Der Markt für webbasierte Content Management Systeme, im Folgenden WCMS genannt, ist hart umkämpft und schnell wachsend. Auf der Webseite www.contentmanager.de, ein Portal für CMS, sind weit über 400 WCMS verschiedenster Art gelistet. Diese Arbeit soll einerseits einen Überblick über aktuell verfügbare Systeme bieten, also den "State Of The Art" webbasierter Content Management Systeme analysieren und andererseits eine Klassifikation für diese Systeme erörtern. Dazu ist es notwendig zu klären, wie solch ein System aufgebaut ist und funktioniert. Eine Definition und Einordnung von WCMS wird im folgenden Kapitel 2 dargelegt. Des Weiteren werden verschiedene Technologien der Systeme besprochen und ein Vergleich von Open Source und kommerziellen Systemen vollzogen.
Um zu verstehen, wie ein Content Management System arbeitet, ist es erforderlich, die typische Produktionskette für CMS zu untersuchen. In Kapitel 3 wird auf Basis dieser eine abstrakte "Drei-Schichten-Architektur" modelliert, welcher eine Einordnung verschiedener Komponenten eines WCMS folgt.
Das größte Problem beim Umgang mit WCMS, ist das genaue Spezifizieren der Anforderungen, da in dieser frühen Phase der Planung alle wichtigen Entscheidungen getroffen werden müssen. [5] Nur eine genaue und detaillierte Untersuchung der Kundenanforderungen ermöglicht eine zufrieden stellende Festlegung auf ein spezielles WCMS. In Kapitel 4 werden die wichtigsten Anforderungen diskutiert, welche die Grundlage für folgende Kapitel und somit auch für die Klassifikation von Content Management Systemen darstellen werden.
In Kapitel 5 werden auf Basis der evaluierten Anforderungen für WCMS aussagekräftige Kriterien ausgewählt und beschrieben, welche als Basis für eine Einschätzung verschiedener WCMS in Kapitel 6 herangezogen werden. Die aufgezeigten Kriterien in Kapitel 5 stellen die wichtigsten Anforderungen an webbasierte Content Management Systeme dar. Zur Demonstration des State-Of-The-Art webbasierter Content Management Systeme wird eine Auswahl an Open-Source-Systemen sowie kommerziellen Systemen analysiert, um einen ausreichenden Überblick über den aktuellen Standard darzulegen. Hierbei werden bewusst Systeme gewählt, welche sich in ihrem Funktionsumfang und ihrer Zielgruppe unterscheiden, um somit einen Grundstein für eine in Kapitel 7 folgende funktionale Klassifikation von WCMS zu legen.
Das Kapitel 8 fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und rundet die Ausführungen ab.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFSERKLÄRUNG WCMS
2.1 EINORDNUNG
2.2 AUFGABEN EINES CMS
2.3 VERSCHIEDENE TECHNOLOGIEN
2.4 KOMMERZIELLES WCM VS. OPEN-SOURCE-SYSTEME
3 DIE ARCHITEKTUR VON WCMS
3.1 PRODUKTIONSKETTE
3.2 KOMPONENTEN
3.2.1 Eingabeebene
3.2.2 Verwaltungsebene
3.2.3 Ausgabeebene
3.2.4 Schlussbemerkung zu den Ebenen
3.3 WICHTIGE PRINZIPIEN FÜR DEN ENTWURF
3.3.1 Wiederverwendbarkeit und Mehrfachverwendbarkeit
4 ANFORDERUNGSANALYSE WCMS
4.1 ANFORDERUNGEN DER EINGABEEBENE
4.2 ANFORDERUNGEN DER VERWALTUNGSEBENE
4.3 ANFORDERUNGEN DER AUSGABEEBENE
4.4 ANFORDERUNGEN DES KUNDEN
4.4.1 Voraussicht auf Änderungen
4.4.2 Datenunabhängigkeit
4.4.3 Design Patterns
5 GRUNDKRITERIEN ZUR EINSCHÄTZUNG VON WCMS
5.1 INSTALLATION
5.2 DOKUMENTATION
5.3 MULTISITEMANAGEMENT
5.4 NUTZERMANAGEMENT
5.5 MEDIENDATENBANK
5.6 WORKFLOW
5.7 VERSIONIERUNG
5.8 KOLLABORATION
5.9 WYSIWYG-EDITOREN
5.10 TEMPLATES
5.11 ROLLBACK
5.12 ERWEITERBARKEIT
5.13 MIGRATION
5.14 USABILITY
6 EINORDNUNG AUSGEWÄHLTER WCMS
6.1 ASTARTE WEBEDITION
6.2 WEBGUI
6.3 TYPO3
6.4 OPENCMS
6.5 SIXCMS
6.6 ZOPE
7 FUNKTIONALE KLASSIFIKATION
7.1 SMALL WCMS
7.2 MIDSIZE WCMS
7.3 ENTERPRISE WCMS
7.4 ABLEITUNG AUS DEN ANWENDUNGSFÄLLEN
7.5 ERGÄNZUNG AUF BASIS DER ANFORDERUNGEN
7.6 EINORDNUNG DER UNTERSUCHTEN WCMS
8 ZUSAMMENFASSUNG
8.1 KLASSIFIKATION
8.2 SCHLUSSWORT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert den aktuellen Stand webbasierter Content Management Systeme (WCMS), um basierend auf Anforderungsszenarien eine funktionale Klassifikation zu entwickeln, die als Entscheidungshilfe für Unternehmen bei der Systemwahl dient.
- Grundlagen, Architektur und Produktionsketten von WCMS
- Kritische Analyse von Open-Source- versus kommerziellen Lösungen
- Detaillierte Anforderungsanalyse (Eingabe-, Verwaltungs- und Ausgabeebene)
- Definition von Grundkriterien zur objektiven Systembewertung
- Entwicklung einer funktionalen Klassifikation (Small, Midsize, Enterprise WCMS)
Auszug aus dem Buch
3.1 Produktionskette
Die CMS-Produktionskette beschreibt den Lebenszyklus eines Dokuments im System [8]. Dieser ist bei allen Systemen bis auf kleine Unterschiede identisch. Die Daten werden im ersten Schritt gesammelt, im zweiten Schritt verarbeitet und im dritten Schritt veröffentlicht.
Dabei ist der Schritt der Publikation bzw. des Vertriebs der Punkt, in welchem sich WCMS von CMS signifikant unterscheiden. CMS sind nicht auf das Web beschränkt, sondern sehen ein Publizieren von Dokumenten auf mehr als nur ein Medium vor. Diese könnten z.B. eine CD-Rom, ein Web Service oder ein Buch sein.
Die Aufteilung in drei Ebenen hat nicht nur den Vorteil, dass sie eine architektonische Strukturierung von CMS erleichtert, sondern auch eine Aufgabenteilung impliziert. Im Grunde stellt das Einteilen der Produktionskette auf mehrere Phasen eine qualitätssichernde Instanz dar, denn Redundanz im Workflow (z.B. durch Korrekturlesen oder Freigabeprozesse) führt zu höheren Fehleridentifikationsraten.
Um dies gewährleisten zu können, ist eine ausgefeilte Nutzerverwaltung mit Rechtevergabe bzw. Restriktionsdefinitionen notwendig. Es muss ein klare Definition möglich sein, wer zu welchem Zeitpunkt welche Aktion im CMS-Workflow auszuführen hat. D.h. die Nutzerrechte unterscheiden sich vom Zeitpunkt in der Produktionskette und hängen vom Status des Nutzers ab.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Definiert den WCMS-Markt und steckt das Ziel ab, durch eine Analyse des State-of-the-Art eine funktionale Klassifikation für diese Systeme zu erarbeiten.
2 BEGRIFFSERKLÄRUNG WCMS: Klärt den Aufbau von Content Management Systemen, deren strikte Trennung von Inhalt und Layout sowie den Vergleich zwischen Open Source und kommerziellen Lösungen.
3 DIE ARCHITEKTUR VON WCMS: Beschreibt die typische Drei-Schichten-Produktionskette und modelliert die Komponenten eines WCMS zur effizienten Verwaltung und Publikation.
4 ANFORDERUNGSANALYSE WCMS: Diskutiert die komplexen, spezifischen Anforderungen an die verschiedenen Ebenen des Systems sowie die Notwendigkeit von Anpassungsfähigkeit und Design Patterns.
5 GRUNDKRITERIEN ZUR EINSCHÄTZUNG VON WCMS: Definiert wesentliche operative Kriterien wie Installation, Workflow, Versionierung und Usability, die als Grundlage für die Systembewertung dienen.
6 EINORDNUNG AUSGEWÄHLTER WCMS: Evaluiert konkrete Systeme wie WebEdition, WebGUI, Typo3, OpenCMS, SixCMS und Zope anhand der zuvor definierten Kriterien.
7 FUNKTIONALE KLASSIFIKATION: Entwickelt das finale Klassifikationsmodell durch Einordnung der untersuchten Systeme in die Kategorien Small, Midsize und Enterprise WCMS.
8 ZUSAMMENFASSUNG: Bündelt die Erkenntnisse und betont, dass eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse und Bedarfsermittlung essenziell für den Erfolg eines WCMS-Projekts sind.
Schlüsselwörter
Webbasierte Content Management Systeme, WCMS, Produktionskette, Drei-Schichten-Architektur, Open Source, Kommerzielle Software, Anforderungsanalyse, Funktionale Klassifikation, Workflow-Management, Versionierung, Mediendatenbank, Content Syndication, Systemauswahl, Enterprise Application Integration, Multichanneling.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Markt webbasierter Content Management Systeme (WCMS), um ein tieferes Verständnis für deren Architektur zu schaffen und eine funktionale Klassifikation zu entwickeln.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Architektur von WCMS, Anforderungsanalysen, die Bewertung verschiedener Systeme anhand technischer Kriterien sowie die Zuordnung dieser Systeme in Klassen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Analyse des aktuellen Standards (State-of-the-Art) sowie die Entwicklung einer Klassifikationsmatrix, um Unternehmen bei der Wahl eines passenden WCMS zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine systematische Analyse funktionaler und operationaler Anforderungen durchgeführt, die in einer vergleichenden Evaluierung ausgewählter Beispielsysteme mündet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von WCMS, die Erläuterung der Architektur, die detaillierte Anforderungsanalyse und die konkrete Einordnung diverser Open-Source- und kommerzieller Produkte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
WCMS, Systemarchitektur, Anforderungsanalyse, Klassifikation, Workflow-Management, Versionierung, Web Services, Interoperationalität.
Warum spielt die Migration bei der Systemwahl eine so wichtige Rolle?
Da die Kosten für Schnittstellenentwurf und Anpassungen oft den Hauptteil des Budgets ausmachen, ist die Migrationsfähigkeit in eine bestehende IT-Infrastruktur entscheidend für die Wirtschaftlichkeit.
Inwiefern unterscheiden sich "Small WCMS" von "Enterprise WCMS"?
Die Unterschiede liegen vor allem in der Komplexität, den Workflow-Möglichkeiten, der Migrationsfähigkeit und der Integrationstiefe; während Small-Lösungen eher Out-of-the-Box funktionieren, erfordern Enterprise-Systeme intensive Planungs- und Anpassungsprozesse.
- Quote paper
- Holger Kreissl (Author), 2003, Bewertung des State-Of-The-Art webbasierter Content Management Systeme und Entwicklung einer funktionalen Klassifikation , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20707