[...] Die Arbeit gleidert sich in eine theoretische Grundlage und eine Filmanalyse. Kapitel Eins stellt das literarische Fundament beider Fraunetypen und der Genese der femme fatale zum Leinwandvamp dar. Mario Praz und Ariane Thomalla werden hier elementare Merkmale beider Frauenbilder anführen. Wichtig sind auch in diesem Kontext die gesellschaftlichen Umstände und der Zeitgeist des romantischen Jahrhunderts, die es zu verstehen gilt. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Konstruktion und Ursprünge der femme fragile, der femme fatale und des Vamps
2.1 Von der Sehnsucht ins Düstere: Wie die Romantik schwarz wurde
2.2 Femme fragile – Die zerbrechliche Frau
2.3 Femme fatale in ihrer Mannigfaltigkeit – Die Schönheit ohne Gnade
3. Hammer Horror und die Renaissance Schwarzer Romantik – eine Fallanalyse
3.1 The Brides of Dracula
3.2 Lust for a Vampire
4. Schlussbetrachtung: Wie hat der Hammer Horror die Romantik adaptiert?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Konstruktion der literarischen Frauentypen „femme fragile“ und „femme fatale“ innerhalb der Horrorfilme der Produktionsgesellschaft Hammer Film Productions, um deren Bezug zur Schwarzen Romantik aufzuzeigen.
- Literarische Wurzeln und Definitionen von femme fragile und femme fatale
- Die Transformation der romantischen Literaturmotive in den Horrorfilm
- Vergleichende Filmanalyse von „The Brides of Dracula“ und „Lust for a Vampire“
- Darstellung von Geschlechterrollen, Sexualität und Passivität im Hammer Horror
Auszug aus dem Buch
2.1 Von der Sehnsucht ins Düstere: Wie die Romantik schwarz wurde
Die Romantik bildet Hauptströmung der europäischen Kulturgeschichte für die Zeit von circa 1795 bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Aus literarischer Sicht brachte diese Epoche vornehmlich Romane, Dramen und Gedichte hervor, die die Gefühlslaage des Menschen gegen die vorherrschende Aufklärung und den Rationalismus aufgreifen. Die Autoren dieser Zeit flüchteten ins Phantastische, denn Praz beschreibt die Romantik als eine „durch ihre Betrachtung hervorgerufene Gemütsbewegung. Das Wesen der Romantik bestehe nun im Unaussprechlichen und verbinde diese Epoche mit Magie, Sehnsucht, vor allem aber mit Wörtern, die unaussprechliche Seelenzustände ausdrücken. Aber je mehr die Aufklärung und der Rationalismus die Literatur beherrschen würden, desto resoluter drängten auch das Düstere, das Irrationale und das Hässliche zur Darstellung. Eine Ästhetik des Schaurigen etabliert sich als Element in der Literatur. Die Romantiker entdecken die „Nachtseite“ der Epoche, die Schwarze Romantik. Merkmale der Morbidität, des Irrationalen und das Thema Tod (vor allem in Verbindung mit Schönheit) gewinnen an Attraktivität. Das Werk „Liebe, Tod und Teufel. Die Schwarze Romantik“ von Mario Praz wird als Standardlektüre für französische und englische Schwarzromantik aufgeführt. Hierbei beschäftigt er sich mit der Erotik als eines der ausgeprägtesten Elemente dieser Unterströmung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie Hammer Horror die literarischen Typen femme fragile und femme fatale konstruiert, und erläutert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Konstruktion und Ursprünge der femme fragile, der femme fatale und des Vamps: Dieses Kapitel definiert theoretisch die beiden gegensätzlichen Frauentypen sowie deren historische und literarische Entstehungsgeschichte im Kontext der Romantik.
3. Hammer Horror und die Renaissance Schwarzer Romantik – eine Fallanalyse: In diesem Kapitel werden die Filme „The Brides of Dracula“ und „Lust for a Vampire“ exemplarisch analysiert, um die filmische Umsetzung der Frauentypen zu untersuchen.
4. Schlussbetrachtung: Wie hat der Hammer Horror die Romantik adaptiert?: Die Schlussbetrachtung resümiert, wie Hammer die Motive der Romantik erfolgreich für ein modernes Publikum unter Einbezug zeittypischer Erotik und gesellschaftlicher Konventionen adaptierte.
Schlüsselwörter
Hammer Horror, femme fragile, femme fatale, Schwarze Romantik, The Brides of Dracula, Lust for a Vampire, Vampirismus, Geschlechterrollen, Sexualität, Passivität, Filmgeschichte, Literaturgeschichte, Gothic, Leidenschaft, Morbidität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Darstellung der klassischen literarischen Frauentypen „femme fragile“ und „femme fatale“ in Horrorfilmen der Hammer Film Productions.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Schwarzen Romantik, die Charakteristika der genannten Frauentypen und deren filmische Transformation im Kontext von Erotik, Sexualität und Machtverhältnissen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, wie die Hammer-Horrorfilme diese literarischen Frauentypen konstruieren und welche Aspekte der Schwarzen Romantik sie in ihre Inszenierungen integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus einer theoretischen Literaturanalyse (Begriffsdefinitionen) und einer analytischen Filmanalyse zweier ausgewählter Werke angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Frauentypen und die konkrete Fallanalyse der Filme „The Brides of Dracula“ und „Lust for a Vampire“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Hammer Horror, femme fragile, femme fatale, Schwarze Romantik, Vampirismus und die Untersuchung von Geschlechterrollen.
Wie unterscheidet sich die femme fragile von der femme fatale in den Hammer-Filmen?
Die femme fragile zeichnet sich durch Zerbrechlichkeit, Passivität und eine unterwürfige, oft kränkliche Art aus, während die femme fatale als dominante, aktive und sexuell verführerische Figur dargestellt wird.
Welche Rolle spielt die „Schwarze Romantik“ für das Verständnis der Filme?
Die Schwarze Romantik liefert das ästhetische und inhaltliche Fundament, auf dem die dargestellten Motive von Tod, Lust und dem „Düsteren“ basieren, die in den Hammer-Filmen neu interpretiert werden.
Inwiefern beeinflusst der Zeitgeist der 1960er/70er Jahre die filmische Adaption?
Die Filme spiegeln einen Wandel wider, bei dem klassische literarische Vorlagen durch die Darstellung von Erotik und eine zunehmende Aufgelockertheit hinsichtlich der Zensurvorgaben modernisiert wurden.
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- Jessica Masik (Author), 2012, Femme fragil und femme fatale - Konstruktion zweier romantischer Figuren in Hammer-Horrorfilmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206388