Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History

Das Konzil von Chalcedon

Title: Das Konzil von Chalcedon

Seminar Paper , 2008 , 25 Pages , Grade: 1

Autor:in: Diplom Theologe Sascha Pracher (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Recherchiert man den Begriff „Chalcedon“, erhält man zwei Antworten. Zum einen eine geographische Einordnung: „Am asiatischen Ufer des Bosporus gelegene Stadt, heute-Stadtteil von Istanbul“, zum anderen das Stichwort „Konzil von Chalcedon.“ Was aber verbirgt sich hinter diesem Ausdruck „Konzil von Chalcedon“?
Bei der Suche im Internet wird das Konzil von Chalcedon folgendermaßen charakterisiert:
„Es war vielleicht die bedeutendste Kirchenversammlung der Alten Kirche. Zugleich markierte die Synode einen tiefen Einschnitt in der Kirchen-und Theologiegeschichte.“
Deutlich wird dabei, dass es sich bei dem Konzil von Chalcedon um einen sehr entscheidenden Punkt in der Kirchen-und Theologiegeschichte handelt. Ob es sich nun dem Namen nach um ein Konzil oder der Beschreibung nach um eine Synode handelt bleibt dabei fraglich.
Grillmeiers kommt zu dem Ergebnis, dass Chalcedon eine entscheidende Rolle gespielt hat. Die Frage, ob es sich bei Chalcedon um ein Konzil oder um eine Synode handelt lässt sich meines Erachtens eindeutig beantworten. Gahbauer schreibt: „In der Alten Kirche werden die Begriffe Synode und Konzil nicht immer deutlich voneinander geschieden.“ Dennoch lässt sich Chalcedon eindeutig zuordnen. „Die höchste Bedeutung kommt schließlich der synodus universalis ecclessiae (…), das heißt dem ökumenischen Konzil zu.“ Chalcedon wird als das vierte ökumenische Konzil bezeichnet. An dieser Stelle muss kurz darauf verwiesen werden, dass der Begriff „ökumenisch“ nicht im Sinne des in Deutschland gebräuchlichen „ökumenisch“- also evangelisch/katholisch zu verstehen ist.
Die Besonderheiten des ökumenischen Konzils sind, dass es unter kaiserlicher Autorität tagt, Beschlüsse kaiserlicher Anordnung bedürfen und dessen Beschlüsse als unwiderruflich gelten. Gerade für die Orthodoxie, sowohl die östlich Orthodoxen Kirchen, als auch die orientalisch Orthodoxen, haben die ökumenischen Konzilien eine besondere Bedeutung, denn nach Heiler gilt: „Maßstab der Orthodoxie ist die Anerkennung der ökumenischen Konzilien.“

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Der Weg zum Konzil von Chalcedon

2.1. Die theologischen Schulen

2.1.1. Die antiochenische Schule

2.1.2. Die alexandrinische Schule

2.2. Die Auseinandersetzung zwischen Nestorius und Kyrill

2.2.1. Der nestorianische Streit 428-431/33

2.2.2. Das Konzil von Ephesus 431

2.2.3. Die Unionsformel von Ephesus 433

2.3. Der eutychianische Streit 448-451

3. Das Konzil von Chalcedon 451

3.1. Der Verlauf des Konzils

3.2. Das Chalcedonense

3.3. Die Bewertung des Konzils

3.3.1. Das Chalcedonense

3.3.2. Das Konzil

3.4. Die Zeit nach dem Konzil

4. Ergebnis und kurzer Ausblick auf die Gegenwart

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Konzil von Chalcedon (451) als zentralen Wendepunkt der Kirchen- und Theologiegeschichte. Das primäre Ziel ist es, die christologischen Kontroversen des 5. Jahrhunderts zu analysieren, die zur dogmatischen Formulierung der Zwei-Naturen-Lehre führten und die Entwicklung des Verhältnisses zwischen den verschiedenen kirchlichen Patriarchaten maßgeblich prägten.

  • Vorgeschichte der christologischen Streitigkeiten zwischen den Schulen von Antiochien und Alexandrien.
  • Analyse der Konflikte um Nestorius, Kyrill von Alexandrien und Eutyches sowie deren Konzilsentscheidungen.
  • Untersuchung des Verlaufs und der dogmatischen Definition (Chalcedonense) des Konzils von 451.
  • Diskussion der kirchenpolitischen Folgen und des Schismas zwischen der Reichskirche und den orientalischen Kirchen.
  • Ausblick auf die ökumenischen Bemühungen der Gegenwart zur Aufarbeitung dieser historischen Trennungen.

Auszug aus dem Buch

3. Das Konzil von Chalcedon 451

„Den weiteren Verlauf der Dogmengeschichte entschied ein Sturz vom Pferd.“ 91 Am 28.07.450 stirbt Theodosius II. in Folge eines Sturzes von einem Pferd.

Pulcheria und Kaiser Macina treten die Nachfolge an. Die beiden, Pulcheria und Marcian, haben Sorge um die Kircheneinheit und bleiben bei der traditionellen Lösung eines Problems und bestehen auf ein Konzil. Leo steht dieser Lösung jedoch skeptisch gegenüber.92

Marcian (Soldatenkaiser) und Kaiser Valentinian III. erlassen eine „sakra“ und berufen eine Synode für den 1. September 450 nach Nicäa. Durch den bedrohlichen Hunnen- Einfall in Gallien und die Vandalenherrschaft in Nordafrika,93 die äußere Bedrohung, wird das Konzil für den 22. September nach Chalcedon verlegt.94

Dass 600 Teilnehmer an diesem Konzil teilgenommen haben, gilt als legendär.95 Immerhin seien nach Sierszyn 350 Bischöfe, davon 6 Vertreter des Westens, versammelt gewesen.96 Stattgefunden hat das Konzil in der Kirche Heilige Euphemia zu Chalcedon, wo es am 08.10.451 eröffnet wird und bis zum 11.11.451 tagt.97

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff „Chalcedon“ sowohl geografisch als auch theologisch und ordnet das Konzil als bedeutendste Kirchenversammlung der Alten Kirche ein.

2. Der Weg zum Konzil von Chalcedon: Dieses Kapitel erläutert die dogmatischen Auseinandersetzungen im 5. Jahrhundert, insbesondere den Gegensatz zwischen der antiochenischen und alexandrinischen Schule, sowie die Rolle der Kaiser.

3. Das Konzil von Chalcedon 451: Hier wird der historische Verlauf der Konzilstage, die Entstehung des Chalcedonense als dogmatische Definition und die abschließende Bewertung der Beschlüsse detailliert dargestellt.

4. Ergebnis und kurzer Ausblick auf die Gegenwart: Das abschließende Kapitel analysiert die langfristigen Folgen wie die Kirchenspaltung und stellt die heutige ökumenische Annäherung zwischen den betroffenen Kirchengemeinschaften dar.

Schlüsselwörter

Konzil von Chalcedon, Christologie, Zwei-Naturen-Lehre, Nestorianismus, Eutyches, Kyrill von Alexandrien, Kirchengeschichte, Chalcedonense, Ökumenisches Konzil, Patriarchat, Dogmengeschichte, Schisma, Konstantinopel, Reichskirche, Orthodoxie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451, seiner historischen Entstehung, dem inhaltlichen Verlauf und seiner weitreichenden Bedeutung für die christliche Dogmatik.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die christologischen Streitigkeiten zwischen verschiedenen theologischen Schulen des 5. Jahrhunderts sowie die kirchenpolitischen Machtverhältnisse innerhalb der damaligen Reichskirche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Konzil von Chalcedon durch die Formulierung der Zwei-Naturen-Lehre versuchte, die widerstreitenden Christologien zu einer Synthese zu führen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung relevanter kirchenhistorischer Literatur, Quellenstudien und der Analyse dogmengeschichtlicher Dokumente.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert erläutert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorgeschichte (inklusive Ephesus), den exakten Verlauf der sechs Konzilsitzungen, die dogmatische Formel des Chalcedonense sowie die Folgen für die spätere Kirchenstruktur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind Chalcedonense, Christologie, Zwei-Naturen-Lehre, Schisma, Monophysitismus und die Ökumenischen Konzilien.

Warum war das Konzil von Chalcedon für die damalige kaiserliche Politik so bedeutend?

Das Konzil sollte dazu dienen, die religiöse Einheit des Reiches angesichts des fortschreitenden Verfalls des Imperiums durch ein verbindliches religiöses Dogma zu sichern.

Welchen Einfluss hatte das Konzil auf die heutige ökumenische Situation?

Das Konzil löste das erste große Schisma der Kirchengeschichte aus, deren Aufarbeitung durch gemeinsame Kommissionen zwischen 1971 und 1990 einen wichtigen Prozess der ökumenischen Annäherung darstellt.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Das Konzil von Chalcedon
College
University of Frankfurt (Main)  (Kirchengeschichte - othodoxe Kirche)
Course
Seminar
Grade
1
Author
Diplom Theologe Sascha Pracher (Author)
Publication Year
2008
Pages
25
Catalog Number
V206805
ISBN (eBook)
9783656336341
ISBN (Book)
9783656336600
Language
German
Tags
konzil chalecedon
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Theologe Sascha Pracher (Author), 2008, Das Konzil von Chalcedon, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206805
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint