Analyse der Rede von Adolf Hitler am 15.03.1938 am Wiener Heldenplatz in Bezug auf Theatralität und Rhetorik


Seminararbeit, 2002
14 Seiten, Note: 1

Leseprobe

4. Rhetorik der Rede A. Hitlers am 15.03.1938 am Wiener Heldenplatz

Am 15 März fand um 11 Uhr früh auf dem Heldenplatz vor der Wiener Hofburg eine “Befreiungs-Kundgebung” statt zu der sich Hunderttausende von Menschen eingefunden hatten. Als Hitler eintraf, begrüßte er zwei Knaben, die ein Transparent mit der Aufschrift trugen:”Die Sudetendeutsche grüßen den Führer”.[1]

Die sichtbaren Aspekte des Verhaltens übermitteln neben dem gesprochenem Text wesentliche Zusatzinformationen, außerdem steuern sie den Ablauf von der Kommunikation.[2] Das Begrüßen der zwei Knaben und somit eine Kontaktaufnahme mit den “normalen” Personen schafft eine vertrauliche Kontaktaufnahme und Durchbrechen einer Distanzzone.

Mit dem Beginn der Rede “Deutsche! Männer und Frauen!”[3] stellt Hitler einen direkten Kontakt zu den Menschen am Heldenplatz her und gleichzeitig wird deren Aufmerksamkeit erweckt.

Direkt danach wird eine Ankündigung bezüglich des Machtwechsels abgegeben:”..deren Bedeutung aber erst spätere Geschlechter erst ermessen werden.”[4] was einem rhetorischem Mittelder Ankündigung entspricht, was gekonnt am Anfang der Rede eingesetzt ist und eine Spannung bei den Zuhörern erzeugt.

Das Interesse der Zuschauer wird dadurch erweckt, dass am Anfang der Rede über die Lage Österreichs, also über die Menschen, die am Heldenplatz stehen, gesprochen wird.

Nach einer Pause kommt in der Rede zu einem Ausruf: ” Ich proklamiere..”[5] Das rhetorische Mittel was ein Ausruf beinhaltet, hat eine eindringliche Wirkung. “Die neue Mission..”[6] wird für nötig und als eine hinzunehmende Axiome erklärt, also eine bedienungslose Akzeptanz ist selbstverständlich.

Natürlich wird direkt, nach den klassischen aristotelischen Regeln der Redekunst, argumentiert “...Garant für die Sicherheit, Freiheit des Deutschen Reiches und damit das Glück und Frieden unseres großen Volkes...”[7] Mit den letzen Worten verdeutlicht Hitler eine Zusammengehörigkeit der deutschsprachigen Menschen, vermittelt das Gefühl, dass jeder einzelne deutschsprechende ein Teil der großen Volksgemeinde ist.

Nach einer Pause, die einerseits den Menschen die Möglichkeit gibt zu jubeln und andererseits zu einer Spannungssteigerung und einer Aufnahme der Reaktion des Publikums von Hitler benutzt wird, spricht Hitler das Publikum “..im Namen der Steierer, der Nieder- und Oberösterreicher, der Kärntner, der Salzburger, der Tiroler und vor allem im Namen der Stadt Wien”[8] an.

Dieses kommunikative Mittel wird vor allem dazu eingesetzt um seine eigene Identifikation mit allen Bundesländern mit jedem einzelnen zu proklamieren und die Zuschauer in die Rede einzubeziehen. Das Publikum in diesem Fall ist es, in wessen Namen Hitler spricht. “Ich versichere: dies Land ist deutsch.und hat seine Mission begriffen”[9]. Das heißt, dass jeder einzelne, mit dem sich Hitler identifiziert hat, so denkt wie Hitler sagt. Ein Gedanke der ständig in der Rede wiederholt wird. Die Wiederholung ist dazu da, das wichtigste dem Publikum einzuprägen und in die Gedanken einzudringen. Hitler benutzt in seiner Rede keine Wiederholung der Worte, sondern eine variierte Wiederholung, das heißt er, hebt immer wieder einen bestimmten Gedanken hervor:”Das Land ist deutsch...”[10], ”das Land hat seine Mission begriffen...”[11].

In dem vorletzten Abschnitt der Rede kommt es zum Action (Handlunsauslösung), zu einer Aufforderung zum Handeln: ”Unsere Aufgabe wird es nun sein...”[12] In dieser Phase werden die Wünsche des Publikums am Heldenplatz ganz bestimmten erfüllbaren Lösungen zugeführt, in die gewünschte Handlungen münden: “durch Arbeit, Fleiß, Zusammenstehen...die großen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Aufgaben zu lösen...”[13] Eine konkrete Handlungsaufforderung, die von jedem wahrgenommen werden kann, wird ausgerufen. Das Publikum jubelt.

[...]


[1] Domarus, Max,”Hitlers Reden”S.823

[2] Allhoff, Dieter-W und Waltraud, “Rhetorik&Kommunikation”S.33

[3] Domarus, Max,”Hitlers Reden”S.823

[4] ebenda

[5] ebenda

[6] ebenda

[7] ebenda

[8] ebenda

[9] ebenda

[10] ebenda

[11] ebenda

[12] ebenda

[13] ebenda

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Analyse der Rede von Adolf Hitler am 15.03.1938 am Wiener Heldenplatz in Bezug auf Theatralität und Rhetorik
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Schauplätze PS
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V20724
ISBN (eBook)
9783638245333
ISBN (Buch)
9783640202935
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, Rede, Adolf, Hitler, Schauplätze
Arbeit zitieren
Olaf Hahn (Autor), 2002, Analyse der Rede von Adolf Hitler am 15.03.1938 am Wiener Heldenplatz in Bezug auf Theatralität und Rhetorik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/20724

Kommentare

  • Gast am 12.4.2007

    Analyse.

    Ich denke, wie viele andere "Hitler Kenner" auch, das ihn erst die Inszenierung zum Antisemitismus gebracht hat. Er hat doch sebst gesehen, wie gut er inszenieren kann.
    Auch die schwarze Pädagogik spielt eine essentielle
    Rolle in hitlers Leben.

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