Das Problem der Chancengleichheit im deutschen Schulsystem


Hausarbeit, 2012

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Intention der Arbeit und ihre besondere Fragestellung

2. Hauptteil
2.1. Das deutsche Schulsystem und seine Struktur
2.2. Ergebnisse aus den Studien
2.2.1. Die PISA-Studie
2.2.2. Der EURO-Student-Report
2.2.3. Studie des IFS in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung
2.3. Lösungsansätze

3. Schluss
3.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
3.2. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Intention der Arbeit und ihre besondere Fragestel- lung

Die Chance einzelner Personen durch das deutsche Bildungssystem Bildung zu erlangen, wird als Bildungs- chance bezeichnet.1 Leider lässt sich jedoch anhand verschiedener, in den letzten Jahren veranlassten Stu- dien feststellen, dass in Deutschland immer noch ein großes Bildungsungleichgewicht zwischen den ver- schiedenen Schichten herrscht. Internationale Ver- gleichsuntersuchungen wie die Studie des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung, die PISA-Studie für 15-jährige und der EURO-Student-Report stellen fest, dass im deutschen Bildungssystem die bestehenden Verhältnis- se in einem besonderen Maß bei den kommenden Ge- nerationen aufrechterhalten werden. Kinder aus Arbei- terfamilien zum Beispiel, haben kaum Chancen auf eine höhere Bildung und deren Chancen sind in jüngster Zeit auch nochmals deutlich gesunken.

Diese Hausarbeit wird zu Beginn die Struktur und die Besonderheiten des deutschen Schulsystems vorstellen und im Anschluss daran die verschiedenen Ergebnisse der bereits erwähnten Studien näher erläutern. Im An- schluss daran stellt sich die Frage, ob im deutschen Schulsystem eine Chancengleichheit herrscht, sowie es eigentlich sein sollte, oder warum einige Jungendliche bevor- bzw. benachteiligt sind. Außerdem möchte ich nach bereits umgesetzten Lösungsmöglichkeiten suchen und diese näher erörtern.

2. Hauptteil

2.1. Das deutsche Schulsystem und seine Struktur

Deutschland zählt derzeit knapp 12 Millionen Schüle- rinnen und Schüler, die in etwa 42.000 Schulen von na- hezu 800.00 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet wer- den.2 Anhand dieser Zahlen wird klar, dass das deut- sche Schulsystem eine wichtige und entscheidende Rolle im Leben eines jeden Menschen einnimmt. Eine historische Erläuterung zur Entstehungsgeschichte des deutschen Schulsystems soll hier nicht erfolgen, da sie für das Verständnis des Chancenungleichgewichtes nicht relevant ist. Das deutsche Bildungssystem hat sich insoweit entwickelt, dass die Verantwortung und Regelung über den Artikel 30 des Grundgesetzes, den Kultusministerien der einzelnen Bundesländer übertra- gen wird. Bildung ist somit Ländersache. Die Zustän- digkeit ist innerhalb der verschiedenen Bundesländer häufig auf mehrere Ministerien verteilt. So gibt es bei- spielsweise im Bundesland Nordrheinwestfalen drei un- terschiedliche Ministerien, die sich mit den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur beschäftigen (Ministerium für Schule und Weiterbildung, Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung, Ministeri- um für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport3 ). Die

Ministerien sind für die Ziele und Inhalte des Unterrichts, für die Ausbildung, Einstellung, Finanzierung des lehrenden Personals sowie für die strukturelle Ausgestaltung des Schulwesens zuständig.

Das Bildungssystem in Deutschland ist vierstufig und so ausgelegt, dass es uns unter Umständen ein Leben lang begleiten kann. Der Eintritt in das Schulsystem be- ginnt mit Vollendung des sechsten Lebensjahres eines Kindes (Beginn der Schulpflicht) und kann unterschied- lich enden, es muss jedoch jeder Schüler zwölf Jahre lang eine Schule besuchen. Neun dieser Jahre - in ei- nigen Bundesländern auch zehn - müssen an allge- mein bildenden Schulen absolviert werden, die danach noch verbleibenden Jahre als Teilzeitschuljahre im be- ruflichen Schulwesen.4

Da sich das Hauptaugenmerk dieser Hausarbeit aller- dings auf die so genannte Sekundarstufe II richten soll, werden nicht alle Stufen des Bildungssystems erläutert, sondern es folgt nur eine Beschreibung der Sekundar- stufe II. Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass Teile des Bildungssystems je nach Bundesland unterschied- lich gestaltet und benannt sein können, sie jedoch ei- nem bundesweit gültigen Grundgerüst folgen.

Die Sekundarstufe II lässt sich grob in zwei Bereiche einteilen, die gymnasiale Oberstufe und die Berufsbil- denden Schulen. An beiden Schulformen lassen sich unterschiedliche Abschlüsse erzielen. Bei der Entscheidung eines Schülers für eine dieser Schulformen, be- ginnt bereits die Selektierung nach Wissensstand und somit nach sozialen Schichten. Schüler der Oberschicht werden in der Regel eher ihr Abitur an einem Gymnasi- um oder einer Gesamtschule anstreben, wobei Schüler der Mittel- und Unterschicht eher eine Berufsschule be- suchen. Hierbei spielt bereits der unterschiedliche Leis- tungsstand aus der Sekundarstufe I eine große Rolle. Bei dem Besuch der Berufsschule streben die Schüler entweder eine Ausbildung (schulisch oder dual) oder einen Schulabschluss (Fachoberschulreife oder Fach- hochschulreife) an oder sie landen im so genannten Übergangssystem, weil sie weder einen Schulab- schluss noch eine Ausbildung vorweisen können, aber noch schulpflichtig sind. 2008 verteilten sich die Neuzu- gänge auf diese drei großen Sektoren so, dass 48% in das duale System, 34% in das Übergangssystem und 18% in das Schulberufssystem einmündeten.5 Ein gro- ßer Unterschied dieser beiden Schulformen ist, dass es an Berufsschulen häufig noch Klassenverbände gibt während sich am Gymnasium das Kurssystem durch- gesetzt hat. Leistungsschwache Schüler sind in dieser Schulform eventuell überfordert, weil sie mehr Eigen- verantwortung und ständig wechselnde Ansprechpart- ner haben und es den Lehrenden somit schwerer fällt, die Probleme der Schüler wahr zu nehmen und diese individuell zu fördern.

Wie groß das Bildungsgleichgewicht zwischen den Schülern dieser Schulformen jedoch wirklich ist, soll

[...]


1 Entnommen am 30.08.2012, 15:30: http://de.wikipedia.org/wiki/Bildungschance

2 ACKEREN, van Isabell, KLEMM, Klaus: Entstehung, Struktur und Steuerung des deutschen Schulsystems: Eine Einführung, Wiesbaden: VS Verlag, 2011, S. 11, Zeile 1-3

3 Entnommen am 30.08.2012, 16:40: http://www.nrw.de/landesregierung/landesministerien-und-vertretungen/

4 ACKEREN, van Isabell, KLEMM, Klaus: Entstehung, Struktur und Steuerung des deutschen Schulsystems: Eine Einführung, Wiesbaden: VS Verlag, 2011, S. 49, Zeile 6-11

5 ACKEREN, van Isabell, KLEMM, Klaus: Entstehung, Struktur und Steuerung des deutschen Schulsystems: Eine Einführung, Wiesbaden: VS Verlag, 2011, S. 71, Zeile 9-11

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Problem der Chancengleichheit im deutschen Schulsystem
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Seminar für Bachelor Berufskolleg
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V206357
ISBN (eBook)
9783656335832
ISBN (Buch)
9783656336624
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
problem, chancengleichheit, schulsystem
Arbeit zitieren
Jana Philipp (Autor), 2012, Das Problem der Chancengleichheit im deutschen Schulsystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206357

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