Traditionelle Hochschulstandorte und Existenzgründungsförderung- Oxford und Cambridge im Vergleich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

18 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anforderungen an Universitäten
2.1 in der Vergangenheit
2.2 in der Gegenwart und Zukunft

3. Entwicklungsgeschichte der Hochschulstandorte
3.1 Oxford
3.2 Cambridge
3.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede

4. Förderung von Existenzgründungen in „Oxbridge“
4.1 Existenzgründungsförderung in Cambridge
4.1.1 Die Entwicklung der Gründungshilfen in Cambridge
4.1.2 Institutionen und Praxis in Cambridge
4.2 Existenzgründungsförderung in Oxford
4.2.1 Die Entwicklung der Gründungshilfen in Oxford
4.2.2 Institutionen und Praxis in Oxford
4.3 Vergleich der beiden Modelle

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Universitäten spielen in der sich entwickelnden Wissensgesellschaft eine immer wichtigere Rolle. Wissen wird der Rohstoff der Zukunft sein, unsere heimische Wirtschaft wird nur durch Innovationen und Existenzgründungen im High-Tech-Sektor konkurrenzfähig sein. Als Vorbilder der kommerziell erfolgreichen und renommierten Universitäten werden oft US-Amerikanische genannt, dabei sind auch in Europa zwei der international am meisten anerkannten und gleichzeitig ältesten Hochschulen ansässig: Cambridge und Oxford. Verantwortlich für etwaige Unterschiede des Erfolgs der Existenzgründungsförderung sind unter anderem international differierende Hochschulsysteme. Wie sieht nun das Erfolgsmodell der beiden Universitäten im Bereich der Existenzgründungsförderung aus, sind die Erfolgsfaktoren auch auf Deutschland übertragbar ?

2. Anforderungen an Universitäten

2.1 Anforderungen in der Vergangenheit

Universitäten haben zwei traditionelle Funktionen: Lehre und Forschung. Weitere Ideale sind die Freiheit von Forschung, Lehre und Studium. Diese Universitätskonzeption geht auf Wilhelm von Humboldt zurück und erscheint in einer Zeit, in der sehr viel mehr Menschen studieren als zu ihrer Entstehungszeit Anfang des 19.Jahrhunderts, nicht mehr zeitgemäß. Innerhalb der nationalen Wirtschaft haben durchschnittliche Regionaluniversitäten, beispielsweise Kiel, die Funktion, qualifiziertes Personal unter anderem für den Nachwuchs an Ärzten, Ökonomen, Ingenieuren und dem mittleren Management auszubilden. (Glotz,2002,S.115)

In dem Bereich der Forschung setzen viele Universitäten auf den Bereich der Grundlagenforschung statt auf den Bereich der Forschung über eventuell finanziell verwertbare Innovationen, weil es für Wissenschaftler kaum monetäre Anreize gibt, mit innovativen Entwicklungen aus Forschungsarbeit eigene materielle Vorteile zu erwirtschaften, da geistiges Eigentum und Patentrechte bei den Hochschulen liegen und deshalb eigene Existenzgründungen nur selten attraktiv erscheinen und letztendlich Universitätspersonal weiterhin nicht daran gemessen wird, „Academic spin offs“ hervorzubringen. Dies liegt vor allem am Deutschen Hochschulsystem, das als ein „kontinentaleuropäisches System mit ausgeprägter staatlicher Planung“ bezeichnet werden kann. (Liefner,2001,S.29)

Strukturmerkmale hiervon sind eine dominierende öffentliche Planung, Finanzierung und Kontrolle. Universitäten besitzen nur eine geringe Autonomie, da ihnen die Mittel von der öffentlichen Hand zugewiesen werden, sogar Studien- und Prüfungsordnungen staatlich kontrolliert werden und auch auf der Nachfragerseite, den Studierenden, eine teilweise Planung mittels der ZVS erfolgt. So können keine Marktpreise, die als Information und Anreiz für die Studierenden und die Entscheidungsträger in den Universitäten, der Politik und der Wirtschaft dienen würden, für Forschungs- und Lehrleistungen entstehen. Der Nachteil dieser Struktur ist eine stagnierende Effizienz und die Inflexibilität der Universitäten.

2.2 Anforderungen in der Gegenwart und Zukunft

Das konkurrierende moderne Hochschulmodell kann als ein „angelsächsisches System mit starker Funktion des Marktes“ bezeichnet werden. (Liefner,2001,S.29) Es ist gekennzeichnet durch einen effizienteren Einsatz der Ressourcen, da ein Wettbewerb um Forschungsgelder und die besten Studierenden sowie das beste Personal stattfindet. Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen, so wie es heutzutage der Fall ist, werden die Universitäten nur zum Teil öffentlich finanziert, Studiengebühren und Drittmittel von Auftraggebern für Forschungsprojekte komplettieren den Haushalt und sichern den Hochschulen so eine gewisse Autonomie und Flexibilität sowohl in finanzieller als auch strategischer Hinsicht. Der Nachteil ist dabei, dass soziale Aspekte, vor allem durch die Erhebung von Studiengebühren, problematisch sind und dass die Forschung eventuell zu anwendungsorientiert ist und deshalb die Grundlagenforschung vernachlässigt wird.

Ein Mittelweg zwischen den beiden gegensätzlichen Systemen ist die „Einbindung von Marktbeziehungen und Preismechanismus in ein ansonsten staatlich gestaltetes und finanziertes Hochschulsystem“.(Liefner,2001, S.34)

Dieses vor allem in Großbritannien seit ca.20 Jahren praktizierte Modell zielt auf die Konzentration der Forschung an den besten Universitäten, einen Wettbewerb um begabte Studenten und einen stärkeren Fokus auf Kooperation mit der Wirtschaft ab. Der Staat stellt eine gewisse Grundfinanzierung zur Verfügung, wobei deren Nutzung durch Qualitätssicherung per Evaluation sichergestellt wird, weiterhin vergibt der Staat öffentliche Forschungsgelder und -labore hoch selektiv, um Wettbewerb zu erzeugen; der Staat selbst fragt also Hochschulleistungen nach. Die Universitäten finanzieren sich durch öffentliche und private Forschungsgelder, Studiengebühren, eigenes Vermögen und Zuweisungen durch den Staat, dessen Anteil jedoch abnimmt. Existenzgründungen werden in diesem Hochschulsystem erleichtert, da die Rechte an Geistigem Eigentum aus Forschung nicht mehr wie bis 1983 bei der staatlichen „British Technology Group“ liegen, sondern auf die jeweiligen Universitäten übergingen, die ihrerseits flexible Regelungen entwerfen konnten. (Allesch,1985,S.26)

In regionalen Maßstäben der Kooperation mit der Wirtschaft unterscheiden sich Universitäten heutzutage in ihrer Rolle als Motor der lokalen Wirtschaftsentwicklung mit starken Verflechtungen bis hin zu einer eher geringeren Verflechtung mit der ortsansässigen Wirtschaft und statt dessen einem Fokus auf nationale beziehungsweise internationale große Unternehmen, getreu dem Motto „Big science needs big companies“. (Keeble,2001,S.11)

Die traditionellen Ansprüche Forschung und Lehre genügen heutzutage nicht mehr, Universitäten sollen durch Technologietransferstellen , Technologieparks und andere Verbindungen Wissen in kommerzielle Unternehmen transferieren oder zumindest ein Netzwerk aufbauen, aus dem Existenzgründungen einfacher entstehen können und somit zu einem innovativen Cluster beitragen.

3. Entwicklungsgeschichte der Hochschulstandorte

3.1 Oxford

Oxford gehört als Hochschulstandort gemeinsam mit Paris und Bologna zum Gründungstrio der europäischen Universitäten. Bereits im 12. Jahrhundert wurde der Lehrbetrieb errichtet, um 1117 sind die ersten Vorlesungen gehalten worden. (Sager,2003) Die eigentliche Universität ist ein Zusammenschluss von heutzutage etwa 40 Colleges, die relativ autonome Institutionen sind, Studenten beherbergen, verpflegen und sich auch um die Studienpläne der angehenden Eliten kümmern. Bekannteste Colleges sind das Magdalen College, Christ Church oder auch University College. Zu den Einrichtungen zählt unter anderem die “Oxford University Press”, der älteste Verlag der Welt, welcher unter anderem das berühmte Oxford–English-Dictionary herausgibt. Heute studieren ca. 20.000 Studenten an der Universität, der Abschluss wird meist schon nach drei bis vier Jahren erzielt, die jeweils in Trimester unterteilt sind. Während der Vorlesungszeit gibt es die Wohnpflicht auf dem Campus, bzw. in den Colleges. Die Universität zeichnet sich durch eine hohe Anzahl von Personal in Forschung und Lehre in Relation zu den Studentenzahlen aus, diese theoretisch gute Betreuung ist sicherlich ein Erfolgsfaktor für die Ausbildung der zukünftigen Eliten. Ebenso verdeutlicht die hohe Relation Budget pro Studierendem die Finanzkraft, die im Universitätsbetrieb liegt, welche sowohl für Forschung als auch für günstige Studienbedingungen eingesetzt werden kann. (s.Abb.1)

Die Stadt Oxford, ca.100.000 Einwohner zählend und an der Themse liegend, besitzt eine lang zurück reichende industrielle Tradition, die aufgrund der günstigen Lage zwischen London und den englischen Midlands entstand. Jedes Jahr kommen etwa 5 Millionen Touristen, die zu einer verkehrlichen Überlastung der Stadt beitragen, ein Kernproblem Oxfords, das unter anderem auch wegen der weichen Standortfaktoren, beispielsweise der schönen Landschaft und der Nähe zur internationalen Verkehrsdrehscheibe London, attraktiv für renommiertes Hochschulpersonal ist.

[...]

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Details

Titel
Traditionelle Hochschulstandorte und Existenzgründungsförderung- Oxford und Cambridge im Vergleich
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
HS Existenzgründungen und Regionalentwicklung - Wirtschaftsförderungskonzepte im internationalen Vergleich"
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V20656
ISBN (eBook)
9783638244770
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Interessanter Vergleich der Hochschulsysteme, der beiden Universitäten sowie der regionalen Wirtschaftsentwicklung
Schlagworte
Traditionelle, Hochschulstandorte, Existenzgründungsförderung-, Oxford, Cambridge, Vergleich, Existenzgründungen, Regionalentwicklung, Wirtschaftsförderungskonzepte, Vergleich
Arbeit zitieren
Lars Schieber (Autor:in), 2004, Traditionelle Hochschulstandorte und Existenzgründungsförderung- Oxford und Cambridge im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20656

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