In einem deutschen Energieversorgungsunternehmen wird eine Vielzahl von Technologien, Anwendungen und Hardwareplattformen eingesetzt. Eine zentrale Dokumentation dieser heterogenen Architektur ist nicht vorhanden. Die flexible Reaktion auf geänderte Geschäftsanforderungen und die Erfüllung gesetzlicher Auflagen wird hierdurch maßgeblich erschwert. Das Unternehmensarchitekturmanagement wirkt diesem Problem entgegen. In der vorliegenden Arbeit wird daher ein Vorgehensmodell zur Einführung eines Architekturmanagements im betreffenden Unternehmen entwickelt. Hierzu werden verschiedene Methoden und Hilfsmittel aus der Fachliteratur kombiniert. Essentieller Bestandteil dieses Modells ist die Einführung des IBM Rational System Architects als Architekturmanagement-Werkzeug. Der Nutzen des entwickelten Vorgehensmodells wird durch die Ableitung von konkreten Ansätzen zur Optimierung der bestehenden Unternehmensarchitektur demonstriert. Die vorliegende Arbeit kann durch das pragmatische Vorgehensmodell als Grundlage für Optimierungen in anderen Unternehmen dienen.
Inhaltsverzeichnis
1 Definition der Aufgabenstellung
1.1 Projektumfeld
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Architekturmanagement als strategisches Werkzeug zur Optimierung einer bestehenden Architektur
2.1 Grundlagen des Architekturmanagements
2.1.1 Definition Architektur und Unternehmensarchitektur
2.1.2 Definition des Architekturmanagements
2.2 Ziele und Nutzen des Architekturmanagements
2.2.1 Typische Problemstellungen in der Praxis
2.2.2 Treiber und Ziele des Architekturmanagements
2.2.3 Quantifizierung strategischer Nutzenpotenziale
2.3 Entwicklung einer Vorgehensweise zur Architekturoptimierung
2.3.1 Grundlagen zur Optimierung einer Architektur
2.3.2 Zusammenhang Geschäftsstrategie, IT-Strategie und IT-Architektur
2.3.3 Dokumentation der bestehenden Architektur
2.3.4 Planung der Soll-Architektur
2.3.5 Beschreibung der gewählten Vorgehensweise
3 Ist-Analyse der Architektur als Voraussetzung zur Optimierung
3.1 Einsatz des IBM Rational System Architects als Architekturwerkzeug
3.2 Vorbereitung der Ist-Analyse
3.2.1 Ermittlung der notwendigen Informationsobjekte und Definition eines geeigneten Metamodells
3.2.2 Analyse bestehender Informationssysteme
3.2.3 Anbindung vorhandener Datenquellen
3.3 Durchführung der Ist-Dokumentation
3.3.1 Datenübernahme aus bestehenden Informationssystemen
3.3.2 Manuelle Übernahme existierender Architekturpläne
3.4 Erzielter Nutzen durch die Ist-Analyse
4 Ansätze zur Optimierung der Unternehmensarchitektur
4.1 Architekturanforderungen aus der Geschäfts- und IT-Strategie
4.2 Auswahl geeigneter Prinzipien zur Optimierung der Architektur
4.2.1 Überblick über mögliche Architekturprinzipien
4.2.2 Bewertung der Architekturprinzipien auf Basis der Architekturanforderungen
4.3 Schwachstellenanalyse anhand der entwickelten Architekturprinzipien
4.4 Entwicklung von Optimierungsansätzen
4.4.1 Einführung einer Serviceorientierten Architektur
4.4.2 Konsolidierung der vorhandenen Portallösungen
4.4.3 Erstellung eines konsistenten Datenkonzepts
5 Fazit und Ausblick
5.1 Zusammenfassung und Diskussion der erzielten Ergebnisse
5.2 Ausblick für das Architekturmanagement
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein pragmatisches Vorgehensmodell für die Einführung eines Architekturmanagements in einem Energieversorgungsunternehmen zu entwickeln, um durch eine ganzheitliche Ist-Analyse der Unternehmensarchitektur konkrete Optimierungspotenziale abzuleiten und strategisch umzusetzen.
- Entwicklung eines individualisierten EAM-Vorgehensmodells für Energieversorger
- Einsatz des IBM Rational System Architects zur Dokumentation der Ist-Architektur
- Identifikation und Priorisierung von Architekturprinzipien zur Optimierung
- Ableitung spezifischer Optimierungsansätze (SOA, Portal-Konsolidierung, Datenkonzept)
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Typische Problemstellungen in der Praxis
Eingangs wurde bereits eine mangelnde Ausrichtung der IT auf die Geschäftsaktivitäten der Unternehmen als typische Motivation für die Etablierung eines Architekturmanagements genannt. Tatsächlich sind die Problemstellungen, welche die Unternehmen zur Einführung von EAM bringen, vielfältig. Durch die Finanzkrise stehen viele IT-Bereiche und stellvertretend die CIOs unter stetigem Kostendruck. Um diesem Kostendruck gerecht zu werden, wird meist das ohnehin knappe Innovationsbudget gekürzt. Nach Pfeifer senken die Unternehmen unabhängig von der Krise in den letzten Jahren ihr Innovationsbudget bereits seit den 1980er Jahren (2004, S. 43). Dabei handelt es sich zwar auf den ersten Blick um eine schnelle und wirkungsvolle Methode der Kostensenkung. Langfristig begibt sich der IT-Bereich dadurch aber auf eine Abwärtsspirale.
Die Investitionen in Innovationen ermöglichen den Einsatz neuer Technologien und Systeme, durch welche die Kosten gesenkt oder die Effektivität gesteigert werden kann. Durch die Reduktion oder den gänzlichen Verzicht auf Innovationsinvestitionen beschneiden sich die Unternehmen des technologischen Fortschritts. Die bisherigen Kosten des Betriebs der IT-Landschaft werden dadurch langfristig steigen, so Niemann (2005, S. 32). Da auch in den Folgejahren mit immer neuen Anforderungen des Geschäfts zu rechnen ist, müssen diese Anforderungen stets zwangsläufig mit den bestehenden, veralteten Technologien realisiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Definition der Aufgabenstellung: Erläuterung der Herausforderungen durch steigende IT-Komplexität und Einführung des Architekturmanagements (EAM) zur Effizienzsteigerung im untersuchten Energieversorgungsunternehmen.
2 Architekturmanagement als strategisches Werkzeug zur Optimierung einer bestehenden Architektur: Definition theoretischer Grundlagen des EAM, Analyse von Treibern und Nutzenpotenzialen sowie Herleitung eines eigenen Vorgehensmodells zur Architekturoptimierung.
3 Ist-Analyse der Architektur als Voraussetzung zur Optimierung: Beschreibung der Werkzeugunterstützung durch den IBM Rational System Architect und die praktische Durchführung der Dokumentation der Ist-Situation basierend auf einem definierten Metamodell.
4 Ansätze zur Optimierung der Unternehmensarchitektur: Identifikation von Architekturanforderungen aus der Strategie, Auswahl und Bewertung von Architekturprinzipien sowie Entwicklung konkreter Optimierungsansätze mittels SOA, Portalkonsolidierung und Datenkonzept.
5 Fazit und Ausblick: Kritische Diskussion der erzielten Ergebnisse hinsichtlich der Anwendbarkeit des Vorgehensmodells und Empfehlungen für die zukünftige Weiterentwicklung des Architekturmanagements im Unternehmen.
Schlüsselwörter
Unternehmensarchitektur, Architekturmanagement, EAM, IT-Landschaft, Vorgehensmodell, IT-Strategie, IBM Rational System Architect, Ist-Analyse, Architekturprinzipien, Serviceorientierte Architektur, SOA, IT-Optimierung, Datenkonzept, IT-Kosten, Energiebranche
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Einführung eines Architekturmanagements bei einem Energieversorgungsunternehmen, um eine heterogene IT-Architektur strukturiert zu dokumentieren und langfristig zu optimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Enterprise Architecture Management (EAM), die methodische Ist-Dokumentation, die Ausrichtung der IT an der Unternehmensstrategie sowie die praktische Anwendung von Architekturprinzipien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Erarbeitung eines pragmatischen Vorgehensmodells, das dem untersuchten Unternehmen hilft, sowohl kurzfristige Kostensenkungen als auch langfristige Flexibilitätsgewinne durch eine optimierte IT-Architektur zu erzielen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine Literaturanalyse zur Herleitung von EAM-Standards durchgeführt, kombiniert mit einer fallstudienbasierten Entwicklung eines eigenen Vorgehensmodells, das anhand einer Pilotgesellschaft praktisch angewendet wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen des EAM, die praktische Durchführung der Ist-Analyse mittels IBM Rational System Architect sowie spezifische Optimierungsansätze wie SOA und eine konsolidierte Portallandschaft detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Enterprise Architecture Management (EAM), IT-Optimierung, Architekturprinzipien, Serviceorientierte Architektur (SOA) und IT-Strategie charakterisiert.
Warum wurde eine Pilotgesellschaft für die Dokumentation gewählt?
Die Wahl der Pilotgesellschaft diente dazu, die hohe Komplexität des Gesamtkonzerns innerhalb des engen zeitlichen Rahmens der Thesis handhabbar zu machen und die Methodik exemplarisch auf ihre konzernweite Tauglichkeit zu prüfen.
Welche Rolle spielt der IBM Rational System Architect in dieser Arbeit?
Das Werkzeug fungiert als zentrale Plattform zur strukturierten Erfassung, Modellierung und Analyse der Unternehmensarchitektur, um Transparenz über Abhängigkeiten und Systemlandschaften zu schaffen.
Warum ist eine konsistente Datenhaltung für das Unternehmen wichtig?
Inkonsistente Daten führen zu Betriebsrisiken, wie in der Arbeit anhand eines Beispiels veralteter Kundendaten im Portal verdeutlicht wird, und verhindern eine effiziente, konzernweite Prozesssteuerung.
- Arbeit zitieren
- Richard Tschirschnitz (Autor:in), 2012, Ansätze zur Optimierung einer bestehenden Unternehmensarchitektur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207028