Vor 100 Jahren meldete der große Erfinder Viktor Kaplan das erste Patent auf eine Turbine mit drehbaren Schaufeln an. Der Aufsatz schildert den dornenreichen Weg von den ersten Experimenten bis zur gelungenen Konstruktion der ersten Turbine.
Inhaltsverzeichnis
Vom Wasserrad zu den ersten Turbinen
Stand der Wasserkraft-Technik zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Viktor Kaplans Lebenslauf
Ein kurzer Überblick über die Patentstreitigkeiten
Johann Baudisch (1881-1948)
Oskar Poebing (1882-1956)
Robert Honold (1872-1953)
Die erste Kaplanturbine im Einsatz
Rückschläge und endgültiger Durchbruch
Ehrungen und Ruhestand
Anekdoten
Der Bewerbungstest
Der wackelige Suppenteller
Hoher Besuch in Unterach
Das blaue Bild vom Opa
Die Affengeschichte
Viktor Kaplan als Wohltäter seiner Mitmenschen
Viktor und Margarete Kaplan als großzügige Gastgeber
„Erinnerungsorte“
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit würdigt das Leben und Wirken des Erfinders Viktor Kaplan anlässlich des 100-jährigen Jubiläums seiner patentierten Turbine. Sie zeichnet den persönlichen Werdegang Kaplans nach, beleuchtet die komplexen technischen Herausforderungen bei der Entwicklung der Kaplanturbine und dokumentiert die jahrelangen, kräftezehrenden Patentstreitigkeiten, die den Erfolg dieser bedeutenden Innovation begleiteten.
- Biographische Meilensteine von Viktor Kaplan
- Die historische Evolution der Wasserturbinen
- Technische Entwicklung und Herausforderungen der Kaplanturbine
- Die Bewältigung von Kavitationsproblemen
- Patentkämpfe und die Verteidigung geistigen Eigentums
- Anekdoten und Einblicke in die Persönlichkeit Kaplans
Auszug aus dem Buch
Rückschläge und endgültiger Durchbruch
In der Folge traten bei anderen von Storek gefertigten Kaplanturbinen große Schwierigkeiten auf, die sich durch laute, explosionsartige Schläge beim Lauf bemerkbar machten, wobei wichtige Teile der Turbine beschädigt wurden. Diese Schwierigkeiten, es handelte sich um die so genannte Kavitation (Hohlraumbildung in Unterdruckzonen) ließen sich nicht verheimlichen und waren „Wasser auf die Turbinen“ der Gegner Kaplans, die an die Messergebnisse nicht glaubten und ihm die Erfolge auch nicht gönnen wollten. Auch die Firmengruppe des Kaplan-Konzerns verzögerte zunächst die Auswertung der Erfindung. Kaplan war krank und verzweifelt und sah zunächst die Zukunftsaussichten seiner Turbine in den düstersten Farben. Niemand wusste, was die Ursache der Störungen sein könnte.
Doch einer ahnte die Herkunft des Übels; es war Gustav Oplusstil, Absolvent der DTH in Brünn, ehemaliger Fregattenleutnant auf Unterseeboten der k.u.k. Kriegsmarine, Hydrauliker bei der Fa. Storek, der vor dem Krieg in der Werft der Fa. Robert Whitehead in Fiume (heute Rijeka) praktiziert hatte. Oplusstil erinnerte sich, dass bei den hoch beanspruchten Antriebspropellern der Kriegsschiffe, ähnliche Erscheinungen mit Anfressungen und faustgroßen Löchern aufgetreten waren. In sofort durchgeführten Versuchen ging man bei Storek den Vermutungen Oplusstils nach und konnte daraus tatsächlich Maßnahmen ableiten, die zur Beseitigung der Probleme bei den 10 von der Kavitation befallenen Turbinen führten.
Zusammenfassung der Kapitel
Vom Wasserrad zu den ersten Turbinen: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Wasserkraftnutzung von der Antike bis zu den ersten Turbinenentwicklungen im 19. Jahrhundert.
Stand der Wasserkraft-Technik zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Es wird der Stand der Technik vor der Erfindung Kaplans beschrieben, insbesondere die Grenzen von Pelton- und Francisturbinen in Flüssen.
Viktor Kaplans Lebenslauf: Eine chronologische Darstellung des Lebenswegs von Viktor Kaplan von seiner Geburt in Mürzzuschlag bis zu seinem beruflichen Wirken in Brünn.
Ein kurzer Überblick über die Patentstreitigkeiten: Das Kapitel behandelt die juristischen Auseinandersetzungen und Nichtigkeitsklagen, die Kaplan gegen konkurrierende Turbinenhersteller führen musste.
Die erste Kaplanturbine im Einsatz: Dokumentation der Inbetriebnahme der ersten weltweit installierten Kaplanturbine im Jahr 1919 bei der Firma Hofbauer in Velm.
Rückschläge und endgültiger Durchbruch: Beschreibung der Kavitationsprobleme bei frühen Modellen und deren erfolgreiche Lösung durch technische Innovationen.
Ehrungen und Ruhestand: Ein Überblick über das späte Leben Kaplans, seine Auszeichnungen und seinen Rückzug auf sein Landgut Rochuspoint.
Anekdoten: Sammlung von Erzählungen, die die menschliche und humorvolle Seite von Viktor Kaplan beleuchten.
Viktor Kaplan als Wohltäter seiner Mitmenschen: Kapitel über das großzügige soziale Engagement Kaplans gegenüber Bedürftigen und Freunden.
Viktor und Margarete Kaplan als großzügige Gastgeber: Schilderung der Gastfreundschaft des Ehepaares auf ihrem Landsitz Rochuspoint.
„Erinnerungsorte“: Betrachtung des Gedenkens an Kaplan durch Denkmäler, Namensgebungen und die museale Aufarbeitung.
Schluss: Ein Resümee über die Bedeutung der Innovation und die Mahnung, Technik und Natur in Einklang zu bringen.
Schlüsselwörter
Viktor Kaplan, Kaplanturbine, Wasserturbine, Wasserkraft, Erfindungen, Patentstreitigkeiten, Kavitation, Technikgeschichte, Brünn, Unterach am Attersee, Storek, Turbine, Energiegewinnung, Innovation, Maschinenbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und dem technologischen Vermächtnis von Viktor Kaplan, insbesondere der Erfindung der Kaplanturbine und deren weltweiter Bedeutung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen die Biographie des Erfinders, die technische Entwicklung von Turbinen, die Herausforderungen bei der Patentierung sowie das soziale Wirken Kaplans.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, anlässlich des 100-jährigen Patentjubiläums das Lebenswerk Kaplans umfassend zu dokumentieren und seine Rolle als bedeutender Erfinder historisch einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich primär auf eigene umfangreiche Recherchen, Archivmaterialien sowie auf seine Dissertation über Viktor Kaplan und die Entwicklung schneller Wasserturbinen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Kaplans Lebenslauf, die technischen Details und Patentkämpfe rund um seine Turbine, Rückschläge wie Kavitation sowie persönliche Anekdoten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kaplanturbine, Viktor Kaplan, Wasserkraft, Patentstreitigkeiten und Technikgeschichte.
Wie ging Kaplan mit den massiven Patentklagen gegen ihn um?
Kaplan verteidigte seine Patente mit Unterstützung seines Assistenten Ing. Jaroslav Slavik und seines Freundes Dr. Alfred Lechner; der jahrelange Kampf belastete seine Gesundheit jedoch schwer.
Was waren die sogenannten „Erinnerungsorte“ für Viktor Kaplan?
Dabei handelt es sich um Orte, Denkmäler, Schulen und Museen, die das Andenken an den Erfinder wahren, wie etwa die sieben Kaplanwohnorte oder der Kaplan-Themenweg in Unterach.
Wie löste man das Problem der Kavitation bei den ersten Turbinen?
Nachdem das Problem durch Gustav Oplusstil identifiziert wurde, konnten durch gezielte Versuche Maßnahmen abgeleitet werden, die die Kavitationsschäden an den Laufschaufeln beseitigten.
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- Mag.phil. Dr. phil. Martin Gschwandtner (Author), 2013, 100 Jahre Kaplanturbine, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207020