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Widerstand, Widerstandsrecht und Ziviler Ungehorsam

Title: Widerstand, Widerstandsrecht und Ziviler Ungehorsam

Research Paper (undergraduate) , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nicolai Neijhoft (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich der Frage nach dem Ursprung von
(außer)politischen Bürgeraktionen nachgehen. Gibt es ein Recht des einzelnen die Gefolgschaft gegenüber dem Staat oder dem Machthaber zu verweigern? Inwiefern ist, moralisch gesehen, der Einzelne dazu sogar verpflichtet? Wo ist die Grenze zwischen Widerstand, zivilem Ungehorsam und Terrorismus zu ziehen? Sind lediglich gewaltlose Widerstandsaktionen als ‚gut’ zu bewerten, oder inwiefern (bzw.
ist überhaupt) auch Widerstand unter Anwendung von Gewalt rechtfertigbar? Um diese Fragen erörtern zu können, muss zunächst der Begriff des Widerstandes, dessen Definition sowie verschiedene Inhalte geklärt werden. Dies geschieht im zweiten Kapitel.
Im dritten Kapitel möchte ich die Geschichte des Widerstands und des
Widerstandsrechts anhand von einigen Beispielen verfolgen. Diese Beispiele können natürlich nur eine kleine Auswahl darstellen, eine ausführlichere Betrachtung würde den Rahmen dieser Arbeit weit sprengen. Ich verfolge daher kurz das Widerstandsrecht in der Antike, im Mittelalter, im 16. und 17. Jahrhundert sowie am Beispiel der Weißen Rose im totalitären Nazi-Deutschland. Anschließend gehe ich auf die Entwicklung des zivilen Ungehorsams ein. Obwohl die Entwicklung schon vor beispielsweise der Weißen Rose beginnt, halte ich es für sinnvoll, die geschichtlichen Gesichtspunkte des Widerstandes an einem Stück zu behandeln, so dass ich hier in der Zeitgeschichte zurückgreifen muss. Im Kapitel über den zivilen Ungehorsam werde ich Fragen nach moralischen Rechtfertigungen nachgehen, unterschiedliche Typen des zivilen Ungehorsams aufzeigen und Zwecke sowie Methoden des zivilen Ungehorsams erörtern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eingrenzung des Widerstandsrechts

3. Entwicklung des Widerstandsrechts

3.1 Widerstandsrecht im antiken Griechenland

3.2 Widerstandsrecht im Mittelalter

3.3 Widerstandsrecht im 16. und 17. Jahrhundert

3.3.1 Entwicklung in England

3.3.2 Die Entwicklung im absolutistischen Staat

3.4 Entwicklung im totalitären Staat am Beispiel der Weißen Rose

4. Der Zivile Ungehorsam

4.1 Entwicklung des Zivilen Ungehorsams

4.2 Ziviler Ungehorsam, Weigerung aus Gewissensgründen (Rawls)

4.3 Rechtfertigungsmodelle des zivilen Ungehorsams

5. Bewertung und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Ursprung von (außer)politischen Bürgeraktionen und geht der moralischen Frage nach, ob und unter welchen Bedingungen ein Einzelner zum Widerstand gegen staatliche Machthaber verpflichtet oder berechtigt ist. Dabei wird die Grenzziehung zwischen Widerstand, zivilem Ungehorsam und Terrorismus erörtert.

  • Historische Entwicklung des Widerstandsrechts von der Antike bis zum totalitären Staat.
  • Eingrenzung und Definition von Widerstandsbegriffen.
  • Theoretische und moralische Rechtfertigungsmodelle für zivilen Ungehorsam (u.a. nach Rawls).
  • Die Rolle des Gewissens als Basis für zivile Ungehorsams-Handlungen.
  • Untersuchung der Bedeutung von Bürgerprotesten für eine lebendige Demokratie.

Auszug aus dem Buch

4.2 Ziviler Ungehorsam, Weigerung aus Gewissensgründen (Rawls)

Nach Rawls existiert eine politische Verpflichtung, die geltenden Institutionen zu beachten und zu fördern. Dies gilt allerdings nur, sofern das geltende Recht sich nicht zu weit von der Gerechtigkeit entfernt. Ist dies der Fall, so kommt es zu einem Konflikt innerhalb der Gerechtigkeitspflicht. Einerseits sollen auch ungerechte Gesetze befolgt werden, andererseits aber sollen große Gerechtigkeitsdiskrepanzen nicht hingenommen werden. Daraus folgt, dass das selbe Gesetz für den moralisch autonomen Bürger Grundlage des Rechtsgehorsams aber auch des Ungehorsams sein kann.

Rawls definiert den zivilen Ungehorsam als „öffentliche, gewaltlose, gewissensbestimmte, aber politische, gesetzwidrige Handlung, die eine Änderung von Gesetzen zum Ziel hat.“ Adressat ist der Gerechtigkeitssinn der öffentlichen Mehrheit: Gezeigt wird, dass die angeprangerten Gesetze nicht mit dem in der Gesellschaft verankerten Gerechtigkeitssinn konform sind. Dies bekräftigt das bereits im zweiten Kapitel beschriebene Recht auf Widerstand: Zur Erhaltung des bestehenden Systems hat jeder das Recht, bestimmte Richtlinien zu verweigern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird die Forschungsfrage nach der Rechtfertigung und Moralität von Widerstand und zivilem Ungehorsam in der heutigen Gesellschaft skizziert.

2. Eingrenzung des Widerstandsrechts: Dieses Kapitel definiert den Widerstandsbegriff und unterscheidet zwischen verschiedenen Formen wie aktivem, passivem, politischem und privatem Widerstand.

3. Entwicklung des Widerstandsrechts: Ein historischer Abriss von der Antike über das Mittelalter und das 17. Jahrhundert bis hin zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

4. Der Zivile Ungehorsam: Das Kapitel analysiert die theoretischen Konzepte von Thoreau und Rawls sowie die ethischen und rechtlichen Bedingungen für zivilen Ungehorsam.

5. Bewertung und Ausblick: Eine abschließende Reflexion über die Bedeutung von Protestkulturen für den Fortbestand und die Entwicklung demokratischer Staatsgefüge.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen und Monographien.

Schlüsselwörter

Widerstand, Widerstandsrecht, Ziviler Ungehorsam, Gewissensgründe, Rawls, Menschenrechte, Naturrecht, Rechtsstaatlichkeit, politische Opposition, Demokratie, Moral, Pflicht, Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Unrechtsstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Ursprüngen und der moralischen Legitimation von Widerstandshandlungen gegenüber dem Staat.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Widerstandsrechts, der Abgrenzung von Widerstandsbegriffen und der Rechtfertigung von zivilem Ungehorsam.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, moralische Rechtfertigungsmodelle für Bürgeraktionen zu finden und zu klären, unter welchen Bedingungen Widerstand in einer Demokratie legitim ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftlich-philosophische Untersuchung, die auf der Analyse bestehender Theorieansätze und historischer Fallbeispiele basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse des Widerstandsrechts und eine detaillierte Betrachtung der Konzepte des zivilen Ungehorsams.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie ziviler Ungehorsam, Widerstandsrecht, ethische Gewissensentscheidung und demokratische Teilhabe charakterisiert.

Wie unterscheidet sich ziviler Ungehorsam von der Weigerung aus Gewissensgründen?

Ziviler Ungehorsam ist ein öffentlicher, politischer Appell an die Mehrheit, während die Weigerung aus Gewissensgründen auf persönlichen moralischen Vorstellungen basiert und nicht zwingend eine politische Änderung intendiert.

Welche Rolle spielt die „Weiße Rose“ in dieser Arbeit?

Die Weiße Rose dient als exemplarisches Beispiel für Widerstand im totalitären Staat, um die Spannweite zwischen passiver Verweigerung und aktivem Widerstand gegen ein Unrechtsregime aufzuzeigen.

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Details

Title
Widerstand, Widerstandsrecht und Ziviler Ungehorsam
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)  (Sozialwesen)
Grade
1,3
Author
Nicolai Neijhoft (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V20670
ISBN (eBook)
9783638244916
ISBN (Book)
9783656204343
Language
German
Tags
Widerstand Widerstandsrecht Ziviler Ungehorsam
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicolai Neijhoft (Author), 2003, Widerstand, Widerstandsrecht und Ziviler Ungehorsam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20670
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