In dieser Arbeit wird analysiert, wie in den Medien über den
Wandel der Vaterschaftsrolle nach Einführung des Elterngeldes und damit der
Möglichkeit, Vätermonate zu nehmen, diskutiert wurde.
Den Medien kommt eine wichtige Rolle zu, wenn es darum geht, durch
Beispiele aus dem Alltag eine gesellschaftliche Wirklichkeit abzubilden und
sowohl politische wie auch wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskutieren.
Die leitenden Fragestellungen der Analyse lauten:
• Welche Eigenschaften sprechen die Medien den neuen Väter zu?
• In welchem Kontext wird das Bild der neuen Väter aufgegriffen und diskutiert?
Die Darstellung der Väter soll am Beispiel2 einer bundesweiten Tageszeitung
(DIE WELT) im Rahmen einer Diskursanalyse und einer quantitativen
Inhaltsanalyse erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der moderne Vater
2.1 Wandel des Rollenverständnisses
2.2 Idealtypische Konzepte der Vaterschaft
2.3 Umsetzung des neuen Vaterschaftskonzeptes in der Realität
2.4 Zwischenfazit
3. Untersuchungsdesign
3.1. Quantitative Inhaltsanalyse
3.2 Diskursanalyse
3.3 Auswahl der Artikel und Untersuchungszeitraum
3.4 Aufbereitung der Artikel für die Diskursanalyse
4. Auswertung
4.1 Profil der WELT
4.2 Auswertung der formalen Kategorien
4.3 Ergebnisse der Diskursanalyse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das mediale Bild des "neuen Vaters" im Kontext der Einführung des Elterngeldes. Ziel ist es, mittels einer Inhalts- und Diskursanalyse der Tageszeitung DIE WELT herauszuarbeiten, welche Eigenschaften und Rollenverständnisse Vätern zugeschrieben werden und in welchem gesellschaftlichen Kontext diese Berichterstattung stattfindet.
- Wandel des väterlichen Rollenverständnisses in der Gesellschaft
- Idealtypische Konzepte von Vaterschaft (Traditionell vs. Neu)
- Empirische Untersuchung der Medienberichterstattung zur Vaterschaft
- Diskursive Einordnung von Vätermonaten und Elternzeit
- Herausforderungen und Hemmnisse bei der Umsetzung neuer Vaterschaftsmodelle
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Eigenschaften der neuen Väter
Bei der Analyse der untersuchten Zeitungsartikel hat sich gezeigt, dass auch die Medien keine direkte Charakterisierung der neuen Väter vornehmen. Sie zeigen stattdessen an Beispielen, wie sich die Väter verhalten und charakterisieren damit über Interviewstatements oder durch die Beschreibung der Handlungen der Väter. Die Männer werden als ,aktive‘ (A48), ,neue‘ (A55), ,engagierte‘ (A55) Väter bezeichnet.
Es zeigt sich, dass die neuen Väter sehr familienorientiert sind (A22, A43). Sie äußern den Wunsch, für ihre Familie „voll“ (A22) da sein zu wollen, um „keine Statistenrolle oder nur den Ernährer [zu] spielen“ (A11). Das nächste Zitat zeigt, dass es den Vätern wichtig ist, von Anfang an mitwirken zu können:
„Seit der Geburt seiner Tochter gönnt sich Flöting eine berufliche Auszeit, weil er ,von Anfang an alles hautnah miterleben wollte‘. Die ersten Lebenswochen seien schließlich ,eine unwiederbringliche Zeit‘.“ (A55)
Über das Elterngeld sind sie dankbar; für sie hat es „zu einer Art Familienzusammenführung“ (A22), zu einem „harmonischen Start ins Familienleben“ (A43) verholfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 ein und thematisiert das wissenschaftliche sowie öffentliche Interesse am Wandel des Vaterbildes.
2. Der moderne Vater: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Wandel des Rollenverständnisses von Vätern sowie die theoretische Unterscheidung zwischen traditionellen und neuen Vaterschaftskonzepten.
3. Untersuchungsdesign: Hier werden die angewandten Methoden – quantitative Inhaltsanalyse und Diskursanalyse – erläutert und das Vorgehen bei der Artikelauswahl und -aufbereitung dargelegt.
4. Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der quantitativen Häufigkeitsanalyse sowie der qualitativen Diskursanalyse der Zeitung DIE WELT im Hinblick auf die Darstellung von Vätern.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Ergebnisse sowie die Grenzen der gewählten methodischen Herangehensweise.
Schlüsselwörter
Vaterschaft, Elterngeld, Vätermonate, Elternzeit, Medienanalyse, Diskursanalyse, neues Männerbild, Rollenverständnis, Familienpolitik, DIE WELT, neue Väter, Geschlechterrollen, Vereinbarkeit, Beruf und Familie, Erziehungszeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie das Bild des "neuen Vaters" nach Einführung des Elterngeldes in der überregionalen Tageszeitung DIE WELT medial dargestellt und verhandelt wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind der Wandel der Väterrollen, die Bedeutung des Elterngeldes für die Väterbeteiligung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die mediale Konstruktion von Vaterschaftskonzepten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Eigenschaften der "neuen Väter" in der Medienberichterstattung zu identifizieren und den Kontext zu verstehen, in dem diese Väter in der Öffentlichkeit und in Unternehmen wahrgenommen werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine Kombination aus einer quantitativen Inhaltsanalyse zur Erfassung der Berichterstattungshäufigkeit und eine diskursanalytische Untersuchung nach Jäger zur inhaltlichen Interpretation der Artikel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum Väterwandel, die Erläuterung des methodischen Vorgehens und die Auswertung des Mediensamples bezüglich Akteuren, Diskurssträngen und unternehmerischen Reaktionen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "neue Väter", "Elternzeit", "Vätermonate", "Diskursanalyse" und "Rollenwandel" geprägt.
Wie reagieren die Medien auf das Thema der Vätermonate?
Die Medien zeichnen ein Bild von Vätern, die sich zunehmend familienorientiert verhalten, stoßen jedoch gleichzeitig auf wirtschaftliche und strukturelle Barrieren, die das traditionelle Ernährermodell in vielen Fällen stabilisieren.
Spielt die Haltung der Unternehmen in der Analyse eine Rolle?
Ja, ein wesentlicher Teil des Diskurses befasst sich mit der ambivalenten Haltung von Unternehmen gegenüber Vätermonaten, wobei zwischen flexiblen, unterstützenden Betrieben und konservativ geprägten Arbeitsumgebungen unterschieden wird.
- Quote paper
- Denise Fritsch (Author), 2011, Die neuen Väter - Diskurs über den Wandel der Vaterschaftsrolle nach Einführung des Elterngeldes in 'DER WELT', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206587