Die Amerikanisierung des Vietnamkonflikts durch die U.S. Außenpolitik


Hausarbeit, 2001
24 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung:

2. Die Amerikanisierung durch die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika
2.1 Franklin Delano Roosevelt (1933-45):
2.2 Harry S. Truman (1945-53):
2.3 Dwight D. Eisenhower (1953-61):
2.4 John F. Kennedy (1961-63):
2.5 Lyndon B. Johnson (1963-69):

3. Schlusswort:

4. Literatur:

1. Einleitung:

Diese Hausarbeit stellt den Versuch dar, die Gründe, welche die verschiedenen Präsidenten der Vereinigten Staaten dazu veranlassten, das amerikanische Engagement in Indochina auszuweiten, aufzudecken. Hierbei sollen auch verschiedene historische Aspekte, die eine Mitschuld an der Amerikanisierung dieses Krieges tragen, angesprochen werden.

Entsprechend der Personalisierung meiner Arbeit, habe ich den Hauptteil derselben in die Amtsperioden der angesprochenen, amerikanischen Präsidenten aufgeteilt.

Außerdem wäre noch einleitend zu bemerken, dass ich den Stoff dieser Arbeit auf ein Viertel Jahrhundert begrenzt habe. Die Einschränkung der begutachteten Zeitspanne – vom Anfang der Vierziger Jahre bis ins Jahr 1965 – begründet sich darin, dass die wachsende Amerikanisierung des Vietnamkrieges eben mit dem Ausbruch der offenen Kampfhandlungen zwischen Nordvietnam und den USA abgeschlossen wurde. Denn von dem Beginn dieser Kampfhandlungen an sowie dem Einsatz von über einer halben Million U.S. Soldaten, spricht man von dem amerikanischen Vietnamkrieg – auch wenn Nordvietnam niemals offiziell der Krieg erklärt worden war – was wiederum ein Thema für sich ist.

Einleitend zu dieser Hausarbeit möchte ich nun noch einen kurzen chronologischen Abriss zum Verlauf des gesamten Vietnamkrieges, aus der Sicht des vietnamesischen Volkes, an dieser Stelle einschieben. Er soll nicht nur die zeitliche Ausbreitung dieses internationalen Konfliktes darstellen, sondern es dem Leser auch vereinfachen, während seiner Lektüre nicht den Bezug auf den eigentlichen Vietnamkrieg zu verlieren. Denn viele der im Hauptteil angesprochenen Ereignisse und Fakten, welche zeitgleich sonst wo auf der Welt geschahen, waren trotz geographischer Unterschiede eng mit den Geschehnissen in Vietnam verbunden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Die Amerikanisierung durch die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika

In der von mir begutachteten Zeit stellten die Präsidenten Amerikas die maßgebliche und endgültige Entscheidungsinstanz der U.S. Außenpolitik dar, wobei der als Kontrollorgan bestimmte Kongress, sowie die Presse und die gesamte amerikanische Öffentlichkeit oftmals hinters Licht geführt wurde. Aufgrund der Signifikanz der Präsidenten werde ich die Bearbeitung dieses Hauptteils, bezüglich der Verwicklung der USA in den Vietnamkrieg, in fünf chronologisch aufeinanderfolgende Phasen einteilen, nämlich den verschiedenen Amtsperioden dieser Machthaber.

2.1 Franklin Delano Roosevelt (1933-45):

Im Jahre 1941 bereitete das Land Vietnam und dessen indochinesische Nachbarn Franklin D. Roosevelt zum ersten mal Kopfzerbrechen: Als nämlich die Japaner vom Norden her nach Indochina vorstießen und sich dadurch nicht nur eine Absprungbasis für weitere Aktionen in ganz Südostasien verschufen, sondern auch noch die Kautschukzufuhr für die amerikanische Industrie bedrohten. Roosevelt reagierte zunächst mit finanz-wirtschaftlichen Sanktionen und

fror sämtliche japanische Guthaben in den USA ein.

Die Konsequenz daraus war der japanische Angriff auf Pearl Harbor und damit der Kriegseintritt der Vereinigten Staaten von Amerika. In den folgenden Jahren blieb Vietnam und Indochina weiter in des amerikanische Präsidenten Hinterkopf. Dabei entwickelte er den Plan, „Indochina nach dem Krieg nicht den Franzosen zurückzugeben, sondern einer internationalen Treuhänderschaft zu unterstellen und auf die Unabhängigkeit vorzubereiten.“[1]

In dieser Treuhänderschaft wären Frankreich, Indochina, Russland, China und vielleicht Amerika und die Philippinen vertreten gewesen. Roosevelt hatte für diesen Plan bereits die Zustimmung Stalins und Chiang Kai-scheks geerntet und Indochina schien eine friedliche und versprechungsvolle Zukunft zu erwarten.

Am 12. April 1945 jedoch verstarb Amerikas weises Staatsoberhaupt und seine verheißungsvolle Idee für die Zukunft Indochinas wurde mit ihm zu Grabe getragen.

2.2 Harry S. Truman (1945-53):

Schon drei Monate nach Roosevelts Tod billigte sein Nachfolger die Restauration der französischen Kolonialherrschaft in Indochina durch General de Gaulle. Truman begründete diesen Kurswechsel damit, dass eine Schwächung französischen Einflusses in Indochina zu einer Schwächung des französischen Ansehens in Europa führen würde. Amerika wollte nun nicht mehr die wichtigen Staaten Europas entfremden „whose help we need to balance Soviet power in Europe.“[2] Außerdem sollte Frankreich durch den Rückerwerb seiner asiatischen Kolonien „zur Aufgabe seiner Bedenken gegen ein in einem integrierten Westeuropa wiederbewaffnetes Deutschland veranlasst werden.“[3]

Zu diesem Zeitpunkt, in den frühen Nachkriegsjahren also, ging es der amerikanischen Außenpolitik nicht um die Zukunft Indochinas, sondern um die Eindämmung des Einflusses der Sowjetunion im geschwächten Europa.

In den ersten Jahren des Unabhängigkeitskrieges der Vietminh unter Ho Chi Minh gegen die Franzosen behielten die USA eine neutrale Stellung bei. Dies änderte sich jedoch immer mehr mit dem „Verlust Chinas“ und der dadurch eskalierenden anti-kommunistischen Einstellung der amerikanischen Bevölkerung. Die endgültige Kursänderung trat dann mit dem Ausbruch des Koreakrieges ein.

Die zweite Hälfte der Vierziger Jahre stellte die Aufwärmrunde des Kalten Krieges dar, wo sich der ideologische Spalt zwischen den beiden Weltmächten und ehemaligen Verbündeten immer weiter öffnete. Dies geschah durch Aktionen der amerikanischen Außenpolitik, wie die Truman-Doktrin und den Interessenkonflikt bezüglich der Deutschlandpolitik mit dem Ergebnis des Marshall Plans und der Berlin-Blockade sowie durch die Entwicklung der sowjetischen Atombombe. Offiziell, kann man wohl sagen, brach der Kalte Krieg allerdings mit dem Fall Chiang Kai-schecks und der damit verbundenen, kommunistischen Machtübernahme Chinas aus. Der „Verlust Chinas“ an die Kommunisten und die zunehmende Sicherheit dass Spione den Sowjets zu ihrer eigenen Atombombe verhalfen hatten, wurde von dem Senatoren Joe McCarthy zum Sprungbrett in die amerikanische Öffentlichkeit und vor allem Presse. Mit seinen Behauptungen dass die gesamte U.S. Regierung von pro-kommunistischen Politikern ‚verseucht’ sei, und dass speziell das State Department die Schuld an der kommunistischen Machtübernahme in China trage, löste er nicht nur eine personalpolitische ‚Kopflawine’ aus, sondern verpasste fast ganz Amerika einen folgenschweren Komplex: Der scharfe Anti-kommunismus oder McCarthyismus.

Als Konsequenz galt es spätestens ab dem Frühjahr 1950 als das politische Ende, beschuldigt zu werden, „soft on communism“ oder liberal zu sein. Denn alles was von der strengen anti-kommunistischen Schiene abwich wurde zunächst als Zeichen von Liberalität und folglich als Beweis einer kommunistischen Einstellung interpretiert.

Dieser folgenschwere Anti-Kommunismus führte dazu, dass jegliche freundliche Kommunikation mit der Sowjetunion und der Volksrepublik China unmöglich wurde.

Im April 1950 folgte der ultimative Wegweiser der amerikanischen Außenpolitik: Das nur in Regierungskreisen veröffentlichte Dokument NSC-68.

Mit diesem Dokument des National Security Council verpflichtete sich die amerikanische Regierung, „to assist allied nations anywhere in the world which seemed threatened by Soviet aggression.“[4] Diese Direktive lag der Annahme zugrunde, dass die Sowjetunion unter fanatischen Bemühungen versuche, Regierungen überall auf der Welt an sich zu reißen. Das direkte Resultat des NSC-68 war die 350 prozentige Steigerung amerikanischer Rüstungsausgaben um der vermeintlichen sowjetischen Bedrohung entgegentreten zu können.

Als am 25. Juni 1950 die Nordkoreaner den 38. Breitengrad überschritten und Südkorea überfielen, kam es dann zur ersten wahren Schlacht des Kalten Krieges. Für Truman war dies der Anfang des 3. Weltkrieges und sein erster Kommentar gegenüber seinem Secretary of State Dean Acheson dazu war: “Dean, we’ve got to stop these sons-of-bitches no matter what.“[5] Auf der Annahme basierend, dass die Sowjets direkt für diese Invasion verantwortlich waren, und dass man damit den Willen der USA, kommunistische Aggression zu bekämpfen, einem entscheidenden Härtetest unterziehen wollte, hielt sich Trumans Regierung an die NSC-68 und griff ein. Sofort nachdem der U.N. Sicherheitsrat den nordkoreanischen Überfall verurteilt hatte, sandte Truman, ohne jegliche Rücksprache mit dem Kongress, zwei U.S. Divisionen (und zwei weitere in Reserve) unter General MacArthur nach Korea, um das Hauptgewicht des U.N. Kampfeinsatzes zu tragen. Mit dem Führungsanspruch über den U.N. Einsatze gegen die Nordkoreaner (und später Chinesen) demonstrierte Truman die bedingungslose Vollstreckung seiner anti-kommunistischen Außenpolitik und das Einhalten ihres polizeiähnlichen, weltweiten Schutzmandates.

[...]


[1] SCHLESINGER, Arthur M.: „Das bittere Erbe“; Scherz Verlag; Bern; 1967; S.14

[2] CHAFE, William H.: “The Unfinished Journey”; Oxford University Press; New York; 1999; S.257

[3] WOLF, Dieter O.A.: „’Präsidenten-Krieg’ in Vietnam?“; R. Oldenbourg Verlag; München; 1973; S.97

[4] CHAFE, William H.: “The Unfinished Journey”; Oxford University Press; New York; 1999; S.249

[5] CHAFE, William H.: “The Unfinished Journey”; Oxford University Press; New York; 1999; S.249

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Die Amerikanisierung des Vietnamkonflikts durch die U.S. Außenpolitik
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten  (FB Politik)
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
24
Katalognummer
V2064
ISBN (eBook)
9783638112673
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Amerikanisierung, Vietnamkonflikts, Außenpolitik
Arbeit zitieren
Lars Allenstein (Autor), 2001, Die Amerikanisierung des Vietnamkonflikts durch die U.S. Außenpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2064

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