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Untersuchung und Analyse der Industrial Band Laibach und des Künstlerkollektivs Neue Slowenische Kunst

Titel: Untersuchung und Analyse der Industrial Band Laibach und des Künstlerkollektivs Neue Slowenische Kunst

Hausarbeit , 2009 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Kerstin Schmitt (Autor:in)

Musik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Industrial Band Laibach gehören zu den bekanntesten und provozierendsten Anhängern der Industrial Music der 1980er und 1990er Jahre. Die Laibach'sche Musikkonzeption benutzt musikalische Montagen, (Klang-) Collagen und rekontextualisierte Motive aus diversen Stilrichtungen. Diese eigene Musikkonzeption versteht Laibach als Gesamtkunstwerk nach Joseph Beuys. Dabei setzen sie musikalisch auf die Verwendung von monotonen, dumpfen Trommelschlägen, Fanfaren, Jagdhörnern, heroischen Blechblässern, industrielle Klängen aber auch auf klassische Streicher, Cover–Versionen bis hin zur lautstärkebedingten Erfahrbarmachung physischen Schmerzes. Diese Methodik ist in allen Arbeiten und Bereichen von Laibach auffindbar und strategisch definiert. Die künstlerischen Strategien Laibachs werden in den folgenden Kapiteln untersucht und aufgezeigt. Dabei soll die Funktion der Arbeitsmethodik verdeutlicht werden, die darauf basiert, Symbole, Klänge und Metaphern fragmentarisch aus den ursprünglichen Kontexten herauszureißen und wiederum als Collage zu präsentieren. Die daraus resultierende Wirkung, im Fall von Laibach eine faschistoide, wird zur Provokation und Reibungsfläche der Zuschauer mit dieser Art von (Un-) Kunst. Der Vorwurf des Faschismus soll anhand von Kontextualisierung der verwendeten Symbolik in dieser Hausarbeit kritisch untersucht werden.

Das Prinzip des Kollektivs hat bei Laibach höchste Priorität, dies wird auch durch die Zusammenarbeit mit der Neuen Slowenischen Kunst verdeutlicht. Dieses Künstlerkollektiv wird im Folgenden eingeführt und in Bezug auf Laibach und die Funktion des Kollektivs analysiert. Dabei soll das Kollektivwesen und die Auslöschung der menschlichen Individualität hinterfragt und kritisch betrachtet werden. Ist es möglich die menschliche Identität zu löschen, die eigene Individualität abzulegen und eine kollektive Haltung anzunehmen? Diese Fragestellung und Thematik wird untersucht anhand des Manifests 10 Items of the Convent und eines Fernsehinterviews aus dem Jahre 1983 aufgezeigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Laibach: Einleitende Worte

1.1 Neue Slowenische Kunst: Einführung und Überblick

1.2 Laibach: Wirkung und Funktionsweise

2. Laibach: Einführung in das Manifest 10 Items of the Convent

2.1. Analyse: 10 Items of the Convent

3. Laibach: Skandalinterview

3.1. Analyse: TV Tednik – Interview

4. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die künstlerischen Strategien, die Arbeitsweise und die kollektive Identität der Industrial-Band Laibach sowie des Künstlerkollektivs Neue Slowenische Kunst (NSK). Dabei steht die kritische Hinterfragung ihrer provokativen Ästhetik, des Umgangs mit totalitären Symbolen und der bewussten Auslöschung der individuellen Identität zugunsten einer kollektiven Haltung im Fokus.

  • Die künstlerische Methode der Montage, Collage und Rekontextualisierung.
  • Die Rolle der Über-Identifikation als radikale Dekonstruktion von Ideologien.
  • Die Bedeutung des Kollektivprinzips und der Verzicht auf individuelle Identität.
  • Die mediale Provokation durch die bewusste Aneignung faschistoider Ästhetik.
  • Die Analyse zentraler Manifeste und öffentlicher Auftritte von Laibach.

Auszug aus dem Buch

3.1. Analyse: TV Tednik – Interview

Der sichtbare Raum zieht sich kegelförmig nach hinten, fünf uniformierte, starr wirkende Männer sitzen ebenfalls leicht kegelförmig angeordnet auf Stühlen und starren in die ‚Ferne’. In der kegelförmigen Spitze des Raumes ist ein Plakat aufgehängt, welches The Thrower oder auch Metalec heißt. An den Seiten begrenzen Stellwände, ebenfalls mit Laibach – Postern plakatiert, den spitz zulaufenden Raum. ‚The Thrower’ ist einer der ersten hergestellten Holzschnitte von Laibach und metaphorisiert harte Arbeit sowie totalitäre, industrielle Disziplin.

Fünf Mitglieder Laibachs sind anwesend und alle sitzen parallel zum kegelförmigen Verlauf des Raumes auf einer nicht ersichtlichen Erhöhung. Der Sprecher bildet eine Art Spitze des uniformierten Kollektivs und hält in seinen Händen das vorbereitete Manifest. Seine Bandkollegen sitzen alle aufrecht, das rechte Knie über den linken Fuß geschlagen und die Arme vor dem Oberkörper verschränkt. Eine Erinnerung an Adolf Hitler stellt sich beim Zuschauer ein. Alle Mitglieder tragen am rechten Oberarm eine weiße Armbinde mit schwarzen Kreuz. Der Blick steif nach vorne gerichtet, uniformiert, die Haare Millimeter kurz geschnitten, die Augen glanzlos nach unten oder geradeaus gerichtet. Laibach wirken wie militante Skinheads in dieser Szenografie. Die Gesichter und Körper der Band werden von unten beleuchtet, wodurch ein beängstigender Effekt entsteht, da hauptsächlich die harten Konturen der Gesichter sowie die Augenhöhlen aufgezeigt werden. Hierbei wird der Zusammenhang von der ‚räumlichen’ und ‚personenbezogenen’ Inszenierung der Gruppe verdeutlicht, dieses Zusammenspiel von jener Raumwirkung und den dort platzierten Diktatorenimitationen intensiviert die radikale Wirkung und verstärkt sich wechselseitig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Laibach: Einleitende Worte: Die Einleitung bettet die Band Laibach in den Kontext der Industrial Music ein und stellt ihre Strategie des Gesamtkunstwerks sowie die Bedeutung des Kollektivs vor.

1.1 Neue Slowenische Kunst: Einführung und Überblick: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung und Bedeutung des NSK-Kollektivs als Zusammenschluss verschiedener Gruppierungen und dessen Auseinandersetzung mit Ideologien.

1.2 Laibach: Wirkung und Funktionsweise: Hier wird analysiert, wie die Band durch faschistoide Ästhetik, Symbole und eine ritualisierte Konzertinszenierung Provokation und Verunsicherung erzeugt.

2. Laibach: Einführung in das Manifest 10 Items of the Convent: Dieses Kapitel behandelt die theoretische Konzeption des Manifests von 1982 und wie die Band terroristische Kommunikationsstrategien für ihre Kunst adaptiert.

2.1. Analyse: 10 Items of the Convent: Eine detaillierte Untersuchung der Texte im Manifest, die den Fokus auf die Kollektivierung und die mechanische Arbeitsweise der Band legt.

3. Laibach: Skandalinterview: Die Analyse des Fernsehinterviews von 1983 zeigt auf, wie Laibach durch bewusste Selbstinszenierung die Monopolmacht der Medien dekonstruierten.

3.1. Analyse: TV Tednik – Interview: Eine tiefgehende Betrachtung der visuellen und räumlichen Inszenierung der Band während des Interviews, die den Gegensatz von Individuum und Kollektiv verdeutlicht.

4. Resümee: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und stellt die kritische Frage nach der Notwendigkeit einer totalitären Ästhetik im künstlerischen Kontext.

Schlüsselwörter

Laibach, Neue Slowenische Kunst, NSK, Industrial Music, Kollektiv, Über-Identifikation, Dekonstruktion, Faschismus, Gesamtkunstwerk, Provokation, Ideologie, 10 Items of the Convent, Ästhetik, Individuum, Mediengesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die künstlerischen Strategien der Band Laibach und des Künstlerkollektivs NSK, insbesondere ihre bewusste Nutzung provokanter und faschistoider Symbolik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Dekonstruktion politischer Mythen, der Identitätsauslöschung im Kollektiv und der Methode der Über-Identifikation.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, die Funktion der künstlerischen Arbeitsweise von Laibach zu verdeutlichen und zu hinterfragen, ob diese Strategien eine ironische Distanz wahren oder faschistoide Ästhetik salonfähig machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt kunst- und theaterwissenschaftliche Analysemethoden, um sowohl die theoretischen Manifeste als auch die visuelle Inszenierung in Konzerten und Interviews zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Manifest "10 Items of the Convent" sowie ein bekanntes Fernsehinterview von 1983 als Fallbeispiele für die radikale Kommunikationsstrategie der Gruppe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind Laibach, NSK, Kollektiv, Über-Identifikation, Gesamtkunstwerk und ideologische Provokation.

Warum wird im Manifest "10 Items of the Convent" das Individuum verbannt?

Laibach zielen auf eine totale Kollektivierung ab, bei der die menschliche Identität zugunsten eines technologisch programmierten, ideologischen Funktionierens aufgegeben werden soll.

Wie reagierte die Öffentlichkeit auf das TV Tednik-Interview?

Das Interview führte aufgrund der radikalen Ästhetik und der proklamierten Thesen zu einem Namensverbot und Auftrittsbeschränkungen für Laibach im damaligen Jugoslawien.

Welchen Beweis für die Individualität innerhalb des Kollektivs führt die Autorin an?

Während des TV-Interviews zeigt ein kurzes, spontanes Lächeln des Sprechers einen Bruch mit der strengen kollektiven Maske, was die Unmöglichkeit einer totalen Auslöschung der Individualität belegt.

Wie ist das NSK-Logo symbolisch aufgebaut?

Es ist ein komplexes Wappen aus einem Zahnrad (Industrie), einem Dornenzweig/Stacheldraht (Leid/Gefangenschaft) und dem Hirschgeweih (heidnische Tradition), das die vielfältigen Inspirationsquellen des Kollektivs vereint.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Untersuchung und Analyse der Industrial Band Laibach und des Künstlerkollektivs Neue Slowenische Kunst
Hochschule
Universität Leipzig  (Theaterwissenschaft)
Veranstaltung
Post – Punk – Politics: Körper, Ideologie und Ritual in Industrial Culture und NDW
Note
1,7
Autor
Kerstin Schmitt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V206752
ISBN (eBook)
9783668712089
ISBN (Buch)
9783668712096
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Laibach NSK Punk Slowenien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kerstin Schmitt (Autor:in), 2009, Untersuchung und Analyse der Industrial Band Laibach und des Künstlerkollektivs Neue Slowenische Kunst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206752
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Leseprobe aus  21  Seiten
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