Widerstand der Regionen gegen den Franquismus: Baskenland und Katalonien im Vergleich


Facharbeit (Schule), 2011

24 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Definition des Franquismus im Hinblick auf den Widerstand
2.2 Ursachen für regionale Widerstände
2.3 Entstehung und Formen regionaler Widerstände gegen Franco
2.3.1 Widerstände Kataloniens
2.3.2 Widerstände des Baskenlandes
2.4 Vergleich der Widerstände

3. Bewertung/Schluss

4. Quellenverzeichnis

5. Anhang
A.1 Liste der Ideen des Franco–Regimes:
A.2 Lied „L’estaca“
A.3 Die baskische Nationalhymne

1. Einleitung

In dieser Facharbeit werde ich den Widerstand gegen den Franquismus erläutern. Ich habe mir dieses Thema ausgesucht, da ich gerne mehr über die Geschichte Spaniens erfahren möchte. Der Franquismus stellt einen dunklen Fleck dieser Historie dar. Es bildeten sich Widerstände gegen die Diktatur Francos und ich möchte verstehen, weshalb und in welchen Formen sie sich äußerten. Außerdem interessiert mich, inwiefern es dabei Unterschiede der Rebellion gab. Ferner bin ich der Meinung, dass diese Analyse eine Möglichkeit ist, mehr über das Land zu erfahren und politische Ausrichtungen der Bevölkerung nachvollziehen zu können.

Ich werde mit einer kurzen Einführung und einem Überblick über die Herrschaft Francos beginnen. Es ist wichtig, über die politische Situation der damaligen Diktatur informiert zu sein, da diese ausschlaggebend für die entstandenen Widerstände war. Anschließend werde ich die Ursachen der Resistenz genauer betrachten und beschreiben. Zugrunde liegen zwei politische Ausrichtungen, der Zentralismus und der Regionalismus, die nicht miteinander vereinbar sind und die in manchen Regionen schon vor der Diktatur bestanden. Durch die Führerrolle Francos und die genannten politischen Richtungen entstand eine Unterdrückung, welche für die Bildung der regionalen Widerstände entscheidend war. Dieses werde ich im Kapitel 2.3 „Entstehung und Formen regionaler Widerstände gegen Franco“ genauer darlegen. Als Beispiel werde ich auf die Widerstandskämpfe der Regionen Katalonien und Baskenland eingehen, da die Rebellionen hier am deutlichsten sichtbar wurden. Es handelt sich um zwei Widerstandsbewegungen mit überwiegend ungleichen Methoden. Schließlich werde ich die zwei verschiedenen Ausdrucksformen der Widerstände vergleichen und das prägnanteste Merkmal, den in der einen Region aktiv und in der anderen passiv betriebenen Widerstand, hervorheben. Als letztes werde ich mir auf der Basis meiner erfassten Fakten eine eigene Meinung bilden und diese begründet darlegen.

2. Hauptteil

2.1 Definition des Franquismus im Hinblick auf den Widerstand

Als Franquismus wird allgemein die Diktatur Francisco Francos in Spanien von 1939 bis zu seinem Tod 1975 bezeichnet. Franco war General und Politiker.

Um zu verstehen, wie es zu den starken regionalen Widerständen vor allem des Baskenlandes und Kataloniens unter seiner Herrschaft kam, muss kurz die Geschichte Spaniens vor bzw. während des Bürgerkrieges betrachtet werden. Bereits im Jahr 1932 während der Zweiten Republik erhielt Katalonien einen autonomen Status[1], welcher der Region nach dem Bürgerkrieg wieder genommen wurde. Die Autonomierechte des Baskenlandes gehen sogar bis in das Mittelalter zurück. Bereits damals verliehen spanische Könige den Basken Sonderrechte, die sog. „fueros“, aus denen Gewohnheitsrechte wurden. Dieses waren z. B. die „Steuerfreiheit gegenüber der spanischen Krone, Verbot von Folter, Selbstverwaltungsrechte und die Zusage, dass Basken nur im Baskenland ihren Militärdienst leisten mussten.“[2]

Ein kurzer Blick auf die Situation in Spanien während des Bürgerkrieges zeigt, wie die enorme Kumulierung der Macht Francos möglich wurde. Der spanische Bürgerkrieg, in dem die linken Republikaner der Zweiten Republik gegen das von Franco geführte Militär kämpften, begann im Juli 1936 mit einer von Franco als General angeführten Militärrevolte. Der Krieg verlief recht einseitig zugunsten des Militärs. 1938 versuchten die Republikaner, mit Franco einen Friedensvertrag zu schließen, der jedoch daran scheiterte, dass Franco die totale Kapitulation verlangte. Daraufhin ging der Krieg weiter, bis alle republikanischen Gebiete unterworfen waren. Am 1. April 1939 übernahm Franco mit Ende des Bürgerkrieges die Herrschaft über Spanien und begründete seine Diktatur. Er baute seine Führungsrolle („Caudillo“)[3] immer weiter aus und konnte sich dabei innenpolitisch auf die Armee, die Einheitspartei Falange und die katholische Kirche stützen. Seit 1957 hatte Franco die Ämter des Staatschefs, des Regierungschefs, des militärischen Oberbefehlshabers und des Chefs der Falange inne. Seine politischen Gegner bekämpfte er auf das Härteste.

Spanien war nach dem Krieg in „Zwei Spanien“ geteilt, da Franco als Sieger nicht willens war, sich mit den besiegten Republikanern zu vereinen. Er war sehr darauf bedacht, seine Macht zu sichern, was der Grund dafür ist, dass es keine einheitliche Staatsideologie gab. Vielmehr basierte Francos Politik auf Ideen zur Festigung seiner Alleinherrschaft.[4] Eine komplette Liste seiner Ideen ist im Anhang zu finden. Franco vollstreckte ein Parteienverbot, schränkte die Rechte und Freiheiten der Bevölkerung ein und erließ Repressionsmaßnahmen. Vor allem die im Krieg unterlegenen Republikaner wurden in allen Bereichen des öffentlichen Lebens benachteiligt und mussten in Angst vor ständigen Repressalien leben.

Francos Politik war sehr zentralistisch ausgerichtet und er unterband jegliche Form der Autonomie einzelner Regionen. Insbesondere die Regionen Katalonien und Baskenland wurden unterdrückt, da sie während des Bürgerkriegs die Republikaner unterstützt hatten. Die beiden Regionen wehrten sich jedoch massiv gegen Francos Suppression. Um auch den geringsten Autonomieversuch zu unterdrücken, verbot Franco die Ausübung der jeweiligen regionalen Kultur sowie den Gebrauch der regionalen Sprachen. Eine Forderung Francos war zum Beispiel „christlich“ zu sprechen („¡Hablad Cristiano!“) Als christlich wurde einzig die kastilische Sprache angesehen.

Nur ganz langsam gewann die Widerstandsbewegung allen Unterdrückungsmethoden zum Trotz an Kraft, z. B. durch die Gründung illegaler freier Gewerkschaften. Eine politische Opposition gab es unter Franco nicht. Dennoch bildete sich zum Ende seiner Herrschaft auch innerhalb der Reihen Francos Widerstand.

Nach Francos Tod im Jahr 1975 endete die Diktatur in Spanien. Es begann die Zeit der parlamentarischen Monarchie unter der Leitung Juan Carlos de Borbóns, der von Franco selbst als sein Nachfolger bestimmt worden war.

2.2 Ursachen für regionale Widerstände

Francos Diktatur zugrunde lagen vor allem seine außerordentlichen Vollmachten. Da er alle Parteien verbot, wurden seine Handlungen willkürlich und waren keiner parlamentarischen Kontrolle unterworfen. Hinzu kam, dass Franco zur Sicherung seiner Alleinherrschaft das allgemeine Wahlrecht abgeschafft hatte und die zu wählenden Institutionen durch das organische Wahlrecht ermittelt wurden.[5] Die Widerstände in den nicht kastilischen Gebieten Spaniens entstanden unter anderem wegen des Spannungsverhältnisses zwischen dem von Franco geförderten Zentralismus und dem von den Regionen, insbesondere des Baskenlandes und Kataloniens, geforderten Regionalismus. Diese Autonomiebestrebungen waren, wie eingangs erwähnt, bereits vor und während des spanischen Bürgerkrieges vorhanden.

Schon am Anfang seiner Regierungszeit gab es nicht regional begrenzte Aufstände gegen Franco. Die Widerstände begannen mit Guerillaaktionen. Mitglieder der Guerillagruppen waren Republikaner, Anarchosyndikalisten, Kommunisten und zum Teil auch Sozialisten.[6] Diese Art des Aufbegehrens galt noch nicht der Befreiung der Regionen Kataloniens und des Baskenlandes von der franquistischen Unterdrückung, sondern war vielmehr ein Aufstand vieler Spanier, um die Unmenschlichkeit und die Repressionen Francos zu offenbaren. Franco rächte sich an der Bevölkerung, indem er die Besiegten öffentlich demütigte und benachteiligte. Er ordnete Racheakte und Säuberungsaktionen an. Die Racheakte äußerten sich vor allem in Repressionsmaßnahmen, die Säuberungsaktionen bestanden in der Ausschließung bestimmter Vertreter aus der Politik. Zu Anfang wurden wahllos beliebige Vertreter ausgeschlossen und das ganze Land bekam die Unterdrückung zu spüren. Später konzentrierte sich der Ausschluss hauptsächlich auf Basken. Bei diesen Handlungen, die zwischen 1936 und 1944 stattfanden, verloren 400.000 Menschen ihr Leben, ca. 6.000 davon waren Basken.[7] Des Weiteren schüchterte Franco die Anhänger der Republik so weit ein, dass sie in ständiger Angst vor einer möglichen Inhaftierung leben mussten.[8] Aufgrund dessen und der Angst vor einer politischen Verfolgung verließen rund 150.000 Basken ihr Vaterland. Man kann hieran deutlich den Versuch Francos erkennen, alles Baskische zu vernichten. Die baskische Bevölkerung ließ das allerdings nicht zu und so kam es zu einem deutlichen und engagierten Widerstand.

Aufgrund ihres republiktreuen und oppositionellen Verhaltens gegenüber dem faschistischen Zentralstaat wurden die Regionen Baskenland und Katalonien von Franco als Verräterprovinzen bezeichnet. Dies spiegelt allein die Angst Francos wieder, von beiden Provinzen in seiner Macht eingeschränkt zu werden. Katalonien und das Baskenland forderten die Befugnis, allein über anstehende Entscheidungen urteilen zu können sowie eine eigene Regierung haben zu dürfen. Zudem wollten sie sich über ihre eigene Sprache sowie Kultur identifizieren, die sich in diesem Fall deutlich von der Kultur des kastilischen Spaniens unterschied. Franco billigte dies nicht und so kam es zu organisierten Widerständen und Auseinander- setzungen zwischen dem Diktator und den Regionen.

2.3 Entstehung und Formen regionaler Widerstände gegen Franco

Zunächst begannen überall in Spanien die gegen Franco gerichteten Unruhen mit Studentenstreiks und Streiks der Arbeiterschaft. Die Studentenstreiks nahmen ihren Anfang in den 1950er Jahren, als die Forderung, einen Schriftstellerkongress stattfinden zu lassen, von der Regierung abgelehnt wurde.[9] Überdies verlangten die Studenten weitere soziale wie universitäre Reformen, die ihnen ebenfalls verwehrt wurden. Die Demonstrationen wurden daher fortgeführt, bis sie im Jahr 1968 endeten.

[...]


[1] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Spanische_Republik#Autonomie

[2] http://www.zubiak.de/hg_bewegtes-baskenland.php

[3] Lexikonredaktion des Bibliographischen Instituts, Meyers Großes Taschenlexikon, In 24 Bänden, S. 189.

[4] Vgl. Unbekannter Autor: Oppositionen und Widerstände im Franquismus, S. 3f.

[5] Vgl. Unbekannter Autor: Oppositionen und Widerstände im Franquismus, S. 3f.

[6] Vgl. Unbekannter Autor: Oppositionen und Widerstände im Franquismus, S. 4.

[7] Vgl. http://www.bpb.de/themen/F1INCM,1,0,Baskenland.html

[8] Vgl. http://www.ruhr-uni-bochum.de/bsz/674/1b.html

[9] Vgl. Unbekannter Autor: Oppositionen und Widerstände im Franquismus, S. 6.

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Details

Titel
Widerstand der Regionen gegen den Franquismus: Baskenland und Katalonien im Vergleich
Note
1
Autor
Jahr
2011
Seiten
24
Katalognummer
V207183
ISBN (eBook)
9783656342663
ISBN (Buch)
9783656342908
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
widerstand, regionen, franquismus, baskenland, katalonien, vergleich
Arbeit zitieren
Alina Vehlies (Autor), 2011, Widerstand der Regionen gegen den Franquismus: Baskenland und Katalonien im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207183

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