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Die Haltung der Katholischen Kirche zur Todesstrafe in Helen Prejeans »Dead Man Walking« und »The Death of Innocents«

»Son of God« oder »God’s Error«?

Titel: Die Haltung der Katholischen Kirche zur Todesstrafe in Helen Prejeans »Dead Man Walking« und »The Death of Innocents«

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 31 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Andreas Barthel (Autor:in)

Theologie - Systematische Theologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Charaktere der beiden Bücher Helen Prejeans sind allesamt Christen, die dieselbe heilige Schrift lesen und zitieren – und dennoch könnte ihr moralisches Empfinden über die Todesstrafe nicht unterschiedlicher sein: für die einen ist sie »absolut notwendig« um die Gesellschaft vom »Abschaum der Welt« zu befreien; die anderen halten sie für eine menschenunwürdige Untat. Für die einen steht im Zentrum der Heiligen Schrift die Barmherzigkeit Gottes und die Fürsprache Jesu Christi, die sich gegen die Sünde an sich richten. Andere glauben an einen Gott, der Gerechtigkeit schafft, in dem er den Sünder bestraft und richtet. Die hermeneutische »Verwerfungslinie« verläuft dabei nicht etwa entlang der Konfessionen, sondern mitten durch sie hindurch.

Helen Prejeans Werke helfen, die Verflechtungen von Religion, Gesellschaft und Politik zu entwirren, gegenseitige Abhängigkeiten herauszustellen und die verschiedenen Selbst- und Fremdbilder zu enthüllen. So lässt sich verstehen, warum die Todesstrafe in den USA überhaupt noch existieren kann und welchen Anteil die Katholische Kirche an der Aufrechterhaltung dieses status quo innehat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 WARUM AUSGERECHNET DIE TODESSTRAFE?

2 DIE THEOLOGISCHE RELEVANZ

2.1 Ein Verdacht: Ist der Glaube an allem Schuld?

2.2 Der Stein des Anstoßes: Das Offenbarungsverständnis

3 DIE KONKRETEN KONSEQUENZEN

3.1 Liebe oder Rache? – Zwei Gottesbilder

3.2 »Sohn Gottes« oder »Gottes Irrtum«? – Zwei Menschenbilder

3.3 Option für die Armen oder autoritäre Heilsanstalt? – Zwei Kirchenbilder

3.4 »Dienerin Gottes« oder big government? – Zwei Staatsverständnisse

4 AUSBLICK: »IT TAKES A BIG PUSH TO BEND A RIVER«

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden theologischen und gesellschaftlichen Kontroversen um die Todesstrafe in den USA, wobei sie die Auseinandersetzungen anhand der Werke von Helen Prejean analysiert und die Rolle der katholischen Kirche sowie die Konfliktlinien zwischen verschiedenen religiösen und politischen Weltanschauungen beleuchtet.

  • Theologische und biblische Begründungsmuster der Todesstrafe
  • Die hermeneutische Kluft zwischen fundamentalistischer und progressiver Schriftauslegung
  • Das Selbstverständnis der katholischen Kirche im Kontext von Gerechtigkeit und Menschenwürde
  • Der Einfluss von Religion auf politisches Handeln und staatliche Institutionen in den USA
  • Die Bedeutung von persönlicher Begegnung und Glaubenszeugnis im Todestrakt

Auszug aus dem Buch

3.1 Liebe oder Rache? – Zwei Gottesbilder

Helen Prejean weigert sich zu akzeptieren, dass die Todesstrafe ein probates Mittel sein soll, um Gerechtigkeit für den unwiederbringlichen Verlust der Opferfamilien herzustellen. Sie lässt dabei tief hinter ihre Glaubensgeschichte und hinter ihr eigenes Gottesbild blicken:

»If someone I love should be killed, I know I would feel rage, loss, grief, helplessness, perhaps for the rest of my life. [...] But Jesus Christ, whose way of life I try to follow, refused to meet hate with hate and violence with violence. I pray for the strength to be like him. I cannot believe in a God who metes out hurt for hurt, pain for pain, torture for torture. [...] Since then I had discovered that [...] my soul expanded and I felt more compassion toward all sorts of people, even criminals. [...] With such compassion growing in me, how could I worship a God less compassionate than I?«

Zusammenfassung der Kapitel

1 WARUM AUSGERECHNET DIE TODESSTRAFE?: Dieses Kapitel beleuchtet die globale und insbesondere die US-amerikanische Situation der Todesstrafe und führt in die Arbeit von Helen Prejean ein.

2 DIE THEOLOGISCHE RELEVANZ: Hier wird der Zusammenhang zwischen Religiosität, exegetischer Tradition und der Befürwortung der Todesstrafe analysiert, insbesondere die Rolle des Bibel-Literalismus.

3 DIE KONKRETEN KONSEQUENZEN: In diesem Hauptteil werden die Auswirkungen unterschiedlicher Gottes-, Menschen-, Kirchen- und Staatsbilder auf die moralische Beurteilung der Todesstrafe detailliert untersucht.

4 AUSBLICK: »IT TAKES A BIG PUSH TO BEND A RIVER«: Der Ausblick resümiert, dass der Weg zu einer einheitlichen kirchlichen Ablehnung der Todesstrafe langwierig ist und die Notwendigkeit eines gewandelten, seelsorgenden Kirchenbildes unterstreicht.

Schlüsselwörter

Todesstrafe, Katholische Kirche, Helen Prejean, Bibelhermeneutik, Menschenwürde, Gottesbild, Menschenbild, USA, Bibel-Literalismus, Evangelikalismus, Consistent Life Ethic, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Strafjustiz, Sühne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der ambivalenten Haltung der katholischen Kirche und verschiedener christlicher Strömungen in den USA zur Todesstrafe und untersucht diese anhand der Erfahrungen der Ordensfrau Helen Prejean.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die biblische Hermeneutik, die ethische Begründung von Staatsgewalt, die Entwicklung der katholischen Soziallehre und der soziokulturelle Kontext des amerikanischen "Bible Belt".

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen kirchlichem Anspruch und praktischer Anwendung der Todesstrafe zu analysieren und zu verstehen, wie unterschiedliche Gottes- und Menschenbilder zu konträren ethischen Urteilen führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theologische und sozialethische Analyse, die theologische Quellentexte, kirchenamtliche Verlautbarungen und die literarisch-biografischen Werke von Helen Prejean kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Gottesbildern, Menschenbildern, Kirchenbildern und Staatsverständnissen, um die religiöse Legitimation oder Ablehnung der Todesstrafe zu erklären.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Todesstrafe, Menschenwürde, Gottesebenbildlichkeit, Bibelhermeneutik und der Gegensatz zwischen Rache und Vergebung.

Wie prägt Helen Prejeans eigene Erfahrung ihre Theologie?

Prejean entwickelt eine Theologie der unmittelbaren Begegnung, die nicht mehr an abstrakten Dogmen festhält, sondern die Würde des Individuums, selbst des zum Tode Verurteilten, in den Mittelpunkt stellt.

Inwiefern unterscheidet sich das Verständnis der Todesstrafe zwischen verschiedenen christlichen Lagern in den USA?

Während fundamentalistisch-evangelikale Gruppen die Todesstrafe oft als biblisch gebotenes Mittel zur Gerechtigkeit sehen, plädieren progressive Katholiken und Mainline-Protestanten für eine ethische Haltung, die auf Barmherzigkeit und der Unverlierbarkeit der Würde basiert.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Haltung der Katholischen Kirche zur Todesstrafe in Helen Prejeans »Dead Man Walking« und »The Death of Innocents«
Untertitel
»Son of God« oder »God’s Error«?
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1.0
Autor
Andreas Barthel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
31
Katalognummer
V206577
ISBN (eBook)
9783656337485
ISBN (Buch)
9783656337973
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Todesstrafe Katholische Kirche USA Roman Katechismus Menschenwürde Strafe Vergeltung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Barthel (Autor:in), 2012, Die Haltung der Katholischen Kirche zur Todesstrafe in Helen Prejeans »Dead Man Walking« und »The Death of Innocents«, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206577
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  31  Seiten
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