Deutschlandweit existieren ungefähr 580.000 Vereine und 19.000
Stiftungen. Die meisten dieser Organisationen sind gemeinnütziger Art und werden auch als Non-Profit-Organisationen bezeichnet. Ziele der NPOs sind, das Gemeinwohl ihrer Mitglieder oder Dritter zu unterstützen bzw. zu fördern. Dies gelingt durch gemeinnütziges, soziales, kulturelles oder wissenschaftliches Engagement ohne jedoch gewinnorientiert zu
arbeiten.
Aufgrund der zahlreichen Spendenorganisationen und dem damit verbundenen
Wettbewerb, sowie den geringer werdenden staatlichen Förderungen
und stagnierenden Spenden von Privatpersonen, gestaltet sich die Finanzierung immer problematischer.
Deswegen soll es Ziel dieser Arbeit sein, zu prüfen, ob eine webbasierte Form der Mittelbeschaffung namens Crowdfunding das Potenzial besitzt sowohl mehr Spenden zu generieren, als auch die Organisation bekannter zu machen.
Daraus ergibt sich folgende zentrale Fragestellung:
Hat CF als Instrument des Spendenmarketings bzw. des Fundraising das Potenzial,das Spendenvolumen zu erhöhen und die Bekanntheit zu steigern?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Stand der Forschung
1.2.1 Forschungsstand zum Spendenverhalten von Privatpersonen
1.2.2 Forschungsstand zum Crowdfunding
1.3 Ziel der Arbeit
1.4 Methodische Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
1.4.1 Methodische Vorgehensweise
1.4.2 Aufbau der Arbeit
2 Spendenmarkt
2.1 Marktteilnehmer
2.1.1 Non-Profit-Organisationen
2.1.2 Leistungsempfänger
2.1.3 Spender
2.1.4 Wettbewerb
2.2 Charakteristiken des Marktes
2.3 Marketing
2.3.1 Fundraising
2.3.1.1 Online-Fundraising
3 Crowdfunding
3.1 Entwicklung
3.2 Ausprägungen
3.3 Funktionsweise
3.4 Akteure
4 Crowdfunding als Instrument des Online-Fundraising
4.1 Einbettung
4.2 Untersuchungsdesign
4.3 Analyse des Marktes
4.4 Analyse der Plattformen
4.5 Analyse der Projektdarstellungen
4.5.1 Kommunikation und Werbung
4.6 Ergebnis
4.7 Diskussion der Ergebnisse / Schlussfolgerung
5 Zusammenfassung und Ausblick
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Bachelor-Thesis ist es zu eruieren, ob Crowdfunding (CF) das Potenzial besitzt, das Spendenmarketing und das Fundraising von Non-Profit-Organisationen (NPOs) effektiv zu verbessern. Im Fokus stehen dabei die Steigerung des Spendenvolumens sowie die Erhöhung des Bekanntheitsgrades von Organisationen wie der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG).
- Analyse der Besonderheiten des aktuellen Spendenmarktes und der dortigen Akteure.
- Untersuchung des Konzepts von Crowdfunding und dessen funktionaler Einbettung in das Online-Fundraising.
- Durchführung einer Potenzialanalyse verschiedener Crowdfunding-Plattformen (z.B. Startnext und Betterplace).
- Evaluation der Anforderungen an eine erfolgreiche Projektdarstellung und Kommunikation für NPOs.
- Ableitung von Handlungsempfehlungen zur strategischen Nutzung alternativer Finanzierungsformen.
Auszug aus dem Buch
1.2.2 Forschungsstand zum Crowdfunding
Zum Thema CF gibt es noch sehr wenig Literatur und Studien, da CF noch sehr jung ist. In erster Linie existiert viel Internetliteratur auf Foren, Blogs etc., da CF im World Wide Web beheimatet ist. Diese ist allerdings nur teilweise wissenschaftlich verwendbar, da nur wenig konstruktive Beiträge vorhanden sind. Doch nach und nach befassen sich immer mehr Wissenschaftler mit dem Thema und versuchen es aus den verschiedensten Perspektiven zu betrachten. Doch meistens handeln diese Arbeiten eher von der Funktionsweise des CF, wie zum Beispiel im „Crowdfunding Handbuch“ von Eisfeld-Reschke/Wenzlaff (2011). Ursachen hierfür liegen nicht nur in der mangelnden Bekanntheit in Deutschland, sondern auch weltweit besteht noch sehr viel Aufklärungsbedarf.
Einige Arbeiten befassen sich auch mit dem Phänomen der Crowd in psychologischer Hinsicht. Allen voran Surowieckis Arbeit (2004) „Wisdome of the Crowd“ trug eminent zur Entwicklung von Thesen über die Schwarmintelligenz bei. Sie bilden noch heute Grundlagen für CF-Konzepte oder Konsumententests in Unternehmen.
Aber auch die technische Seite wurde schon intensiv beleuchtet. Kleemann (2008) beschäftigte sich zum Beispiel mit neuer Software, die zur Automatisierung von Prozessen im Internet dient.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Problematik stagnierender Spenden und staatlicher Kürzungen im NPO-Sektor sowie die Forschungsfrage zum Potenzial von Crowdfunding.
2 Spendenmarkt: Dieses Kapitel definiert die zentralen Akteure und Marktmechanismen des Spendenwesens sowie die Notwendigkeit von modernem Marketing und Fundraising für gemeinnützige Organisationen.
3 Crowdfunding: Es werden die historischen Ursprünge, die verschiedenen Ausprägungen (wie Reward- oder Donation-Based) und die grundlegende Funktionsweise von Crowdfunding erläutert.
4 Crowdfunding als Instrument des Online-Fundraising: Hier erfolgt eine detaillierte Potenzialanalyse und Untersuchung der Plattformen Startnext und Betterplace im Kontext der Anforderungen für NPO-Projektvorhaben.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung technischer Innovationen für das Fundraising.
Schlüsselwörter
Crowdfunding, Spendenmarkt, Non-Profit-Organisationen, NPO, Fundraising, Online-Fundraising, Spendenverhalten, Marketing, Schwarmfinanzierung, Startnext, Betterplace, Projektfinanzierung, Spendengenerierung, digitale Kommunikation, soziale Netzwerke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob die alternative Finanzierungsmethode Crowdfunding ein geeignetes Instrument für Non-Profit-Organisationen darstellt, um Spendenvolumina zu erhöhen und die Bekanntheit zu steigern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themenfelder sind der Spendenmarkt, die Akteure im NPO-Sektor, die Grundlagen und Ausprägungen von Crowdfunding sowie die strategische Einbettung dieser Instrumente in das Online-Fundraising.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer Literaturrecherche und Marktanalyse zu prüfen, ob Crowdfunding das Potenzial hat, das Fundraising für NPOs wie die Deutsche Krebsgesellschaft zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und theoretisch-konzeptionelle Forschungsmethode, wobei ein deduktiver Ansatz vom allgemeinen Spendenmarkt zum speziellen Bereich des Crowdfundings verfolgt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Marktanalyse des Spendenwesens, die theoretische Aufarbeitung von Crowdfunding sowie eine gezielte Potenzialanalyse und Evaluation von Plattformen wie Startnext und Betterplace.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Crowdfunding, Fundraising, Online-Fundraising, NPO, Spenderverhalten und digitale Kommunikation geprägt.
Warum wird speziell das Beispiel der Deutschen Krebsgesellschaft erwähnt?
Die DKG dient in der Arbeit als praxisbezogener Hintergrund und Fallbeispiel, um die theoretischen Erkenntnisse zur Mittelbeschaffung konkret auf eine medizinisch-wissenschaftliche Organisation anzuwenden.
Welche Herausforderungen identifiziert der Autor bei der Nutzung von Crowdfunding?
Der Autor nennt unter anderem den hohen Zeitaufwand für Kommunikation, das Risiko der Nicht-Finanzierung sowie die teils noch schwammige gesetzliche Lage als wesentliche Herausforderungen.
Wie wichtig ist der Faktor Kommunikation für ein erfolgreiches Projekt?
Der Autor betont, dass Kommunikation entscheidend ist und empfiehlt den Einsatz viraler Marketingeffekte und sozialer Medien, um ein Projekt ohne kostenpflichtige klassische Werbung bekannt zu machen.
Welches Fazit zieht der Autor zur Empfehlung von Crowdfunding?
Der Autor empfiehlt NPOs prinzipiell die Nutzung von Crowdfunding, sofern die internen Ressourcen und Kapazitäten für die notwendige zeitintensive Projektvorbereitung und Kommunikation vorhanden sind.
- Arbeit zitieren
- Alexander Scholl (Autor:in), 2012, Crowdfunding - Neue Möglichkeiten des Spendenmarketing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206606