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Gedichtinterpretation: Else Lasker-Schüler "Ein alter Tibetteppich"

Titel: Gedichtinterpretation: Else Lasker-Schüler "Ein alter Tibetteppich"

Essay , 2012 , 3 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Geschrieben und erstmals 1910 veröffentlicht in Der Sturm und später in der
Gedichtsammlung Meine Wunder (1911) ist das Gedicht eines der ganz großen der Dichterin Else Lasker-Schüler. Davon wollen einem Dichter nur einige wenige, vielleicht eine Hand voll – wie Benn meint ‒ gelingen. Das Gedicht war eins von Thomas Manns Lieblingsgedichten, wie aus einem Else Lasker-Schüler Gästebucheintrag hervorgeht. Und Karl Kraus, der gefürchtete Kunst- und Literaturkritiker Wiens im beginnenden 20. Jahrhundert und, wie Herwarth Walden (Der Sturm), Herausgeber einer berühmten Zeitschrift "Die Fackel", schrieb anlässlich des Abdrucks des Gedichtes in dieser Zeitschrift als Fußnote, dass dieses Gedicht von Else Lasker-Schüler, »d[er] stärkste[n] und unwegsamste[n] Erscheinung des modernen Deutschland« eines der »entzückendsten und ergreifendsten, die ich je gelesen habe,«sei, und er dafür seinen gesamten Heine hergeben wolle.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formale Analyse des Gedichts

2.1 Klangstrukturen und Wortneuschöpfungen

2.2 Bildsprache und visuelle Dimensionen

3. Syntaktische und inhaltliche Ebenen

4. Interpretation der Schlusspassage

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Gedicht "Ein alter Tibetteppich" von Else Lasker-Schüler einer tiefgehenden philologischen Analyse zu unterziehen, um die komplexe Verzahnung von klanglicher Ästhetik, neologistischer Wortbildung und semantischer Tiefe zu entschlüsseln.

  • Analyse der lautmalerischen Komponenten und Vokalstrukturen.
  • Untersuchung der metaphorischen Neuschöpfungen und deren Bedeutung für das lyrische Bild.
  • Syntaktische Untersuchung der räumlichen und zeitlichen Dimensionen im Text.
  • Interpretation des erotischen und kosmischen Symbolgehalts des Gedichts.

Auszug aus dem Buch

EIN ALTER TIBETTEPPICH

Formal besteht das Gedicht aus drei Strophen zu je zwei Versen und einer 4. Strophe zu drei Versen. Die Verse sind strophenweise in Endreimen gefasst. Ein Trochäus läuft mit 4-6 Hebungen je Vers durch, wird jedoch am Ende (V. 8 und 9) jambisch durchbrochen.

Das Gedicht, das vom Geflecht eines Teppichs handelt, stellt sich bei näherer Betrachtung selbst als außerordentliches Geflecht von Wort-, Bild- und Klang-Beziehungen dar, das kunstvoll gewebt ist.

Die Klänge, die durch die Überschrift mit hellen Vokalen »e / i« eingeläutet werden, werden in der ersten Strophe fortkomponiert. Klang schmeichelt ein mit weichem s-Anlaut, gefolgt von gedehntem »e«, weichem »l« und formt so »Seele«. Auch schon der Aufklang, »D« als weicher Plosivlaut, der sich wie ein Echo in dem zweimaligen »die die« fängt! Und klanggleich folgt »meine« auf »Deine« und so hüllen diese Klanggleichheiten die beiden Seelen ein. Es folgt in seiner Wirkung ähnlich ‒ wieder mit schmeichelndem Anlaut ‒ »liebet« und scheut dabei nicht das dichterisch verpönte Längungs-»e«, nimmt es doch dem »liebt« dadurch ganz die Schlusshärte und bereitet behutsam vor, was als dichterischer Clou für die zweite Zeile geplant ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet das Gedicht in den literarischen Kontext der Dichterin ein und beleuchtet die Rezeptionsgeschichte sowie die Bedeutung des Werks für Zeitgenossen.

2. Formale Analyse des Gedichts: Dieses Kapitel widmet sich der metrischen und lautlichen Beschaffenheit des Textes, insbesondere der suggestiven Wirkung der Vokale und Konsonanten.

3. Syntaktische und inhaltliche Ebenen: Hier wird die syntaktische Struktur des Gedichts hinterfragt, wobei die vermeintliche "Ankerlosigkeit" der Bilder im Vordergrund steht.

4. Interpretation der Schlusspassage: Das abschließende Kapitel analysiert die metaphysische Dimension und die Verschmelzung der Liebenden im kosmischen Bild des Sternenhimmels.

Schlüsselwörter

Else Lasker-Schüler, Ein alter Tibetteppich, Lyrik, Moderne, Wortneuschöpfung, Neologismus, Klangästhetik, Bildersprache, Textanalyse, Moderne Lyrik, Literaturwissenschaft, Metrik, Endreim, Interpretation, Literarische Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine detaillierte literaturwissenschaftliche Analyse des Gedichts "Ein alter Tibetteppich" von Else Lasker-Schüler.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die klangliche Struktur, die poetische Wortbildung und die metaphorische Verdichtung von Liebe und Kosmos im Werk der Dichterin.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die kunstvolle Verzahnung von Sprache, Klang und Bild aufzudecken, die das Gedicht zu einem herausragenden Beispiel moderner Lyrik macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein philologischer, textimmanenter Ansatz verfolgt, der formale, syntaktische und lautliche Aspekte eng miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse der Strophen, die Untersuchung der Wortneuschöpfungen und eine Interpretation der semantischen Bedeutungsschichten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Neologismus, Klangästhetik, Metrik, Else Lasker-Schüler und literarische Moderne.

Warum verwendet Lasker-Schüler den Neologismus "Teppichtibet"?

Das Wort dient als lautmalerische Spiegelung und Wortneuschöpfung, die den Leser aus dem gesicherten Wortlexikon heraushebt und eine neue, eigene Realität erzeugt.

Welche Rolle spielt die Syntax in Bezug auf die "Kostbarkeit"?

Die syntaktische Analyse zeigt, dass das Bezugswort für die "Kostbarkeit" im Satzgefüge bewusst ankerlos bleibt, was die traumartige Stimmung des Gedichts verstärkt.

Wie endet die rhetorische Frage der Dichterin?

Lasker-Schüler beendet rhetorische Fragen in diesem Gedicht oft mit einem Punkt statt einem Fragezeichen, da sie sich in ihrem Kontext selbst beantworten.

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gedichtinterpretation: Else Lasker-Schüler "Ein alter Tibetteppich"
Hochschule
Universität zu Köln  (Inst. f. dt. Sprache u. Literatur)
Note
1,0
Autor
Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
3
Katalognummer
V206367
ISBN (eBook)
9783656335771
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Expressionismus Lasker-Schüler Karl Kraus Meine Wunder Der Sturm
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Ing. Karl Bellenberg (Autor:in), 2012, Gedichtinterpretation: Else Lasker-Schüler "Ein alter Tibetteppich", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206367
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Leseprobe aus  3  Seiten
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