Ihren Ursprung findet die Sinus-Milieu-Studie im Jahre 1979 am Sinus – Institut in Heidelberg, dabei stammen die theoretischen Grundlagen aus den soziologischen Vorläufern der Lebensstil- bzw. Lebensweltanalyse u. A. von Bourdieu. Das ursprüngliche Bestreben dabei war die empirische Bestimmung sozialästheti-scher Ungleichheit und deren Auswirkungen auf politische Bildung und Kommunikation (vgl. Reeb, M. 1998. S. 24). Bourdieu geht dabei in feinen Unterschieden davon aus, dass hinsichtlich der Verhaltens-, Denk- und Wahrnehmungsschemata sich soziale Klassen von ihrer sozioökonomischen Lage unterscheiden, sowie das zwischen diesen Bereichen systematische Beziehungen bestehen. „So geht er auch davon aus das jede Vorliebe für Musik und Kunst wie kultureller Praxis, primär mit der sozialen Herkunft und dem Ausbildungsgrad in Zusammenhang steht“ (vgl. Bourdieu. 1982. S. 18).Anhand der Sinus-Studien zu den Migranten-Milieus, die zum einen als eine Untersuchung der Lebenswelten gelten und zum anderen auch als ein Modell der Gesellschaft, indem Menschen, die sich in ihrer Lebensweise und -auffassung ähnlich sind zusammen gefasst werden zu sehen sind, möchte ich den Schwerpunkt meiner Arbeit auf die Elternschaft legen, sowie einen Blick auf die Partnerschaft werfen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in die Thematik
2 Herr M. stellt sich vor
2.1 Ursprung und Wanderung
2.2 Persönliches
2.3 Sein Zuhause
2.4 Soziales Umfeld
3 Zuordnung des Milieus
4 Abschließende Bemerkung
5 Collage
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht anhand einer Fallstudie (Herr M.) die Lebenswelt und Milieuzugehörigkeit eines Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, wobei der Fokus auf den Bereichen Elternschaft und Partnerschaft liegt.
- Historische Entwicklung und theoretische Grundlagen der Sinus-Milieu-Studien
- Biografische Analyse und Lebenswelt von Herrn M.
- Milieuklassifizierung im Kontext aktueller Eltern-Kind-Studien
- Reflektion der Assimilation und Identitätsbildung bei Zuwanderern
- Wertevermittlung und Erziehungsstile in einem pluralistischen Umfeld
Auszug aus dem Buch
2.1 Ursprung und Wanderung
Herr M. stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien, er ist von dort mit seinen Eltern 1975 nach Deutschland gekommen. Herr M. war damals vier Jahre alt, von seiner Kindheit in Deutschland kann er nur wenig berichten, er erinnert sich daran, das er im Kindergarten war und das dies (ebenso wie die Grundschule) keine schöne Zeit für ihn war.
Seine Mutter war dennoch immer darauf bedacht, dass er viele Kontakte zu deutschen Kindern hatte.
Nach dem Besuch der Grundschule zog die Familie von Bayern nach Nordrhein-Westfalen.
Über seinen Vater weiß er wenig zu berichten, er hatte wohl einen höheren Bildungsabschluss und war Schreiner. Er verstarb 1985 nach einem sehr arbeitsreichen Leben. Seine Freizeit hatte er überwiegend mit Jugoslawen verbracht.
Seine Mutter war Krankenschwester und arbeitete bereits einige Jahre vor dem Tod seines Vaters in Teilzeit in einem Altenheim als Hilfskraft.
Nach dem Tod des Vaters hatte seine Mutter seiner Erinnerung nach nur noch wenig Kontakte zu ehemaligen Landsleuten. Er selbst pflegte, mit Ausnahme von einigen türkischen Jugendlichen, nur zu deutschen Kindern und Jugendlichen Kontakte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in die Thematik: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Sinus-Milieu-Studien und führt in die theoretischen Grundlagen der Lebensweltanalyse ein.
2 Herr M. stellt sich vor: Hier wird die Biografie von Herrn M. beleuchtet, einschließlich seiner Herkunft, seines Werdegangs, seines aktuellen Lebensumfeldes und seiner persönlichen Situation als alleinerziehender Vater.
3 Zuordnung des Milieus: In diesem Teil erfolgt eine Einordnung von Herrn M. in spezifische Sinus-Milieus basierend auf seinem Verhalten und seinen Wertvorstellungen.
4 Abschließende Bemerkung: Der Autor resümiert die Assimilationserfahrung von Herrn M. und diskutiert die gesellschaftliche Bedeutung von Milieuzugehörigkeiten bei Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.
5 Collage: Dieses Kapitel dient als visuelle Ergänzung zur Lebenswelt von Herrn M., indem die Inneneinrichtung seines Wohnraums durch eine Collage veranschaulicht wird.
Schlüsselwörter
Sinus-Milieus, Zuwanderungsgeschichte, Lebensweltanalyse, Migration, Identität, Elternschaft, Partnerschaft, Assimilation, Milieuzuordnung, Sozialraum, Biografie, Wertevermittlung, Integration, soziale Herkunft, Bildungsgrad.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Lebensgeschichte und die soziale Milieuzugehörigkeit eines Mannes mit Zuwanderungsgeschichte namens Herr M.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie, der aktuellen Lebenssituation, der Identitätsbildung sowie der Rolle als Vater und Partner.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Milieuzugehörigkeit einer Person mit Zuwanderungsgeschichte vor dem Hintergrund der Sinus-Milieus zu bestimmen und zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Der Autor nutzt die Methodik der Lebensweltanalyse, ergänzt um eine Fallstudie und eine visuelle Collage zur Veranschaulichung des Wohnumfeldes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biografische Vorstellung von Herrn M., die Analyse seines sozialen Umfelds und die theoretische Zuordnung zu spezifischen Migranten-Milieus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Sinus-Milieus, Integration, Lebenswelt, Biografie, Zuwanderungsgeschichte und Identität.
Wie ist die Assimilation von Herrn M. zu bewerten?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Herr M. weitgehend assimiliert ist und in seinem Inneren kaum noch Aspekte seines jugoslawischen Ursprungs lebt, sondern stark deutsche Normen verinnerlicht hat.
Welche Bedeutung kommt der Collage im letzten Kapitel zu?
Die Collage dient dazu, das Wohnumfeld von Herrn M. und die Mischung aus verschiedenen kulturellen Einflüssen – wie der deutschen Mittelschicht und nord-afrikanischen Elementen – sichtbar zu machen.
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- Bachelor of Arts Eugen Daser (Author), 2011, Collage einer Zuwanderungsgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206915