Kurzeinführung in die politische Satire


Referat (Ausarbeitung), 2012

5 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhalt

Kurzeinführung in die politische Satire
Definition
Abgrenzung zu anderen Textgattungen
Kurzrückblick
Textbeispiel
Quellenangaben
Bildquellen:
Literaturquellen:

Kurzeinführung in die politische Satire

Definition

Die Satire allgemein, ist keinesfalls eine eigene Textgattung. Sie kann in Form von Film, Bild, Text oder Sprache auftreten und ist somit auch nicht an ein Übertragungsmedium gebunden. Sie begegnet uns in vielfältigem Gewand, von Werbung über Zeitungsartikel bis hin zu ganzen Zeitschriften.

Im Gegensatz zu anderen Formen der Kritik, verwendet die Satire ästhetische Mittel um ihren eigentlichen Zweck geschickt zu verhüllen. Sie zeigt die angeprangerten Missstände nicht direkt auf, sondern umschreibt sie so, dass ein Unwissender nicht fähig ist, diese übermittelte Kritik überhaupt zu entdecken.

Dies führt gleich zu einem weiteren Merkmal. Die Satire bedient sich sehr oft einem Dreiergespann, bestehend aus Angreifer, Opfer und Adressat. Wobei Opfer und Adressat auch oft ein und dieselbe Person/Zielgruppe sein können. Als Angreifer kann entweder der Verfasser des jeweiligen Textes stehen oder eine sogenannte „satirische persona“[1], eine fiktive Persönlichkeit die die Kritik überträgt, sodass der eigentliche Autor nicht persönlich dafür belangt werden kann. Der Adressat ist allgemein der Empfänger, z.B. Leser der Satire. Er kann, muss aber nicht identisch mit dem Opfer sein. Das Opfer kann eine einzelne Person sein, besteht aber meist aus einer ganzen Personengruppe, die allgemein kritisiert werden soll. Eine Satire kann nur funktionieren, wenn der Adressat das Nötige Hintergrundwissen dazu hat, um die Satire überhaupt verstehen zu können (siehe Textbeispiel).

„Satire will, wie die politische Rede, mehr überreden denn überzeugen“.[2]

Die Satire möchte in seltenen Fällen nicht nur Kritik üben, sondern teilweise sogar Meinungen manipulieren[3] und durch die Form des Humors verschleiert, die Meinung des Angreifers auf die Meinung des Adressaten übertragen.

Hierzu verwendet die Satire drei Dimensionen: psychologisch, ästhetisch und sozial.[4] Die ästhetische Dimension wurde bereits beschrieben, sie steht für die Verschleierung der eigentlich kritischen Aussage durch Humor. Die Satire ahmt niemals detailgetreu die Wirklichkeit nach, sie hält der Wirklichkeit sozusagen einen verzerrenden Spiegel vor.[5] Die soziale Dimension kommt dadurch zum Ausdruck, dass das Opfer nicht direkt angegriffen wird. Und die psychologische Dimension ist mit der manipulierenden Aussage zu beschreiben.

Wo die Satire aufhört und die Beleidigung des Opfers anfängt ist schwierig auszudrücken. Kurt Tucholsky schrieb einmal dazu: „Was darf die Satire?“ - „Alles.“[6]. Diese Aussage ist vor allem im Deutschland der heutigen Zeit mit Vorsicht zu betrachten. Eine Satire muss einwandfrei als karikaturhafte Darstellung erkennbar sein, ansonsten verstößt dies gegen das Persönlichkeitsrecht des Opfers (vgl. „üble Nachrede“).

Die oben genannten Aussagen sind für alle Satirenformen zutreffend, zusätzlich hat die politische Satire einen klaren Bezug zu politischen Themen.

Abgrenzung zu anderen Textgattungen

„Satire refers to things; parody refers to words“.[7] Damit wollte Joseph Dane ausdrücken, dass sich die Satire im Gegensatz zur Parodie nicht allein auf Aussagen, sondern auf ganze „Dinge“, also politische Missstände oder politische Aussagen beruft. Während die Parodie nur ein nachäffendes Moment hat, welches bei der Satire auch zur humoralen Unterstützung der Aussage verwendet werden kann, erschafft die Satire auch völlig neue Aussagen, was bei der Parodie schon laut Definition nicht zutreffen kann.

Im Gegensatz zum Humor, welcher allgemein keine Meinung überträgt, sondern dessen einziger Sinn darin besteht, den Leser zu unterhalten, hat die Satire wie bereits öfters erwähnt, die Intention einen Missstand aufzudecken und bestenfalls zu beseitigen.

Kritik und Polemik sind Schreibformen, die ihre eigentliche Aussage unverschleiert übertragen und ganz direkt den Zweck preisgeben für den sie geschrieben wurden. Sie verwenden im Gegensatz zur Satire keinerlei Ästhetik und Komik.

Aber bei all diesen Ausführungen ist zu beachten, dass die Übergänge immer fließend sein können. Die Satire, die bekanntlich keine eigene Textgattung darstellt, kann als Mischung all dieser Schreibformen aufgefasst werden. Sie kann sehr wohl parodische, sowie humorale Elemente aufweisen, überträgt aber dennoch ihre Kritik verpackt in Komik.

Kurzrückblick

Die Satire ist in ihrer Urform bereits seit 130 v. Chr. bekannt.[8] Der Begriff „Satire“ leitet sich vom römischen „lanx satura“ ab, was so viel bedeutet wie „Schüssel mit vermischtem Inhalt“ und stammt vom römischen Schriftsteller Ennius. Diese antiken Satiren waren eher gesellschaftskritisch verfasst und befassten sich mit gesellschaftlichen Missständen, wie bspw. Maßlosigkeit, Ehebruch oder Habgier.

Im Mittelalter wurde die Satire häufig über Hofnarren vertreten, da diese die einzigen waren die dem Feudalherren die Meinung sagen konnten, wenn auch nur geschönt durch die Ästhetik der Satire (vgl. Ständesatire).

Auch waren Tierepen, wie etwa „Reineke Fuchs“ weit verbreitet, da diese sehr anschaulich auch für Bürger waren, die des Lesens nicht mächtig waren.

Dies war auch in der französischen Revolution von großer Bedeutung, da die wichtigen Ereignisse und Informationen in Form von satirischen Bildern auch den Analphabeten zugänglich gemacht wurden.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte die deutsche Satire einen neuen Höhenflug, bei dem zahlreiche satirische Zeitschriften gegründet wurden (vgl. „neue Frankfurter Schule“).

[...]


[1] vgl. Kämmerer/Lindemann (2004), S. 10 f.

[2] Behrmann, Sven (2002), S. 36

[3] vgl. Meyer, Barbara (1985), S. 5

[4] vgl. Behrmann, Sven (2002), S. 10

[5] vgl. Kämmerer/Lindemann (2004), S. 10 f.

[6] Tucholsky, Kurt (1975), S. 44

[7] Kämmerer/Lindemann (2004), S. 146 (zit. nach Dane, Joseph. A. (1980))

[8] vgl. Kämmerer/Lindemann (2004), S. 14

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Kurzeinführung in die politische Satire
Note
1,4
Autor
Jahr
2012
Seiten
5
Katalognummer
V206362
ISBN (eBook)
9783656335801
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Satire, politische Satire, Deutsch Referat
Arbeit zitieren
Florian Hubert (Autor), 2012, Kurzeinführung in die politische Satire, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206362

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