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Die Bedeutung des "Prometheus" von Johann Wolfgang von Goethe für den Sturm und Drang

Titel: Die Bedeutung des "Prometheus" von Johann Wolfgang von Goethe für den Sturm und Drang

Seminararbeit , 2011 , 30 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: B.A. Adrian Witt (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Schon seit tausenden von Jahren sind die unterschiedlichsten Mythen und Sagen für den Menschen von herausragender Bedeutung, sodass diese nicht nur einen großen Einfluss auf dessen Bewusstsein haben, sondern im Laufe der Zeit selbst zum festen Bestandteil des menschlichen Selbstverständnisses wurden. Die damit von den Mythen und Sagen ausgehende Besonderheit zeigt sich insbesondere in deren Funktion als vermeintliche Wissensträger, um entweder historische Begebenheiten näher zu erläutern oder auf all jene offenstehenden Fragen eine möglichst genaue Antwort zu finden, für dessen eindeutige Beantwortung der Menschheit das Verständnis und auch das dafür notwendige Wissen fehlt. Mit dem Versuch der Menschen der unterschiedlichsten Kulturen das eigene Welt- und Selbstverständnis zum Ausdruck zu bringen, haben sich grundverschiedene Mythen herausgebildet, von denen die Schöpfungsmythen in der gesamten Menschheitsgeschichte eine besondere Relevanz für die Menschen eingenommen haben. Viele dieser Mythen blieben dabei nicht nur auf einen rein religiösen Kontext beschränkt, sondern haben ihrerseits Einfluss auf die unterschiedlichsten Künste genommen oder fanden durch ihren inspirierenden Charakter immer wieder als Themenstoff eine schriftbezogene Verwendung. Doch nur die wenigsten der auf die Schöpfung eingehenden Mythen bewirkten in den einzelnen Epochen bei den Zeitgenossen eine immer wiederkehrende Resonanz, wie dies insbesondere der Prometheus-Sage als Bestandteil der griechischen Mythologie gelang. Dabei hat die Auseinandersetzung mit dem Prometheus-Stoff eine äußerst lange Tradition vorzuweisen. Gehört doch die mythologische Gestalt des Prometheus zu den bedeutendsten Figuren der okzidentalen Literaturwissenschaft, deren Ursprünge im geschichtlichen Dunkel des griechischen Altertums zu finden sind. Die lange und wechselvolle Rezeptionsgeschichte der Prometheus-Sage reicht dabei von der griechischen Antike, durch Hesiod und Aischylos geprägt, bis in die Neuzeit und ist wie kaum eine andere in unserem kulturellen Gedächtnis verankert. Doch obwohl die Rezeptionsgeschichte der Prometheus-Gestalt kaum zu überblicken ist und nicht ausschließlich auf die deutsche Literatur begrenzt bleibt, ist die wohl bekannteste Bearbeitung dieses Mythenstoffes Johann Wolfgang von Goethe zuzuordnen, welcher nicht nur mit seiner Beschäftigung mit der Prometheus-Sage eigene Akzente setzte, sondern dieser gleichzeitig auch einen neuzeitlichen Ausdruck verlieh.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die epochale Zuordnung

2.1. Die Epoche der Aufklärung

2.2. Die Sturm und Drang Strömung

2.2.1. Der Geniegedanke im Sturm und Drang

2.2.2. Das neue Selbstverständnis des Dichters

2.2.3. Zentrale Themen des Sturm und Drang - Nachahmung und Schöpfung

3. Goethes Prometheus im Kontext des Sturm und Drang

4. Die mythologische Gestalt des Prometheus

4.1. Begriffsklärung Mythos

4.2. Die Gestalt des Prometheus als Teil der griechischen Mythologie

5. Die Hymne Prometheus von Johann Wolfgang von Goethe

5.1. Die formale Gestaltung der Hymne im Zeichen des Sturm und Drang

5.2. Interpretation der Hymne im Kontext des Sturm und Drang

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die fundamentale Bedeutung des Gedichts "Prometheus" von Johann Wolfgang von Goethe für die literarische Strömung des Sturm und Drang. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Gedicht als Ausdruck eines neuen Geniebewusstseins sowie als emanzipatorische Autonomieerklärung des schöpferischen Individuums fungiert und somit die Abkehr von traditionalen, hierarchischen Autoritätsstrukturen markiert.

  • Die literarhistorische Einordnung des Sturm und Drang als radikalisierte Fortführung aufklärerischer Ideen.
  • Die Entwicklung eines neuen Geniebegriffs und eines veränderten Selbstverständnisses des Dichters.
  • Die Funktion der mythologischen Figur des Prometheus als Sinnbild für schöpferische Autonomie.
  • Die Analyse der Hymne unter Berücksichtigung von formalen Aspekten und inhaltlicher Motive wie der Auflehnung gegen Autoritäten.

Auszug aus dem Buch

5. Die Hymne Prometheus von Johann Wolfgang von Goethe

Bedecke deinen Himmel Zeus Mit Wolkendunst! Und übe Knabengleich Der Disteln köpft An Eichen dich und Bergeshöhn! Mußt mir meine Erde Doch lassen stehn, Und meine Hütte, Die du nicht gebaut, Und meinen Herd, Und dessen Glut Du mich beneidest.

Ich kenne nichts Ärmer´s Unter der Sonn als euch Götter. Ihr nähret kümmerlich Von Opfersteuern Und Gebetshauch Eure Majestät Und darbtet wären Nicht Kinder und Bettler Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war, Nicht wußt, wo aus, wo ein, Kehrt mein verirrtes Aug Zur Sonne, als wenn drüber wär Ein Ohr, zu hören meine Klage, Ein Herz wie meins, Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir wider Der Titanen Übermut? Wer rettete vom Tode mich, Von Sklaverei? Hast du´s nicht alles selbst vollendet Heilig glühend Herz? Und glühtest, jung und gut, Betrogen, Rettungsdank Dem Schlafenden dadroben?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Prometheus-Sage als kulturelles und literarisches Symbol ein und legt das Ziel der Untersuchung dar, die Rolle des Gedichts im Sturm und Drang zu analysieren.

2. Die epochale Zuordnung: Das Kapitel verortet den Sturm und Drang innerhalb der Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts und arbeitet dessen spezifische Merkmale wie das neue Geniebewusstsein und die Naturauffassung heraus.

3. Goethes Prometheus im Kontext des Sturm und Drang: Hier wird die Rezeptionsgeschichte der Prometheus-Figur beleuchtet und erklärt, warum sie zur zentralen Leitfigur für die junge Generation der Stürmer und Dränger wurde.

4. Die mythologische Gestalt des Prometheus: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie "Mythos" und beschreibt die antike Tradition der Prometheus-Sage als Vorbild für die Umdeutung in Goethes Dichtung.

5. Die Hymne Prometheus von Johann Wolfgang von Goethe: Dieses Kernkapitel bietet eine detaillierte formale und inhaltliche Interpretation der Hymne als Manifest der schöpferischen Autonomie und Emanzipation.

6. Schluss: Die Zusammenfassung zieht ein Fazit über die gesellschaftliche Wirksamkeit und die poetologische Bedeutung des Gedichts als Ausdruck eines neuen Menschenbildes.

Schlüsselwörter

Sturm und Drang, Prometheus, Johann Wolfgang von Goethe, Genieästhetik, Aufklärung, Autonomie, Schöpfung, Subjektivität, Individualität, Literaturgeschichte, Emanzipation, Autonomieerklärung, Lyrik, Mythologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Gedicht "Prometheus" von Johann Wolfgang von Goethe und dessen zentrale Rolle für die literarische Strömung des Sturm und Drang im ausgehenden 18. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit befasst sich schwerpunktmäßig mit der Genieästhetik, dem Wandel des Dichter-Selbstverständnisses, dem Begriff der schöpferischen Natur sowie der emanzipatorischen Auflehnung gegen religiöse und gesellschaftliche Autoritäten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass das Gedicht "Prometheus" als programmatischer Ausdruck des Sturm und Drang fungiert und die Abkehr von traditionellen Normen hin zu einem autonomen, sich selbst verwirklichenden Individuum dokumentiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl die historische Kontextualisierung der Epoche als auch eine detaillierte formale und interpretative Textanalyse des Prometheus-Gedichts umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine epochengeschichtliche Einordnung, die mythologische Fundierung, eine Analyse des Geniegedankens sowie eine tiefgehende Interpretation der Hymne hinsichtlich ihrer formalen Struktur und ihrer Aussagekraft über menschliche Autonomie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sturm und Drang, Genieästhetik, schöpferische Autonomie, Subjektivität, Aufklärung und die mythologische Figur des Prometheus.

Warum galt das Prometheus-Gedicht zur Zeit seiner Veröffentlichung als "atheistisches Skandalon"?

Dies lag an der Instrumentalisierung durch Friedrich Heinrich Jacobi, der das Gedicht im sogenannten Spinoza-Streit dazu nutzte, Lessing als Atheisten zu enttarnen und Goethes Text als Gegenentwurf zur patriarchalen Ordnung darzustellen.

Inwiefern unterscheidet sich der prometheische Ansatz Goethes von der antiken Tradition?

Während Prometheus in der Antike als Wohltäter und Feuerbringer gilt, modifiziert Goethe die Figur zur radikalen Symbolfigur der schöpferischen Selbstbehauptung, die ihre Kraft aus dem eigenen Inneren zieht und nicht mehr auf göttliche Inspiration angewiesen ist.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Bedeutung des "Prometheus" von Johann Wolfgang von Goethe für den Sturm und Drang
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Goethes Lyrik
Note
1,3
Autor
B.A. Adrian Witt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
30
Katalognummer
V206990
ISBN (eBook)
9783656341109
ISBN (Buch)
9783656342007
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung prometheus johann wolfgang goethe sturm drang
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Adrian Witt (Autor:in), 2011, Die Bedeutung des "Prometheus" von Johann Wolfgang von Goethe für den Sturm und Drang, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206990
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Leseprobe aus  30  Seiten
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