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Europäische Diktaturen und die Sozialdemokratie

Titel: Europäische Diktaturen und die Sozialdemokratie

Seminararbeit , 2011 , 20 Seiten , Note: 1

Autor:in: Mag. Wolfgang Bilewicz (Autor:in)

Politik - Geschichte der politischen Systeme
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entstehung der sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien, die des Öfteren mit dem Terminus „Arbeiterparteien“ versehen werden, geht auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Die Etablierung dieser neu entstandenen politischen Gruppierung befand sich in unmittelbarer Abhängigkeit zum demokratischen Entwicklungsstand der jeweiligen Länder, und zwar hinsichtlich der verfassungsrechtlichen und politischen Gegebenheiten, der Traditionen und der Industrialisierung. Nachdem diese politischen Determinanten nicht in allen Staaten in gleichem Maße ausgeprägt waren, ist davon auszugehen, dass sich der Entwicklungsprozess der europäischen Sozialdemokraten über mehrere Jahrzehnte erstreckte. Ein weiterer Grund, weshalb die Parteien innerhalb einer längeren Zeitspanne entstanden, besteht darin, dass einige dieser Parteien aus Zusammenschlüssen älterer Arbeitervereinigungen hervorgingen, was eine interne Konkurrenz der ideologischen Richtungen zur Folge hatte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Entstehung sozialdemokratischer Parteien

1.1 Die Gründung der SPD

1.2 Die Gründung der SDAP

2. Die SPD und der Weg in die NS-Diktatur

2.1 Die SPD in den Anfängen der Weimarer Republik

2.2 Die Tolerierungspolitik gegenüber den Präsidialkabinetten Brüning und Papen

2.3 Die Machtergreifung der Nationalsozialisten und die Ausschaltung der SPD

3. Die SDAP und der Weg in den autoritären Ständestaat

3.1 Die SDAP in den Anfängen der Ersten Republik

3.2 Der Schattendorfer Prozess und seine Auswirkungen

3.3 Die Ausschaltung des Parlaments

3.4 Die Ausschaltung der sozialdemokratischenOpposition

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit analysiert die historische Entwicklung der Sozialdemokratie in Deutschland und Österreich im 20. Jahrhundert, mit besonderem Fokus auf die Herausforderungen und den politischen Niedergang durch aufkommende diktatorische Systeme. Dabei wird untersucht, wie die SPD in der Weimarer Republik und die SDAP in der Ersten Republik auf die Bedrohungen durch Nationalsozialismus beziehungsweise Austrofaschismus reagierten und inwieweit ihre Strategien den Weg in die jeweilige Diktatur beeinflussten.

  • Gründungsgeschichte und ideologische Wurzeln sozialdemokratischer Parteien
  • Die Rolle der SPD in der Weimarer Republik und die Tolerierungspolitik
  • Die politische Entwicklung der SDAP in der Ersten Republik Österreichs
  • Mechanismen der Machtübernahme und Ausschaltung der sozialdemokratischen Opposition

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Machtergreifung der Nationalsozialisten und die Ausschaltung der SPD

Nachdem am 30. Januar 1933 Hitler von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden war, trat einen Tag später der Parteiausschuss der SPD mit Vertretern der Reichstagsfraktion und der „Eisernen Front“ im Berliner Reichstagsgebäude zusammen, um eine einheitliche Vorgehensweise zu beschließen. Der neue Kurs der SPD wurde in entscheidender Weise von Rudolf Breitscheid, dem Vorsitzenden der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, geprägt, er rief die eigenen Parteigenossen zur Disziplin und Besonnenheit auf und appellierte an sie, von außerparlamentarischen Aktionen wie Massenstreiks und Demonstrationen Abstand zu nehmen, so lange Hitler sich an die Verfassung halte.

„Wenn Hitler sich zunächst auf dem Boden Verfassung hält, und mag das hundertmal Heuchelei sein, wäre es falsch, wenn wir ihm den Anlass geben die Verfassung zu brechen. (…) Die Konsequenz ist die, dass wir alles zu tun haben, um für den Moment des Verfassungsbruches gerüstet zu sein.“

Die deutschen Kommunisten riefen hingegen zum gemeinsamen Generalstreik auf, der allerdings am gegenseitigen Misstrauen scheiterte. Am 30. Januar 1930 unterbreitet der Vorsitzende der KPD, Ernst Thälmann, der SPD-Führung ein Angebot zur Bildung einer gemeinsamen Einheitsfront gegen die Nationalsozialisten. Dennoch wurden lediglich vereinzelt gemeinsame Aktionen durchgeführt. Die KPD stellte ihre Angriffe auf die Führungsriege der SPD nicht ein, da diese sich vor eine Kooperation mit den „Staatsfeinden“ scheute. Die SPD forderte einen Nichtangriffspakt und den Verzicht der KPD an weiterer Kritik an den Sozialdemokraten. Trotz Annäherungsversuchen konnten sich die beiden Fraktionen zu keinem gemeinsamen Vorgehen durchringen, obwohl mit der nationalsozialistischen Machtübernahme das Worst-Case-Szenario eingetreten war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Entstehung sozialdemokratischer Parteien: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der sozialistischen Arbeiterbewegungen im 19. Jahrhundert als Ergebnis industrieller und politischer Entwicklungen. Es beschreibt beispielhaft die Gründung der SPD in Deutschland sowie der SDAP in Österreich.

2. Die SPD und der Weg in die NS-Diktatur: Das Kapitel analysiert die defensive Rolle der SPD in der Weimarer Republik, ihre Tolerierungspolitik gegenüber den Präsidialkabinetten und das Scheitern bei der Verteidigung der Demokratie gegen den Nationalsozialismus.

3. Die SDAP und der Weg in den autoritären Ständestaat: Die Untersuchung befasst sich mit der Situation der SDAP in der Ersten Republik Österreichs, dem Einfluss des Schattendorfer Prozesses sowie der systematischen Ausschaltung durch die Regierung Dollfuß.

Schlüsselwörter

Sozialdemokratie, SPD, SDAP, Weimarer Republik, Erste Republik, Nationalsozialismus, Austrofaschismus, Tolerierungspolitik, Reichstagsbrand, Ermächtigungsgesetz, Otto Wels, Engelbert Dollfuß, Arbeiterbewegung, Diktatur, Parlamentarismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Rolle und das Schicksal sozialdemokratischer Parteien in Deutschland und Österreich während der Krisenjahre des 20. Jahrhunderts angesichts aufkommender autoritärer und totalitärer Tendenzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entstehung der Arbeiterparteien, die Verteidigung der Demokratie in der Weimarer Republik sowie in der Ersten Republik Österreichs und die schrittweise Ausschaltung der Sozialdemokratie durch antidemokratische Regimes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu ergründen, warum die sozialdemokratischen Parteien trotz ihrer anfänglichen Bedeutung den Aufstieg beziehungsweise die Machtübernahme der Diktatoren nicht verhindern konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, die sich auf einschlägige Fachliteratur, zeitgenössische Dokumente und historische Forschungsergebnisse stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Auseinandersetzung der SPD mit der NS-Diktatur in Deutschland und der SDAP mit dem autoritären Ständestaat in Österreich unter besonderer Berücksichtigung parlamentarischer und außerparlamentarischer Entwicklungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Sozialdemokratie, Weimarer Republik, Erste Republik, Nationalsozialismus, Austrofaschismus und parlamentarische Demokratie.

Welche Rolle spielte die Tolerierungspolitik der SPD?

Die SPD betrieb eine tendenziell defensive Politik, in der Hoffnung, durch die Unterstützung von Präsidialkabinetten eine weitere Destabilisierung und den Machtzuwachs der Nationalsozialisten zu verhindern.

Wie vollzog sich die Ausschaltung der SDAP in Österreich?

Die Regierung Dollfuß nutzte geschäftsordnungstechnische Mittel zur Parlamentsausschaltung und führte eine systematische, schrittweise Verdrängung der SDAP in die Illegalität herbei, die schließlich im Bürgerkrieg 1934 gipfelte.

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Details

Titel
Europäische Diktaturen und die Sozialdemokratie
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz  (Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte)
Veranstaltung
Die Diktatur als Herrschaftsmodell im Europa des 20. Jahrhunderts
Note
1
Autor
Mag. Wolfgang Bilewicz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V206538
ISBN (eBook)
9783656337515
ISBN (Buch)
9783656338161
Sprache
Deutsch
Schlagworte
europäische diktaturen sozialdemokratie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag. Wolfgang Bilewicz (Autor:in), 2011, Europäische Diktaturen und die Sozialdemokratie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206538
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Leseprobe aus  20  Seiten
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