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Bodenschätze in Entwicklungsländern. Gesellschaftliche Verarmung trotz Reichtum

Titel: Bodenschätze in Entwicklungsländern. Gesellschaftliche Verarmung trotz Reichtum

Ausarbeitung , 2012 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Finn-Ole Wulf (Autor:in)

VWL - Konjunktur und Wachstum
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In meiner Arbeit „Rohstoffe – Fluch oder Segen für ein Land?“ werde ich die Gründe und Sachverhalte, die sowohl zu positiven, als auch zu negativen Effekten führen können, erläutern. Ausgehend davon ist es mir aber auch wichtig Lösungsvorschläge vorzustellen und aufzuzeigen, dass ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Bodenschätzen in jeder Region dieser Welt vermehrt ökonomisches Wachstum und Wohlstand generieren kann.

Schon 1995 untersuchten die beiden Entwicklungsökonomen Jeffrey Sachs und Andrew Warner in ihrem Werk „Natural resource abundance and economic growth“ das Phänomen, dass in Staaten mit großen Vorkommen an Bodenschätzen häufig ein signifikanter Anteil der Bevölkerung von Armut betroffen ist und die jeweilige Regierung es nicht vermag die Ressourcen als Katalysator für Entwicklung und Wohlstand zu nutzen. Sachs und Warner errechneten, dass das pro-Kopf-Einkommen der OPEC Länder wesentlich weniger wuchs, als das der Entwicklungsländer. In den 90er Jahren wuchs die Wirtschaftsleistung je Einwohner, laut einer Berechnung der Weltbank, um 17%. In Staaten mit reichen Vorkommen an Bodenschätzen jedoch schrumpfte sie um fast 11%.

Dieses Paradoxon werde ich versuchen, mithilfe von drei Beispielen, zu erklären. Zunächst werden die Gründe dafür dargelegt, wie Ressourcen für negative Entwicklungen in Ländern verantwortlich bzw. mitverantwortlich sind. Anhand der Staaten Kanada und Nigeria können gut die Zusammenhänge erläutert werden, wie sowohl externe als auch interne Probleme die Rohstoffe zu einem „Fluch“ werden lassen. Als Gegenbeispiel, wie es bedingt durch „gute Regierungsführung“ gelingen kann die Bodenschätze auch als solche wahrzunehmen, wird Botsuana angeführt, eine prosperierende Volkswirtschaft im Süden Afrikas.

Ausgehend von diesen Beispielen werde ich zum Schluss einige Lösungsvorschläge präsentieren, mit denen es Ländern gelingen kann sich von dem „Fluch der Ressourcen“ zu befreien und diese entwicklungspolitisch nutzen kann.

Die Ausarbeitung wird dabei hauptsächlich auf Sekundärliteratur und Studien von NGOs und Think-Tanks aufbauen. Verwendete Daten werden i.d.R. aus dem Archiv der Weltbank entnommen, um eine hohe Authentizität zu gewährleisten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ressoucen als Fluch

2.1. Die "Holländische Krankheit"

2.1.1. Ursachen

2.1.2. Folgen

2.1.3. Beispiel: Kanada

2.2. "Bad Governance"

2.2.1. Korruption, Cliquenwirtschaft und Konflikte

2.2.2. Beispiel: Nigeria

3. Ressourcen als Segen

3.1. Rohstoffe als Wachstumsmotor der Volkswirtschaft

3.1.1. Staatsfonds

3.1.2. Botsuana, dass Paradebeispiel für Entwicklung durch Rohstoffe

4. Fazit

5. Lösungsansätze

5.1. Finanz- und Wirtschaftspolitische Maßnahmen

5.2. Zertifizierung und Transparenz im Rohstoffhandel

5.3. Neokolonialismus in Afrika –Chinas Engagement als Chance zur Entwicklung?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das ökonomische Paradoxon, warum rohstoffreiche Staaten häufig unter Armut und politischer Instabilität leiden, während andere Länder ihren Reichtum erfolgreich für nachhaltiges Wachstum nutzen können. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die determinierenden Faktoren für den "Ressourcenfluch" und die Bedingungen, unter denen Rohstoffe stattdessen zu einem Segen für die volkswirtschaftliche Entwicklung werden können.

  • Analyse der "Holländischen Krankheit" und ihrer Auswirkungen auf die Binnenwirtschaft.
  • Untersuchung von "Bad Governance", Korruption und deren Folgen in rohstoffreichen Ländern.
  • Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Rohstoffnutzung am Beispiel von Norwegen und Botsuana.
  • Diskussion entwicklungspolitischer Lösungsansätze und der Rolle internationaler Zertifizierungen.
  • Kritische Beleuchtung des chinesischen Engagements auf dem afrikanischen Kontinent.

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Beispiel: Kanada

Als Kanada Mitte der 90er Jahre aufgrund der steigenden Ölpreise damit begann seine Ölsandvorkommen zu erschließen, begannen die Marktmechanismen des Paradoxon der „Holländischen Krankheit“ selbst bei einem der wohlhabendsten und am weitesten industrialisierten Staat der Welt zu greifen.

Kanada (24 Mrd. t) hat nach Saudi-Arabien (36 Mrd. t) die größten Ölreserven der Welt. Allerdings ist das Öl in Form von Schiefer, an Gesteine gebunden und Sand, an Ton und Wasser gebunden, schwer zu fördern, weshalb die Förderung erst ab einem relativ hohen Erdölpreis ökonomisch betrieben werden kann. Als dies aufgrund des hohen Weltwirtschaftswachstums v.a. in den aufstrebenden Schwellenländern der Fall war, begann man mit der Erschließung dieser Reserven.

Zunächst blieb der Wechselkurs des kanadischen Dollar zur Leitwährung, dem US-Dollar stabil, aber als die Förderung soweit voran geschritten war, dass das Öl auch exportiert werden konnte, legte er im Vergleich um fast 60% zu, im Zeitraum von 2002 bis 2007 (Siehe Grafik 2.1)

Der Anteil der verarbeitenden Industrie am BIP in Kanada ging seither kontinuierlich zurück (siehe Grafik 2.2). Rohstoffexporte nahmen dagegen sehr stark zu, sodass der Bergbausektor seinen Anteil an den Gesamtexporten im vergangenen Jahrzehnt um den Faktor 2,7 auf über 20% ausbauen konnte. Auch gingen in der letzten Dekade in der kanadischen Industrie fast eine halbe Million Arbeitsplätze verloren, wohingegen der Rohstoffsektor nur etwa 90.000 neue Beschäftigungen generierte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Ressourcen als potenzieller Fluch oder Segen ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit anhand von Fallbeispielen.

2. Ressoucen als Fluch: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen und politischen Gefahren durch Rohstoffvorkommen, insbesondere durch die "Holländische Krankheit" und schlechte Regierungsführung, verdeutlicht anhand von Kanada und Nigeria.

3. Ressourcen als Segen: Hier wird analysiert, unter welchen Voraussetzungen Rohstoffe den Wohlstand fördern können, wobei Staatsfonds und das Beispiel Botsuana als erfolgreiche Modelle für eine konstruktive Ressourcenpolitik dienen.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Art und Weise der Rohstoffnutzung maßgeblich von der Qualität der nationalen Institutionen abhängt und Eigeninitiative der Staaten für eine positive Entwicklung unerlässlich ist.

5. Lösungsansätze: Dieses Kapitel diskutiert strategische Möglichkeiten zur Vermeidung der negativen Folgen, von fiskalpolitischen Maßnahmen über Zertifizierungen im Rohstoffhandel bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit chinesischen Investitionen in Afrika.

Schlüsselwörter

Rohstoffe, Ressourcenfluch, Holländische Krankheit, Bad Governance, Korruption, Staatsfonds, wirtschaftliche Entwicklung, Weltwirtschaft, Rohstoffexporte, Institutionenökonomie, Kanada, Nigeria, Botsuana, Zertifizierung, Neokolonialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen und gesellschaftlichen Bedeutung von Bodenschätzen und untersucht, warum diese für ein Land sowohl ein wirtschaftlicher Segen als auch ein Entwicklungshemmnis sein können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen volkswirtschaftliche Paradoxa, Regierungsführung, soziale Ungleichheit, Staatsfonds, globale Handelsstrukturen und entwicklungspolitische Herausforderungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Gründe für den "Ressourcenfluch" zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Staaten durch verantwortungsbewusste Institutionen Bodenschätze als Katalysatoren für Wohlstand nutzen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich primär auf Sekundärliteratur, NGO-Studien und historische Daten aus dem Archiv der Weltbank, um eine fundierte Analyse zu gewährleisten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Konzepte wie die "Holländische Krankheit", kontrastiert diese mit Praxisbeispielen (Kanada, Nigeria, Botsuana) und erörtert verschiedene Lösungsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Ressourcenfluch, Bad Governance, Nachhaltigkeit, volkswirtschaftliches Wachstum, Korruptionsbekämpfung und globale Marktmechanismen.

Warum wird Kanada als Beispiel für die "Holländische Krankheit" herangezogen?

Kanada dient als Fallbeispiel, um zu verdeutlichen, dass selbst hochentwickelte Volkswirtschaften bei einer einseitigen Fokussierung auf den Rohstoffsektor unter Währungsaufwertung und Deindustrialisierung leiden können.

Welche Rolle spielt China bei der afrikanischen Rohstoffentwicklung?

China investiert massiv in afrikanische Infrastruktur und Rohstoffprojekte, wird jedoch kritisch betrachtet, da diese Handelsbeziehungen die notwendigen politischen Reformen behindern könnten und eine einseitige Abhängigkeit schaffen.

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Details

Titel
Bodenschätze in Entwicklungsländern. Gesellschaftliche Verarmung trotz Reichtum
Hochschule
Helene-Lange-Gymnasium Rendsburg
Note
1,0
Autor
Finn-Ole Wulf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
14
Katalognummer
V206824
ISBN (eBook)
9783656358114
ISBN (Buch)
9783656359791
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ressourcen fluch segen entwicklungsland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Finn-Ole Wulf (Autor:in), 2012, Bodenschätze in Entwicklungsländern. Gesellschaftliche Verarmung trotz Reichtum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206824
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Leseprobe aus  14  Seiten
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