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Praktische Ansätze zur Verringerung der Bestandshaltung in Lieferketten

Title: Praktische Ansätze zur Verringerung der Bestandshaltung in Lieferketten

Seminar Paper , 2003 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jörn Deiseroth (Author)

Business economics - Industrial Management
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In der Logistik ist das „Supply Chain Management“ Gegenstand vieler einschlägiger
Fachpublikationen. Die damit verbundenen Ziele sind im Allgemeinen die
Reduzierung der Durchlaufzeiten, die Verringerung der Bestände und die Erhöhung
der Liefertreue1. Es wird deutlich, dass die Lagerpolitik und alle damit verbundenen
Aktivitäten eine ganz entscheidende Rolle im Konzept des SCM spielen. Neben der
Relevanz der Lagerhaltung für die Unternehmensführung steigt auch die Intensität
von Handels- und Transportaktivitäten durch die Globalisierung und Trends wie den
der immer geringer werdenden Fertigungstiefe im Automobilbau. Daraus folgt, dass
ein Unternehmen über eine Optimierung seiner Lagerhaltungsaktivitäten und die
damit verbundenen geringeren Aufwendungen (z.B. i.S.d. Kapitalbindung oder des
Organisationsaufwandes) beträchtliche Einsparungen realisieren und seine
Wettbewerbssituation deutlich verbessern kann.
Ein Phänomen der betrieblichen Lagerhaltung in der Gegenwart ist der „Bullwhip-„
oder Peitscheneffekt2. Er beschreibt die Zunahme der Bestandsvalenz in
vorgelagerten Fertigungsstufen. Steigt die Nachfrage beim Einzelhändler, so erhöht
der Lieferant seinen Lagerbestand um auf die veränderte Nachfrage zu reagieren.
Spätestens in der dritten Stufe der Lieferkette führt dieses Verhalten zu stark
überhöhten Lagerbeständen, da den vorgelagerten Unternehmen der kausale
Zusammenhang für die Absatzschwankungen nicht mehr deutlich wird und sie
unnötige Sicherheitsbestände aufbauen.
Es verwundert also nicht, dass die Optimierung der Lagerhaltung sowohl von den
wirtschaftenden Unternehmen als auch den forschenden Einrichtungen in der
Bundesrepublik vorangetrieben wird. Diese Seminararbeit soll ein Beitrag hierzu
sein, indem sie praktische Ansätze zur Verringerung der Bestände in den
Unternehmen aufzeigt, indem sie sich absetzt von Schlagwörtern wie „Integration“
oder „Flexibilität“, Handlungsalternativen aufzeigt und konkrete
Handlungsanweisungen gibt.
1 Vgl. Hans Corsten / Ralf Gössinger, Einführung in das Supply Chain Management, Oldenbourg, S.
95
2 Vgl. Joachim Käschel, Vorlesungskript IBL IV, TU Chemnitz, Wintersemester 03/04

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Just-in-Time

1.1. Integrierte Informationsverarbeitung

1.2. Fertigungssegmentierung

1.3. Produktionssynchrone Beschaffung

2. Efficient Consumer Response

2.1. Supply Side ECR

2.2. Demand Side ECR

3. Collaborative Planning Forecasting and Replenishment

3.1. Stufenmodell

4. Advanced Planning & Scheduling

5. Fazit und Probleme

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel der Arbeit ist die Untersuchung und Aufarbeitung praktischer Lösungsansätze zur Reduzierung der Bestandshaltung innerhalb von Lieferketten, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen durch optimierte Logistikprozesse zu steigern. Dabei wird analysiert, wie moderne Konzepte den sogenannten „Bullwhip-Effekt“ mindern und die Koordination zwischen den Partnern in einer Supply Chain verbessern können.

  • Grundlagen des Supply Chain Managements und die Problematik hoher Lagerbestände.
  • Analyse der Just-in-Time-Strategie als Instrument zur Bestandsminimierung.
  • Untersuchung von Efficient Consumer Response (ECR) zur Optimierung der Wertschöpfungskette.
  • Betrachtung von Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) für eine integrierte Zusammenarbeit.
  • Einsatz von Advanced Planning & Scheduling (APS) Systemen zur informationstechnischen Optimierung.

Auszug aus dem Buch

1.2 Fertigungssegmentierung

Dieser Maßnahmenbereich richtet sich primär an unternehmensinterne Abläufe. Als grundlegende Handlungsmaxime bei der Einführung eines JiT-Systems stellt Wildemann folgende heraus:

Flussoptimierung – technische und organisatorische Verkettung der einzelnen Fertigungsstufen unter dem Gesichtspunkt der Durchlaufzeit.

Kleine Kapazitätsquerschnitte in jeder Fertigungsstufe – Ein kleiner Kapazitätsquerschnitt verringert die Abhängigkeit von einzelnen Maschinen.

Räumliche Konzentration von Betriebsmitteln mit variablem Layout – Verkürzung der Wege und des Koordinationsaufwandes z.B. durch U-förmigen Materialfluss.

Komplettbearbeitung von Teilen und Baugruppen – Der bearbeitende Mitarbeiter erfährt Sinngebung und ist angehalten, sein Endprodukt zu kontrollieren.

Selbststeuernde Regelkreise – Entlastung der Dispositionsebene.

Selbstkontrolle der Qualität – Das Prozesskettenglied „Qualitätsprüfung“ kann entfallen.

Entkopplung von Mensch und Maschine – Die zunehmende Automatisierung führt zu einem Bedeutungsverlust des Produktionsfaktors Mensch.

Die zur Fertigungssegmentierung benötigten Segmentierungskriterien unterteilen sich in horizontale SK und vertikale SK. Erstere sind u.a. Produktionsvolumen, Prognosegenauigkeit und/oder Losgrößen, während sich die vertikalen SK aus den Maschinen ableitet (Beispiel: Baugruppen). Hierbei ist darauf zu achten, dass die einzelnen vertikalen Segmente den Anforderungen der Materialflussoptimierung gerecht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Lagerhaltung im Supply Chain Management ein und thematisiert den Bullwhip-Effekt als Ursache für ineffiziente Bestandsaufbauten.

1. Just-in-Time: Das Kapitel erläutert das JiT-Prinzip als Strategie zur Kapitalbindungssenkung und Durchlaufzeitoptimierung durch integrierte Prozesse.

1.1. Integrierte Informationsverarbeitung: Dieser Abschnitt beschreibt die Notwendigkeit einer effizienten Kommunikation zwischen Abnehmer und Lieferant zur Reduktion von Engpässen.

1.2. Fertigungssegmentierung: Hier werden unternehmensinterne Maßnahmen wie Flussoptimierung und die Einführung von Regelkreisen zur Effizienzsteigerung aufgezeigt.

1.3. Produktionssynchrone Beschaffung: Dieses Kapitel thematisiert die partnerschaftliche Lieferantenbeziehung und den Einsatz dezentraler Abrufverfahren.

2. Efficient Consumer Response: Es wird ein Konzept zur Optimierung der Wertschöpfungskette durch verstärkte Kundenorientierung und Integration von Händler und Hersteller beschrieben.

2.1. Supply Side ECR: Dieser Abschnitt behandelt logistische Standards und Konzepte wie EDI, Cross Docking und VMI zur Bestandsreduzierung.

2.2. Demand Side ECR: Hier wird das Category Management als marktorientiertes Instrument zur Sortimentsoptimierung in acht Schritten vorgestellt.

3. Collaborative Planning Forecasting and Replenishment: Das Kapitel stellt CPFR als einen integrativen Prozess vor, der darauf abzielt, durch gemeinsame Planung und Prognosen die gesamte Lieferkette zu synchronisieren.

3.1. Stufenmodell: Hier wird ein neunstufiger Implementierungsprozess für CPFR beschrieben, von der Kollaborationsvereinbarung bis zum operativen Geschäft.

4. Advanced Planning & Scheduling: Dieser Teil befasst sich mit APS-Software als informationstechnische Lösung zur dynamischen Modellierung und Optimierung komplexer Lieferketten.

5. Fazit und Probleme: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über Herausforderungen wie Gewinnverteilung, Vertrauen zwischen Partnern und hohe Investitionsrisiken.

Schlüsselwörter

Supply Chain Management, Lagerhaltung, Just-in-Time, Bullwhip-Effekt, ECR, Category Management, CPFR, APS, Durchlaufzeit, Bestandsreduzierung, Liefertreue, Prozessoptimierung, Warenfluss, Informationsverarbeitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert verschiedene logistische Konzepte und Strategien, mit denen Unternehmen ihre Lagerbestände in Lieferketten verringern können, um effizienter zu wirtschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen Just-in-Time, Efficient Consumer Response (ECR), Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) sowie Advanced Planning & Scheduling (APS).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, praktische Handlungsalternativen zur Bestandsreduzierung aufzuzeigen, die über allgemeine Schlagworte wie Flexibilität hinausgehen und konkrete Verbesserungen der Wettbewerbssituation ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und Zusammenführung aktueller Konzepte und Fachpublikationen aus der Industriebetriebslehre und Logistik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier große logistische Ansätze, die jeweils organisatorische und informationstechnische Instrumente zur Optimierung der Wertschöpfungskette detailliert beschreiben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Supply Chain Management, Bestandsreduzierung, Bullwhip-Effekt, Prozessoptimierung und kundenorientierte Logistik.

Warum ist laut Autor die Kooperation zwischen Händler und Hersteller kritisch?

Der Autor betont, dass eine erfolgreiche Zusammenarbeit ein hohes Maß an Vertrauen erfordert, da gemeinsame Prognosen und der Austausch sensibler Daten bei mangelndem Vertrauen oder Angst vor Industriespionage scheitern können.

Welches Problem identifiziert der Autor bei der Implementierung dieser Konzepte in kleinen Unternehmen?

Kleine Unternehmen können oft aufgrund der hohen finanziellen Investitionskosten und des hohen planerischen Aufwands, die diese modernen Konzepte erfordern, nicht ohne Weiteres von den Vorteilen profitieren.

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Details

Title
Praktische Ansätze zur Verringerung der Bestandshaltung in Lieferketten
College
Technical University of Chemnitz  (Wirtschaftsingenieurwesen)
Grade
1,3
Author
Jörn Deiseroth (Author)
Publication Year
2003
Pages
26
Catalog Number
V20701
ISBN (eBook)
9783638245166
Language
German
Tags
Praktische Ansätze Verringerung Bestandshaltung Lieferketten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörn Deiseroth (Author), 2003, Praktische Ansätze zur Verringerung der Bestandshaltung in Lieferketten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20701
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