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"Die Welt dreht sich um mich"

Dramenanalyse zu Nis-Momme Stockmanns „Der Mann, der die Welt aß“ (2009)

Titel: "Die Welt dreht sich um mich"

Hausarbeit , 2010 , 9 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Veronika Seitz (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Einen Jedermann zeichnete Nis-Momme Stockmann in seinem dramatischen Debut „Der Mann der die Welt aß“. Jeder Mann aus der Generation der Dreißigjährigen könnte der Protagonist sein: Die jetzt eigentlich erwachsene Spaßgeneration (ver)weigert sich, erwachsen zu werden, Verantwortung zu übernehmen, will sich selbst verwirklichen, ohne konkret Position zu beziehen. Steine auf dem Weg lassen sie straucheln. Egozentrik als gesellschaftliches Problem zeichnet sich ab in dieser Gesellschaft des Individualismus, Merkantilismus, Egoismus.
Stockmann schrieb ein Gesellschaftsstück der Gegenwart und traf den Nerv der Zeit: Er gewann für „Der Mann der die Welt aß“ den Haupt- und Publikumspreis des Heidelberger Stückemarktes 2009, das Stück wurde von der European Theatre Convention zu einem der besten europäischen Stücke 2009 gewählt und 2010 als deutscher Beitrag zur Theaterbiennale „Neue Stücke aus Europa“ in Wiesbaden eingeladen.
Am 17. Dezember 2009 fand die Uraufführung in Heidelberg unter der Regie von Dominique Schnizer statt. Es folgten Inszenierungen in Magdeburg, Basel und Wien.
Kurz beschrieben geht es um den 35-jährigen Sohn, Bruder und Vater, einen Egozentriker, wie er im Buche steht, der alles, was seine Mitmenschen ihm bieten, in sich aufnimmt, konsumiert: Zuneigung, Unterstützung, Geld. Der unfähig ist, etwas anders als im Bezug auf die eigene Person zu bewerten und um den sich das Netz seiner auf Egozentrik beruhenden Versäumnisse zusammen zieht.
Das Drama nach formalen und inhaltlichen Aspekten analytisch zu erfassen und im Anschluss daran den Handelnsantrieb des Protagonisten zu analysieren ist die Absicht der folgenden Arbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Form und Inhalt

2.1 Aufbau und Form des Dramas

2.2 Dramatische Situation

2.3 Inhalt der Szenen

2.4 Nebenfiguren

2.5 Sprache und Kommunikation

3. Der Protagonist: Egozentrik als dominanter Handelnsantrieb

3.1 „Alleine“

3.2 „Selbstständig“

3.3 „Frei sein“

3.4 Merkantiles Handeln

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Drama „Der Mann, der die Welt aß“ von Nis-Momme Stockmann unter formalen und inhaltlichen Aspekten, um den egozentrischen Handelnsantrieb des Protagonisten innerhalb eines durch kapitalistische Strukturen geprägten sozialen Gefüges aufzudecken.

  • Strukturelle Analyse des Passionsdramas in zwölf Szenen
  • Darstellung der egozentrischen Charakterzüge des Protagonisten
  • Untersuchung der zwischenmenschlichen Kommunikation und Sprachlosigkeit
  • Einfluss ökonomischer Faktoren auf familiäre Beziehungen
  • Entlarvung der Diskrepanz zwischen Selbstbild und Realität

Auszug aus dem Buch

3.2 „Selbstständig“

In seiner auswegslosen Situation kommt dem Sohn die fixe Idee, sich beruflich selbstständig zu machen. Dieses Vorhaben ist zum Scheitern verurteilt – von Selbstständigkeit ist (xxxx) weit entfernt. In der 6. Szene demonstriert er seine Unreife, indem er die Hand gegen den Vater erhebt (S. 30) und ihm vorwirft: „Mann, du! Für 200 Euro kann ich dich fast ne Woche pflegen lassen.“ (S. 29) Die berufliche Selbstständigkeit ist das Kaschieren der tatsächlichen Arbeitslosigkeit und der Vorwand, alle Menschen seines Umfelds um Geld zu bitten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in das dramatische Debüt von Nis-Momme Stockmann ein und skizziert den Protagonisten als egozentrischen Repräsentanten der heutigen Generation, dessen Scheitern im Zentrum des Stücks steht.

2. Form und Inhalt: Dieser Abschnitt analysiert die dramaturgische Struktur, die Schauplätze, die inhaltliche Gestaltung der Szenen sowie die Charakterzeichnung der Nebenfiguren und die Bedeutung der Alltagssprache.

3. Der Protagonist: Egozentrik als dominanter Handelnsantrieb: Hier wird das Wesen des Protagonisten anhand seiner Unfähigkeit zu echter Bindung, seiner Fehlwahrnehmung von Selbstständigkeit, seinem falschen Freiheitsbegriff und seiner merkantilen Sichtweise auf Mitmenschen untersucht.

4. Schluss: Das Fazit ordnet den Protagonisten in die Tradition der Theatergeschichte ein und unterstreicht Stockmanns Intention, über das Alltägliche und Private gesellschaftliche sowie systemstrukturelle Abgründe erfahrbar zu machen.

Schlüsselwörter

Nis-Momme Stockmann, Der Mann der die Welt aß, Dramenanalyse, Egozentrik, Generationskonflikt, Kapitalismus, Arbeitslosigkeit, Familienbeziehungen, Alltagssprache, Identitätsverlust, Narzissmus, zeitgenössisches Theater, Sozialkritik, Scheitern, Vater-Sohn-Konflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Analyse des Dramas „Der Mann, der die Welt aß“ von Nis-Momme Stockmann und untersucht dabei das Verhalten und die Motivation des egozentrischen Protagonisten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Egozentrik, gesellschaftlicher Individualismus, die Auswirkungen wirtschaftlicher Zwänge auf familiäre Bindungen sowie das Scheitern an gesellschaftlichen Erwartungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Handlungsstruktur des Stücks zu erfassen und den dominanten Antrieb des Protagonisten – seine tief verwurzelte Egozentrik – detailliert analytisch herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine klassische Dramenanalyse, die formale Aspekte wie Szenenaufbau und Sprache mit inhaltlichen Interpretationen der Figurenkonstellationen und Motive verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung von Form und Inhalt, die Analyse der Nebenfiguren sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Egozentrik des Protagonisten anhand ausgewählter Szenentitel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem mit den Begriffen Dramenanalyse, Egozentrik, zeitgenössisches Theater, Scheitern und gesellschaftliche Entfremdung charakterisieren.

Wie zeigt sich die Egozentrik des Protagonisten im Umgang mit seinem Vater?

Der Protagonist nutzt den Vater, um sich Geld zu beschaffen, vernachlässigt dessen Bedürfnisse und reagiert mit Aggression, wenn der Vater seine Erwartungen oder seinen Lebensstil stört.

Warum wird der Begriff "Merkantiles Handeln" auf den Protagonisten angewandt?

Weil der Protagonist jede soziale Interaktion – von Freundschaft bis zur Familie – einer Nutzenrechnung unterwirft und Menschen primär nach ihrem finanziellen Wert für ihn bewertet.

Welche Rolle spielt die Sprache im Stück?

Stockmann nutzt eine Alltagssprache, die durch abgebrochene Sätze und eine asymmetrische Kommunikation geprägt ist, um die soziale Sprachlosigkeit und emotionale Unfähigkeit der Figuren zu unterstreichen.

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Details

Titel
"Die Welt dreht sich um mich"
Untertitel
Dramenanalyse zu Nis-Momme Stockmanns „Der Mann, der die Welt aß“ (2009)
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Vorlesung und Übung "Dramaturgie und Regie im zeitgenössischen Theater"
Note
1,0
Autor
Veronika Seitz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
9
Katalognummer
V207251
ISBN (eBook)
9783656342991
ISBN (Buch)
9783656343783
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stockmann Der Mann der die Welt aß Dramenanalyse Egozentrik zeitgenössisch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Veronika Seitz (Autor:in), 2010, "Die Welt dreht sich um mich", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207251
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  9  Seiten
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