Untersuchung des Films "Rashômon" von Kurosawa Akira


Essay, 2011
14 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literatur- und Quellenlage

3. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen

4. Die Produktionsgeschichte
4.1 Das Produktionshaus Daiei
4.2 Die Hauptdarsteller
4.3 Kurosawas Leben

5. Literarische Vorlagen des Films
5.1. Rashomon - Die Kulisse
5.2 Yabu no Naka - Die Story

6. Handlung
6.1 Version des Monchs
6.2 Version des Banditen
6.3 Version der Frau
6.4 Version des Samurais
6.5 Version des Holzfaller

7. Filmische Gestaltung
7.1 Musikalische Gestaltung
7.2 Besonderheiten der Kamerafuhrung/Schnitt

8. Werbung fur Rashomon anhand von Postern

9. Rezeption des Films im Westen und in Japan
9.1 Einfluss auf andere Werke, Fernsehen, Philosophie

10. Gesellschaftliche Bezuge/Fazit

Anhang:

- Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Semesterarbeit mochte ich mich mit meinem Thema, dem Film Rashomon [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] von Kurosawa Akira [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] beschaftigen und diesen auf verschiedene Aspekte untersuchen. Anfangs werde ich auf die Literatur- und Quellenlage eingehen, danach folgt dann eine genauere Erlauterung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Zusatzlich werde ich versuchen auf die Produktionsgeschichte einzugehen und die literarische Vorlage des Films im Nachhinein mit einzubeziehen. Folgen wird die inhaltliche Struktur des Films, sowie die Herausarbeitung der Symbolik welche in Rashomon vielfach verwendet worden ist. Nachdem ich das genauer dargestellt habe, werde ich versuche auf die Auffuhrung einzugehen und anschliefiend die Rezeption des Films genauer darlegen. Abschliefiend zu meinem Essay wird dann auf die gesellschaftlichen Bezuge eingegangen.

2. Literatur- und Quellenlage

Die Quellenlage zu meiner Semesterarbeit ist gut bis sehr gut ausgepragt, da Rashomon ein sehr bekannter Film ist, dessen einzelne inhaltliche Thematiken auch in westlichen Filmen vielfach verwendet worden sind. Der Hauptteil der Quellliteratur basiert auf Sekundarliteratur, hauptsachlich in englischer Sprache aber zu einem kleinen Teil auch in deutscher Sprache. Es gibt eine zahlreiche Anzahl von Sekundarliteratur rund um Kurosawa und seiner Filmographie, sowie seinem Verhaltnis zu dem Darsteller Mifune Toshiro [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten](1920­ 1997).

Des Weiteren hat Kurosawa eine Autobiographie verfasst, welche die Bearbeitung des Films und die Herausarbeitung der einzelnen Fakten und Zusammenhange zunehmend erleichtert. Auch habe ich eine Sekundarquelle heranziehen konnen, welche Interviews mit dem Regisseur des Films enthalt. Kritiken und Rezeptionen, sowie Details zu dem Produktionshaus sind ebenso vielzahlig verfugbar. Was auch sehr wichtig ist, ist der Fakt dass ich Quellen zu der Filmvorlage erlangen konnte und diese mit einbeziehen konnte.

3. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen

Ich komme jetzt zur politischen und wirtschaftlichen Lage Japans zur Zeit der Produktion des Films. Als Rashômon am 25.August im Jahre 1959 in Japan uraufgeführt wurde, hatte sich das Gesicht Japans im vergleich mit dem Japan vor dem Krieg, beziehungsweise mit der Zeit der Meiji-Restauration [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten](Meiji ishin)1 beachtlich verandert.

Es befand sich in der Nachkriegszeit. Eine der grofiten Anderungen durch die alliierten Truppen in Japan war wohl die Einfuhrung der Demokratie, Gleichberechtigung fur Frauen sowie die Entmilitarisierung Japans.2 Wirtschaftlich gesehen stieg Japan sehr schnell wieder auf, Bauern wurden stark entlastet, indem Land von den grofien Grundherren genommen wurde, somit konnten die Bauern mehr produzieren und besser leben.2 Auch sollte erwahnt werden, dass am 25. Juni 1950 der Koreakrieg begann, an dem sich Japan naturlich nicht beteiligte, da dem Land jegliche militarischen Aktionen zuvor untersagt worden waren.

4. Die Produktionsgeschichte

Die Produktion des Filmes zog einige Probleme mit dem Produktionsstudio nach sich, auf welche ich nachfolgend genauer eingehen werde. Die Waldszenen fanden im Wald Naras statt und die restlichen Szenen in Kyoto. Kurosawa hatte mit seinen Akteuren jedoch ein sehr gutes Verhaltnis, oftmals tranken sie nach getaner Arbeit miteinander, afien und verbrachten viel Zeit zusammen.3 Er meinte: “...eine bessere Besetzung hatte ich mir gar nicht vorstellen konnen.“4

Auch sollte angemerkt werden, dass wahrend der Dreharbeiten zwei Brande stattfanden.4

4.1 Das Produktionshaus Daiei

Die Daiei Motion Picture Company [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten](Daiei kabushiki-gaisha) wurde im Jahre 1942 gegrundet und ist unter anderem verantwortlich fur Filme wie Gamera [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und Daimajin [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]. In 1971 ist es dann bankrott gegangen und wurde somit im Jahre 1974 von Tokuma Shoten Publishing Co., Ltd.[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (Kabushiki-gaisha Tokuma Shoten) aufgekauft.

Anfangs war man skeptisch uber das Projekt und nach einer Budgetschatzung sowie einer Szenarien Erstellung wurde es im Jahre 1948 erst einmal vom Toyoko Produktionshaus abgesagt, welches dieses finanziell fordern sollte.

Kurosawa beantragte dann bei Daiei das Projekt und sie unterschrieben einen einjahrigen Vertrag mit ihm. Als Aubendekoration beantragte er lediglich den Bau des Tores und des Gerichtshofes. Somit stimmte Daiei zu aber es wurde anfangs keine Angabe von der Grobe des Tores gemacht, so dachte man sich bei Daiei, dass dies sehr vorteilhaft und kostengunstig ware, da man so mehrere Kulissen sparen wurde. Im Nachhinein beschwerte sich dann aber der damalige Manager Daieis, Kawaguchi Matsutaro, dafur, dass Kurosawa sie leicht hinters Licht gefuhrt hatte.5 6 Das Budget des Films lag dann letztendlich bei 250.000 US Dollar, was heute, meinen Kalkulationen nach, etwa bei 2.191.790 US Dollar entsprechen wurde.8

4.2 Die Hauptdarsteller

Die Hauptakteure des Films sind der Bandit als Mifune Toshiro, der Monch als Chiaki Minoru [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (1917-1999), der Holzfaller als Shimura Takashi [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (1905-1982), der Burger als Ueda Kichijiro [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (1904-1972), die Frau des Samurais als Kyo Machiko [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (1924-) und der Samurai als Mori Masayuki [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (1911-1973).

Mifune, Chiaki, Shimura und Ueda spielten in Kurosawas spateren, wohl sehr bekannten und kritisch oftmals gelobten Werk Die Sieben Samurai [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (1954) mit. Ueda und Kyo spielten in dem bekannten Film Ugetsu Monogatari [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]In (1953) von Mizoguchi Kenji [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (1898 - 1956) zwei der Hauptrollen.

4.3 Kurosawas Leben

Kurosawa Akira selbst ist wohl einer der international einfussreichsten Regisseure und hat viele bekannte Filme produziert.

Am bekanntesten sind seine Filme, die sieben Samurai, Ran [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und Rashomon. Ran ist ein japanischer Historienfilm, welcher im Jahre 1985 veroffentlicht wurde, hauptsachlich handelt es sich um sich um einen Kriegsherren der Sengoku-Zeit [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] (sengoku-jidai) [9] , welcher beschliefit zuruckzutreten und dessen Reich dann allmahlich zerfallt.

Die Sieben Samurai ist ebenfalls ein japanischer Historienfilm welcher von einem Dorf handelt, welches immer wieder von Banditen attackiert wird, welche dann letztendlich Samurai anheuern um eben dieses Dorf zu beschutzen.

Kurosawa wurde am 23. Marz 1910 in Tokio geboren. Er hatte sechs Geschwister, davon drei altere Schwestern und drei altere Bruder. Er sagte dass seine Mutter sehr sanft und sein Vater ein strenger Mann war. Das war wohl auch deswegen so, da sein Vater Absolvent einer Offiziersschule war und spater als Lehrer an einer kaiserlichen Militarakademie arbeitete. Im jungen Alter interessierte sich Kurosawa fur das Zeichnen und Kunst. Sein Vater fand eher, nach Kurosawas eigener Aussage, dass die militarische Ausbildung wichtig ware aber er interessierte sich nicht dafur. In der Schule wurde er von einem Lehrer gefordert, was das kunstlerische anging und auch sein Vater war nicht dagegen und verstand diese Vorliebe seines Sohnes. Im Jahre 1927 ging Kurosawa an die Doshusha-Schule fur westliche Malerei und er versuchte sich mit seinen Zeichnungen durch seinen Alltag zu schlagen.10 Kurosawas Bruder, Heigo, der als Benshi [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]11 arbeitete, beeinflusste ihn sehr stark. Im Jahre 1933 begann sein Bruder Selbstmord und das nahm Kurosawa, nach eigenen Angaben, sehr stark mit und er kam niemals daruber hinweg. 1944 dann, nach dem Dreh des Films ichiban utsukushiku12, heiratete er die Hauptdarstellerin des Films, Yaguchi Yoko, mit ihr hatte er einen Sohn und eine Tochter. In seinem Leben schrieb er ca. 50 Drehbucher und grundete noch dazu im Jahre 1959 seine eigene Produktionsfirma. Er starb am 6. September 1998 im Alter von 88 in Tokio an einem Schlaganfall, wohl auch wegen seinem Unfall in 1995, als er ausrutschte und sein Ruckgrat verletzte. Seine letzten Jahre verbrachte der Kunstler in einem Bett, wahrend er Musik horte.13

5. Literarische Vorlagen des Films

Kurosawa Akiras Meisterwerk Rashomon basiert auf zwei Geschichten von Akutagawa Ryunosuke ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] 01.03.1892-24.07.1927). Die kulissentechnische Umsetzung des Films stammt von der gleichnamigen Geschichte Rashomon, welche 1915 erschien wahrend In a Grove [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten](Yabu no Naka) die Charakter und die Handlung des Films enthalt.

5.1 Rashomon - Die Kulisse

In der Kurzgeschichte Rashomon von Akutagawa handelt es sich um das Treffen eines Dieners und einer alten Frau am sudlichen Tor der zerstorten Stadt Kyoto, welches stark baufallig ist.

[...]


1 Politischer Umbruch im Jahre 1868 und der Anfang einer neuen Regierungsform in Japan.

2 UNKNOWN, The American Occupation Of Japan 1945-1952. http://afe.easia.columbia.edu.

3 BISCHOFF, Michael. So etwas wie eine Autobiographie. Aus dem Amerikanischen. Berlin: Henschelverlag 1989.

4 BISCHOFF, Michael. So etwas wie eine Autobiographie. Aus dem Amerikanischen. Berlin: Henschelverlag 1989. Seite 217.

5 BISCHOFF, Michael. So etwas wie eine Autobiographie. Aus dem Amerikanischen. Berlin: Henschelverlag 1989.

6 Richie, Donald. The Films of Akira Kurosawa. 3. Auflage. Berkely: University of California Press 1965.

7 Dollarkursquelle: http://www.dollartimes.com/calculators/inflation.htm.

8 Ubersetzt: Aufruhr, Unruhe

9 Ubersetzt: Die Zeit der streitenden Reiche

10 RICHIE, Donald. The Films of Akira Kurosawa. 3. Auflage. Berkely: University of California Press 1965.

11 Übersetzt: Stummfilmerzähler

12 Übersetzt: Am Allerschönsten

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Untersuchung des Films "Rashômon" von Kurosawa Akira
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V206659
ISBN (eBook)
9783656339304
ISBN (Buch)
9783656339762
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rashomon, regionalstudien, asien, afrika, japan, japanologie, akira, kurosawa, filme, filmgeschichte, medien, wahrheit, ist, subjektiv
Arbeit zitieren
Anonym, 2011, Untersuchung des Films "Rashômon" von Kurosawa Akira, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206659

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