Kapitalanleger versuchen in der Praxis durch aktive Selektion von Wertpapieren überdurchschnittliche Renditen zu erwirtschaften. Dies sollte nach Famas Theorie der Effizienten Märkte nicht möglich sein.
Dennoch zeigen zahlreiche empirische Studien - die zum Teil in dieser Arbeit behandelt werden - Muster in Marktpreisen auf, die durch eine entsprechende Handelsstrategie gewinnbringend ausgenützt werden können.
Die Nutzbarkeit des Höchstkurses eines Wertpapieres innerhalb der letzten 52 Wochen (52-Wochen-Hoch) steht im Zentrum diese Arbeit.
Die Arbeit gliedert sich in die folgenden 5 Kapitel:
- Einleitung
- Problemstellung und Zielsetzung
- Empirische Studien aus der Literatur zu ausgewählten Momentum-Strategien
- Empirische Studie anhand der 52-Wochen-Hoch-Strategie
- Resümee
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Problemstellung und Zielsetzung
2.1 Problemstellung
2.2 Zielsetzung
3 Empirische Studien aus der Literatur zu ausgewählten Momentum-Strategien
3.1 Jegadeesh und Titman (1993) zum Momentum-Effekt am amerikanischen Aktienmarkt
3.1.1 Untersuchungsmethodik
3.1.2 Empirische Ergebnisse
3.2 Moskowitz und Grinblatt (1999) zum Momentum-Effekt mit Bezug zur Industriezugehörigkeit
3.2.1 Untersuchungsmethodik
3.2.2 Empirische Ergebnisse
3.3 Huddart et al. (2009) zu Volumen- und Preisbewegungen von Aktien um das 52-Wochen-Hoch
3.3.1 Untersuchungsmethodik
3.3.2 Empirische Ergebnisse
3.4 George und Hwang (2004) zum 52-Wochen-Hoch und Momentum Investing
3.4.1 Untersuchungsmethodik
3.4.2 Empirische Ergebnisse
4 Empirische Studie anhand der 52-Wochen-Hoch-Strategie
4.1 Daten und Methode
4.1.1 Daten
4.1.2 Methode
4.2 Ergebnisse der Datenanalyse
4.2.1 Renditen der TOP10% Portfolios (annualisiert)
4.2.2 Renditen der LOW10% Portfolios (annualisiert)
4.2.3 Renditen des Referenzindex (annualisiert)
4.2.4 Renditevergleich – TOP10%-Strategie vs. Referenzindex
4.2.5 Renditevergleich – LOW10%-Strategie vs. Referenzindex
4.3 Überprüfung der Datenanalyse
4.3.1 Normalisierung
4.3.2 Renditevergleich – TOP10%-Strategie vs. Referenzindex (normalisiert)
4.3.3 Renditevergleich – LOW10%-Strategie vs. Referenzindex (normalisiert)
4.3.4 Auswirkungen der Normalisierung
4.3.5 Histogramme und Verteilungsfunktionen zur empirischen Studie
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, nachzuweisen, dass Investitionsstrategien, die auf der leicht verfügbaren Information des 52-Wochen-Hochs basieren, gegenüber dem Markt Überrenditen generieren können. Die Forschungsfrage untersucht dabei, ob solche Anomalien im Markt bestehen und wie effektiv die Strategie der Aktienselektion anhand von historischen Höchstständen im Eurostoxx600 ist.
- Analyse von Momentum-Effekten am Aktienmarkt
- Vergleich verschiedener Handelsstrategien basierend auf der 52-Wochen-Hoch-Methodik
- Empirische Untersuchung anhand des Eurostoxx600-Index über einen Zeitraum von elf Jahren
- Überprüfung der Robustheit der Strategien mittels Normalisierung und statistischer T-Tests
Auszug aus dem Buch
George und Hwang (2004) zum 52-Wochen-Hoch und Momentum Investing
George und Hwang (2004) (in weiterer Folge mit GH abgekürzt) verglichen in ihrer Studie die Momentum-Strategien von Jegadeesh/Titman (1993) (in weiterer Folge mit JT abgekürzt) und Moskowitz/Grinblatt (1999) (in weiterer Folge mit MG abgekürzt) mit einer von ihnen selbst konstruierten Strategie, basierend auf der Nähe einer Aktie zum 52-Wochen-Hoch. Die monatlichen Aktieninformationen zu dieser Untersuchung sammelten sie, wie von MG beschrieben, von CRSP aus den Jahren von 1963 bis 2001. Sie verwendeten auch dieselben Einstellungen zur Kalkulation der monatlichen Renditen, wie es MG und JT taten. MG und JT fokussierten in ihren Analysen auf einer (6,6) Strategie. Es wurde in jedem Monat ein Portfolio geformt, basierend auf den Renditen der vergangenen sechs Monate, welches im Anschluss für sechs Monate gehalten wurde. Der Unterschied zwischen JT und MG lag dabei in der Messung der vergangenen Performance.
Die Strategie nach MG maß die vergangene Performance anhand des wertgewichteten Gewinns, aus der den Aktien zugehörigen Industrie über die vergangenen sechs Monate. Am Beginn jedes Monats t wurden die Aktien in aufsteigender Reihenfolge, basierend auf der Industrieperformance, sortiert. Aufgrund der Reihung wurden drei Portfolios generiert. Aktien, die in den oberen 30 % gereiht waren, wurden dem Gewinner-Portfolio, Aktien, die in den unteren 30 % gereiht waren, landeten im Verlierer-Portfolio, und die restlichen 40 % der Aktien wurden dem Mittel-Portfolio zugeordnet. Die Strategie war ein sich selbst finanzierendes Portfolio zu generieren, welches das Gewinner-Portfolio „long“ und das Verlierer-Portfolio „short“ ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Konzept der Markteffizienz ein und stellt die Relevanz von Momentum-Strategien sowie die Zielsetzung der Arbeit vor.
2 Problemstellung und Zielsetzung: Hier wird die Forschungsfrage definiert, die darauf abzielt, die Überrenditen von 52-Wochen-Hoch-Strategien im Vergleich zum Markt zu belegen.
3 Empirische Studien aus der Literatur zu ausgewählten Momentum-Strategien: Dieses Kapitel analysiert maßgebliche Studien der Finanzliteratur, die Momentum-Effekte aus verschiedenen Perspektiven wie Industriezugehörigkeit oder Volumenbewegungen untersuchen.
4 Empirische Studie anhand der 52-Wochen-Hoch-Strategie: Der Hauptteil beschreibt die Methodik und die Durchführung der eigenen empirischen Analyse am Eurostoxx600 und präsentiert die erzielten Renditeergebnisse.
5 Resümee: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Strategie der 52-Wochen-Hoch-Selektion signifikante Überrenditen im untersuchten Markt generiert.
Schlüsselwörter
Finanzmärkte, Momentum-Strategie, 52-Wochen-Hoch, Markteffizienz, Aktienrendite, Eurostoxx600, Portfoliobildung, Behavioral Finance, Anomalien, Handelssignale, Aktienselektion, Preisumkehr, statistische Signifikanz, Renditevergleich, Normalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Diplomarbeit?
Die Arbeit untersucht die Effektivität von Investitionsstrategien, die auf dem 52-Wochen-Hoch einer Aktie basieren, und prüft, ob damit systematisch Überrenditen am Aktienmarkt erzielt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind Momentum-Investing, die Anomalien von Finanzmärkten, die verhaltensökonomische Komponente (Anchor-Modell) sowie die empirische Überprüfung von Handelsstrategien.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist der Nachweis, dass eine einfache Investitionsstrategie, die sich an der Nähe zum 52-Wochen-Hoch orientiert, den Eurostoxx600-Index über einen elfjährigen Zeitraum schlagen kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit orientiert sich methodisch an der Studie von George und Hwang (2004) und führt eine quantitative Analyse von Aktienzeitreihen unter Anwendung verschiedener Formations- und Haltedauern durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Datengrundlage und Methodik erläutert, gefolgt von einer detaillierten tabellarischen und grafischen Auswertung der Renditen sowie deren Überprüfung mittels statistischer Verfahren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Kernbegriffe sind Momentum-Strategie, 52-Wochen-Hoch, Markteffizienz, Überrendite, Portfoliobildung und Behavioral Finance.
Wie unterscheidet sich die 52-Wochen-Hoch-Strategie von traditionellem Momentum-Investing?
Während traditionelle Ansätze oft auf der relativen Performance basieren, nutzt die 52-Wochen-Hoch-Strategie eine leicht verfügbare, markante Preismarke als Indikator, die laut den untersuchten Autoren eine bessere Vorhersagekraft für zukünftige Renditen bietet.
Welchen Einfluss hat die Normalisierung auf die Ergebnisse?
Die Normalisierung zielt darauf ab, den Einfluss von externen Marktschwankungen zu glätten, indem für alle Strategien ein einheitlicher Startzeitpunkt gewählt wird, was in der Arbeit zu einer präziseren Interpretation der Strategieperformance führt.
- Quote paper
- Bernhard Pretis (Author), 2012, Handelsstrategien anhand des 52-Wochen-Hochs für Aktien des Eurostoxx600, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206755