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Ethnische Differenzierung in der deutschen Grundschule

Die institutionelle Diskriminierung von Migrantenkindern

Titel: Ethnische Differenzierung in der deutschen Grundschule

Bachelorarbeit , 2012 , 47 Seiten , Note: 1,8

Autor:in: Florian Zöllner (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Viele groß angelegte Studien haben wiederholt belegt, wie potenziell auschließend das deutsche Schulsystem ist. Leidtragende sind nicht nur sozial schwache Kinder sondern auch eine stetig wachsene Schülerpopulation mit Migrationshintergrund.
Erklärungen für die schulischen Problemlagen von Migrantenkindern werden in der öffentlichen Diskussion bevorzugt in den Defiziten der Betroffenen und ihrem familiären und kulturellen Milleu gesucht. Im vorliegendem Buch wird die Ihre prekäre Bildungssituation aus einer anderen Sichtweise beleuchtet und die Institution Schule als Verursacher von ethnischer Differenz in den Fokus gestellt.
Die deutsche Grundschule wird auf ihre Funktionsweise und ihre strukturellen und organisatorischen Handlungsabläufe untersucht, welche ethnische Selektionsprozesse einleiten, legitimieren und aufrechterhalten.
Es werden gängige Mechanismen und Praktiken institutioneller Diskriminierung und ihre schädigende Wirkung an den wichtigen Entscheidungsstufen der Grundschule herausgearbeitet analysiert und bewertet.
Abschließend zeigt der Autor bildungspolitische und pädagogische Handlungsalternativen auf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zum Migrationsbegriff

2. Bildungsbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund

3. Ethnische Differenzierung in der deutschen Grundschule

3.1 Ursachen ethnischer Differenzierung

3.1.1 Individuelle Ursachen

3.1.2 Strukturelle Ursachen

3.2 Institutionelle Diskriminierung

3.2.1 Begriff und Gegenstand der Forschung

3.2.2 Mechanismen institutioneller Diskriminierung

3.3 Die Grundschule als diskriminierende Organisation

3.3.1 Schulische Bestandsinteressen u. sozialräuml. Verteilungsmuster

3.3.2 Das organisatorische System der Grundschule

3.3.3 Methodik der Diskriminierung

3.3.4 Übergang Kita-Grundschule

3.3.5 Überweisung an eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen

3.3.6 Übergang auf weiterführende Schulen

3.4 Zusammenfassung

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Auswirkungen schulischer Benachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Grundschulsystem. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf den institutionellen Mechanismen und Entscheidungsschwellen innerhalb der Schule, die ethnische Differenzierungsprozesse begünstigen.

  • Analyse des Begriffs Migration und der Bildungsbeteiligung von Migrantenkindern.
  • Untersuchung individueller und struktureller Ursachen für schulische Benachteiligung.
  • Erforschung der Rolle der Grundschule als institutionell diskriminierende Organisation.
  • Kritische Beleuchtung von Entscheidungsprozessen bei Übergängen und Förderschulüberweisungen.
  • Entwicklung von Perspektiven für ein inklusiveres und gerechteres Bildungssystem.

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Das organisatorische System der Grundschule

Ohne tiefer auf verschiedene Systemtheorien einzugehen, illustriere ich nachfolgend einige organisatorische Charakteristika der Grundschule, die mir im Zusammenhang mit dem Thema relevant erscheinen.

Die strukturelle Macht der Schule, hervorgehend aus den dort institutionalisierten Routinen, Rahmungen, Regeln, Gewohnheiten und Konzepten (d.h. den internen Logiken, operativen Codes und Programmen für die Strukturierung sozialen Handelns), ist für die Lernenden immens. In ihr interagieren verschiedene Individuuen, die in hierarchischen, sich ergänzenden Leistungs- und Klientenrollen (in die sie durch zeitweilige Mitgliedschaft eintreten) für die Interaktion in Anspruch genommen werden.

Mitgliedschaft bildet den institutionellen Kern der Schule. Durch sie wird die Zugehörigkeit zum System reglementiert. Die Mitgliedschaftsrolle ist an eine Reihe von normativen Handlungs- Verhaltens- und Aufgabenerwartungen gekoppelt. Die Erfüllung der Mitgliedschaft bewegt sich in einem Rahmen des Erwartbaren, um Ungewissheit und Nichtplanbarkeit organisatorisch handhabbar zu machen. Die Beteiligten stehen in starker struktureller und zeitlicher Kopplung zur Einrichtung.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung legt den völkerrechtlichen Anspruch auf Bildung dar und skizziert das Problem der ungleichen Bildungschancen im deutschen Schulsystem, wobei der Fokus auf den Selektionsrisiken für Schüler mit Migrationshintergrund liegt.

1. Zum Migrationsbegriff: Dieses Kapitel definiert den Begriff Migration und erläutert die statistische Erfassung von Menschen mit Migrationshintergrund als ein komplexes, heterogenes Phänomen.

2. Bildungsbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund: Hier werden statistische Fakten zusammengefasst, die ein deutliches Gefälle zwischen Bildungsbeteiligung und Schulerfolg von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund belegen.

3. Ethnische Differenzierung in der deutschen Grundschule: Dieses Kapitel analysiert umfassend die individuellen und strukturellen Ursachen sowie institutionelle Mechanismen, die zu Diskriminierung und Benachteiligung führen.

3.1 Ursachen ethnischer Differenzierung: Unterscheidung zwischen individuellen Erklärungsansätzen, die auf Eigenschaften der Kinder fokussieren, und strukturellen Kontextmerkmalen des Bildungsraums.

3.2 Institutionelle Diskriminierung: Einführung in die Theorie der institutionellen Diskriminierung, die Bildungsbenachteiligung als systembedingtes Resultat organisatorischer Routinen und Handlungsweisen begreift.

3.3 Die Grundschule als diskriminierende Organisation: Detaillierte Untersuchung von Entscheidungsschwellen wie Kita-Eintritt, Förderschulüberweisung und Übergangsempfehlungen, die zur Reproduktion sozialer Ungleichheit beitragen.

3.4 Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über das selektive Kommunikationssystem der Grundschule zusammen und betont die Notwendigkeit, das System grundlegend zu hinterfragen.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fordert ein Umdenken in der Bildungspolitik und plädiert für eine strukturelle Transformation hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit und der Überwindung des Stigmas des Fremden.

Schlüsselwörter

Ethnische Differenzierung, Grundschule, Institutionelle Diskriminierung, Migrationshintergrund, Bildungsbenachteiligung, Schulerfolg, Selektionsprozesse, Bildungsgerechtigkeit, Förderschulüberweisung, Schulfähigkeit, Sprachdiagnostik, Schulsystem, Soziale Ungleichheit, Interkulturelle Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Mechanismen und Strukturen innerhalb des deutschen Grundschulsystems, die zu einer Benachteiligung und ethnischen Differenzierung von Schülern mit Migrationshintergrund führen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Migrationsbegriff, die Analyse von Bildungsstatistiken, die Theorie der institutionellen Diskriminierung sowie die Beobachtung spezifischer Entscheidungsschwellen wie der Schuleingangsuntersuchung und Übergangsempfehlungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Kausalität zwischen dem Migrationsstatus von Schülern und ihrer schulischen Benachteiligung zu explorieren und zu zeigen, dass diese nicht nur individuellen Merkmalen geschuldet ist, sondern tief in der Organisationslogik der Schule verwurzelt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Auswertung bildungswissenschaftlicher Literatur, Studien (wie PISA, IGLU) und systemtheoretischer Ansätze zur institutionellen Diskriminierung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Ursachen ethnischer Differenzierung, das Konzept der institutionellen Diskriminierung sowie die konkrete Praxis der Grundschule bei der Verteilung von Schülern auf unterschiedliche Schulformen und Fördereinrichtungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Institutionelle Diskriminierung, ethnische Differenzierung, Bildungsbenachteiligung, Selektion, Schulfähigkeit und Bildungsgerechtigkeit.

Inwiefern beeinflusst das Konstrukt der Schulfähigkeit den weiteren Bildungsweg?

Das Konstrukt der Schulfähigkeit dient als erste Selektionsinstanz, die häufig sprachliche Defizite überbetont und somit dazu führen kann, dass Kinder bereits beim Übergang von der Kita in die Grundschule in ihrer Bildungsbiografie negativ markiert werden.

Wie bewertet der Autor das Konzept der institutionellen Diskriminierung?

Der Autor sieht darin einen erfrischenden und notwendigen Perspektivwechsel, da dieser Ansatz das meritokratische Bild der Schule irritiert und hilft, Benachteiligungen nicht bei den Opfern selbst, sondern im organisatorischen System zu verorten.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ethnische Differenzierung in der deutschen Grundschule
Untertitel
Die institutionelle Diskriminierung von Migrantenkindern
Hochschule
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Note
1,8
Autor
Florian Zöllner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
47
Katalognummer
V206845
ISBN (eBook)
9783656374992
ISBN (Buch)
9783656375074
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migration Schule Bildung Einwanderung Chancengleichheit Bildungswesen Soziale Integration Sprachförderung Migrationspädagogik Schulerfolg Soziale Ungleichheit Deutschland Ausgrenzung Bildungsungleichheit schulische Segregation Schulentwicklung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Zöllner (Autor:in), 2012, Ethnische Differenzierung in der deutschen Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206845
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  47  Seiten
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