezogen. So wird die Kirche doch allgemein als eine der erfolgreichsten Widerstandskämpfer der NS – Zeit angesehen und für ihre Heldentaten der damaligen Zeit gepriesen. Wohl ein Großteil der Bürger der Bundesrepublik Deutschland würde diese Ansicht teilen, wenn man ihn auf die Rolle der Kirche im Nationalsozialismus anspräche. Doch wenn wir ehrlich sind, was für Beispiele und Zeugnisse dieses Widerstandes fallen uns auf Anhieb ein? Die Liste der Ergebnisse unseres Nachdenkens würde bei den Meisten nicht allzu lang sein. Zudem stände diese in keinem Verhältnis zu der Menge der Assoziationen, die wir beispielsweise mit Sophie Scholl oder Schindler verbinden.
Diese Tatsachen bewegen dazu, die Aktivitäten der Kirche zur Zeit des Nationalsozialismus kritisch zu hinterfragen: Was ist damals wirklich passiert?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hitlers Absichten mit der Kirche
3 Unterscheidung zwischen evangelischer und katholischer Kirche
4 Die evangelische Kirche zur Zeit des Nationalismus
4.1 Hintergrundgeschichte
4.2 Aufteilung in Deutsche Christen und Bekennende Kirche
4.3 Die Verbreitung des Neuheidentums
5 Die katholische Kirche zur Zeit des Nationalsozialismus
5.1 Standpunkte in der Katholischen Kirche
5.2 Standpunkt des Papstes
6 Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Rolle der evangelischen und katholischen Kirche während der Zeit des Nationalsozialismus, um zu hinterfragen, wie aktiv und wirkungsvoll ihr Widerstand gegen die nationalsozialistische Schreckensherrschaft tatsächlich war.
- Analyse der Absichten Hitlers gegenüber den Kirchen
- Gegenüberstellung der evangelischen und katholischen Widerstandsmöglichkeiten
- Untersuchung der innerkirchlichen Konflikte und Spaltungen
- Untersuchung des Einflusses des Neuheidentums auf die Kirche
- Bewertung der Rolle des Vatikans und von Papst Pius XI.
Auszug aus dem Buch
2 Hitlers Absichten mit der Kirche
Hitler ließ seine Pläne, wie er mit der Kirche verfahren wolle, schon Anfang der dreißiger Jahre in einem Gespräch mit dem deutschen Politiker Hermann Rauschning erkennen. Er hatte in der Kirche schon sehr bald eine potentielle gefährliche Widerstandsorganisation gegen seine Maßnahmen erkannt, die ihn bei der Umsetzung seiner machtpolitischen Ziele sehr behindern würde. Um dies zu verhindern, plante er, die Kirche in Deutschland immer weiter an den Staat zu binden, dadurch als eigenständige Institution zu schwächen und schlussendlich zu vernichten.1 Doch diese Absicht blieb bis zum Ende des Krieges im Verborgenen, denn Hitler konnte sein Vorhaben aufgrund der sich bald schon bildenden kirchlichen Opposition nie vollends ausführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die umstrittene Problematik der Rolle der Kirche im Nationalsozialismus ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Wirksamkeit ihres Widerstandes.
2 Hitlers Absichten mit der Kirche: Das Kapitel erläutert Hitlers langfristiges Ziel, die Kirche durch Bindung an den Staat zu schwächen und schließlich zu vernichten.
3 Unterscheidung zwischen evangelischer und katholischer Kirche: Hier werden die unterschiedlichen Grundvoraussetzungen und Widerstandsmöglichkeiten beider Konfessionen gegenüber dem NS-Regime dargelegt.
4 Die evangelische Kirche zur Zeit des Nationalismus: Dieser Abschnitt analysiert die tiefe Spaltung der evangelischen Kirche in Deutsche Christen und Bekennende Kirche sowie den Einfluss neuer heidnischer Strömungen.
5 Die katholische Kirche zur Zeit des Nationalsozialismus: Das Kapitel befasst sich mit der defensiven Haltung der katholischen Bischöfe, dem Reichskonkordat und dem Handeln der Päpste Pius XI. und Pius XII.
6 Zusammenfassung der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel resümiert, dass beide Kirchen dem Ziel eines aktiven und radikal wirksamen Widerstands letztlich nicht gerecht wurden.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Kirche, Widerstand, Evangelische Kirche, Katholische Kirche, Hitlers Absichten, Deutsche Christen, Bekennende Kirche, Reichskonkordat, Neuheidentum, Pius XI., Pius XII., Kirchenkampf, Mit brennender Sorge, Holocaust
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus und untersucht, wie diese Institutionen auf das NS-Regime reagierten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die kirchenpolitischen Absichten Hitlers, die innerkirchliche Spaltung, das Verhältnis von Staat und Kirche, der Widerstand (oder das Ausbleiben desselben) sowie die Rolle der Päpste.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, inwieweit die Kirche tatsächlich Widerstand gegen die nationalsozialistische Schreckensherrschaft leistete und ob dieser Widerstand aktiv und wirkungsvoll genug war.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die historische Quellen, Enzykliken und fachwissenschaftliche Darstellungen zur Zeit des Nationalsozialismus auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der evangelischen Entwicklungen (Deutsche Christen vs. Bekennende Kirche) und der katholischen Situation (Reichskonkordat, Stellung der Bischöfe und des Papstes).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Kirchenkampf, Widerstand, Bekennende Kirche, Reichskonkordat und die Haltung der Päpste.
Welche Rolle spielte die "Bekennende Kirche"?
Die Bekennende Kirche formierte sich als Widerstandsbewegung gegen die Gleichschaltung der evangelischen Kirche durch die Nationalsozialisten, scheute jedoch oft vor einem radikalen politischen Widerstand zurück.
Warum wird die katholische Kirche als eher defensiv beschrieben?
Die katholische Kirche wird als defensiv dargestellt, da sie durch ihre hierarchische Struktur, ihre Konfliktscheue und das Bestreben, das Reichskonkordat zu wahren, keinen geschlossenen oder effektiven Widerstand gegen das NS-Regime leisten konnte.
- Quote paper
- Tanja Giesen (Author), 2010, Kirche zur Zeit des Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206348