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Moderierte Emotionen

Zur Rolle des Moderators in Docu Soaps

Title: Moderierte Emotionen

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Maria Reitzki (Author)

Communications - Movies and Television
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„Guten Tag, Peter Zwegat aus Berlin. Sie haben mich gerufen – hier bin ich. Was kann ich für Sie tun?“ So klingt es, wenn Schuldnerberater Peter Zwegat Woche für Woche neue Klienten in der RTL-Docu-Soap ‚Raus aus den Schulden’ in ihrem Zuhause begrüßt.

Coaching-, Such- und Beziehungssendungen boomen zurzeit auf den Privatsendern. Dieser Tatsache liegt das Phänomen zugrunde, dass es eine seit Jahren stärker werdende Tendenz gibt, Probleme im Fernsehen – und damit in aller Öffentlichkeit – lösen zu lassen anstatt professionelle Hilfe im privaten Rahmen in Anspruch zu nehmen. Diese Tendenz, die vor Jahren noch als Tabubruch gegolten hätte, durchzieht sämtliche Lebensbereiche.

In all diesen derzeit aktuellen Reality-TV-Formaten, die nicht auf die Darstellung perfekter Menschen ausgelegt sind, führt eine Art ‚Moderator’ durch die Sendung. Doch diese Moderatorenrollen scheinen von der eines üblichen Moderators zu divergieren.

Große Fernsehshows, informative Magazine, Nachrichtensendungen, aber auch sämtliche Rundfunkbeiträge kommen nicht ohne einen Moderator aus. Doch welche Funktion erfüllt ein Moderator in den relativ neuartigen Docu Soaps? Hat sie noch etwas mit der ursprünglichen Aufgabe eines Moderators gemein?

Im Vordergrund der vorliegenden Arbeit soll somit ein Vergleich zwischen der traditionellen Moderation und der in Docu Soaps stehen. Anhand ausgewählter Sendungen soll die neue Moderatorenrolle auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht werden. Daher wird zunächst ein Überblick über die in diese Kategorie fallenden Reality-Formate geliefert werden, woraufhin die theoretischen Anforderungen an eine traditionelle Moderatorenrolle dargelegt werden. Schließlich sollen auf der Basis einzelner TV-Episoden die Rolle der Moderatoren sowie die dort zu bestimmten Zwecken genutzten dramaturgischen Mittel hinterfragt werden. Fragen, die hier geklärt werden sollen, sind beispielsweise: Wer moderiert die Sendung, welche Haltung nimmt der Moderator dabei ein? Verhält er sich distanziert und sachlich oder eher emotional und die Handlung lenkend? Inwieweit steuert er demnach die Dramaturgie? Wäre der Moderator austausch- und ersetzbar? Und auf welche Weise wird Emotionalität erzeugt? Am Ende dieser Arbeit soll somit ein Verständnis für die Moderatorenrolle in Docu Soaps geschaffen werden und dafür, wie Emotionen dort ‚moderiert’ werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Sendungen

2.1 Einordnung in Reality TV

2.2 Eingrenzung der TV-Formate

2.2.1 Help-TV

2.2.2 Suchsendungen

2.2.3 Beziehungssendungen

2.3 Auswahl der Sendungen

2.4 Authentizität vs. Inszenierung

3. Die traditionelle Moderatorenrolle

3.1 Die sieben Rollen des Moderators – nach Burger (1991)

3.2 Zum Umgang mit Laien im Fernsehen – nach Burger (1996)

3.3 Der Moderator in Diskussionssendungen – nach Klemm (1996)

3.4 Die Personifizierung des Moderators – nach Hickethier (2001)

3.5 Die drei Funktionen des Moderators – nach Burger (2005)

3.6 Fazit

4. Moderatorenrolle und dramaturgische Mittel in Docu Soaps

4.1 Einführung der Moderatoren

4.1.1 Vorstellung des Moderators im Help-TV

4.1.2 Vorstellung des Moderators in Suchsendungen

4.2 Die Moderation im Help-TV am Beispiel Christian Rach

4.2.1 Inner-diegetisch orientierte Moderationssituationen

4.2.2 Außer-diegetisch orientierte Moderationssituationen

4.2.3 Extradiegetische Sprecherinstanzen

4.2.4 Zusammenfassung der Moderatorenrolle Christian Rachs

4.3 Die Moderation in Suchsendungen am Beispiel Julia Leischik

4.3.1 Die Moderatorin in der Face-to-Face-Kommunikation

4.3.2 Die Moderatorin auf Recherchetour

4.3.3 Authentisierungsstrategien

4.3.4 Zusammenfassung der Moderatorenrolle Julia Leischiks

4.4 Mittel zur Emotionalisierung in Docu Soaps

4.5 Fazit

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die veränderte Rolle des Moderators in aktuellen Docu-Soaps im Vergleich zur traditionellen Moderation. Ziel ist es, die spezifischen Funktionen, das Kommunikationsverhalten und die eingesetzten dramaturgischen Mittel der Moderatoren zu analysieren, um ein tieferes Verständnis für die Emotionalisierung in diesen TV-Formaten zu schaffen.

  • Analyse von Rollenkonzepten in Reality-TV-Formaten.
  • Vergleich der traditionellen Moderatorenrolle mit der in Docu-Soaps (Help-TV und Suchsendungen).
  • Untersuchung der Moderation am Beispiel von Christian Rach und Julia Leischik.
  • Identifikation dramaturgischer Mittel zur Erzeugung von Emotionalität und Authentizität.
  • Beurteilung der Personifizierung und der Funktion des Moderators als „Anker“ der Sendung.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Inner-diegetisch orientierte Moderationssituationen

Im Gespräch mit den Akteuren analysiert Christian Rach in erster Linie die Situation und betreibt Ursachenforschung. Dafür bedient er sich unterschiedlicher Methoden; so äußert er beispielsweise Kritik an den herrschenden Zuständen, klärt bestehende Probleme sachlich, indem er z.B. die finanzielle Lage der Betreiber hinterfragt, übt aber auch persönliches Coaching aus und spendet verbale und körperliche Zuwendung. Ein herzlicher Händedruck mit Rachs gleichzeitigem Versprechen, sich ehrlich zu bemühen eine Zukunftsperspektive zu finden, wird von der Kamera herangezoomt und schafft eine plötzlich einsetzende, starke Emotionalität. Bewertungen der Protagonisten wie „Sie sind mir sehr sympathisch“ können als indirekte Botschaften an den Zuschauer aufgefasst werden, die somit deren Gefühle beeinflussen. Rach weist jedoch die Aufgabe von sich, sich emotional um die vor Rührung weinende Geschäftführerin zu kümmern und überträgt diese Angelegenheit an deren Ehemann mit den Worten „Das ist dein Job, das ist dein Job, das ist dein Job!“

Darüber hinaus gibt der Moderator Verbesserungstipps, die die Zubereitung der Speisen, die Koordination innerhalb des Teams oder die Einrichtung des Lokals betreffen: „Ich mach euch nen Vorschlag: So richten wir das wieder her.“ Ferner nimmt der Moderator Kontakt zu außenstehenden Personen auf und übernimmt anstelle der Betreiber Gespräche mit Journalisten, Handwerkern, Geldgebern etc. Folglich ist er für die Steuerung der Dramaturgie zuständig und treibt diese durch sein Handeln und seine Anweisungen voran. Doch arbeitet die Sendung nicht nur mit für den weiteren Handlungsverlauf relevantem Filmmaterial, sondern integriert auch scheinbar unbedeutende Kommentare. Solche Situationen jedoch zeigen Christian Rach nicht nur als Experten, sondern auch als Person, was den Zuschauern suggeriert, den Moderator ‚persönlich’ kennen zu lernen. Nach Labitzke kommt hierdurch, wie auch durch den Namen und den Beruf des Moderators in der Alltagsrealität, seine personale Dimension zum Ausdruck, die neben seiner primären figuralen Dimension existiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Boom der Coaching-Shows ein und skizziert die Ablösung klassischer Talkshow-Formate durch Reality-TV als neue Ordnungsinstanz.

2. Die Sendungen: Dieses Kapitel definiert und kategorisiert verschiedene Reality-TV-Formate, insbesondere die Docu-Soaps, und grenzt diese von anderen Genres ab.

3. Die traditionelle Moderatorenrolle: Hier werden theoretische Ansätze zur Moderatorenrolle nach Burger, Klemm und Hickethier chronologisch dargestellt und diskutiert.

4. Moderatorenrolle und dramaturgische Mittel in Docu Soaps: Das Kernkapitel analysiert die Rolle der Moderatoren in den gewählten Formaten anhand von Christian Rach und Julia Leischik sowie die eingesetzten dramaturgischen Mittel.

5. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und zeigt die Tendenz zu einer neuen, emotional involvierten Moderatorenrolle in Docu-Soaps auf.

Schlüsselwörter

Reality-TV, Docu-Soap, Moderatorenrolle, Emotionalisierung, Coaching-Shows, Suchsendungen, Authentizität, Inszenierung, Persona, Personalisierung, Christian Rach, Julia Leischik, Medienanalyse, Fernsehen, parasoziale Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle von Moderatoren in modernen Docu-Soap-Formaten und untersucht, inwieweit diese von traditionellen Moderatorenrollen abweichen.

Welche Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Entwicklung von Reality-TV, die Konzepte von Authentizität und Inszenierung sowie die spezifischen Funktionen von Moderatoren im Bereich Help-TV und Suchsendungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch einen Vergleich der Moderatorenrolle in Docu-Soaps mit klassischen Anforderungen ein Verständnis für die Art und Weise zu schaffen, wie in diesen Formaten Emotionen „moderiert“ werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine exemplarische Analyse ausgewählter TV-Episoden, um Rollenverhalten, kommunikative Strategien und dramaturgische Mittel empirisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Anforderungen an Moderatoren dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Moderatoren Christian Rach (Help-TV) und Julia Leischik (Suchsendungen).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Reality-TV, Docu-Soap, Moderatorenrolle, Emotionalisierung und Authentizität charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Christian Rach von der von Julia Leischik?

Während Christian Rach stark als Experte und strukturierende Instanz auftritt, nimmt Julia Leischik eher die Rolle einer helfenden Freundin ein, die ihre eigene Emotionalität stärker in den Vordergrund rückt.

Inwiefern beeinflussen dramaturgische Mittel die Wahrnehmung der Moderatoren?

Dramaturgische Mittel wie Musik, Kameraeinstellungen und Kommentare aus dem Off dienen dazu, die Moderatoren nicht nur als Profis, sondern als nahbare "Personae" zu präsentieren, um eine parasoziale Bindung zum Zuschauer aufzubauen.

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Details

Title
Moderierte Emotionen
Subtitle
Zur Rolle des Moderators in Docu Soaps
College
University of Bayreuth  (Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät)
Course
Biopics und Reality-Soaps: Inszeniertes Leben in Film und Fernsehen
Grade
1,0
Author
Maria Reitzki (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V207231
ISBN (eBook)
9783656344018
ISBN (Book)
9783656344919
Language
German
Tags
moderierte emotionen rolle moderators docu soaps rach reality tv restauranttester rtl tine wittler suchsendung peter zwegat christian rach julia leischik raus aus den schulden dokusoap
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Reitzki (Author), 2009, Moderierte Emotionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207231
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